Profilbild von Juanla

Juanla

aktives Lesejury-Mitglied
offline

Juanla ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Juanla über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.10.2025

Zuhause ist, wo Heilung passiert...

Winterzauber in den Highlands
0

Mit ihrem weihnachtlichen Roman "Winterzauber in den Highlands: Ein weihnachtlicher Wohlfühlroman voller Liebe, Hoffnung und schottischem Charme (Highland Hearts - Eine Liebe in Schottland)" hat Skye MacDonald ...

Mit ihrem weihnachtlichen Roman "Winterzauber in den Highlands: Ein weihnachtlicher Wohlfühlroman voller Liebe, Hoffnung und schottischem Charme (Highland Hearts - Eine Liebe in Schottland)" hat Skye MacDonald zwischen Schneegestöber, Weihnachtsmagie und romantischen Gefühlen einen Wohlfühlroman erschaffen, der aufgrund seiner Intention perfekt in die Weihnachtszeit passt.
Da bereits der Titel "Winterzauber in den Highlights" sowie das Cover mit dem eingeschneiten Haus, Tannen ringsherum, Schneefall und hübschen Ornamente darauf hinweist, dass wir mit einer weihnachtlichen und winterlichen Atmosphäre rechnen können, werden alle Genrefans begeistert sein. Die Autorin versteht es nicht nur auf dem Weihnachtsmarkt das passende Ambiente zu schaffen, wenn wir erfahren, dass die Verkaufsstände wie verpackte Geschenke bereitstehen, während Lichterketten im Schneefall funkeln und die frische Highland-Luft von einem Zimt- und Tannenduft erfüllt ist. Auch in dem kleinen Cottage stellt sich eine Gemütlichkeit ein, da der Schneefall auf die Highland-Hügel zu beobachten ist, während die Protagonisten in der Wärme ihres Zuhauses mit Freunden und Bekannten Weihnachten feiern.
Während eines Schneesturms lernen Holly und Angus sich kennen, da sie gezwungen sind, in seinem kleinen Cottage viel Zeit miteinander zu verbringen. Beide erkennen, dass sie ein ähnliches Schicksal teilen. Holly ist erfolgreiche Leiterin eines Unternehmens gewesen und zeichnete sich durch ihr gutes Unternehmenskrisenmanagement aus. Hinzu kommen ihre Zuversicht, Optimismus und Energie, welche sie trotz ihrer Rückschläge in der Vergangenheit nicht verloren hat. Angus hat ebenso eine schwere Zeit hinter sich und wählte die Einsamkeit seines Cottages, welche er Geselligkeit und Miteinander innerhalb der Dorfgemeinschaft vorgezogen hat. Seine Werte, anderen Menschen zu helfen, zu unterstützen und Freude zu bereiten, sind vorhanden, jedoch hat er eine sehr differenzierte Umgangsform damit gewählt. So kommt es in seinem gemütlichen Cottage zwischen Holz, Schnitzereien und Ornamenten nicht nur zu tiefgründigen Gesprächen, sondern auch dazu, dass Holly und Angus aufgrund ihrer Unterschiedlichkeit, ihrem differenzierten Umgang mit Problemen und der Problembewältigung weitreichende Erkenntnisse erlangen.
Während die beiden auch nach dem Schneesturm weiterhin zusammenarbeiten, lernen sie sich in ihren Gesprächen immer besser kennen. Die meiste Zeit der Story spielt in der Werkstatt zwischen Kaffee, Holz-Ornamenten und tiefgründigen Gesprächen, die teilweise sehr vielschichtig sind und Gefühle wie Verletzlichkeit, Ängste und sogar Feigheit davor, öffentlich zu versagen, aufgreifen. Auch die Gedanken, sich klein und als Versager zu fühlen, nichts mehr leisten zu können und eine große Enttäuschung für sich selbst zu sein, sind in dieser Geschichte elementar, wobei auch stets zu beachten sei, dass Dinge anders zu machen, im positiven Sinne bedeutet, neue Möglichkeiten zu haben und die Chance zu erkennen, die sich daraus bietet. Heilung von Rückschlägen muss im eigenen Tempo geschehen und kann niemals erzwungen werden. Insgesamt ist dabei im Laufe der Geschichte ein Wandel der Charaktere zu erkennen. Beide können voneinander lernen und akzeptieren, dass neue Möglichkeiten eine große Bereicherung sein können.
Der Lesefluss ist teilweise leicht eingeschränkt, was nicht bedeutet, dass es Rechtschreibfehler gibt. Es scheint durch die Übersetzung an einigen Stellen holprig zu sein, Satzstellungen wirken etwas unglücklich, was jedoch nicht den Sinn der Geschichte verändert. Wobei auch die Tatsache, dass einige Sätze, welche in direkter Rede geschrieben sind, sehr kurzgehalten und nicht als Satz formuliert wurden, darin begründet sein könnte, dass die Autorin dies als Stilmitteln nutzt, um den Protagonisten Angus deutlich zu charakterisieren.
Die Geschichte ist jedoch spannend erzählt, gleich zu Beginn wird die Leserschaft auf ein Problem aufmerksam, welches sich im Laufe der Geschichte wiederholt und wofür es auf die Schnelle und spontan keine Lösung zu geben scheint. Die Weihnachtsfans unter den Lesern werden mitbangen, wie und wann sich eine Möglichkeit ergeben kann, um den Weihnachtsmarkt zum Erfolg zu führen.
Fazit: Eine tiefgründige und vielschichtige Geschichte, die Sorgen und Nöte der Protagonisten aufgreift und Mut macht sowie Hoffnung sät.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.10.2025

