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Veröffentlicht am 15.07.2025

Heimat ist kein Ort, sondern ein Gefühl

Meerträume von Liebe (Gutshof Dünenrose: Ostsee - Roman)
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Die Autorin Hanna Holmgren erzählt ihren neuen Roman "Meerträume von Liebe (Gutshof Dünenrose: Ostsee - Roman 1)" in eindrucksvoller und besonders emotionaler Weise. Bereits das Cover gibt einen Hinweis ...

Die Autorin Hanna Holmgren erzählt ihren neuen Roman "Meerträume von Liebe (Gutshof Dünenrose: Ostsee - Roman 1)" in eindrucksvoller und besonders emotionaler Weise. Bereits das Cover gibt einen Hinweis darauf, worum es in dieser Geschichte geht: Es geht äußerlich um einen alten Gutshof, der für die Familie der Hauptprotagonistin Clara mit zahlreichen Erinnerungen über Generationen hinweg verbunden ist. Der Hof liegt direkt an der Schleswig-Holsteinischen Ostseeküste nahe Lübeck.

In der Geschichte geht es jedoch um so viel mehr. Es wird das Gut und die Immobilie, welche zwar mit historischer und kultureller Bedeutung im Vordergrund stehen, und als lebendiges Erbe, das Generationen geprägt hat, dargestellt. Der Gutshof ist ein Symbol für alles Vergangene, Erinnerungen, welche als lebendiger Teil der Geschichte der Gemeinschaft erhalten bleiben sollen. Das gilt auch für den Rosengarten, der ein wichtiges Element in dieser Geschichte ist. Er steht für die Liebe, Romantik und Schönheit über Jahrhunderte hinweg. Der Gutshof steht insbesondere auch für die Menschen, die er vereinte, er ist ein Stück der Seele der Familie, die dort über Generationen hinweg lebte. Clara verbindet die schönsten Erinnerungen an ihre Kindheit mit dem Gut. Sie hat ein enges Verhältnis zu ihrem Großvater, der ihr früher Geschichten erzählt hat, und sie als Kind immer wieder begeistern konnte. Jetzt lebt er mit seinen 98 Jahren in einem Pflegeheim und Clara kümmert sich bestens um ihn. Ihre Mutter ist früh gestorben und ihr Vater Bernd ist ebenso eine der Hauptprotagonisten der Geschichte. Er lebt seit vielen Jahren allein und Clara wünscht sich für ihn nichts mehr, als dass er die passende Partnerin findet. Geht ihr Wunsch in Erfüllung?

In beeindruckender und lustiger Erzählweise beschreibt die Autorin nicht nur mit vielen Metaphern das Anwesen mit seinem Rosengarten, welcher für Clara ein besonderer Ort mit Symbolcharakter ist. Sie erzählt eben so locker und leicht die Geschichte mit ihren Höhen und Tiefen, in denen die wichtigen Werte des Lebens, wie Freundschaft, Liebe, Gefühle und Verbundenheit sowie Miteinander hervorgehoben sind, als auch die unterschiedlichen Charaktere mit ihren Stärken und Schwächen. Es geht um großes Engagement, Enthusiasmus und Leidenschaft, was Clara und der sympathische Neffe von einem - wie es scheint- kalten und berechnenden Menschen, in dessen Augen nur die Dollarzeichen aufblitzen, aufbringen, um den Gutshof zu retten und daraus ein kleines Küstenhotel, welches seinen ursprünglichen Charme bewahren soll, daraus entstehen zu lassen. Dadurch entsteht eine Verbundenheit zwischen Clara und Malte, die gemeinsam für die Bewahrung der Geschichte kämpfen und gleichzeitig offen für eine Anpassung, an die sich wandelnden Zeiten und Bedürfnisse sind. Doch wie sehr lässt Clara sich von dem jugendlichen Charme und dem unerschütterlichen Optimismus, welcher den Neffen Malte auszeichnen, in den Bann ziehen?
Ebenso spielt das Meer, welches in den schönsten und leuchtenden Farben beschrieben wird und aufgewühlte Emotionen widerspiegelt, sowie die Wellen, welche unermüdlich, beharrlich und hartnäckig die Küste formten, eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, dass Clara mit Entschlossenheit das Erbe von Gut Dünenrose bewahren möchte. Auch der Travemünder Leuchtturm steht sinnbildlich für die Beständigkeit, die Clara und Malte sich für sich selbst und den Gutshof wünschen.

