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Veröffentlicht am 28.04.2026

toll geschrieben

John of John
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Nachdem Douglas Stuart mit „Shuggie Bain“ so gefeiert wurde (auch wenn ich es selbst noch nicht gelesen habe), war meine Erwartung an „John of John“ entsprechend hoch – und gleichzeitig war ich neugierig, ...

Nachdem Douglas Stuart mit „Shuggie Bain“ so gefeiert wurde (auch wenn ich es selbst noch nicht gelesen habe), war meine Erwartung an „John of John“ entsprechend hoch – und gleichzeitig war ich neugierig, ob mich sein Stil genauso packen würde.

Der Einstieg hat es mir ehrlich gesagt nicht leicht gemacht. Ich fand die ersten Seiten ziemlich sperrig, fast ein wenig unzugänglich, und brauchte eine Weile, um wirklich in die Geschichte hineinzufinden. Doch sobald ich angekommen war, hat mich der Roman komplett abgeholt.

Stuart schreibt einfach unglaublich eindringlich. Sein Stil ist dicht, atmosphärisch und voller Zwischentöne – jede Szene wirkt durchdrungen von Emotion, ohne dass sie sich aufdrängt. Besonders beeindruckt hat mich, wie er diese raue, karge Welt der schottischen Insel einfängt: das harte Leben, geprägt von Arbeit, Tradition und einer gewissen Enge, und gleichzeitig diese seltsam schöne, fast fragile Menschlichkeit, die darin aufblitzt.

Im Mittelpunkt steht Cal, der nach seiner Zeit in Edinburgh zurück auf die Insel muss – zurück zu seinem Vater John, zu einem Leben, dem er eigentlich entkommen wollte. Zwischen den beiden liegt so viel Ungesagtes: eine tiefe Verbundenheit, aber auch Distanz, geprägt von Erwartungen, Strenge und Geheimnissen. Cal ringt mit sich selbst, mit seiner Identität und dem Wunsch nach Nähe, die er in dieser Umgebung kaum offen leben kann. Gerade diese inneren Konflikte und die leise Spannung zwischen den Figuren haben mich sehr berührt.

Was mich besonders fasziniert hat, ist, wie Stuart Themen wie Pflicht, Scham, Liebe und Selbstfindung miteinander verwebt, ohne sie jemals plakativ werden zu lassen. Alles bleibt fein austariert und wirkt dadurch umso intensiver.

Und ganz ehrlich: Ich habe mich beim Lesen auch gefragt, wie es eigentlich sein kann, dass dieses Buch in Deutschland fast einen Monat früher erscheint als im englischsprachigen Raum – da haben wir es wirklich gut erwischt.

Für mich ein beeindruckender Roman, der vielleicht etwas Anlauf braucht, dann aber mit einer unglaublichen sprachlichen Kraft und emotionalen Tiefe belohnt. Ganz klar 5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 28.04.2026

traurig zu lesen

Schlaf
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„Schlaf“ von Honor Jones ist ein ruhiger, nachdenklicher Roman, der mich vor allem emotional sehr berührt hat. Die Geschichte ist stellenweise wirklich traurig, weil sie schonungslos zeigt, wie prägend ...

„Schlaf“ von Honor Jones ist ein ruhiger, nachdenklicher Roman, der mich vor allem emotional sehr berührt hat. Die Geschichte ist stellenweise wirklich traurig, weil sie schonungslos zeigt, wie prägend – und verletzend – das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter sein kann.

Im Zentrum steht Margaret, die mit ihren eigenen Töchtern in ihr Elternhaus zurückkehrt, während ihre Mutter im Sterben liegt. Dieses Haus ist kein Ort der Geborgenheit, sondern voller schwieriger Erinnerungen. Ihre Mutter Elizabeth erscheint dabei als kontrollierend und kühl – eine Frau, die mehr Wert auf Haltung und äußere Ordnung legte als auf echte Empathie. Gerade diese Distanz hat mich beim Lesen oft betroffen gemacht.

