Alles und Nichts
Träume aus SalzIm Grunde kann alles so wunderbar sein, ein Sommerurlaub, Griechenland, Sand, Strand, Hitze, gutes Essen und schwerer Wein- dem Alltag entkommen und die Zweisamkeit genießen. Alles hinter sich lassen, ...
Im Grunde kann alles so wunderbar sein, ein Sommerurlaub, Griechenland, Sand, Strand, Hitze, gutes Essen und schwerer Wein- dem Alltag entkommen und die Zweisamkeit genießen. Alles hinter sich lassen, abschalten und die Verliebtheitsphase ausleben. All das wünscht sich Flo in diesem Urlaub mit ihrem Freund Matty, mit dem sie seit 8 Monaten zusammen ist, aber so einfach ist es nicht. Flo trägt schwer an sich und ihrer Vergangenheit, über die sie Matty bisher nicht aufgeklärt hat. Momente gab es, aber für Flo ist die Hürde zu groß, bis sie auf einmal Sofia in ihr Leben trifft und Flo spürt, dass sie zu ihr eine besondere Beziehung hat. Aus einem Anstoß der Gedanken wird ein Strudel mit weitreichenden Konsequenzen.
In Anika Landsteiners neuestem Roman widmet sie sich den Irrungen und Wirrungen zwischenmenschlicher Beziehungen, die unser Leben prägen. Jeder ja eine Vergangenheit, aber auch jeder lässt sie anders zu, verarbeitet sie unterschiedlich. Genau das wird hier zum Verhängnis, zur Barriere und alles andere prahlt daran ab. Mir haben die Gedanken gut gefallen, die Zeiteinschübe, das zunehmende Verständnis für die Protagonisten und ihr Handeln, dennoch habe ich mir mehr Tiefe gewünscht, mehr Komplexität. Oft bleibt es zu oberflächlich, wo doch gerade der Konflikt zwischen den Figuren die meiste Spannung enthält, die Emotionalität, die sich der Leser wünscht. Dafür hätte ich ein paar mehr Seiten gerne gesehen. Es ist insgesamt kein lauter Roman mit einem Knall, sondern eher ein stiller, der uns daran erinnert, dass wir alle unser Päckchen zu tragen haben, mal groß, mal klein, aber die Frage ist, wie wir damit umgehen und wen wir wie auf unsere Seele blicken lassen.