Der Spannungsbogen wird bis zum Schluss hin auf höchstem Niveau gehalten und der ganze Roman ist ein Pageturner.

Fazit: Ich freue mich bereits nach der Lektüre auf die Fortsetzung!

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Veröffentlicht am 15.07.2025

Kanelholmen ist gleich Sommer, Hoffnung und Freundschaft

Sommer auf Kanelholmen
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Auch, wenn es in dem Roman "Sommer auf Kanelholmen" von Yvonne Ehn um die Liebe geht, ist die kurzweilige Geschichte so viel mehr als ein reiner Liebesroman. Die Story um die Enddreißigerin Cornelia beginnt ...

Auch, wenn es in dem Roman "Sommer auf Kanelholmen" von Yvonne Ehn um die Liebe geht, ist die kurzweilige Geschichte so viel mehr als ein reiner Liebesroman. Die Story um die Enddreißigerin Cornelia beginnt in einer schwedischen Großstadt und portraitiert ihr Leben in all seinen zahlreichen Facetten. Als ihr die eigenen Probleme über den Kopf wachsen, kündigt sie ihren Job und ihre Wohnung und lässt sich auf eine Reise ins Unbekannte ein.
Dabei begegnet ihr ein älterer Herr, namens Ture, der sie sogleich unter seine Fittiche nimmt. So lernt Cornelia auf der kleinen fiktiven Schäreninsel Kanelholmen zunächst seine Familie und das Hunde-Tierheim kennen.

Die Charaktere dieser Geschichte sind in beeindruckender Art beschrieben, so dass die Leserschaft das Bedürfnis hat, mit ihnen zu lachen und zu weinen. Die Geschichte, die vor dem Hintergrund des schwedischen Sommers und Mittsommerfestes spielt und einerseits so locker und leicht wirkt, hat für ihre Protagonisten Probleme parat, welche den Zeitgeist treffen. Die unterschiedlichen Charaktere, sowohl Menschen und Hunde haben mit Zwangsstörungen, Depressionen, Wut, Enttäuschung, Einsamkeit, Trauer, Tod und Ausgrenzung Erfahrung gemacht. Dabei geht es um den Verlust von geliebten Menschen, um Kindesvernachlässigung, aber auch um die armen Hunde, die von ihren Menschen ausgesetzt wurden und im Tierheim von Krister, dem Sohn von Ture landen.
Auf der anderen Seite gibt diese Geschichte Hoffnung und zeigt Wege auf, über Freunde, Weggefährten, Akzeptanz der Vergangenheit, Vergebung und manchmal auch Ruhe sowie Freude und erste Glücksgefühle dahin zu gelangen, dass ein neues Lebensgefühl entsteht, welches den Weg frei macht für eine glückliche Zukunft, bedingungslose Liebe, Gemeinsamkeit sowie auch Vielfalt, Integration und Inklusion. Diese breite Gefühlspalette und Beschreibung einer Atmosphäre, die mit Liebe gefüllt ist, wird von der Autorin sehr empathisch und dem Kontext entsprechend sehr gut formuliert dargestellt.
Die Liebe zwischen den Protagonisten untereinander, die Liebe zu den Hunden und zu Cornelias Großvater, der ihr Ein und Alles, ihr Fels in der Brandung war, bevor er einsam starb, wird herzerwärmend geschildert. Genau wie die Atmosphäre, die Landschaft, der Sommer in all seinen Facetten mit Vogelgezwitscher, schönen Farben und glücklichen Menschen die Hoffnung geben und somit die Story abrunden.

Zudem gilt es auch einen spannenden Aspekt, um das Verschwinden eines guten Freundes der Familie aufzuklären, der bis dato allen Bewohnern Rätsel aufgibt. Wird vielleicht am Ende doch noch Licht ins Dunkel gebracht?

