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Veröffentlicht am 20.05.2021

Unsagbar gute Romanbiografie, mit starken Charakteren und geschickten Erzählungen der französischen Geschichte - ein Muss für Historik-Fans!

Celeste - Gott und der König
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Das Buch beginnt mit der Ankunft von der Journalistin Aurore, die Celeste gerne für die Zeitung interviewen möchte. Zu dieser Zeit ist der Krieg schon vergangen und die beiden Frauen beginnen das Interview ...

Das Buch beginnt mit der Ankunft von der Journalistin Aurore, die Celeste gerne für die Zeitung interviewen möchte. Zu dieser Zeit ist der Krieg schon vergangen und die beiden Frauen beginnen das Interview in einer entspannten Atmosphäre. Wie bei einer Biografie üblich, beginnt Celeste in ihrer frühen Kindheit - jedoch sind die Erzählungen nicht steif oder werden runtergerattert.

Sabrina Kiefner schafft es, dass man sich Live bei Celeste fühlt und mit ihr zusammen wächst. Man fliegt förmlich über die Seiten und die Spannung ist definitiv auf den ersten Seiten so greifbar, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann.

Zunächst gibt es immer wieder Interaktionen mit Aurore, die zwischen den Erzählungen von Celeste auch ihre eigene Hintergrundgeschichte zu haben scheint. Dieses "Hin und Her" zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit zu Beginn des Buchs sorgt für Abwechslung, um gut in die Romanbiografie einzufinden. Ich empfand es als sehr angenehm, neben Celeste auch einen weiteren Strang in der Geschichte zu haben. Ab einem gewissen Punkt jedoch fehlt die Interaktion mit Aurore und der Leser kann sich so komplett auf Celeste einlassen. Erst vermisst man Aurore ein wenig, weil sie ja auch ein fester Bestandteil dieser Geschichte ist - immerhin kannte Celeste ihre Großmutter - jedoch verliert man sich schnell in Celeste Erzählungen, sodass Aurore etwas in den Hintergrund rückt.

Danach beginnt sich auch die Revolution zu steigern. Es werden viele Namen genannt - darunter auch einige, wohl bekannte Persönlichkeiten -, dass es manchmal schwierig ist, sich zurecht zu finden. Celeste in nun mal vielen Personen begegnet, darunter welche die ihr gut oder auch feindlich gesinnt waren, daher würde ich es nicht als Kritikpunkt erachten.

Was für mich persönlich ein Pluspunkt gewesen wäre, wäre eine grobe Karte von den wichtigen Handlungsorten. Leider kenne ich mich nicht so gut in Frankreich aus, daher wäre das noch die Kirsche auf dem Sahnehäubchen. Denn auch ohne konnte ich mir die Reisen und Geschehnisse sehr gut bildlich vorstellen.

Inhaltlich fand ich es sehr mitreißend. Man kann sich gut in Celeste hineinversetzen. Sie ist einfach eine starke, liebevolle und und mutige Frau, die stets von ihrem treuen Pferd Achilles in den Bürgerkrieg begleitet wird.

Gegen Ende spitzt sich die Lage immer weiter zu, doch Celeste verliert nie die Hoffnung. Dennoch endet der erste Band mit einem fiesen Cliffhanger, dass ich froh bin, den zweiten Band auch bei mir zu wissen.

Man erfährt viel über die damalige Zeit und einen Krieg, dem meiner Meinung nach zu wenig Beachtung entgegen gebracht wurde. Freunden der Geschichte und einem Interesse für Frankreich würde ich diese Diologie auf jeden Fall ans Herz legen! Aber auch für Leser, die sich einfach in eine frühere Zeit entführen lassen möchten und nicht vor einer starken Frau im Krieg zurückschrecken, kann ich dieses Buch empfehlen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.04.2021

Starke Gefühle, sexy und unfassbar fesselnd!

Valla - Zwischen Hölle und Fegefeuer
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Die Dämonin Valla und der Teufelsanwärter Elijah hassen sich bis aufs Blut. Doch durch einen mysteriösen Zwischenfall sind sie gezwungen auf eine gefährliche Reise ins Fegefeuer zu gehen. Das schreit doch ...

Die Dämonin Valla und der Teufelsanwärter Elijah hassen sich bis aufs Blut. Doch durch einen mysteriösen Zwischenfall sind sie gezwungen auf eine gefährliche Reise ins Fegefeuer zu gehen. Das schreit doch nahezu nach einem Kleinkrieg zwischen den beiden, oder?
Sie selbst sind jedoch nicht allein die größten Gefahren, denen sie begegnen werden. Die Lage spitzt sich gegen Ende immer weiter zu, bis man alle Hoffnung für ein gutes Ende verlieren könnte. Es werden Geheimnisse enthüllt, die so überraschend sind, dass ich sie noch ein zweites Mal lesen musste!