Wenn Vergangenheit und Gegenwart aufeinandertreffen

Mords-Bagage
0

Mit ihrem cosy crime Roman: "Mords-Bagage: Krimi-Minnies neunter Fall (Humorvoller Regionalkrimi Chiemgau – Wasserburg-am-Inn 9)" hat Monika Nebl ihre Leser nach Bayern entführt. Der Schauplatz ist Wasserburg ...

Mit ihrem cosy crime Roman: "Mords-Bagage: Krimi-Minnies neunter Fall (Humorvoller Regionalkrimi Chiemgau – Wasserburg-am-Inn 9)" hat Monika Nebl ihre Leser nach Bayern entführt. Der Schauplatz ist Wasserburg am Inn sowie die Umgebung, in welcher es lustig, romantisch und spannend wird.

Auch, wenn es sich bereits um den 9. Band der Regionalkrimi-Serie um Alemania Fechtner, von allen Minnie genannt, handelt, ist dieses Buch gut ohne Vorkenntnisse lesbar, wenn über einige Anspielungen hinweggelesen wird. Durch den Bezug zur Region und die lebhafte und gut bildlich dargestellte Schreibweise der Autorin, ist die Atmosphäre greifbar. Der Krimi spielt im Mai, oftmals scheint die Sonne und die Familie Fechtner hat das Geocaching für sich entdeckt. Auf ihren Ausflügen lernen wir einiges über die Umgebung, die natürlichen Begebenheiten sowie einige Regeln des Geocaching kennen. Dabei ist die Lebensfreude der Familie, die aus Minnie, ihrem Ehemann Alex und der Adoptivtochter in spe Malika hervorgeht, spürbar.

Es spielen zahlreiche, teils leicht skurrile Charaktere eine Rolle. Trixie, die Mutter von Minnie und ihr Lebenspartner Gustl, die beiden Polizisten Johanna und Gerhard, die für die Unterstützung in ihrer Ermittlungsarbeit den beiden Hobby-Detektiven Minnie und auch Gustl sehr dankbar sind. Pia, die ältere Schwester von Malika hat eine Ausbildung im Handwerk begonnen und auch sie und ihre Kollegen spielen eine Rolle, ebenso wie ein Verein, welcher sich um denkmalgeschützte Gebäude kümmert. Beim Thema Denkmalschutz geht es um historische Bauten, was gleichzeitig bedeutet, dass in dieser sehr gut recherchierten Story ein Stück Vergangenheit aufleben darf und die Leserschaft auch dorthin einen Blick werfen kann.

Ein stückweit bayrischer Lokalkolorit ist spürbar, insbesondere dann, wenn Menschen sich unterhalten. Für die norddeutsche Leserschaft sind einige Begriffe am Ende des Buches ins Hochdeutsche übersetzt. Auch, wenn der Schreibstil für besondere Authentizität sorgt, ist zumindest teilweise der Lesefluss etwas gestört, wenn man dem bayrischen nicht ganz mächtig ist und Vokabeln nachgeschlagen werden müssen. Insgesamt stört das aber nicht so sehr, denn die Geschichte ist leicht, sehr unterhaltsam, witzig und die Handlung bietet viel Spannung. Diese Mischung ist insgesamt sehr fesselnd und sorgt für eine unkomplizierte und vergnügte Unterhaltung, welche die Spannung stets hochhält.