Fazit: Trotz all der schweren Themen, der tiefliegenden Problematiken, ist dieses Buch ein Feelgood-Roman, in dem das Erwachen und die Zugehörigkeit sehr elementar sind.
Ein toller Sommerroman, der unbedingt mit in die Reisetasche für den Urlaub gehört!

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Veröffentlicht am 13.07.2025

Herzschmerz mit Tiefgang unter der Sonne Fuerteventuras

Tapas mit Herzflattern
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Mit dem Roman "Tapas mit Herzflattern (GlücksMomenteBrise, Band 1)“ hat Isabelle Maris ein Buch geschaffen, welches so viel mehr ist als eine leichte Sommerlektüre.
Sabrina, eine Endvierzigerin, frisch ...


Mit dem Roman "Tapas mit Herzflattern (GlücksMomenteBrise, Band 1)“ hat Isabelle Maris ein Buch geschaffen, welches so viel mehr ist als eine leichte Sommerlektüre.
Sabrina, eine Endvierzigerin, frisch von ihrem Ehemann verlassen, ohne Job und trotzdem ohne finanzielle Sorgen braucht eine Auszeit und fliegt allein nach Fuerteventura. Auch, wenn es ihr nicht an Verehrern mangelt, übt sie Selbstreflektion, überdenkt ihr Leben, ihre Fehler - frei nach dem Motto "Sabrina first". Es lauern jedoch auch Gefahren, die in Form von Männern, die zunächst sehr charmant scheinen, auftreten. Wird Sabrina in alte Verhaltensmuster zurückfallen?
Sie ist sich ihres Alters sehr wohl bewusst, arbeitet jedoch daran, ihr Selbstbewusstsein, welches so viele Jahre unterentwickelt blieb, erstarken zu lassen. Isabelle Maris hat eine gute Mischung gefunden, die Stimmung und Atmosphäre der Kanaren-Insel mit dem Wohlgefühl von Freiheit, Weite, Wind und Wellen darzustellen und gleichzeitig Sabrina mit ihren Selbstzweifeln, Überlegungen und ihrer ganz persönlichen Entwicklung genügend Raum zu geben, um sich selbst ihrer Wünsche und Ziele bewusst zu werden.
In Form einer romantischen Liebesgeschichte, die zu Beginn des Romans noch nicht zu erwarten ist und sich langsam und in passendem Tempo entwickelt, ist ein schöner Liebesroman mit wunderschöner Kulisse und Tiefgang entstanden.
Meine Empfehlung: Tapas mit Herzflattern (GlücksMomenteBrise, Band 1) gehört mit in den Urlaubskoffer und hat das Potenzial ein Bestseller zu werden!

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Veröffentlicht am 09.07.2025

Leben, lieben, loslassen lernen, um neuen Lebensmut zu erlangen

Was bleibt ist Liebe - Trauerbewältigung um verstorbenen Hund
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Anna Gärtner beschreibt in ihrem Buch "Was bleibt ist Liebe - Trauerbewältigung um verstorbenen Hund" mit Ehrlichkeit und großer Emotionalität, wie sie das Leben mit ihrem Seelenhund Benny genossen hat ...

Anna Gärtner beschreibt in ihrem Buch "Was bleibt ist Liebe - Trauerbewältigung um verstorbenen Hund" mit Ehrlichkeit und großer Emotionalität, wie sie das Leben mit ihrem Seelenhund Benny genossen hat und wie stark ihre Trauer gewesen ist, nachdem Benny über die Regenbogenbrücke ging.

Jeder Mensch, der ein geliebtes Tier gehen lassen muss, wird in diesem Buch angesprochen. Es ist wunderschön, ein Tier an der Seite zu haben, welches wie ihr Hund Benny nicht nur der beste Freund, sondern gleichzeitig Seelentier ist. Gleichzeitig lässt sich jedoch das Gefühl des geliebten Hundes auch auf andere Tiere und den Verlust von Menschen übertragen.

Einen Seelenhund wie Benny zu haben, ein wunderschöner und charaktervoller Rüde, der stets an ihrer Seite ist, sie beschützt und sogar mit im Bett schläft, das Gefühl und die Verbundenheit, versteht nur jemand, der selbst diese Erfahrung gemacht hat. Der Hund ist zu einem Lebenspartner geworden, der treu, ehrlich und stets an der Seite seine geliebten Menschen ist.

Wenn das Schicksal zuschlägt, der Hund krank wird und wir Menschen uns sorgen und hilflos sind, dann ist nicht nur das Tier krank, sondern wir Menschen leiden genauso! So erging es Anna Gärtner, nachdem Benny vergiftet wurde. Beängstigende Stunden voller Hoffen, Bangen und Gebeten, dass der Seelenhund doch bitte wieder gesund wird, sind so ehrlich und intensiv beschrieben, dass man beim Lesen nicht anders kann, als mitzuleiden. Wenn es keine Rettung mehr gibt und unsere kleine glückliche Welt zerbricht, bleibt endlose Trauer zurück, die nicht mehr überwindbar ist. Der Termin im Krematorium, bei dem alles so unwirklich erscheint und die Autorin sich der Realität stellen musste, ist so herzzerreißend geschrieben, dass beim Lesen das Gefühl, welches sie durch ihre Worte vermittelt wird, direkt ins Herz geht.

Das Wissen, dass ihr Hund über die Regenbogenbrücke gegangen ist und die Gedanken und Hoffnungen auf ein Wiedersehen auf der einen Seite, stehen dem Schmerz gegenüber, dass diese große Lücke, die entstanden ist, niemals wieder zu füllen sein wird. Anna Gärtner war bewusst, dass sie lernen muss, loszulassen, um ihren Weg zurück ins Leben zu finden. Diese Herausforderung wirkte unüberwindbar.

Sie beschreibt sehr detailliert, wie die einzelnen Schritte des Loslassens und der Trauer ausgesehen haben und macht anderen Menschen, die in der gleichen Situation sind, Mut und zeigt gleichzeitig auf, dass niemand mit der Trauer allein ist.

Fazit: "Was bleibt ist Liebe - Trauerbewältigung um verstorbenen Hund" lehrt uns nicht nur, wie wir unseren Schmerz besser verstehen und zulassen können, sondern ihr Erleben macht Lesern in einer ähnlichen Situation Mut, Wege zu finden, um mit dem Verlust umgehen zu können, so dass irgendwann auch Hoffnung und Freude zurückkehren können. Ihr Erfahrungsbericht ist sehr empfehlenswert, besonders weil es kein klassischer Ratgeber ist!

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Veröffentlicht am 08.07.2025

Tiefgründiger und einfühlsamer Roman

Pinguine fliegen nur im Wasser
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Mit ihrem einfühlsamen Werk "Pinguine fliegen nur im Wasser" hat Henriette Krohn einen wunderbaren und eindrucksvollen Roman geschaffen, der alles andere als oberflächlich ist.
Sie geht tiefgründig auf ...

Mit ihrem einfühlsamen Werk "Pinguine fliegen nur im Wasser" hat Henriette Krohn einen wunderbaren und eindrucksvollen Roman geschaffen, der alles andere als oberflächlich ist.
Sie geht tiefgründig auf die einzelnen Charaktere ein, welche sie in beeindruckender Weise in ihren individuellen Besonderheiten beschreibt und der Leserschaft emotionale Eindrücke in das Leben und Aufwachsen der beiden Hauptprotagonisten Greta und Vincent verschafft.
Greta als „ein Mädchen“ zu Anfang des Buches zu bezeichnen, vermittelt die ersten Eindrücke in das Seelenleben des Kindes, welches so undefiniert und fremd in der Welt umherwandelt, sich selbst nicht fühlen, nicht wahrnehmen kann und nicht weiß, wer sie ist und wo ihr Platz in der Welt ist, da die Eltern zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind. Im Laufe des Buches wird klar, dass die Eltern im Grunde unfähig waren, ein Kind so anzunehmen, wie Kinder eben sind. Erst als sie älter wird, spürt sie die Erwartungen der Eltern, dass ihr Kind sie durch das eigene Handeln glücklich und stolz machen soll. Greta jedoch hat eigene Wünsche und Ziele im Leben, die sie jedoch zunächst noch nicht verwirklichen kann, denn immer noch möchte sie einfach von den Eltern geliebt werden.
Als erwachsene Frau schafft sie es dann, ihr Leben so zu leben, dass sie anderen das Gefühl vermittelt, sie sei eine starke Frau. Dabei stellen sich der Leserschaft viele Fragen, u.a. begründet darin, dass sie für alle Menschen da sein möchte und ihnen ihre Hilfe anbietet. Wird es ihr gelingen, für ihr eigenes Glück einzustehen?

