Profilbild von Kristina_AL

Kristina_AL

Lesejury Star
offline

Kristina_AL ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Kristina_AL über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.01.2023

Gelungenes Debüt

Ohne mich
0

Der Debütroman von Esther Schüttelpelz beschreibt die Lebenssituation einer jungen Frau Mitte zwanzig , die nach Beendigung ihres Studiums und der Trennung von ihrem Ehemann etwas orientierungslos durch ...

Der Debütroman von Esther Schüttelpelz beschreibt die Lebenssituation einer jungen Frau Mitte zwanzig , die nach Beendigung ihres Studiums und der Trennung von ihrem Ehemann etwas orientierungslos durch den Alltag schwebt.
So rasant wie die Gedanken und das Handeln der Erzählerin, wirkt anfangs auch die Erzählweise.
Zuerst war ich mir nicht sicher, ob dieser Schreibstil ganz ohne wörtliche Rede mit kurzen Sätzen auf Dauer nicht zu anstrengend sein würde. Doch dann war es wie eine Welle, die einen mitreißt. Von Seite zu Seite getragen, habe ich das Leben der Erzählerin in dieser Zeit nach der Trennung gebannt begleitet.
Die Zweifel am Studium und die Suche nach dem richtigen Weg habe ich sehr gut nachvollziehen können.
Mit viel Witz und einem Hauch Poesie an einigen Stellen, gelingt es Esther Schüttelpelz, die Gedanken und Gefühle der Protagonistin zu transportieren und den Leser mitzunehmen durch das Auf und Ab eben dieser.

Fazit:
Ein lesenswerter Roman über eine Frau, die ihren Weg und ein bisschen auch sich selbst sucht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.01.2023

Große Erzählkunst trifft Liebesgeschichte

Die Liebe an miesen Tagen
0

Clara, eine Fotografin in den Vierzigern lernt in diesem wunderbaren Roman von Ewald Arenz den etwas jüngeren Schauspieler Elias kennen und beide spüren sofort eine ganz besondere Verbindung zueinander. ...

Clara, eine Fotografin in den Vierzigern lernt in diesem wunderbaren Roman von Ewald Arenz den etwas jüngeren Schauspieler Elias kennen und beide spüren sofort eine ganz besondere Verbindung zueinander. Doch der große Packen Vergangenheit, den jeder mit sich trägt und unerwartete Ereignisse in der Gegenwart, sorgen für ein ständiges Auf und Ab sowohl in ihrer noch jungen Beziehung, als auch beim Leser.

Schon nach den ersten Seiten ahnte ich, dass dieses Buch mein erstes Highlight des Jahres werden könnte und es hat sich im Laufe der Lektüre bestätigt, auch wenn das letzte Drittel für meinen Geschmack auch mit etwas weniger Drama ausgekommen wäre.
Im Grunde genommen geht es um die Frage, ob es möglich ist, auch zu einem späteren Zeitpunkt in seinem Leben noch einmal die Liebe oder sogar die große Liebe zu finden.
Das zu beantworten schafft Ewald Arenz in einer ebenso gefühlvollen wie humorvollen Weise. Die spritzigen Dialoge zwischen Clara und Elias, aber auch zwischen ihr und ihrem Bruder Jan habe ich geliebt. Niemals gleitet die Sprache ab ins Kitschige, im Gegenteil. So wunderschön und fast poetisch sind viele Sätze, dass ich mir Einiges aufgeschrieben habe, um es immer wieder einmal zu lesen.
Auch die behutsame und gleichzeitig so realistische Herangehensweise an das Thema Demenz fand ich sehr gelungen.

Fazit:
Ein Roman voller emotionaler Höhen und Tiefen in wunderschönen Worten erzählt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.01.2023

Facettenreiche Familiengeschichte

Rote Sirenen
0

In ihrem Romandebüt begibt sich die mittlerweile im Ausland lebende Autorin Victoria Belim auf die Suche nach Gründen für das Verschwinden ihres Urgroßonkels Nikodim, in den 30 er Jahren. Dazu reist sie ...

In ihrem Romandebüt begibt sich die mittlerweile im Ausland lebende Autorin Victoria Belim auf die Suche nach Gründen für das Verschwinden ihres Urgroßonkels Nikodim, in den 30 er Jahren. Dazu reist sie zurück in ihr Heimatland, in ein kleines Dorf in der Ukraine, wo ihre Großmutter lebt. Diese scheint allerdings mit der Vergangenheit abgeschlossen zu haben und widmet sich ausschließlich ihrem Obst und Gemüsegarten. Auf ihrer Suche nach Antworten trifft Victoria wiederholt auf Widerstände und lernt gleichzeitig ihre Heimat immer besser kennen.
Fühlt sie sich anfangs noch manchmal wie eine Fremde, sieht sie im Verlauf die Ukraine immer wieder mit neuen Augen und erkennt schließlich ihre starke Verbundenheit zu dem Land, in dem sie die ersten 15 Jahre ihres Lebens verbrachte.

Mir hat diese Familiengeschichte sehr gut gefallen. In klarer, schnörkelloser Sprache beschreibt Victoria Belim das einfache Leben ihrer Angehörigen in der Ukraine damals und heute. So bildhaft sind ihre Schilderungen, dass ich mich selbst als Beobachter unter einem blühenden Kirschbaum in Valentinas Garten sitzen sah.

