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Veröffentlicht am 13.04.2022

Ein wunderschöner Auftakt mit einem echt coolen Setting

Whitestone Hospital - High Hopes
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Bei all den Arztserien, die ich schon seit Jahren im Fernsehen schaue, ist es verwunderlich, dass mir noch nie vorher aufgefallen ist, dass es nur sehr selten Romane gibt, die im Krankenhaus spielen. Eigentlich ...

Bei all den Arztserien, die ich schon seit Jahren im Fernsehen schaue, ist es verwunderlich, dass mir noch nie vorher aufgefallen ist, dass es nur sehr selten Romane gibt, die im Krankenhaus spielen. Eigentlich ist es erstaunlich, dass es davon nicht mehr gibt, wenn doch Serien wie Emergency Room, Grey’s Anatomy oder The Good Doctor die Fans seit unzähligen Staffeln in ihren Bann ziehen. Etwas skeptisch war ich allerdings, ob es noch neue Ideen für ein solches Setting geben kann. Ich muss gestehen, dass mich ein paar Szenen an die ein oder andere Fernsehserie erinnert haben, aber das Buchformat hat mich dennoch in seinen Bann gezogen und vollkommen überzeugt. Ich habe das Whitestone Hospital bereits in mein Herz geschlossen und freue mich darauf, bald dorthin zurückzukehren.

Der Roman erzählt die Geschichte von Laura, die gerne in die Fußstapfen ihrer Eltern treten und Ärztin am Whitestone Hospital werden würde. Dort trifft sie auf ihren Ausbilder und Stationsarzt Nash, der ihr vom ersten Moment an unter die Haut geht und nicht unbedingt im positiven Sinne. Bei diesem Setting hat mir besonders gut gefallen, dass auch die Nebencharaktere so viel Raum und so viele Facetten bekommen. Ich konnte mir jeden einzelnen von ihnen wirklich gut vorstellen und hätte selbst gerne die Ausbildung zur Assistenzärztin begonnen. Das Krankenhaus zeichnet sich wirklich dadurch aus, dass alle zusammenhalten und füreinander einstehen.

Die Handlung überzeugt dadurch, dass sie ein angenehmes Tempo hat und es auch die ein oder andere Überraschung gibt. Dennoch kommt der Roman ohne unnötiges Drama aus. Ich mochte es, dass die Handlung so realistisch wirkt und dass sie in keiner Weise überzogen ist. Am Ende gibt es zwar einen wirklich fiesen Cliffhanger, den es vielleicht nicht hätte geben müssen, aber so gibt es einfach nur noch einen Grund mehr den nächsten Band zu lesen. Es empfiehlt sich daher auch die Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen, auch wenn jeder Teil eine andere Hauptperson hat.

Bei all dem Lob und der tollen Leseerfahrung gab es nur einen ganz kleinen Kritikpunkt von meiner Seite. In meinen Augen war die Hauptperson zu perfekt. Jeder Mensch hat doch auch echte Makel und Schwächen. Bei Laura hatte ich allerdings den Eindruck, dass sie jede neue Situation sehr gut meistert und ihr neue Herausforderungen nur eine weitere Möglichkeit geben, ihre Stärken zu zeigen. Natürlich kann sie auch nicht immer jeden Patienten retten, sie ist immerhin keine Göttin, aber sie macht auch keine groben Fehler. Ich hätte mir hier gewünscht, dass der Leser auch ein paar ihrer Schwächen kennenlernt.

Der zweite Teil handelt von Mitch, der bereits mehrfach in diesem Band vorgekommen ist. Seine optimistische Art und vor allem auch seinen Humor mag ich jetzt schon. Ich freue mich schon riesig auf die Fortsetzung und hoffe, dass ich da noch ganz viel von Laura und Nash mitbekommen werde. In meinen Augen ist ihre Geschichte noch lange nicht zu Ende erzählt.

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Veröffentlicht am 01.04.2022

Wieder sehr schön, aber die anderen Teile waren stärker

The Rules We Break
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Die Clique der Fulton University habe ich schon seit der ersten Seite in mein Herz geschlossen. Der erste Teil über das Mathegenie Persephone war so eine große, positive Überraschung für mich und dieser ...

Die Clique der Fulton University habe ich schon seit der ersten Seite in mein Herz geschlossen. Der erste Teil über das Mathegenie Persephone war so eine große, positive Überraschung für mich und dieser Band ist nach wie vor der stärkste für mich. Auch wenn der neue Roman wieder wirklich unterhaltsam war, kam er leider nicht an die anderen Teile heran. Die Geschichte spielt zeitgleich zu dem dritten Teil über die Briefeschreiberin Jules und Berk, sodass der Leser bereits einige Situationen kennt. Die anderen Charaktere kommen auch wieder vor, wobei sie eine wirklich kleine Rolle spielen. Eigentlich fokussiert sich das gesamte Buch mehr oder weniger komplett auf LJ und Marissa sowie ihre sich verändernde Freundschaft.

Die beiden sind bereits seit Jahren beste Freunde und haben fast genauso lange schon tiefergehende Gefühle, aber haben zu viel Angst ihre Freundschaft auf das Spiel zu setzen, wenn sie eine Beziehung anfangen. Dem Leser ist bereits vor dem Start dieses Buches klar, dass die beiden mehr füreinander empfinden, sodass es hier kein Kennenlernen oder keine aufkeimenden Schmetterlinge mehr gibt. Das fand ich etwas schade, weil somit die romantischen Gefühle viel weniger spürbar sind. Sie werden einfach als gegeben vorausgesetzt. Vielleicht hätte hier die Autorin noch mehr mit Rückblenden arbeiten können, um zu zeigen, warum oder wie sich die beiden verliebt haben.

Der Roman handelt vor allen von Zukunftsplänen und Beziehungen zu den eigenen Eltern. Marissa hat keine besonders gute Beziehung zu ihren Eltern, was jede Woche beim Abendessen mit ihrem Vater deutlich wird. Sie musste früher selbständig sein, als es ein Kind eigentlich sollte. Es war faszinierend diese beiden Familien gegenübergestellt zu sehen. In Bezug auf Marissas Vater fand ich spannend zu sehen, dass jede Geschichte immer zwei Seiten hat und man manchmal auch erst die Beweggründe des anderen Verstehen muss. Bei LJs Perspektive geht vor allem um seine Zukunft als Footballspieler. Er möchte gerne seine Familie unterstützen und benötigt somit einen wirklich guten Vertrag. Das bereitet ihm einige Bauchschmerzen.

Für mich waren beide Hintergrundgeschichten interessant und es war auch schön, dass sich dieses Buch mit zum Teil sehr realen Problemen beschäftigt. Natürlich plant nicht jeder von uns ein professioneller Football Spieler zu werden, aber die meisten machen sich ja doch nach der Schule Sorge, was aus ihnen wird. Die Bodenständigkeit des Romans hat mir gut gefallen. Die Reihe ist insgesamt wirklich schön und die einzelnen Bände sind wahre Wohlfühlromane. Für mich war dieser vierte und abschließende Teil nach wie vor schön, wenn auch etwas schwächer als seine Vorgänge.

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Veröffentlicht am 31.03.2022

Was für ein gefühlvoller und schöner Roman

Someday, Someday
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Die ersten beiden Teile der „Only Love“ Reihe von Emma Scott haben mir so gut gefallen, dass ich diesem Buch so viele Vorschusslorbeeren gegeben und es daher auch einfach gelesen haben. Ich muss hier ganz ...

Die ersten beiden Teile der „Only Love“ Reihe von Emma Scott haben mir so gut gefallen, dass ich diesem Buch so viele Vorschusslorbeeren gegeben und es daher auch einfach gelesen haben. Ich muss hier ganz ehrlich zugeben, dass ich nicht so motiviert war, diesen Roman zu beginnen, da ich mich auf sehr viel Drama eingestellt habe. In „Forever Right Now“ hat der Leser bereits Max und einiges seiner Hintergrundgeschichte kennengelernt. Ich wusste bereits, dass Max auf der Straße gelebt hat und seine Drogensucht so weit überwunden hat, dass er als Sponsor bei den Anonymen Nacotics ehrenamtlich arbeiten konnte. Daher bin ich davon ausgegangen, dass seine Vergangenheit hier auch eine sehr große Rolle spielt. Wie schön es doch manchmal ist, wenn man falsch liegt und dafür von einer wundervollen, dramafreien Geschichte überrascht wird.

Max hat zwar eine schwierige Vergangenheit und diese wird auch einmal kurz thematisiert, allerdings wird dies nun einfach als gegeben hingenommen und dieser Roman handelt viel eher davon, was er nun mit seiner Zukunft und seinem Neustart in einer neuen Stadt macht. Hier lernt er Silas Marsh kennen, für den er Gefühle entwickelt. Allerdings scheint Silas nicht zu seinen Gefühlen stehen zu können und ihn umgibt ein dicker Panzer. Max hat sich so viel mit sich selbst und seiner Identität auseinandergesetzt, dass er eindeutig weiß, wer er ist und was er gerne möchte. Bei Silas sieht das ganze anders aus. Er ist ein weiteres (fiktives) Beispiel, dass es auch in der heutigen Zeit noch nicht so leicht ist zur Liebe zu stehen und sich zu outen. Er stellt ein Schicksal dar, was relativ radikal zeigt, wie weit wir noch gehen müssen, bis nur noch die Liebe zählt und jede Liebe gleich akzeptiert wird.

Für mich war dieser Roman so stark, weil er einige wirklich wichtige Themen schmerzhaft dargestellt hat, ohne den Leser zu überfordern. Ich bin beim Lesen nicht in einem Loch versunken oder hatte auch nicht das Gefühl, dass die Atmosphäre besonders düster wäre. Das will wirklich etwas heißen, da es hier um Drogenabhängigkeit, Tablettenmissbrauch, Autismus und Homophobie geht. Das sind nicht gerade leichte Themen, aber die Autorin hat sie einfach nur grandios in eine schöne Liebesgeschichte eingebunden.

Obwohl ich anfangs wenig Vorfreude auf dieses Buch hatte, hat es sich als das Schönste der Reihe entpuppt. Die Autorin hat mich so positiv überrascht und mich davon überzeugt, dass ich ihr zu Recht immer wieder Vorschusslorbeeren gebe. In meinen Augen kann man ihre Bücher beginnen ohne vorher die Klappentexte zu lesen, weil einfach alle Geschichten von ihr gut sind. Dieser Roman war allerdings überragend und enthält eine berührende, wundervolle Liebesgeschichte.

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Veröffentlicht am 31.03.2022

Mädchen können alles, was Jungs auch können

Bella Baumädchen
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Obwohl bereits viele Vorurteile beseitigt wurde, gibt es bei einigen Bereichen dennoch ein klares Schubladendenken, wenn es darum geht, was Mädchen und was Jungs können oder auch was geschlechterspezifische ...

Obwohl bereits viele Vorurteile beseitigt wurde, gibt es bei einigen Bereichen dennoch ein klares Schubladendenken, wenn es darum geht, was Mädchen und was Jungs können oder auch was geschlechterspezifische Merkmale sein sollen. Dieses Buch geht genau diese Vorurteile an. In meinen Augen ist dies eine Erkenntnis, die nicht früh genug vermittelt werden kann. Natürlich kann nicht Jeder alles und natürlich hat auch Jeder individuelle Stärken oder Schwächen, aber generell können Mädchen alles, was Jungs auch können.

Bella hat an einem Nachmittag keine Lust mit Puppen zu spielen. Sie möchte liebe etwas bauen, daher holt sie sich ihr Werkzeug und baut ein Spielhaus. Anfänglich reden die anderen Kinder spöttisch über sie, aber als es regnet sind alle froh, dass Bella ein Haus gebaut hat, in dem sie sich unterstellen können.

Aus einer erwachsenen Sicht ist dies ganz klar eine ideelle Geschichte, da wohl kein Kind ohne Hilfe an einem Tag ein ganzes Haus gebaut bekommt und es ist wohl auch fragwürdig, ob ein Kind unbeaufsichtigt mit einer Laubsäge umgehen sollte, aber die Botschaft dahinter wird dadurch sehr deutlich. Jedes Kind darf eigene Träume haben und die können nicht zu groß sein. Aufgrund dieser Aussage, die hier so schön vermittelt wird, ist es in jedem Fall ein empfehlenswertes Buch. Ein weiterer Bonuspunkt ist das Lied am Ende des Buches, das man sich mittels eines QR-Codes sogar auch anhören kann.

Da es in dem Buch einige schwierigere Wörter gibt und auch der Konstruktionsprozess detailliert beschrieben wird, ist dies wohl eher ein Buch für Kinder ab einem Alter von 4 Jahren.

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Veröffentlicht am 21.03.2022

Viele nette Perspektiven, aber in Summe zu wenig komplex

American Crown – Beatrice & Theodore
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„Von heute an bist du zwei Menschen auf einmal: das Mädchen Beatrice und Beatrice, die Erbin der Krone. Und wenn sie sich uneins sind und verschiedene Dine wollten“, hatte mein Großvater streng gesagt, ...

„Von heute an bist du zwei Menschen auf einmal: das Mädchen Beatrice und Beatrice, die Erbin der Krone. Und wenn sie sich uneins sind und verschiedene Dine wollten“, hatte mein Großvater streng gesagt, „dann muss die Krone gewinnen. Immer. Schwöre es mir.“

Die Idee in dem Buch ist ziemlich gut gelungen. Was wäre eigentlich passiert, wenn es die amerikanische Revolution nicht gegeben hätte? Wenn es nun keine Demokratie geben würde, sondern nur eine neue Monarchie nach der Unabhängigkeit von England entstanden wäre? Dieses Gedankenspiel wir direkt zu Beginn im Rahmen eines Prologs erklärt. Ich mochte es, dass somit auch ein realer oder zumindest ein realistischer Bezug hergestellt wird.

Danach sind die ersten Kapitel ziemlich verwirrend. Das liegt nicht daran, dass der Schreibstil besonders kompliziert wäre oder die eigentliche Handlung nicht verständlich ist, sondern dass erst einmal jedes Kapitel eine eigene Hauptperson hat. Die vier verschiedenen Sichten sind erst einmal verwirrend. Der Leser lernt so die Kronerbin Beatrice, ihre jüngere Schwester Samantha, deren beste Freundin Nina und die Exfreundin des Prinzen Daphne kennen. Alle Figuren haben ihre eigenen Sorgen und Wünsche für das Leben, wobei sie sich mehrfach gegenseitig in die Quere kommen. Ich mochte es, dass die Charaktere alle individuell und detailliert ausgearbeitet wurden.

An einigen Stellen war ich mir nicht sicher, ob es so gut ist, dass es so viele Sichten gibt. In meinen Augen gab es dadurch auch nur wenige Sympathieträger in dem Roman. Daphne war mir mit ihrer berechnenden Art bis zum Ende unsympathisch und bei Samantha sowie eigentlich auch bei Beatrice habe ich sehr lange gebraucht, bis ich sie nett fand. Lediglich Nina mochte ich von Anfang an. Auch ist damit jede Perspektive manchmal etwas kurz gekommen. Es sind quasi vier Geschichten, die in einem Buch erzählt werden, sodass jede nur etwas hundert Seiten hat. Da kann nur begrenzt viel erzählt werden.

Dem Leser sollte in jedem Fall auch bewusst sein, dass dies nur der Auftakt zu einer Dilogie ist. Es gibt einige Andeutungen und Handlungsstränge, die nicht aufgelöst werden. In Summe hat der Aufbau des Buches nicht dazu geführt, dass ich nun Vorfreude auf den nächsten Teil habe. Ich fand es in Ordnung zu lesen, aber es hat mich auch nicht besonders begeistert. Mit so einer royalen Thematik gibt es in meinen Augen deutlich bessere Romane. Da kann ich sehr gut „Selection“ von Kiera Cass oder „Prinzessin Undercover“ von Connie Glynn empfehlen.

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