Anders als erwartet – ein interessanter Roman in Briefform
Die Worte, die ich niemals schriebMinnesota, 1944: eine Kleinstadt in ländlicher Gegend, ein Lager für deutsche Kriegsgefangene, dass schon im Vorfeld für Diskussionen und Ablehnung sorgt… Als man im Lager eine Übersetzerin, die gut deutsch ...
Minnesota, 1944: eine Kleinstadt in ländlicher Gegend, ein Lager für deutsche Kriegsgefangene, dass schon im Vorfeld für Diskussionen und Ablehnung sorgt… Als man im Lager eine Übersetzerin, die gut deutsch kann, braucht, scheint Linguistikstudentin Johanna Berglund die geeignete Person dafür und so kehrt die junge Frau unfreiwillig in ihre Heimatstadt zurück. Die Arbeit im Lager, aber auch die Stimmung in der Stadt stellen Johanna vor viele Herausforderungen, besonders als sie beginnt sich für die Gefangenen einzusetzen…. Wie gut, dass Jo mit ihren Freund Peter in regen Briefwechsel steht und ihm von Alltäglichen und Besonderen berichten und ihre Gedanken mit ihm teilen kann.
Auf diesen Roman bin ich durch das gelungene Cover, dass gut zum Inhalt passt, aufmerksam geworden. Ebenso hat mich der Klappentext angesprochen. Allerdings war ich überrascht, dass es sich im Buch ausschließlich um Briefe, Zeitungsartikel und Notizen handelt. Das hat mir das Lesen schwer gemacht, da mein Lesefluss immer wieder unterbrochen wurde und ich die verschiedenen Absender und Empfänger erst einordnen musste. So war ich mehrfach kurz davor das Buch beiseite zu legen.
Interessant ist der intensive Briefwechsel zwischen Johanna und Peter. So lernt man Johanna sehr gut kennen, erlebt ihre inneren Kämpfe und die Veränderung ihrer Einstellungen gut mit. Mir persönlich ist Jo und ihre oft schroffe Art aber bis zum Ende des Romans fremd geblieben und ich war eher Beobachter. Sympathisch war mir Peter, der sich trotz eigener Herausforderungen, immer Zeit für Johanna genommen hat und ihr manch vorsichtigen Rat gab. Auch Pastor Sorenson war ein guter Ansprechpartner für Johanna. Interessant fand ich über die Situationen im Lager und über die deutschen Kriegsgefangenen zu lesen…
Wer gern Romane in ungewohnter Form und mit herausfordernder Thematik mag, dem sei „Die Worte, die ich niemals schrieb“ empfohlen.