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Veröffentlicht am 13.09.2019

Washs hartes Leben hautnah

Washington Black
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"Washington Black" von Esi Edugyan ist ein spannender, mitreißender, tragischer und wachrüttelnder Roman.
Der Sklavenjunge Wash wird auf der Faith-Plantage auf Barbados geboren, seiner Mutter weggenommen ...

"Washington Black" von Esi Edugyan ist ein spannender, mitreißender, tragischer und wachrüttelnder Roman.
Der Sklavenjunge Wash wird auf der Faith-Plantage auf Barbados geboren, seiner Mutter weggenommen und von seinem Besitzer ironisch George Washington genannt, den Nachnamen Black erhält er vom Besizer. Er muss mit seinen jungen Jahren schon viel mitansehen und miterleben. Vermutlich führt er das ganz normale Sklavenleben auf einer Zuckerrohrplantage. Er erlebt schwere Bestrafungen und Tötungen von anderen mit, erleidet selbst schwere Verletzungen bei der Arbeit. Doch all das bessert sich, als der erfinderische Bruder des neuen Plantagenbesitzers einen Gehilfen braucht. Da er eine Art Luftschiff entwickelt muss der Gehilfe vor allem klein und leicht sein - die Wahl fällt auf Wash. Sein neuer Herr Titch behandelt Wash sehr viel besser als vorher: er darf im Haus schlafen, sich waschen, bekommt normale Kleidung und lernt. Dabei kommt sein verborgenes Talent zum Vorschein: er kann sehr gut und sehr realistisch zeichnen. Als dann die Katastrophe ausbricht, ein Cousin der zu Besuch ist, erschießt sich selbst, Wash findet ihn und wird wegen Mordes gesucht, bleibt den beiden nur die Flucht mit dem neu gebauten "Wolkenkutter". Sie kommen nicht weit und müssen auf einem Schiff notlanden. Von da an beginnt eine Reise um die halbe Welt, bis sein Herr Wash schließlich zurücklässt. Der immer noch kleine Junge, er ist noch kein Teenager, muss sich von nun an alleine durchschlagen.
Ich will nicht mehr verraten. Die Geschichte ist hat und spannend, aber auch gefühlvoll und herzlich. Die Autorin schafft es meisterhaft all diese verschiedenen Gefühle zu vermitteln und dabei genau den Anschein zu erwecken, wir würden Washs eigene Gedanken und Worte lesen. Sie beschreibt vieles ganz besonders, was Wash zum ersten Mal erlebt und wofür er noch keine Worte kennt. Das macht das ganze umso intensiver und es geht einem dadurch umso näher.
Ich bin sehr froh, dass ich das Buch lesen und Washs Geschichte miterleben durfte. Obwohl ich normal keine Bücher lese, bei denen nicht klar ist, ob es ein Happy End gibt oder nicht, bin ich von diesem doch harten Stoff sehr begeistert.

Veröffentlicht am 18.08.2019

Spannendes Buch mit Comic-Elementen

König Guu 2: Um Mitternacht, wenn die Mumie erwacht
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Adam Stowers Kinderbuch "König Guu : um Mitternacht, wenn die Mumie erwacht" ist der zweite Band der Reihe, wurde von Sabine Schulte aus dem Englischen übersetzt und ist 2019 im Verlag Planet! veröffentlicht ...

Adam Stowers Kinderbuch "König Guu : um Mitternacht, wenn die Mumie erwacht" ist der zweite Band der Reihe, wurde von Sabine Schulte aus dem Englischen übersetzt und ist 2019 im Verlag Planet! veröffentlicht worden.

Am letzten Ferientag erwacht der Junge Ben, da es im ganzen Haus nach Rauch riecht. Wie sich schnell herausstellt, hat sein Vater das Essen anbrennen lassen. Seine Mutter tritt ihren neuen Job als Nachtwächterin in einem Museum an und im Radio wird von einem Einbruch der sogenannten Mitternachtsbande berichtet, die in ein nahe des Wohnortes von Ben gelegenes Wikingerdorf eingebrochen sind und dort Goldmünzen gestohlen hatten.
Da es der letzte Ferientag ist, macht sich Ben auf den Weg zu seiner Freundin König Guu, die in einem Wald zusammen mit ihrem Wombat Herbert wohnt.
Guu ist König, trägt einen Bart und erfindet viele Dinge - z.B. Fallen, in die Ben immer wieder tappt, wenn er sie besucht.

Am nächsten Tag beginnt wieder der Schulalltag und Ben erfährt in einer morgendlichen Schulversammlung, dass der Geschichtslehrer Mr. Travis einen Unfall hatte und deshalb erstmal nicht unterrichtet. Glücklicherweise findet sich jedoch ein Ersatz, denn Prof. Pickering, der nur ein Auge hat, ist mit vier Schülerinnen der Lily-Lavendel-Privatakademie für außergewöhnliche Mädchen an Bens Schule gekommen, um ein Schulprojekt durchzuführen. Prof. Pickering bietet sich dann sofort an, den Geschichtsunterricht und die Geschichts AG zu übernehmen.
Da Ben sich für keine der AGs erwärmen kann, versucht er in die Geschichts AG einzutreten, die eigentlich schon voll ist - mit den 4 Mädchen der Privatakademie. Als er jedoch erwähnt, dass seine Mutter eine Führung durch das Museum organisieren könnte, da sie dort als Nachtwächterin arbeitet, wird er in die AG aufgenommen.
Kurz darauf besuchen sie das Museum und Bens Mutter führt sie herum. Das Highlight ist die noch nicht eröffnete Ausstellung zu einem Mumienschatz aus Südamerika.
Am nächsten Tag will Ben Prof. Pickering besuchen und kommt in ein leeres Klassenzimmer. Als er dann jemanden kommen hört, versteckt er sich, da er eben einen Keks stehlen will. Dabei belauscht er Prof. Pickering und vier Männer dabei, wie sie einen Einbruch in das Museum planen.
Mit dieser Information rennt Ben dann zu Guu, die auch gleich einen Plan hat.
Ob dieser funktioniert und wer Prof. Pickering und die vier Männer sind, müsst ihr selbst lesen;)

Insgesamt ein süßes Kinderbucht, welches man auch lesen kann, ohne den ersten Teil zu kennen - was bei mir der Fall war. Gewöhnungsbedürftig ist erst mal, dass sich Guu als König bezeichnet, aber ein Mädchen ist (aber auch die Frau im Märchen "Vom Fischer und seiner Frau" wird zum König, also durchaus nichts ungewöhnliches) und einen Bart hat - ich hoffe, dass dies im ersten Band genauer erläutert wird, denn es war zuerst durchaus verwirrend zu lesen.
Die Geschichte ist schön, auch vom Autor selbst toll illustriert.
Problematisch ist nur, dass mitten im Text manchmal ein Bild ist, in dem eine Sprechblase wie in einem Comic vor kommt, die tatsächlich den Fließtext weiter erzählt, obwohl sie als Comicstrip eher von diesem abgekapselt ist. Es ist mir erst beim zweiten mal aufgefallen, dass der Text in der Illustration weiter gelesen gehört, da eine Lücke im Fließtext war, die durch die Sprechblase gefüllt wurde.
Dies ist eine schöne Idee, aber beim ersten mal lesen - vielleicht auch v.a. für Kinder - erst mal eine kleine Hindernisschwelle beim Lesen.

Veröffentlicht am 17.08.2019

Leckere Lunchrezepte

Lunch im Glas
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„Lunch im Glas“ ist ein leckeres und praktisches Kochbuch von Cora Wetzstein.
Das Kochbuch ist perfekt für alle, die gerne ihr Mittagessen mit zur Arbeit, zur Uni, in die Schule oder wohin auch immer mitnehmen ...

„Lunch im Glas“ ist ein leckeres und praktisches Kochbuch von Cora Wetzstein.
Das Kochbuch ist perfekt für alle, die gerne ihr Mittagessen mit zur Arbeit, zur Uni, in die Schule oder wohin auch immer mitnehmen wollen und dort keine Küche haben. Natürlich könnte man sich einfach eine Stulle schmieren, aber für alle, die etwas besonders Leckeres und Ausgefallenes haben wollen ist das Kochbuch super.
Wir bekommen eine Auswahl verschiedener Eintöpfe, Suppen, Salate, Nudel- und Reisgerichte – alles innerhalb von ein paar Minuten mit wenigen Handgriffen fertig.
Ich muss gestehen, dass ich mir beim Lesen der Rezepte oft dachte: Wir haben in der Arbeit eine Mikrowelle und eine Herdplatte, wieso soll ich das jetzt so umständlich machen. Aber ich kann die Rezepte auch leicht abwandeln und trotzdem verwenden. Im Buch wird nämlich oft eine Variante beschrieben, dass man Sachen einfach fast fertig kocht und würzt und dann, kurz vorm Essen, einfach heißen Wasser darüber gibt, ein paar Mal schwenkt und alles warm werden lässt. Ob das so mit jedem fertigen Suppenbrühen-Pulver funktioniert, wage ich zu bezweifeln. Ich habe da schon schlechte Erfahrungen gemacht.
Insgesamt bin ich auch eher ein Fan der Küche a la „ich verwende was ich zu Hause habe“. Ich hätte mir also lieber ein paar Basic-Rezepte mit wenigen Zutaten gewünscht statt so viele ausgefallene und besondere. Denn wenn ich erst noch die Hälfte der Zutaten einkaufen muss, dann stelle ich mich am Abend sicher nicht auch noch in die Küche und bereite alles vor. Dafür arbeite ich zu lange und bin ich zu ungeduldig. Bei mir geht am Abend einfach zeitlich nur noch Einkaufen oder Kochen – nicht beides. Dann wird es mittags doch wieder die Stulle oder der gekaufte Salat.
Ich habe aber viele gute Anregungen und Abwandlungsideen bekommen, deswegen trotzdem 4 Sterne.
Vielen Dank GU und Netgalley für das E-Book als Rezensionsexemplar.

Veröffentlicht am 17.08.2019

Moderne Spukabenteuer

Heaven's End – Wen die Geister lieben
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„Heaven's End – Wen die Geister lieben“ ist ein fantastisches Jugendbuch von Kim Kestner – im mehrfachen Sinne: Es ist wirklich ein grandioses Buch und durch die Fähigkeiten unserer Hauptperson Josephine ...


„Heaven's End – Wen die Geister lieben“ ist ein fantastisches Jugendbuch von Kim Kestner – im mehrfachen Sinne: Es ist wirklich ein grandioses Buch und durch die Fähigkeiten unserer Hauptperson Josephine (JoJo) kommt auch die Fantasy nicht zu kurz.
Denn JoJo ist eigentlich ein ganz normaler Teenie, der in Heaven’s End, einem kleinen schottischen Dorf samt Earlsfamilie, lebt, zur Schule geht und neue Freunde findet. Wäre da nicht eine Kleinigkeit: Sie kann Geister sehen, hören und mit ihnen sprechen – solange sie mit ihr verwandt sind. Das ist in ihrer Familie erblich. Ihre Oma konnte es, ihre Mutter auch und nun sind sie und ihr Bruder die jüngste Generation der Geisterseher. In ihrer Familie scheint es auch noch ein weiteres Geheimnis zu geben, doch ihre Mutter will es ihr nicht verraten. Nur so viel: Sie sind mit der Familie des Earls verfeindet, seit sie nicht mehr deren Verwalter sind und dürfen weder das Schloss noch das Gelände betreten. Das ist auch gar nicht schlimm, denn JoJo kann den Titelerben und Schwarm aller Mädchen (und ihres besten Freundes Benni) aufs Blut nicht ausstehen – würde sie nur nicht immer Herzklopfen bekommen, wenn er sie ansieht. Ein Großereignis im Dorf steht bevor: Es werden bald 500 Jahre seit ihre Vorfahren den bösen Magier getötet und gebannt haben. Pünktlich dazu beginnt im Dorf ein beinahe mörderischer Spuk. Können Jojo und ihre Freunde den Spuk aufklären? Steckt wirklich der böse Magier selbst dahinter?

Natürlich werde ich noch nichts weiter verraten!
Nur so viel: Es wird eine spannende Geschichte, mit Einblicken in die Vergangenheit, gefährlicher Magie und wahrer Freundschaft.
Die Figuren werden wunderbar beschrieben und charakterisiert. Sie wachsen uns ans Herz und lassen uns mitfiebern. Die Geschichte ist spannend und anschaulich geschrieben. Man will immer sofort weiterlesen, sei es wegen der spannenden Spukgeschehnisse oder der Liebesabenteuer – beides hält sich angenehm die Waage, sodass für alle etwas dabei ist.
Am Ende bin ich sehr froh, dass da schon ein Cliffhanger und Ausblick auf Band 2 als Abschluss mit dabei ist. Ich freue mich schon darauf weitere Abenteuer mit JoJo und ihren Freunden erleben zu dürfen.
Vielen Dank Netgalley und den S. Fischer Verlag für das E-Book als Rezensionsexemplar.