Neben dem bairisch-hochdeutschen Glossar am Ende des Romans, gibt es eine Karte von Wasserburg sowie das Rezept der Kartoffelpuffer, die im Buch gekocht werden.

Fazit: Ich freue mich bereits jetzt auf "Krimi-Minnies" zehnten Fall!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.10.2025

Romantische Gefühle in der Marzipanstadt Lübeck

Marzipan und Winterküsse
0

Der Feelgood-Roman "Marzipan und Winterküsse" von Frieda Lamberti hat seinen Schauplatz in der Hansestadt Lübeck, die Stadt in Norddeutschland, in welcher das weltweit bekannte Marzipan als eine geschützte ...

Der Feelgood-Roman "Marzipan und Winterküsse" von Frieda Lamberti hat seinen Schauplatz in der Hansestadt Lübeck, die Stadt in Norddeutschland, in welcher das weltweit bekannte Marzipan als eine geschützte geographische Bezeichnung ihre Herkunft hat.

Die Stadt Lübeck erscheint auf dem Cover, die Trave im Vordergrund ist zugefroren und es fallen Schneeflocken. Der Roman ist kein Weihnachtsroman, wie der Titel schon sagt, handelt es sich um eine winterliche Geschichte, die Anfang November startet und ca. zwei Wochen vor Weihnachten endet.

Die Geschichte zeichnet sich durch eine winterliche Atmosphäre aus. Die Beschreibungen der Außenwelt, wenn der Schnee vom Himmel fällt und die Rasenfläche in einen weißen Teppich verwandelt oder wenn im Haus das Feuer im Kamin, welches leise knistert und flackernde Schatten an die Wände wirft, alles wird so authentisch beschrieben, dass die Leserschaft ein Gefühl von Heimeligkeit im Winter überkommt. Auch der Lübecker Weihnachtsmarkt, welcher stets einen Besuch wert ist, findet seinen Platz in der Story. Lichterketten, die von Giebelhäusern herabhängen und die Stadt in ein warmes Licht tauchen, Menschen, die sich vor dem Rathaus an den Ständen drängeln oder eine Bläsergruppe, die im Hintergrund zu hören ist, sind in ihrer Art so realistisch und authentisch beschrieben, dass jeder, der schon einmal in der Weihnachtszeit in Lübeck war, die Bilder sofort vor Augen hat und weiß, dass Lübeck im Advent ein lebendig gewordenes Weihnachtsmärchen ist.

Die Geschichte hat zahlreiche Protagonisten. Die Hauptprotagonistin ist Linda, welche gleich zu Beginn die Herzen der Leserschaft erobert. Sie ist eine Künstlerin in der Küche und hat genau das richtige Feeling, wenn es darum geht, neue Gerichte herzustellen, Zutaten perfekt miteinander zu kombinieren und ihr Job in einem beliebten Restaurant in der Lübecker Innenstadt ist gleichzeitig ihre Leidenschaft. Sie erlebt eine sehr gefühlvolle Liebesgeschichte und sorgt für große Gefühle, als sie mit Henning, dem Besitzer eines Feinkostgeschäfts und talentierten Saxofonisten zusammenkommt. Aber, ebenso wie bei zahlreichen anderen Protagonisten, läuft auch für sie nicht alles wunschgemäß. So ist es stets spannend, zu erfahren, wie sie mit ihrem Mut und Optimismus stets das Beste aus der Situation macht.

Dann ist da ihre neue Nachbarin Cora. Ähnlich wie bei Linda läuft auch in Coras Leben nicht alles glatt und das Besondere in der Geschichte um Cora ist, dass wir Leser ihre starke Wandlung miterleben dürfen. Im Laufe der Geschichte hat sie ebenfalls Rückschläge zu verarbeiten und auch, wenn einige ihrer Handlungen fragwürdig sind, ist es schön, zu erfahren, dass sie im Verlauf aus ihren Fehlern lernt.

