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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.11.2022

Schöner, gefühlvoller Roman

Dein perfektes Jahr
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Hannah ist rundherum glücklich - seit vier Jahren verliebt in Simon und auch beruflich hat sie sich verändert. Alles läuft also perfekt - bis Simon schwer erkrankt und erfährt, dass er nur noch wenige ...

Hannah ist rundherum glücklich - seit vier Jahren verliebt in Simon und auch beruflich hat sie sich verändert. Alles läuft also perfekt - bis Simon schwer erkrankt und erfährt, dass er nur noch wenige Monate zu leben hat. Während Simon sein Schicksal annimmt, möchte die immer positiv denkende Hannah Simon helfen, seine Krankheit zu besiegen. Deshalb schenkt sie ihm zum Jahreswechsel einen bereits ausgefüllten Filofax, in dem sie jeden Tag eine kleine Aufgabe eingetragen hat.

Als Jonathan wie jeden Morgen von seiner Joggingrunde an der Alster zurück kommt, entdeckt er am Lenker seines Fahrrades eine Tüte mit einem Filofax. Für jeden Tag des Jahres sind bereits Termine eingetragen. In der Hoffnung, auf den Besitzer des Filofaxs zu treffen, beginnt er die Aufgaben zu lösen und die eingetragenen Termine wahrzunehmen.

Während sich Jonathans Leben im Laufe der nächsten Wochen komplett ändert, bricht für Hannah die Welt zusammen, als Simon plötzlich verschwindet.

Die einzelnen Kapiteln handeln immer abwechselnd von Jonathan und Hannah und manchmal kreuzen sich die Wege mehr oder weniger zufällig, bis dann endlich doch ein Kennenlernen stattfindet.

Die Sprache ist einfach gehalten und der Roman dadurch leicht zu lesen. Zu Beginn ist man vielleicht über manche Reaktionen der Protagonisten erstaunt, aber wenn man weiter liest, sind diese doch durchaus nachvollziehbar.

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Veröffentlicht am 14.11.2022

Ein sehr interessanter Roman

Rote Kreuze
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Die 90 jährige Tatjana erzählt ihrem jungen Nachbar ihr Leben in Moskau unter Stalin. 1910 wurde sie als Tochter zweier Russen in London geboren. Da ihre Mutter bei der Geburt starb, engagierte ihr Vater ...

Die 90 jährige Tatjana erzählt ihrem jungen Nachbar ihr Leben in Moskau unter Stalin. 1910 wurde sie als Tochter zweier Russen in London geboren. Da ihre Mutter bei der Geburt starb, engagierte ihr Vater ein englisches und ein französisches Kindermädchen für sie. Im Alter von 9 Jahren zog Tatjanas Vater mit ihr wieder nach Moskau, in der Hoffnung, dass der Kommunismus endlich Gleichberechtigung bringen würde. Tatjana verliebt sich und heiratet einen jungen Russen - bald darauf wird ihr Glück durch eine kleine Tochter erweitert.

Arbeit findet Tanja in Außenministerium, wo sie Dokumente übersetzt und abtippt.. Als ihr Mann in Kriegsgefangenschaft gerät, beginnt Tanja um ihr Leben zu zittern, denn Kriegsgefangenschaft war gleichbedeutend mit Deserteur und bedeutete Gefangenenlager oder Tod für die ganze Familie.

Trotz des ernsten Themas, ist der Roman sehr leicht zu lesen. Tanja erzählt ihrem Nachbarn jeden Tag ein Stückchen mehr vom Leben in Russland unter Stalin. Zwischendurch wird immer wieder aus Originaldokumenten - vor allem Korrespondenz mit dem Internationalen Roten Kreuz - zitiert.

Einige Stellen /Zitate haben mir besonders gut gefallen:

"Das Glück hat immer eine Vergangenheit, und jeder Kummer hat eine Zukunft"

"Sei tapfer, Tata, aber nicht dumm. Leg den Kopf nicht aufs Schafott. Sei schlau, aber nicht zu stolz zum Nachgeben. Das ist Weisheit! Sag lieber ja, und lauf weg. Versuche nicht, einem Menschen mit einem Messer zu beweisen, wie mutig du bist" - Rat von Tanjas Vater an seine Tochter

"Erkläre einem Idioten nicht, dass er ein Idiot ist, du erzählst einem Baum auch nicht, dass er aus Holz ist"

"Aber jetzt, wo in meinem Leben alles vorbei ist.... jetzt denkt sich Gott, dieser von mir erdachte Gott, für mich Alzheimer aus, weil er Angst hat. Er hat Angst, mir in die Augen zu schauen! Er will, dass ich alles vergesse. ....Alzheimer ist die stärkste Bestätigung, dass er mich fürchtet"

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Veröffentlicht am 08.11.2022

Ein bisschen schräg aber trotzdem ein Krimi

Hawelka & Schierhuber spielen das Lied vom Tod
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Typischer Wiener Humor - teilweise ziemlich schräg und sicher nicht immer politisch korrekt - man muss ihn mögen und damit umgehen können, um das Buch zu lesen. Eigentlich habe ich mir nach den ersten ...