Die Vorgeschichte von den Protagonisten Valla und Elijah gehen einem Nahe und man kann ihre Handlungen verstehen - sie werden dadurch persönlicher. Es gibt einige Missverständnisse und der Hass baut sich immer weiter auf, bis er einen Punkt erreicht, an dem der Leser endlich erlöst wird.

Eine unfassbar gut umgesetzte Romantasy, mit spannenden Wendungen und starker Charakterentwicklung. Romance kommt hier ebenfalls nicht zu kurz und jede Szene zwischen den Protagonisten ist heiß und man spürt beinahe die Funken, die sie versprühen. Ob nun von Hass oder Lust, bleibt der Situation überlassen.
Auch der Herrscher der Hölle kommt nicht zu kurz - seine Parts sind entscheidend und geben dem Leser Hinweise, dass nicht alles scheint, wie es ist. Das führt nur dazu, dass der Spannungsbogen immer weiter aufgebaut wird - ein klarer Pluspunkt!
Valla und Elijah trotzen gemeinsam so vielen Gefahren, dass ihre Rolle und Wichtigkeit in der Hölle wächst. Es werden wichtige Themen in diesem Buch behandelt, die dem Leser eine einzigartige Erfahrung erleben lassen, die durch die Höllenbewohner so phantastisch, aber doch so menschlich sind.

Es wird unter Anderem die Unterdrückung der eigenen Gefühle behandelt und, wie wichtig es ist, sich untereinander auszusprechen. Auch Rassismus findet seinen Platz, da Dämonen und Teufelsanwärter sich nicht gut verstehen - ganz milde ausgedrückt.
Für mich persönlich sehr wichtige Themen, die unbedingt mehr Beachtung bedürfen und durch dieses Buch Aufmerksamkeit bekommen.

Der Schreibstil ist wundervoll - sehr detailliert und bildhaft. Man kann die Intentionen der Charaktere verstehen und man sympathisiert schnell mit jedem von ihnen. Auch die Kapitel sind gut aufgebaut und nicht verwirrend. Sie haben eine angenehme Länge und die Rückblicke werden gut getrennt, was für das Verständnis besser ist.

Dieses Buch kann ich definitiv jedem empfehlen, der keine Probleme mit Gewalt in Büchern hat und auf heiße Szenen, sowie eine spannende Storyline steht! Für mich klare fünf Sterne!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.03.2021

Nette Novelle, die schnell zu lesen ist und einem die Auswirkungen von Macht zeigt

Gwendys Wunschkasten
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Gwendy begegnet im Alter von 12 Jahren ein mysteriöser Mann, der ihr eine hölzerne Box mit Hebeln und Knöpfen schenkt. Von da an verläuft ihr Leben um ein vielfaches besser und irgendwann merkt sie, was ...

Gwendy begegnet im Alter von 12 Jahren ein mysteriöser Mann, der ihr eine hölzerne Box mit Hebeln und Knöpfen schenkt. Von da an verläuft ihr Leben um ein vielfaches besser und irgendwann merkt sie, was für eine Auswirkung diese Box haben könnte. Denn dahinter verbirgt sich eine Macht, die so unglaublich scheint, dass Gwendy sie testen muss. Gegen Ende hin spitzt sich die Lage zu, bis sie beschließt, dass sie die Box nicht mehr braucht.

Zunächst möchte ich anmerken, dass ich es beeindruckend finde, Gwendys Leben innerhalb von nicht einmal 150 Seiten zusammengefasst wurde. Alles scheinbar wichtige wurde erwähnt und man konnte sich ein gutes Bild davon machen. Ihre Handlungen waren nachvollziehbar und ich war letzten Endes froh, dass sie nicht jeden Knopf und jeden Hebel ausprobiert hat. (Ich, bei meiner Neugierde, hätte es wahrscheinlich getan)

Die Geschichte an sich fand ich ziemlich gut. Wer wünscht sich schließlich nicht so eine besondere Wunschbox?
Ich finde es gut, dass Gwendy nicht mit ihrem Geheimnis prahlt und ein bodenständiger, wenn auch ein wenig extravaganter Charakter zu sein scheint. Den mysteriösen Mann finde ich jedoch ganz sympathisch, nur leider wurde hier versucht, aus ihm ein Sinnbild zu machen, welches der Protagonistin Angst machen soll. Leider hat das absolut nicht auf mich gewirkt und ich konnte ihre Angst nicht nachvollziehen, da der Mann keinen besonders großen Druck auf sie ausübte.