Am interessantesten waren für mich die Einblicke in die ukrainische Geschichte und vor allem in den Umgang der Menschen mit den oft zermürbenden Geschehnissen.
Das Buch wurde vor dem Einmarsch der Russen in die Ukraine geschrieben und wirkt wie ein unheimlicher Prolog zu dem aktuellen Kriegsgeschehen.
Als Victoria Belim 2014 in ihre Heimat reiste, war schon die Annexion der Krim durch Russland ein beängstigendes Ereignis, niemand hätte mit einem kompletten Einmarsch ein paar Jahre später gerechnet.
So bedrückend es ist von Korruption, Ausbeutung und alltäglichen Ungerechtigkeiten die dieses Land lange Zeit kennzeichnete, zu lesen, ziehe ich gleichzeitig viel Positives aus diesem Roman. Vor allem die starken Persönlichkeiten wie die Großmutter Valentina und die Urgroßmutter Asja zeigen einen Weg wie es gelingen kann, mit großen Widrigkeiten umzugehen.


Fazit:
Ein beeindruckender Debütroman, den ich jedem nur empfehlen kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.01.2023

Anders als erwartet

Das Geheimnis der klingenden Messer
0

Im Roman von Regine Brühl wird die Buchhändlerin Inga gleich zu Beginn Zeugin eines Mordes, dessen Hintergründen sie mithilfe des Polizisten Christopher, der auch gleichzeitig ihr Ex Freund ist, auf den ...

Im Roman von Regine Brühl wird die Buchhändlerin Inga gleich zu Beginn Zeugin eines Mordes, dessen Hintergründen sie mithilfe des Polizisten Christopher, der auch gleichzeitig ihr Ex Freund ist, auf den Grund gehen möchte.
Doch bei einem Ausflug der beiden, findet sich Inga plötzlich in einer Szene im 17. Jahrhundert wieder und erlebt daraufhin immer wieder einige Episoden in der Rolle einer Hebamme.

Ich hatte mich sehr auf die Lektüre gefreut, da ich als Liebhaber von Krimis und historischen Romanen richtig neugierig auf diesen Genremix war.
Doch leider bin ich dann mit diesem Buch nicht so richtig warm geworden.
Irgendwie ging mir alles zu schnell und manches passte für mich nicht so richtig zusammen.
Obwohl ich es eigentlich mag, wenn ein Krimi rasant mit einem Mord startet, hätte ich mir hier einen etwas ausführlicheren Einstieg in die Handlung und in die Einführung der Charaktere gewünscht. So blieben sowohl Inga, als auch Max und Christopher eher blass für mich. Gerade Christophs sofortiges Verständnis und großes Interesse erschienen mir irgendwie unglaubwürdig.
Auch ist mir der Zusammenhang zwischen den Kriminalfällen und Ingas Visionen nicht klar geworden.

Die Teile der Handlung, die in der Vergangenheit spielen, fand ich jedoch sehr schön geschrieben und auch zu Johanna konnte ich guten Zugang finden.
Ich glaube, wenn es ein Roman wäre, der ausschließlich Ingas Visionen und das Thema, wie so etwas zustande kommen könnte thematisiert, wäre es für mich ein tolles Leseerlebnis gewesen.

Fazit:
Der historische Teil ist schön zu lesen und wer darüber hinaus noch ein wenig Spannung mag, ist hier bestimmt genau richtig.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.01.2023

Ungewöhnlich und besonders

Chich
1

In diesem außergewöhnlichen Roman von Jonas R. Kairies trifft man als Leser auf einen Erzähler, der in einer postapokalyptischen Welt lebt und versucht, dieser in seinen Träumen zu entfliehen. In seinem ...

In diesem außergewöhnlichen Roman von Jonas R. Kairies trifft man als Leser auf einen Erzähler, der in einer postapokalyptischen Welt lebt und versucht, dieser in seinen Träumen zu entfliehen. In seinem trostlosen, düsteren Alltag gefangen, träumt er sich bewusst immer wieder in eine vormittelalterliche Welt, die so ganz anders ist, als die reale. Dort schlüpft er in die Gestalt eines anderen, streift durch bunte Landschaften und trifft sowohl auf einen Jungen, als auch auf eine Frau, die beide im weiteren Verlauf noch eine große Rolle spielen.

Mich hat dieses Buch begeistert. Es ist sicher keines, das man mal schnell nebenbei durchliest. Ich glaube, dann würde man das Beste verpassen. Manches muss man sogar zweimal lesen, um die Intention dahinter zu erkennen.
Aber genau dieses „sich mit dem Buch beschäftigen müssen“ macht es für mich zu so einer interessanten Lektüre.
Das Thema „Klarträume“ war für mich neu, sehr spannend und auch verlockend. Wer würde nicht manchmal gern der Realität entfliehen und sich seine eigene, wenn auch nur erträumte, Welt zu schaffen. Im weiteren Verlauf der Handlung wird allerdings deutlich, welche Tücken diese Träume in Bezug auf Realitäts-/Identitätsverlust haben können.
Vom Schreibstil her ist das Buch locker und schön zu lesen.
„Chich“ ist der zweite Teil einer Trilogie und ich bin sehr gespannt auf den nächsten.

Fazit:
Ich empfehle dieses Buch jedem, der sich auf eine besondere Reise einlassen möchte und sich für Ungewöhnliches begeistern kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere