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Veröffentlicht am 17.03.2019

Einzigartig und unvergesslich

Selection – Band 1 bis 3 im Schuber
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UM WAS GEHT ES? (Inhaltsangabe zu Band 1)
Illeá. Ein Königreich, von der Familie Schreave regiert, von zwei Rebellenzusammenschlüssen bedroht. Und „bedroht“ von der siebzehnjährigen America Singer, die ...

UM WAS GEHT ES? (Inhaltsangabe zu Band 1)
Illeá. Ein Königreich, von der Familie Schreave regiert, von zwei Rebellenzusammenschlüssen bedroht. Und „bedroht“ von der siebzehnjährigen America Singer, die von vornherein kein Interesse für die traditionelle Selection – ein Casting, in dem der nun volljährig gewordene Prinz Maxon Calix Schreave von Illeá seine Ehefrau und künftige Königin finden soll – aufbringen kann, aber, zum Missfallen König Clarksons, ihr Bestes gibt.
Leider gehört sie nun einmal zu den fünfunddreißig vermeintlich wohlüberlegt auserkorenen Erwählten. „Leider“ würde sie nie zulassen können, ihre Familie dem Schicksal zu überlassen. „Leider“ ist Prinz Maxon tatsächlich ein Freund, den sie nicht im Stich lassen kann. Leider … will sie gar nicht zurück, an den Ort, an dem sie nicht mehr zu Aspen, der sie aus gekränktem Stolz verlassen hat, gehört.
Vor allem aber Angriffe der Nordrebellen und Maxon lassen früh ernstzunehmende Zweifel in ihr aufkommen, ob sie nicht doch einfach für den Kampf um sein Herz und ihren Einsatz im Namen des Königreichs Illeá bestimmt ist …

PERSÖNLICHE MEINUNG
Den Grundgedanken der Reihe und dessen Umsetzung bewerte ich mit 5 von 5 Punkten. Es ist eine schöne Tradition, einer bürgerlichen Frau per Gesetz das Anrecht, ihre Heimat als Königin zu vertreten einzuräumen. Prinz Maxon hat auch nichts gegen diese – gegebenenfalls durchaus Schattenseiten aufweisende – Tradition einzuwenden.
An dieser Stelle komme ich gleich auf den unter dem Strich einzigen „Negativpunkt“ zu sprechen: das Genre (gemeint ist Liebesroman, nicht Jugendbuch). Ich persönlich liebe die Reihe, wie sie von Kiera Cass geschrieben worden ist und respektiere daher ihre Entscheidung, Americas und Maxons Liebesgeschichte in den Mittelpunkt gestellt zu haben. Dennoch muss ich mir eingestehen, dass manche der fesselnden Handlungssträngen abseits ihrer Liebesgeschichte noch etwas mehr ausgebaut werden können hätten. Ich bin mir sicher, auch andere Fans hätten gerne mehr Zeit mit der Trilogie verbracht – und diese Zeit bekommen können.

Nicht vollkommen glücklich (also, zu 99% habe ich nichts zu meckern – insbesondere beim ersten Band fühle ich mich während des Lesens wunderbar leicht) bin ich außerdem mit dem Schreibstil, der der Trilogie aufgrund einer bestimmten … Schwäche ein wenig von ihrem Zauber nimmt: Detailtreue muss ich einfach vermissen. Während Americas Zeit daheim in Carolina sehe ich bei beiden Gelegenheiten alles im Kopfkino vor mir, aber mit der Ankunft im Palast von Angeles verliert sich das leider bereits. Kiera Cass' Stärke liegt meiner Auffassung nach eindeutig darin, die Charaktere zum Leben zu erwecken und deren Beziehungen authentisch aufzubauen. Für die Charaktere verleihe ich ebenfalls 5 von 5 Punkten.