Veröffentlicht am 17.08.2019

Spannender Thriller

Der Kinderflüsterer
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"Der Kinderflüsterer" ist ein spannender neuer Thriller von Alex North. Ich war zwar etwas irritiert davon, dass ein Buch schon kurz nach dem Erscheinen mit Etikett "Der Bestseller des Jahres" versehen ...

"Der Kinderflüsterer" ist ein spannender neuer Thriller von Alex North. Ich war zwar etwas irritiert davon, dass ein Buch schon kurz nach dem Erscheinen mit Etikett "Der Bestseller des Jahres" versehen werden kann, aber wenn man es schafft irrwitzige Marketingstrategien auszublenden, ist das Buch trotzdem ein solider Thriller.

Tom und sein Sohn Jake sind nach dem Tod der Frau und Mutter psychisch sehr mitgenommen und beschließen einen neuen Anfang in einer neuen Stadt zu wagen. Sie finden ein Häuschen, das Jake besonders gut gefällt und von dem Tom zumindest sagen kann, es habe Charakter. Die Kinder in der Gegend nennen es eher das Gruselhaus. Sie erfahren auch nur am Rande, dass vor einigen Wochen ein Junge entführt wurden.
Aus der Sicht der Polizei und besonders durch den teilhabenden DI Willis erfahren wir, dass die Entführung an einen Fall vor 20 Jahren erinnert, bei dem am Ende 5 Jungen entführt und ermordet wurden. Der Täter sitzt jedoch seit damals hinter Schloss und Riegel. Niemand weiß das besser als Willis, denn er besucht den Mörder immer wieder im Gefängnis, so schwer es ihm auch fällt, denn er findet keine Ruhe bis nicht auch die 5. Leiche von damals aufgefunden ist. So ist schnell klar, dass es sich um einen Trittbrettfahrer handelt muss - unheimlich nur: der verurteilte Frank Carter scheint trotz seiner Haft mehr über den aktuellen Fall zu wissen als die Polizei. Wo besteht eine Verbindung? Wie können sie dem aktuellen Mörder auf die Schliche kommen?
Als dann aber Jake mitten in der Nacht ein seltsames Flüstern vor der Haustür hört und Tom gerade noch verhindern kann, dass er öffnet, sind auch sie in das schlimme Geschehen mit hineingezogen. Ein Versteckspiel und eine Jagd beginnen.

Die Figuren sind von Anfang an klar charakterisiert, auch wenn Teile ihrer Geschichte erst nach und nach enthüllt werden, fühlen wir uns doch, als würden wir alle persönlich kennen und fiebern mit ihnen mit. Wir lieben und leiden mit Tom und Jake, aber auch mit dem DI. Alle wachsen uns ans Herz, deswegen sind die Geschehnisse umso schlimmer und wir können sie heftig nachempfinden.
Die Abläufe und Geschehnisse werden immer im Wechsel aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Das ist aber nicht verwirrend, sondern beste Thriller-Manier, damit wir als Leser immer am spannendsten Ort die aktuellsten Ereignisse miterleben können.
Es geschieht manches gleichzeitig oder in direkter Abfolge, auch wenn das manchmal erst später klar wird. Die sprache ist manchmal etwas schnörkelig und ausführlich beschreibend, aber ich finde, das passt sehr gut ins Bild, weil Tom ja Schriftsteller ist. Von ihm erwartet man eigentlich keine anderen Sätze.

Am Ende ist es tatsächlich nur der ganz letzte Abschluss, der mich mit einem unguten Gefühl zurücklässt. Nachdem alles aufgeklärt und abgeschlossen ist, hätte das letzte Geschehnis nicht mehr sein müssen, aber ich möchte hier nicht mehr verraten.

Ich finde, das Buch ist ein grundsolider spannender Thriller. Ich habe nicht das Bedürfnis, unbedingt noch mehr mit diesen Hauptfiguren lesen zu wollen, dazu passen sie zu perfekt zu diesem Fall. Aber ich habe die Lektüre genossen.