Typischer Wiener Humor - teilweise ziemlich schräg und sicher nicht immer politisch korrekt - man muss ihn mögen und damit umgehen können, um das Buch zu lesen. Eigentlich habe ich mir nach den ersten Seiten nicht viel Krimigefühl erwartet, war dann aber angenehm überrascht. Unter dem humorvollen Mantel steckt ein Kriminalroman mit einer durchaus schlüssigen Handlung.

Die Charaktere der beiden ermittelnden Beamten kann ich noch nicht so richtig auseinander halten und ich weiß auch noch nicht, wie ich diese einschätzen soll, aber Henk und Frau Berlakovic (besonders letztere) sind mir schon ans Herz gewachsen.



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Veröffentlicht am 31.10.2022

Wien 1916

Der Henker von Wien
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Nicht nur, dass durch den Krieg Wien mit Lebensmittelknappheit und Inflation zu kämpfen hat, gibt es einen Parallelkrieg im Schwarzmarktmilieu. Der "Henker von Wien" scheint jeden auszuschalten, der seinen ...

Nicht nur, dass durch den Krieg Wien mit Lebensmittelknappheit und Inflation zu kämpfen hat, gibt es einen Parallelkrieg im Schwarzmarktmilieu. Der "Henker von Wien" scheint jeden auszuschalten, der seinen Tätigkeiten im Weg ist. Sein Markenzeichen - ein Strick mit einem perfekt geknoteten Henkersknoten um den Hals, mit dem seine Opfer aufgefunden werden. So sehr der übergewichtige und gemütliche Oberinspektor Nechyba auch sucht, der Henker von Wien und seine Helfer scheinen ihm immer einen Schritt voraus zu sein.

Ein sehr gelungener Roman, der das Wien in der K und K Zeit gut beschreibt. Besonders unterhaltsam finde ich die alten Wiener Ausdrücke, die entweder am Ende der Seite, oder auch am Ende des Buches erklärt werden.

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Veröffentlicht am 31.10.2022

Schöner erster Band

Ein kleines Stück von Afrika - Aufbruch
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1910 reist die 17 jährige Engländerin Ivory mit ihrem Vater auf eine Jagdsafari nach Kenia. Ivy selbst hasst es auf Tiere zu schießen, und verbringt ihre Zeit mit dem Beobachten von Tieren. Dort lernt ...

1910 reist die 17 jährige Engländerin Ivory mit ihrem Vater auf eine Jagdsafari nach Kenia. Ivy selbst hasst es auf Tiere zu schießen, und verbringt ihre Zeit mit dem Beobachten von Tieren. Dort lernt sie auch den Großwildjäger Adrian kennen, der bald um ihre Hand anhält.

Als Ivy bei Adrian auf der Farm einzieht, erkennt sie bald, dass er zwar versprochen hat, seine Safarireisen aufzugeben, jedoch selbst solche Reisen organisieren möchte. Zusammen leiten sie die Farm, und Ivy beginnt, verwaiste Jungtiere aufzuziehen und damit die nicht jagenden Gäste zu unterhalten.

Als Adrian im Krieg als vermisst gemeldet wird, muss Ivory neue Möglichkeiten finden, Geld zu verdienen um sich und ihre Mitarbeiter zu ernähren.

Sie beschließt deshalb, nur noch Safaris anzubieten, bei denen die Tiere beobachtet werden. Bei den Ausflügen mit dabei ist der Fotograf und Biologe Gerrit, der die Gäste und Tiere mit seiner Kamera festhält und Erinnerungsalben für die Teilnehmer erstellt.
Unterstützung und Freunde findet Ivory außerdem bei den Missionsschwestern Engelberta und Magret, sowie bei Sanele, einem jungen Kikuyumann, welcher auf der Farm arbeitet.

Der Roman ist sehr leicht und flüssig zu lesen. Die Organisation der Großwildsafaris wurde sehr gut beschrieben und auch die Einstellung der weißen, sehr reichen Gäste Kenias zu den Eingeborenen. In manchen ihrer Entscheidungen war Ivy wahrscheinlich ihrer Zeit voraus, aber auch damals , hat es wahrscheinlich schon Menschen gegeben, die anders denken.

Ein wirklich gelungener erster Band, dessen Geschichte in sich abgeschlossen ist, trotzdem jedoch neugierig auf die Fortsetzung macht.

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