FAZIT


Einziges Manko sind die eher oberflächlichen Umgebungsbeschreibungen, wodurch leider nichts am Abzug eines Sterns vorbeiführt. Je nach persönlichem Geschmack könnten die Handlungsstränge neben Lady Americas und Prinz Maxons Zusammenfinden noch etwas mehr ausgeleuchtet werden, aber gerade, da der gesamten Geschichte ein runder Abschluss gegeben worden ist bin ich vollkommen zufrieden.
Mit 'Selection' bietet Kiera Cass eine einzigartige unvergessliche Geschichte, in der auch die Charaktere einzigartig und unvergesslich sind – und ich hätte nichts dagegen, bis in die Ewigkeit Geschichten aus Illeá zu lesen. :)

Veröffentlicht am 06.02.2019

Die Liebe schreibt die schönsten Geschichten! Grace und James' Gefühle füreinander könnten aber greifbarer sein ...

Die Liebe schreibt die schönsten Geschichten
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Überwiegend kommt es mir so vor, dass die Kapitel nach dem Grundsatz 'In der Kürze liegt die Würze' geschrieben worden sein könnten – aber die richtigen Zeitpunkte sind meinem Gefühl nach noch nicht erreicht ...

Überwiegend kommt es mir so vor, dass die Kapitel nach dem Grundsatz 'In der Kürze liegt die Würze' geschrieben worden sein könnten – aber die richtigen Zeitpunkte sind meinem Gefühl nach noch nicht erreicht gewesen. Dementsprechend bin ich auch erst spät mit den Charakteren und der Geschichte selbst warm geworden: ab Kapitel 21.

Leider berührt mich „Die Liebe schreibt die schönsten Geschichten“ aufgrund des Schreibstils nicht so, wie es sein sollte. Da der Funke nicht übergesprungen ist, ist das Mitfiebern ausgeblieben. Zum Glück bleibt der Schreibstil eine Frage des Geschmacks.
Gelegentlich bin ich aber tatsächlich enttäuscht gewesen, wie beispielsweise bei «Stimmt», nickte ich [...] ¹. In einem verlegten Buch kann ich schwer über diesen Stil hinwegsehen.
Oder: Der Mann an der Bar schob ihm ein Pint Bier zu ², nicht 'der Barkeeper' oder eine sinngemäße Alternative, falls der Protagonistin Grace die Bezeichnung 'Barkeeper' nicht geläufig ist – was ich ihr ja keinesfalls verübeln würde.


SPOILER
Doch man muss bis auf Heather alle Charaktere ins Herz schließen. James, der nicht gleichzeitig denken und blinzeln kann (), ist allerdings meine unerreichbare Nummer 1. Grace folgt direkt auf ihn, denn ich habe es doch immer wieder geliebt, zu lesen, dass sie aus Nervosität redet und redet und redet, was letztendlich einfach nur unterhaltsam sowie einnehmend ist. Ihrer Küchenuhr-Anekdote, wie James sagt, spende ich Applaus.
SPOILER ENDE


Ja, ich habe mir gewünscht, dass im Roman Bezug auf den Titel „Die Liebe schreibt die Geschichten“ genommen wird. Ein ganz subtiler hätte mir schon gereicht. Nur ist der Originaltitel „You Are Loved“ (Du wirst geliebt), der perfekt zur gesamten Geschichte passt! Für den Abschluss habe ich mir dann erhofft, dass wenigstens noch auf Grace als Schriftstellerin eingegangen wird – so bedeutungslos kann ihre schriftstellerische Zukunft nun wirklich nicht sein, nachdem sie Rose als Haushaltshilfe vertreten hat, um bitter nötigen Abstand zu ihrem tatsächlichen Beruf zu gewinnen.

¹ Jo Platt: Die Liebe schreibt die schönsten Geschichten, Rowohlt Verlag GmbH, 2018
² Jo Platt: Die Liebe schreibt die schönsten Geschichten, Rowohlt Verlag GmbH, 2018


Fazit
Unter dem Strich bin ich nie zum Umblättern verleitet worden, bin ich nicht Teil der Geschichte gewesen. „Die Liebe schreibt die schönsten Geschichten“ ist ein bodenständiger, authentischer Roman, was mir zusagt. Etwas Prickeln hätte aber nicht geschadet: von der Anziehungskraft zwischen Grace und James spüre ich nichts.
3 Sterne mit einem aufrichtigen Dank an die Autorin Jo Platt für die Charaktere an sich und den Verzicht auf unnötige überzogene Dramen.