Im letzten Drittel gab es eine Szene, die jedoch wirklich etwas mit Horror zu tun hatte. Sie wurde gut beschrieben und war auch nachvollziehbar - also nichts, was den Logikfluss stört.
Was mich jedoch ein wenig gestört hat - was aber auf Grund der Kürze des Buchs nicht wirklich umzusetzen war - ist, dass mir die Bindung zu anderen Charakteren gefehlt hat. Hier und da wusste man nur über böse Typen bescheid, aber nie wurde deutlich, wie ihre Eltern als Charakter sind. Sie waren für mich nur schmückendes Beiwerk der Geschichte und wer weiß, vielleicht war das auch so gewollt. Aber manche Charaktere wirkten wirklich fade und beinahe so, als könne man sie genauso gut nie erwähnt haben.



Da dies mein erstes Buch von King war (Schande über mein Haupt), kann ich den Schreibstil leider nicht mit anderen Werken vergleichen. Bisher habe ich nur alle Filme zu "ES" gesehen - das Buch wird auch noch folgen. Daher möchte ich keine Empfehlung an ambitionierte King-Fans aussprechen, da ich nicht weiß, wie es sich zu den anderen Werken verhält.
An sich kann ich sagen, dass dieses Buch dennoch eine Empfehlung wert ist, allein schon dadurch, dass es schnell zu lesen und eine gute Geschichte ist, um vom Alltag mal weg zu kommen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.03.2021

Großartig geschrieben - lässt einem auch nach dem Lesen nicht mehr los!

Verity
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Lowen Ashleigh bekommt ein Angebot, was sie als junge Autorin unmöglich ausschlagen kann. Sie darf drei weitere Psychothriller der bekannten Autorin Verity Crawford schreiben, da diese seit einem Unfall ...

Lowen Ashleigh bekommt ein Angebot, was sie als junge Autorin unmöglich ausschlagen kann. Sie darf drei weitere Psychothriller der bekannten Autorin Verity Crawford schreiben, da diese seit einem Unfall nicht mehr ansprechbar ist.
Für ihre Arbeiten verbringt Lowen einige Zeit in dem Anwesen der Crawfords und entdeckt bei ihren Nachforschungen für die Arbeit an den Büchern ein unveröffentlichtes Manuskript von Verity. Als Lowen dieses liest, erfährt sie so Erschreckendes, dass sie eigentlich sofort das Haus verlassen möchte. Doch ihre Arbeit ist zu wichtig, als dass sie es einfach aufgeben könnte. Und so spitzt sich die Lage weiter zu, bis selbst das Ende des Buchs nur mehr Fragen aufwirft, als sie zu beantworten.

Ein durch und durch gelungenes Buch! Allein schon die erste Seite hat mich so überrascht, dass ich mir zunächst nicht sicher war, auf was ich mich einlasse. Aber das, was in den nächsten Kapiteln folgte, machte mich sprachlos.
Zwar ist es schwierig das Geschehen zu bewerten, ohne zu spoilern, aber hin und wieder musste ich eine kurze Pause vom Lesen machen. Einfach, um das Gelesene zu verdauen, damit ich mir sicher war, dass ich das gerade wirklich gelesen hatte.

Etwa in dem ersten Drittel des Buches hat es sich jedoch ein wenig gezogen. Der Spannungsbogen war noch nicht allzu hoch, da die Klimax erst erreicht werden konnte, als Lowen im Haus der Crawfords war. Allerdings konnte man den Teil sehr gut lesen und man verstand Lowen etwas besser.

Die Bindung zu Jeremy gefiel mir unfassbar gut. Der Konflikt, dass er immer noch ein liebender Ehemann und Vater war, machte es für Lowen schwierig, Gefühle zuzulassen. Doch eine Anziehung war auf jeden Fall spürbar und ich persönlich habe auf jeden Moment mit ihm hin gefiebert. Sein Charakter ist wirklich faszinierend, mysteriös und fürsorglich zugleich. Gute Umsetzung!

Der Plot an sich war wirklich gut durchdacht. Klar gibt es hier und da ein paar (wichtige) Fragen, die offen bleiben, aber das macht dieses Buch so genial. Besonders das Ende hat mich sprachlos gemacht und ich wollte nicht, dass dieses Buch aufhört. Am liebsten würde ich mit der Autorin persönlich eine Diskussion darüber führen, um ihr vielleicht sogar zu entlocken können, was letzten Endes nun wirklich passiert ist.
Es lässt wirklich viel Raum für Diskussionen und ich weiß selbst heute nicht, was ich glauben soll.

Also eine absolute Empfehlung für jemanden, der sich mal wieder über ein Buch den Kopf zerbrechen und eine Lovestory gepaart mit gutem Thriller lesen möchte.

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