Nach und nach setzt sich Margarets Vergangenheit zusammen: Erfahrungen aus ihrer Kindheit, unangenehme Situationen mit Jungen, familiäre Dynamiken und ein einschneidendes Erlebnis am Pool, das ihr Verhältnis zur Mutter nachhaltig geprägt hat. Dabei wird deutlich, wie sehr Margaret darum kämpft, sich von den Erwartungen ihrer Mutter zu lösen und ihren eigenen Weg zu finden.

Was das Buch besonders macht, ist seine dichte, fast schon schwebende Atmosphäre. Es passiert gar nicht so viel im klassischen Sinne – stattdessen lebt der Roman von Erinnerungen, Stimmungen und inneren Prozessen. Genau das hat mir einerseits gut gefallen, weil es sehr intensiv und literarisch wirkt. Andererseits hat mir an manchen Stellen etwas mehr Handlung gefehlt, um die Geschichte noch greifbarer zu machen.

Insgesamt ist „Schlaf“ ein stilles, melancholisches Buch über Familie, Identität und das Ringen um die eigene Stimme. Kein leichtes Lesen, aber ein eindrucksvolles – auch wenn ich mir hier und da etwas mehr Dynamik gewünscht hätte.

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Veröffentlicht am 28.04.2026

unsichtbar werden

Mit anderen Augen
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„Mit anderen Augen“ von Jane Tara hat mich wirklich begeistert. Die Grundidee, Tilda nach und nach „verschwinden“ zu lassen, ist nicht nur originell, sondern auch unglaublich treffend umgesetzt. Dieses ...

„Mit anderen Augen“ von Jane Tara hat mich wirklich begeistert. Die Grundidee, Tilda nach und nach „verschwinden“ zu lassen, ist nicht nur originell, sondern auch unglaublich treffend umgesetzt. Dieses langsame Unsichtbarwerden wirkt zuerst fast skurril, entwickelt aber schnell eine tiefere, berührende Bedeutung.

Im Mittelpunkt steht Tilda Finch, eine 52-jährige, erfolgreiche Geschäftsfrau und Mutter von erwachsenen Zwillingen. Als sie eines Tages feststellt, dass ihr kleiner Finger einfach verschwunden ist – ohne Schmerzen oder sichtbare Spuren –, beginnt für sie eine außergewöhnliche Reise. Die Diagnose „Unsichtbarkeit“ klingt zunächst absurd, wird aber im Verlauf der Geschichte zu einer starken Metapher: für das Gefühl, im Laufe des Lebens übersehen zu werden, sich selbst zu verlieren und nicht mehr wirklich wahrgenommen zu werden.

Besonders gut gefallen hat mir, wie Tilda mit dieser Situation umgeht. Statt zu verzweifeln, begegnet sie ihrem Schicksal mit Humor, Mut und einer gewissen Selbstironie. Ihr innerer Wandel ist authentisch und inspirierend – sie beginnt, sich selbst wieder wahrzunehmen und neu zu entdecken, während sie äußerlich immer mehr verschwindet.

Der Schreibstil von Jane Tara ist dabei ein echtes Highlight. Leicht, flüssig und gleichzeitig einfühlsam erzählt, schafft sie es, ernste Themen mit einer angenehmen Leichtigkeit zu verbinden. Man liest das Buch schnell weg, bleibt aber gedanklich noch lange daran hängen.

Für mich ein rundum gelungenes Buch mit einer ungewöhnlichen Idee, viel Herz und einer starken Botschaft. Absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 28.04.2026

Frauenpower

Chasing Hearts
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Nachdem ich die Formel-1-Reihe von Carolin Wahl wirklich geliebt habe – und das, obwohl ich eigentlich gar nichts für Formel 1 übrig habe – war ich super gespannt auf Chasing Hearts. Love at Full Speed ...

Nachdem ich die Formel-1-Reihe von Carolin Wahl wirklich geliebt habe – und das, obwohl ich eigentlich gar nichts für Formel 1 übrig habe – war ich super gespannt auf Chasing Hearts. Love at Full Speed 1. Die Erwartungen waren also ziemlich hoch… und ganz erreicht wurden sie leider nicht.

Die Geschichte dreht sich um Georgia Dubois, die als ehrgeizige Rennfahrerin alles daransetzt, die erste weibliche Formel-1-Weltmeisterin zu werden. Dabei hat sie nicht nur mit den Herausforderungen des Sports zu kämpfen, sondern auch mit Vorurteilen, Medienrummel und Sponsoren – besonders, weil sie Teil eines reinen Frauenteams ist. Parallel dazu steht ihr Rivale Luca Rossi unter Druck, nachdem sein Image durch einen Skandal ziemlich gelitten hat. Die Lösung? Eine inszenierte Beziehung, die beiden helfen soll, ihre Karrieren zu retten. Was als PR-Strategie beginnt, entwickelt sich natürlich langsam in eine echte emotionale Richtung.

Ich mochte das Buch insgesamt wirklich gern – der Schreibstil ist angenehm und die Atmosphäre rund um die Rennwelt wurde spannend eingefangen. Besonders hervorheben möchte ich Georgia: Eine weibliche Formel-1-Fahrerin ist einfach erfrischend und längst überfällig. Auch das reine Frauenteam fand ich richtig cool und einen der stärksten Aspekte der Geschichte.

Allerdings hat mich die Lovestory nicht komplett überzeugt. Gerade im Mittelteil wirkte die Entwicklung zwischen Georgia und Luca stellenweise etwas konstruiert oder nicht ganz greifbar. Da fehlte mir manchmal die Tiefe oder das gewisse Knistern, das mich emotional richtig abholt.

Im Vergleich zur Reihe von Carolin Wahl hat mir hier einfach ein bisschen das gewisse Etwas gefehlt – dieses Gefühl, komplett in die Geschichte hineingezogen zu werden.

Fazit: Ein gutes Buch mit starken Ansätzen, einer tollen Protagonistin und einem spannenden Setting, aber kleinen Schwächen in der romantischen Entwicklung.

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Veröffentlicht am 14.04.2026

spannend

Ein guter Blick fürs Böse
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„Ein guter Blick fürs Böse“ von Elizabeth Arnott ist ein spannender Krimi mit einer wirklich außergewöhnlichen Ausgangsidee – auch wenn er mich nicht sofort komplett gepackt hat.

Die Geschichte spielt ...

„Ein guter Blick fürs Böse“ von Elizabeth Arnott ist ein spannender Krimi mit einer wirklich außergewöhnlichen Ausgangsidee – auch wenn er mich nicht sofort komplett gepackt hat.

Die Geschichte spielt im Kalifornien der 60er-Jahre und dreht sich um drei Frauen, die auf den ersten Blick ein ganz normales Leben geführt haben. Doch ihre Vergangenheit verbindet sie auf düstere Weise: Ihre Ehemänner wurden als Serienmörder entlarvt. Seitdem stehen sie selbst im Fokus der Öffentlichkeit und müssen mit der Frage leben, wie nah sie dem Bösen eigentlich waren, ohne es zu erkennen. Als Jahre später erneut grausame Morde geschehen, beschließen sie, selbst aktiv zu werden – und nutzen ihre Erfahrungen, um dem Täter auf die Spur zu kommen.

Was ich besonders interessant fand, war genau dieser Ansatz: Frauen, die durch ihre Vergangenheit einen ganz eigenen Blick auf Täter und Abgründe entwickelt haben. Das verleiht der Geschichte eine spannende psychologische Tiefe.

Allerdings muss ich sagen, dass die Handlung recht langsam startet. Es dauert ein wenig, bis die Geschichte richtig Fahrt aufnimmt und mich emotional abholen konnte. Wer eher actionreiche Krimis sucht, braucht hier etwas Geduld.

Dranbleiben lohnt sich aber definitiv: Im Verlauf der Geschichte gab es einige überraschende Wendungen, mit denen ich so nicht gerechnet hätte. Diese Momente haben das Buch für mich deutlich aufgewertet und für echte Spannung gesorgt.

Insgesamt ein atmosphärischer, eher ruhig erzählter Krimi mit einer originellen Idee und starken Figuren – nicht durchgehend fesselnd, aber mit einigen wirklich gelungenen Twists.

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