Das sind nur zwei Beispiele, denn im Grunde hat jede handelnde Person interessante Erlebnisse, reflektiert über die Situationen und entdeckt für sich neue Handlungsstrategien. So ist die Geschichte, die sehr flüssig, locker und mit viel Romantik erzählt wird, ein wahrer Pageturner, deren 303 Seiten ich an zwei Tagen gelesen habe.

Im Laufe der Geschichte werden Gerichte gekocht und ausprobiert, die beim Lesen Appetit machen. Bei den Hauptgerichten wird stets viel Aufwand betrieben. Sei es für einen Hirschrücken mit Cranberry Rotkohl und ein Kartoffel-Soufflé oder gebratener Zander auf einem Grünkohlbett mit Weißweinschaum und Schalotten. Auch für Naschkatzen ist etwas dabei, z.B. Marzipan in unterschiedlicher Form. Ob eine Marzipan-Nuss-Torte im Restaurant mit Blick auf das Meer genossen wird oder wir beim Versuch von Linda Marzipan in drei Gängen miteinzubauen, staunen dürfen. Marzipan ist genau wie diese Geschichte ein Highlight.

Fazit: Ein schöner winterlicher Roman, der die langen Abende versüßt und meine absolute Leseempfehlung bekommt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.10.2025

Weihnachten sollte doch eigentlich so etwas sein wie das ultimative Schnurren der Menschheit - Zitat Kater Elvis

Alle Jahre wieder mit Elvis
0

Der cozy-crime Roman "Alle Jahre wieder mit Elvis: Ein Koblenzer Katzenkrimi" von S. Sagenroth bietet hervorragende Unterhaltung - nicht nur in der Adventszeit. Die Autorin beschreitet mit ihrem Koblenzer ...

Der cozy-crime Roman "Alle Jahre wieder mit Elvis: Ein Koblenzer Katzenkrimi" von S. Sagenroth bietet hervorragende Unterhaltung - nicht nur in der Adventszeit. Die Autorin beschreitet mit ihrem Koblenzer Katzenkrimi, der gleichzeitig eine abrufbare Playlist anbietet, die perfekt zu den einzelnen Kapiteln passt, ihren ganz eigenen neuen Weg, auf welchem sie auf dem Pfad des Fantastischen, verbunden mit der Ernsthaftigkeit und Realität des Kriminalromans, ihr ganz eigenes Markenzeichen setzt. Sie bietet Unterhaltung vom Feinsten, bringt ihre Leserschaft zum Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken und übermittelt eine Botschaft: So niedlich und lieb, wild und verschmust Katzen sein können, niemand sollte sie unbedacht zum Weihnachtsfest unter den Tannenbaum setzen. Das Leid vieler Katzen, die nach dem Weihnachtsfest oder spätestens vor dem nächsten Urlaub weggegeben oder ausgesetzt werden, kann durch eine bedachte Entscheidung und realistische Einschätzung der eigenen Möglichkeiten vermieden werden.

Dabei bedient die Autorin sich eines sehr interessanten, kurzweiligen, aber auch nachdenklichen Schreibstils, wobei der Leserschaft vor allem eine gute Unterhaltung beschert wird. Im Koblenzer Katzenkrimi ermittelt erneut Kater Elvis, der Hauptprotagonist der Katzen und als "Rockstar der Altstadt" bekannt, gemeinsam mit seiner Freundin Chloe. Beide wohnen beim Rentner Josef, der zum liebenswerten Dosenöffner geworden ist. Elvis wird als wundervoller Zuhörer und Unterstützer beschrieben, der obendrein sehr pfiffig ist und seine Eingebungen hat.

Die beiden haben ein auserwähltes Netzwerk, welches u.a. aus dem orangefarbenen Kater Oskar, der schon etwas älter und auf einem Auge blind ist, besteht. Oskar geht zwar kaum noch vor die Tür, sitzt jedoch viel am Fenster, neuerdings sogar in seinem Kratzbaum und schaut sich an, was in den umliegenden Häusern passiert. Er lebt bei Bruno, ein etwas brummiger, aber herzensguter Mensch.

Gegenüber im Haus lebt die kleine Katze Salome seit ein paar Tagen bei der Schriftstellerin Charlotte, die etwas älter ist und mit zerzausten Haaren in einer gemütlichen, leicht unordentlichen und vollgestopften Wohnung lebt. Charlotte ist schwer krank und schreibt an ihrem letzten Buch.