Dann ist da Vincent, der zwar in einer ähnlich gefühlsarmen Kindheit gefangen war und sich immer noch versucht einzureden, dass er keine Gefühle hat und zu keinen Empfindungen fähig ist. Als er nach einem persönlichen und beruflichen Scheitern auf der Straße steht, nimmt er Gretas Angebot an, mit ihr gemeinsam die Villa zu renovieren, die sie geerbt hat. Er lebte bis dato in einer anderen Welt, er war Unternehmensberater, stets perfekt gekleidet und hat sehr auf seine Gesundheit und sein Äußeres achtgegeben. Als er nun in der Villa ankommt, in welcher offensichtlicher Renovierungsbedarf besteht, lernt er nach und nach Menschen aus Gretas Umfeld kennen, die für ihn auf den ersten Blick einfach nur seltsam sind. Auch Vincent hat seine Aha-Erlebnisse, merkt, dass finanzielle Sicherheit und ein gewisser gesellschaftlicher Status nicht alles ist, wenn doch eine große Angst und Traurigkeit ihn in seinem Leben einschränkt. Auch merkt er bald, dass Menschen, die auf den ersten Blick zuvor von ihm verachtet worden wären, doch auch ihre liebenswürdigen und wertzuschätzenden Seiten haben.
Am Ende lehrt uns diese Geschichte so vieles und zeigt in vielerlei Symbolik, was im Leben wichtig ist und wie wir immer wieder die Chance haben, uns selbst kennen- und lieben zu lernen.

Der Titel "Pinguine fliegen nur im Wasser" sagt bei genauer Betrachtungsweise aus, dass Pinguine zwar unter die Gattung der Vögel fallen, aber eigentlich gar nicht fliegen können. Sie schwimmen sehr schnell und da es so elegant anzusehen ist, kann man manchmal meinen, sie würden durch das Wasser gleiten, als würden sie fliegen. Sinnbildlich steht der Titel dafür, dass wir Dinge, die uns aus welchen Gründen auch immer nicht liegen, durch andere gute und positive Eigenschaften ausgleichen können und wir nicht in dem Irrglauben lesen sollten, anderen alles recht zu machen, um von ihnen geliebt zu werden. Es geht um die Liebe und Wertschätzung zu uns selbst. Niemand kann alles haben und alles Positive in sich vereinen, eine Perfektion zu erlangen und allen zu gefallen, ist eine Illusion. Aber wir alle können trotzdem mit uns selbst ins Reine geraten, uns so akzeptieren, wie wir sind und wie unser Leben bisher gelaufen ist. Daraus schöpft sich die Kraft, dass wir das, was uns wichtig ist, auch für uns erreichen können, egal in welcher Form. Wir sollten niemals Menschen verurteilen, die anders aussehen, sich in einer Art und Weise benehmen, die uns fremd ist, nur weil wir selbst Ängste und Erwartungen haben oder uns vielleicht sogar durch einen Makel anderer aufwerten wollen. Jeder Mensch ist einzigartig, ist individuell und ist gut so, wie er ist. Dazu passt auch perfekt das Cover, welches einen Jungen und ein Mädchen zeigt, welche sich unter Wasser die Hand reichen. Ob beide es schaffen, an die Oberfläche zu gelangen, sich gegenseitig ihre Ängste und Sorgen zu nehmen und in der Lage sind, ihre Gefühle auszuleben und Spaß miteinander und im Leben zu haben? Diese Frage wird in diesem Buch auf bezaubernde Art und Weise beantwortet. Deshalb ist mein Fazit, dass dieser ausgesprochen feinfühlig verfasste Roman eine absolute Leseempfehlung für Menschen ist, die intelligente Literatur mit Bestsellerpotenzial zu schätzen wissen.

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