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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.04.2026

Alles und Nichts

Träume aus Salz
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Im Grunde kann alles so wunderbar sein, ein Sommerurlaub, Griechenland, Sand, Strand, Hitze, gutes Essen und schwerer Wein- dem Alltag entkommen und die Zweisamkeit genießen. Alles hinter sich lassen, ...

Im Grunde kann alles so wunderbar sein, ein Sommerurlaub, Griechenland, Sand, Strand, Hitze, gutes Essen und schwerer Wein- dem Alltag entkommen und die Zweisamkeit genießen. Alles hinter sich lassen, abschalten und die Verliebtheitsphase ausleben. All das wünscht sich Flo in diesem Urlaub mit ihrem Freund Matty, mit dem sie seit 8 Monaten zusammen ist, aber so einfach ist es nicht. Flo trägt schwer an sich und ihrer Vergangenheit, über die sie Matty bisher nicht aufgeklärt hat. Momente gab es, aber für Flo ist die Hürde zu groß, bis sie auf einmal Sofia in ihr Leben trifft und Flo spürt, dass sie zu ihr eine besondere Beziehung hat. Aus einem Anstoß der Gedanken wird ein Strudel mit weitreichenden Konsequenzen.

In Anika Landsteiners neuestem Roman widmet sie sich den Irrungen und Wirrungen zwischenmenschlicher Beziehungen, die unser Leben prägen. Jeder ja eine Vergangenheit, aber auch jeder lässt sie anders zu, verarbeitet sie unterschiedlich. Genau das wird hier zum Verhängnis, zur Barriere und alles andere prahlt daran ab. Mir haben die Gedanken gut gefallen, die Zeiteinschübe, das zunehmende Verständnis für die Protagonisten und ihr Handeln, dennoch habe ich mir mehr Tiefe gewünscht, mehr Komplexität. Oft bleibt es zu oberflächlich, wo doch gerade der Konflikt zwischen den Figuren die meiste Spannung enthält, die Emotionalität, die sich der Leser wünscht. Dafür hätte ich ein paar mehr Seiten gerne gesehen. Es ist insgesamt kein lauter Roman mit einem Knall, sondern eher ein stiller, der uns daran erinnert, dass wir alle unser Päckchen zu tragen haben, mal groß, mal klein, aber die Frage ist, wie wir damit umgehen und wen wir wie auf unsere Seele blicken lassen.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Märchenfiguren tierisch unterwegs

Die Märchenponys, Band 1 - Schneewittchen hat jetzt vier Hufe
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Die Märchenfiguren haben es satt in ihrer Märchenwelt- immer das Gleiche und dann noch nicht einmal Urlaub. Das lässt sich ändern beschließt Endora, die Oberfee, verwandelt sieben Märchenfiguren in knuddelige ...

Die Märchenfiguren haben es satt in ihrer Märchenwelt- immer das Gleiche und dann noch nicht einmal Urlaub. Das lässt sich ändern beschließt Endora, die Oberfee, verwandelt sieben Märchenfiguren in knuddelige Ponys und schickt sie in die Menschenwelt, denn da ist es ja anscheinend viel besser. So landen sie schließlich auf einem idyllischen Ponyhof mit dem passenden Namen „Märchenhof“ mit der Mission Gutes zu tun. Dafür gibt sie jedem Pony eine passende Zauberkraft. Schneewittchen trifft im ersten Teil auf Mila, der das ganze Thema Reiten nicht geheuer ist, dabei muss sie doch ein Referat vorbereitet, was sowieso ein großes Missverständnis ist. Schneewittchen weiß, was zu tun ist und schmiedet mit allen Tieren des Hofs einen Plan, wie sie Mila helfen kann.

Das Buch ist wunderschön illustriert, hat eine tolle, wertige Haptik von außen, das Cover glänzt mit Goldelementen und der Stil ist verspielt, dabei mit viel Liebe zum Detail. Die Geschichte ist sehr schön geschrieben, nicht zu spannend, sondern genau die richtige Mischung, die Kinder fesselt und eben auch thematisch beschäftigt. Jede Märchenfigur hat ihre eigene Persönlichkeit, die sich stark an den Märchen orientiert. Und die Zauberkräfte dazu verleihen dem ganzen noch mehr Witz und Charme. Einziges Manko sind die Ausdrücke, die teilweise verwendet werden. Eine Empfehlung für alle Kids, die Ponys, Abenteuer mit Tieren und natürlich die Märchenfiguren lieben.

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Kryptonit

Villa Rivolta
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Es gibt diese Theorie, die besagt, dass wir alle in unserem Leben irgendwann diesem einen Kryptonit begegnen. Dieser eine Mensch, der nachhaltig unser Leben verändert. Er schlägt ein, wie ein Komet, reißt ...

Es gibt diese Theorie, die besagt, dass wir alle in unserem Leben irgendwann diesem einen Kryptonit begegnen. Dieser eine Mensch, der nachhaltig unser Leben verändert. Er schlägt ein, wie ein Komet, reißt einen Krater in das Hier und Jetzt und alle Versuche, ihn ungeschehen oder ungesehen zu machen, scheitern vergeblich. Es sind diese Menschen, die wir liebevoll Seelenverwandte nennen und deren Strahlkraft nicht durch eine Beziehung oder deren Länge definiert wird, sondern durch das zwischenmenschliche Verständnis, diese Anziehungskraft, die sich nicht in eine Schublade stecken lässt.

Valeria kennt dieses Gefühl, seit sie als kleines Mädchen Piero kennenlernt. Sie kommen aus zwei Welten, Valeria ist die die Tochter der Hausangestellten und Piero der Sohn eines erfolgreichen Unternehmers im aufstrebenden Mailand. Von der Kindheit bis in die Jugend nehmen sie das Leben leicht, als Piero jedoch auf die Nachfolge vorbereitet wird, ändert sich alles.

Der neue Roman von Daniel Speck ist wirklich fesselnd, spannend geschrieben und ein wahrer Pageturner. Gekonnt verwebt er die Zeitsprünge, bewahrt dabei die Spannung und schafft es unglaublich viel Intimität und emotionale Bindung in seine Worte zu legen, sodass ich mich dem Bann der Geschichte kaum entziehen konnte. Die Figuren sind real, mit viele Tiefe gezeichnet und wunderbar zu visualisieren. Die Handlung windet sich durch Höhen und Tiefen und die Hoffnung wird irgendwann zur eigenen, dem Sog kann man sich nicht entziehen. Eine echte Empfehlung.

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Gedankenspiel

Grüne Welle
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Was wäre, wenn ich an der nächsten Kreuzung nicht links abbiege, sondern rechts? Und was wäre, wenn ich einfach so lange fahre, wie ich gerade Lust habe? Oder wenn ich einfach ans Meer fahre, denn in zwei ...

Was wäre, wenn ich an der nächsten Kreuzung nicht links abbiege, sondern rechts? Und was wäre, wenn ich einfach so lange fahre, wie ich gerade Lust habe? Oder wenn ich einfach ans Meer fahre, denn in zwei Stunden bin ich da? Jeder hat sie schon einmal durchlebt, diese Gedanken während einer Autofahrt, animiert durch Musik, die Playlist, für die nie Zeit ist oder die schlichte Lust noch weiter zu fahren, ohne ersichtlichen Grund.

So ergeht es auch der Frau im Roman „Grüne Welle“, die bedingt durch eine Baustelle und die darauffolgenden Umleitungen nicht den Weg nach Hause fährt, sondern einfach weiter und somit sich selbst Raum gibt, für Reflexion, Zweifel, aber auch einem „was wäre wenn“. Eine grüne Welle löst die nächste ab und sie bemerkt, dass sie mehr ins Ungewisse zieht, als zurück nach Hause.

Esther Schüttpelz schafft eine ungewöhnliche Perspektive in ihrem Roman, distanziert, denn die Frau bleibt schlichtweg die Frau. Der Leser startet mittendrin, ohne Anlauf wird er hineingeworfen und findet sich wieder in ihrem Gedankenkonstrukt, dass sich vor und zurückwindet. Es enthüllt sehr viel Schmerz, Gewalt, Zweifel, aber auch eine Sicht auf eine starke Frau, die sich einfach auf dem Weg des Lebens selbst verloren hat. Anders, aneckend, dabei sehr nachvollziehbar und trotz der Distanz zur Frau bleibt ihre Geschichte nahbar, die Gefühlswelt authentisch und erlebbar. Eine Empfehlung für alle, die sich nach einer ungewöhnlichen Geschichte sehnen.

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Abenteuer für die großen und kleinen Helden

Judiths kleine Farm, Band 3,
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Auf der Suche nach Abenteuer, Spannung, einer liebevoll gestalteten Geschichte gespickt mit wunderbaren Tiercharakteren und gleichzeitig der Vermittlung von kindergerechtem Sachwissen, dass auch noch begeistert? ...

Auf der Suche nach Abenteuer, Spannung, einer liebevoll gestalteten Geschichte gespickt mit wunderbaren Tiercharakteren und gleichzeitig der Vermittlung von kindergerechtem Sachwissen, dass auch noch begeistert? Wir sind bei Judiths kleiner Farm von Judith Rakers auf 35 voll gepackten Seiten fündig geworden.

Im Vordergrund des dritten Bandes steht Charlie, das Fohlen auf der Farm, das bald bei einer Fohlenschau vorgestellt werden soll. Aber das ist nur ein Abenteuer unter den Farmtieren, denn weiterhin bleiben Jack und Lotti die Hauptakteure, die kleinen Katzen, die über den Hof tigern und ein Abenteuer nach dem nächsten erleben.

Die Geschichte ist wunderschön illustriert, zeugt von dem großen Zusammenhalt der Familientierbande und vermittelt dazu noch eine tiefere, sinnvolle Botschaft. Dazu die Seiten mit Sachwissen zum Thema Kartoffeln oder auch mit Hinweisen zum Thema Pferdepflege, dass dann auch nochmal in den eigentlichen Handlungsstrang eingebunden wird. Mir haben besonders die Charaktere gefallen, allen voran der Maulwurf Günter, der mit seinem Wissen entscheidend zum Verlauf der Geschichte beiträgt und bei meiner Tochter seitdem fleißig rezitiert wird. Das war sicherlich nicht der letzte Band, den wir uns von Judiths kleiner Farm zugelegt haben.

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