Auch Kater Jasper ist eine wichtige Schaltzentrale der Koblenzer Katzencommunity. Er selbst ist blind, hat jedoch stets sehr gute und praktische Ideen und Vorschläge und hilft dabei, die Katzendemonstration zu organisieren.

S. Sagenroth hat einen sehr lebendigen Schreibstil und versteht es, Orte und Szenen so in Szene zu setzen, dass ihre Leserschaft sich nicht nur gut in die jeweiligen Szenen hineinversetzen kann, sondern auch über einige sehr witzige Szenen schmunzeln muss. So zum Beispiel als bei der Katzendemo ein lautes vielstimmiges Gefauche, Gemaunze und Gebimmel zu vernehmen ist. Die vierbeinigen Heerscharen mit roten Schleifen, Christbaumkugeln, Lametta und Glöckchen, welche durch die Straßen der Stadt ziehen. Oder auch die Beschreibung der Fahrt in der Rakete auf dem Weihnachtskarussell, welche eine Besonderheit ist, die Elvis erlebt hat und wohl kein Auge trocken lässt.

Die Autorin versteht es ebenso, eine angenehme und passende Atmosphäre zu transportieren. Die Stimmung auf dem Weihnachtsmarkt und in den verschneiten Straßen der Stadt, Menschen in dicken Wintermänteln, mit Mütze und Schal ebenso wie der Blick von der Brücke auf die erleuchtete Festung, die über der Stadt und den beiden Flüssen thront, das schimmernde Wasser und die Lichter in der Ferne der Koblenzer Altstadt. Ebenso wie die Schiffe, die im Winter dort ankern, das glitzernde Wasser und die Schneespuren, welche das i-Tüpfelchen auf die Geschichte setzen.

Witzige Begriffe wie "katzentodmüde", "Raketenkater" und weitere sind ebenso lustig wie auch so einzigartig wie ein Kratzbaum, der mit Nadeln verziert ist, wenn es um die Weihnachtstanne geht.

Auch bei den Dosenöffnern gibt es allerlei Dinge, die sie beschäftigen. So flüchtet Oma Käthchen vor ihren Kindern, die sie zu Weihnachten eingeladen haben. Bayo, der Nigerianer, der in einer Fastfood-Kette mit dem großen M arbeitet und befürchtet, seine Wohnung verlassen zu müssen oder Nora, die erst kürzlich erfahren hat, dass sie einen Bruder hat. Diese Gesamtkombination bietet unterhaltsamen Stoff, wobei ein Mord, Verdacht und Irrtum, die Grenzen der Moral, aber auch Familiengeheimnisse und -enttäuschungen eine Rolle spielen und dadurch den Spannungsbogen aufrechterhalten.

Ein besonderes Schmankerl ist am Ende des Buches die Auswahl an Rezepten, welche in der Geschichte ihre Erwähnung finden.

Fazit: Weihnachten mit der Katzencommunity ist nicht nur für Katzenfans ein Highlight! Wem dieses Buch gefallen hat, der sollte auch den ersten Band „Frühstück mit Elvis – Ein Koblenzer Katzenkrimi“ lesen oder anhören. Ich freue mich schon auf die nächsten Abenteuer von Kater Elvis, seinen Freunden und seinen Menschen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.10.2025

Ein Dorf voller Geister und Geheimnisse

Der Tote im Kamin
0

Mit seinem Kriminalroman "Der Tote im Kamin" hat Denzil Meyrick einen wunderbaren tiefgründigen und vielschichtigen Kriminalroman erschaffen. Der Schauplatz befindet sich in den North York Moors im verschlafenen ...

Mit seinem Kriminalroman "Der Tote im Kamin" hat Denzil Meyrick einen wunderbaren tiefgründigen und vielschichtigen Kriminalroman erschaffen. Der Schauplatz befindet sich in den North York Moors im verschlafenen Ort Elderby, in welchen Frank Grasby strafversetzt wird und eigentlich nur ein paar Diebstähle aufklären soll.

Aber es kommt alles anders, als der 38-jährige jemals erwartet hätte. Er bekommt es mit dem Adel zu tun, muss mehrere Morde aufklären, ist bei einer mysteriösen älteren Frau untergebracht, die stets einen schwarzen Raben auf der Schulter trägt und behauptet, in die Zukunft sehen zu können.

Um die Geschichte, die im Jahr 1952 spielt, besser einordnen zu können, muss man wissen, dass die meisten Männer zu der Zeit im Krieg gekämpft haben. Diejenigen, die überlebt haben, leiden noch an den Folgen, Verletzungen und Traumata des Krieges. Jede Menge geheime Bündnisse, Intrigen und Verschwörungen spielen immer noch eine Rolle. Die internationale Politik ist ein schmutziges Geschäft und auf beiden Seiten des Atlantiks herrscht eine schlechte Stimmung. Daraus resultierende Lebensmittelrationierungen, die auf die Stimmung der Bevölkerung drücken, gehören ebenfalls zum Hintergrund, welcher die Stimmung dieses Romans prägt. Es gibt Generationenkonflikte, der Adel spielt eine große Rolle sowie die religiöse Herkunft des jungen Inspektors. Sein Vater und Großvater, die beide die Religion und Kirche zu ihrem Lebensinhalt gemacht und Frank in dem Sinne erzogen haben. Denzil Meyrick ist es hervorragend gelungen, dies nicht nur in eindrücklicher Weise zu beschreiben, sondern auch das Gefühl der damaligen Zeit in die Geschichte aufzunehmen und sehr gut zu transportieren.

Die Charaktere sind ebenfalls so eindringlich und passend charakterisiert. Wenn es darum geht, nicht nur die intelligente Vorgehensweise von Frank Grasby darzustellen, sondern auch den Konflikt, den er mit seinem Vater austrägt. Er fühlt sich verloren und in seiner Freizeit trinkt er gern ein Glas zu viel, raucht, beteiligt sich an Pferdewetten, ist ein Bonvivant, liebt die Frauen und konnte bisher noch keine halten. Trotzdem ist der Zwiespalt zu spüren, wenn es für ihn darum geht, dass seinem Vater etwas passieren könnte. Er hat eine tiefsitzende, bedrohliche Angst vor Verlust, gemischt mit Trauer und Schuldgefühlen.

Sein Vater ist sehr fromm und hat nie verstanden, dass Frank nicht ebenfalls Pfarrer werden wollte. Er ist dem Trinken ebenso zugeneigt und schafft es nicht, seinem Sohn das Gefühl zu vermitteln, dass er ihn liebt. Dass er ihn liebt, zeigt sich im Laufe der Geschichte. Die Mutter von Frank ist bereits gestorben und so hat er nur noch seinen Vater - und dieser nur noch seinen Sohn.

Die junge Deedee sorgt ebenfalls für Verwirrung. Sie wirkt clever, weiß recht viel, kommt aus Amerika und macht in Elderby ein Praktikum. Die junge Dame ist keinesfalls naiv und für Frank eine große Unterstützung.

Es spielen sehr viele Protagonisten eine Rolle und die Schwierigkeit ist, zu erkennen, wer hier in der Geschichte zu den Gutmenschen gehört und wer nur so tut als ob. Für die Leserschaft gestaltet sich das sehr spannend. Für die aktiven Protagonisten ist es eine Herausforderung, was den Lese Spaß noch mehr erhöht und die Spannung immer wieder auf ein Neues auflodern lässt. Bald stellt dann auch der Leser fest, dass es einen Grund gibt, warum all diese Menschen sterben mussten. Dies hat der Autor so gekonnt eingebaut, dass immer neue Erkenntnisse ans Licht kommen und dabei auch einige katastrophale Wendungen eingebaut.

"Der Tote im Kamin" spielt im Winter und so kommt es oft vor, dass es schneit, die Wege glatt und schneebedeckt sind und mit Schnee gefüllte Wolken über die Ortschaft schweben. Kalte, frostige Tage, an denen alles frisch und wie neu erschaffen wirkt, die kalte Luft, die nach Schnee und hart gefrorener Erde riecht, die Wintersonne, die nicht mehr wärmt und krächzende Raben in den Bäumen sorgen für das passende Stimmungsbild.

Fazit: Dieser Kriminalroman ist sehr intelligent, raffiniert und gehört zu den Highlights in diesem Herbst. Ein Wehmutstropfen dabei ist jedoch, dass der Autor leider am 14. Februar 2025 verstorben ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere