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Veröffentlicht am 01.06.2026

Lebensfreude dank Mäuserich

Eine Maus namens Merlin
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Ich gestehe, ich bin gar nicht anfällig für diese Art von cosy Geschichten und bin entsprechend skeptisch an die Lektüre herangetreten.

Helen Cartwright eine 83jährige, mürrische Dame, die eigentlich ...

Ich gestehe, ich bin gar nicht anfällig für diese Art von cosy Geschichten und bin entsprechend skeptisch an die Lektüre herangetreten.

Helen Cartwright eine 83jährige, mürrische Dame, die eigentlich schon mit ihrem Leben abgeschlossen hat, holt sich eines verregneten Abends ein altes Aquarium aus dem Sperrmüll ins Haus und stellt dann fest, dass sie eine kleine Maus mit eingeschleppt hat.

Diese will sie zunächst ganz schnell wieder loswerden, doch töten will sie sie dann doch nicht.

Dieses kleine Wesen bringt sie dazu aus dem Haus zu gehen und Kontakt zu anderen Menschen aufzunehmen, z.b. mit dem Eisenhändler Cecil, der sich mit Mäusefallen auskennt und mit anderen nützlichen Dingen, oder mit der Bibliothekarin, die für sie Bücher mit Mäusewissen heraussucht. Es kommt wie es kommen muss. Die Maus wächst Helen schnell ans Herz, und sie fühlt sich auch gar nicht mehr so einsam mit ihr.

Die Geschichte ist schon ganz zauberhaft, das muss ich zugeben. Zum Glück bleibt die Maus eine ganz normale Maus und fängt nicht an zu sprechen, oder so.

Helen gibt sich große Mühe es sich mit ihrem neuen Haustier nett zu machen. Das ist schon allerliebst beschrieben und gar nicht so unrealistisch. Manchmal plätschert die Geschichte etwas dahin, es passiert nicht viel, ganz genau wie in Helen‘s Leben. Doch dann gibt es eine Wendung, die die alte Dame nochmal richtig fordert.

Keine Spur mehr von Todessehnsucht!

Ich mochte den hoffnungsvollen Ton dieses Textes, den leichten Humor ohne alberne Note und fand das Hörbuch sehr schön eingesprochen von Frauke Poolman.

Mein Fazit:

Ein nettes Buch für zwischendurch, gut geeignet als Seelenwärmer und als Ablenkung vom Alltag.

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Veröffentlicht am 31.05.2026

Ein Highlight und viel mehr als ein Thriller/Krimi

Long Bright River
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Die Geschichte, die Liz Moore hier erzählt und mit der sie an die vielen Drogentoten in Philadelphia insbesondere im Stadtteil Kensington erinnern möchte, hat viele Krimielemente, ist aber auch ein Gesellschaftsportrait ...

Die Geschichte, die Liz Moore hier erzählt und mit der sie an die vielen Drogentoten in Philadelphia insbesondere im Stadtteil Kensington erinnern möchte, hat viele Krimielemente, ist aber auch ein Gesellschaftsportrait und eine dramatische Familiengeschichte.
Protagonistin Michaela ( Mickey) ist Streifenpolizistin in diesem gefährlichen Drogenviertel in Philadelphia und hält bei ihren Schichten immer Ausschau nach ihrer jüngeren Schwester Kacey, mit der sie seit 5 Jahren nicht mehr gesprochen hat und die plötzlich verschwunden ist. Mickey macht sich Sorgen um die drogenabhängige Kacey, riskiert bei ihrer Suche ihren Job und bringt sich zudem immer mehr selbst in Gefahr, als sie beginnt Grenzen zu überschreiten.
Zugegeben, ich hatte zunächst Schwierigkeiten in die Geschichte hinein zu finden, aber dann hat dieser Roman einen solchen Sog entwickelt, dass ich das Buch überhaupt nicht mehr zur Seite legen konnte.
Die Autorin schreibt authentisch und fesselnd und voller emotionaler Wärme und Tiefe.
Die Geschichte beginnt mit dem Fund einer weiblichen Leiche, von der zunächst vermutet wird, sie ist ein weiteres Drogenopfer, gestorben an einer Überdosis. Doch dann stellt sich heraus, dass es wohl Mord war und recht bald ist zu befürchten, dass sich ein Serienmörder in diesem Viertel junge abhängige Frauen als Opfer sucht.
Im Gegensatz zu anderen Thrillern und Krimis wurde der Hauptfokus dieser Geschichte nicht auf den Kriminalfall gelegt, sondern ganz klar auf die persönliche Situation der Protagonistin, sowie auf deren Beziehungen zu ihrer Schwester, ihren Angehörigen und ihren Kollegen. Das fand ich sehr besonders,und es macht die Geschichte so authentisch und auch hochemotional. Denn es geht um Liebe, immer wieder zerstörte Hoffnungen und ums Verzeihen.
Ich fand das Buch ganz großartig, obwohl ich am Anfang nie gedacht hätte, dass es sich zu einem Highlight entwickeln würde. Es war mein erstes Buch der Autorin Liz Moore und ganz sicher nicht mein Letztes.

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Veröffentlicht am 20.05.2026

Mütter und Töchter

Niemands Töchter
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Mutter- Tochterbeziehungen, die Prägung der Töchter und die Frage nach der eigenen Herkunft und Identität, darum geht es in Niemands Töchter. Über mehrere Jahrzehnte lesen wir von Gabriele und Marie, ...

Mutter- Tochterbeziehungen, die Prägung der Töchter und die Frage nach der eigenen Herkunft und Identität, darum geht es in Niemands Töchter. Über mehrere Jahrzehnte lesen wir von Gabriele und Marie, von Isabella und Alma.
Wie die Leben dieser vier Frauen, die sowohl Mütter als auch Töchter sind zusammenhängen wird erst im Laufe der Geschichte offenbart.
Letztendlich wird klar, wie tief dieses Band zur eigenen Mutter in den meisten Fällen ist. Auch wenn es Verletzungen gibt, die zunächst unverzeihlich erscheinen, so ist Vieles doch aus Liebe passiert, um sich selbst und sein Kind zu schützen.
Es gibt ziemlich viele Zeit- und Personensprünge, die gerade beim Hörbuch ein sehr konzentriertes Hören erforderlich machen, um den Faden nicht zu verlieren.
Es lohnt sich aber am Ball zu bleiben, denn es macht Spaß, wie nach und nach ein Puzzleteil nach dem anderen zu einem Gesamtbild wächst.
Ich würde allerdings im Nachhinein eher zum Buch greifen, weil es wahrscheinlich einfacher ist der Geschichte zu folgen und weil das Hörbuch von der Autorin selbst gelesen wird, und mich das Ergebnis nicht vollends überzeugt hat, aber das ist meine ganz subjektive Meinung.
Insgesamt ist diese komplexe Familiengeschichte auf jeden Fall empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 14.05.2026

Selbstbestimmung

Im Leben nebenan
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„Was wäre wenn“ Geschichten ziehen mich immer wieder magisch an.

In dem Debütroman von Anne Sauer geht es um die Frage, die sich irgendwann jede Frau stellt, Kinder ja oder nein.

Toni, eine Frau in den ...

„Was wäre wenn“ Geschichten ziehen mich immer wieder magisch an.

In dem Debütroman von Anne Sauer geht es um die Frage, die sich irgendwann jede Frau stellt, Kinder ja oder nein.

Toni, eine Frau in den 30ern lebt in einer glücklichen Beziehung mit ihrem Freund in der Großstadt. Doch der Kinderwunsch bleibt unerfüllt.

Eines Tages wacht sie als Antonia in einem Parallelleben auf, lebt immer noch in dem Dorf, in dem sie aufgewachsen ist, hat ein Baby an der Brust und lebt ganz offensichtlich mit ihrer Jugendliebe Adam zusammen.

Sie hat keine Ahnung, wie sie zu diesem Kind gekommen ist, hat weder eine Erinnerung an die Geburt, noch an Adam, den sie nur als kleinen Jungen erinnert.

An dieser Stelle, wäre ich schon ausgerastet und hätte mich persönlich in die Psychiatrie eingewiesen.

Antonia nimmt es natürlich auch nicht gelassen, sie ist maßlos überfordert, aber irgendwie nimmt sie die Gegebenheiten auch hin, wenn auch im Panikmodus und teilweise mit Fluchtgedanken.

Die Geschichte wechselt immer wieder zwischen Antonia und Toni und erzählt diese beiden Leben parallel.

Ich fand es etwas frustrierend, dass sie sowohl in dem einen als auch in dem anderen Leben über weite Strecken unglücklich war.

Ja, die Autorin erzählt ungeschönt und ehrlich wie es ist im Leben mit Baby oder im Leben mit einem dringenden Kinderwunsch , der dann medizinisch begleitet wird, was für eine Paarbeziehung sicherlich sehr herausfordernd ist.

Nein, die Autorin bewertet diese Leben nicht danach, welches Leben wohl das Bessere wäre und das fand ich auch gut so. Es geht doch im Wesentlichen darum, dass Jeder selbstbestimmt ein Leben für sich wählen sollte.



Den klaren und flüssigen Schreibstil, (ab und zu blitze auch mal etwas Humor auf), mochte ich sehr.

Dennoch war es irgendwie nicht mein Buch. Vielleicht hätte mich die Geschichte in meinen 30ern mehr angesprochen. Mir war es insgesamt wohl auch zu sehr fokussiert auf das Thema Mutterschaft. Andere Aspekte traten mir bei beiden Leben zu sehr in den Hintergrund.

Und immer wieder fand ich die Lektüre nur deprimierend.

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Veröffentlicht am 12.05.2026

Locked Room Thriller auf einsamer schwedischer Schäreninsel

Bachelorette Party
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Schauplatz dieses Thrillers ist eine in malerischer Kulisse liegende schwedische Schäreninsel. Der Junggesellinnenabschied von Anneliese und ihren Freundinnen soll in dem neugebauten Luxus-Yogahotel der ...

Schauplatz dieses Thrillers ist eine in malerischer Kulisse liegende schwedische Schäreninsel. Der Junggesellinnenabschied von Anneliese und ihren Freundinnen soll in dem neugebauten Luxus-Yogahotel der Insel stattfinden, und da sie die ersten Gäste noch vor der offiziellen Eröffnung sind, haben sie den Prachtbau und die gesamte Insel ganz für sich alleine. Nur die Chefin des Hauses, Irene, und ein Koch sorgen sich um ihr Wohlergehen. Handys sind nicht erlaubt, denn hier lebt man Digital Detox.

Ich fand das Setting ist für einen Locked Room Thriller schon mal perfekt vorbereitet.

Was der Leser direkt im Prolog erfährt, aber sicherlich nicht jeder der Partygäste weiß, 10 Jahre zuvor sind auf dieser privaten Insel 4 Frauen verschwunden und nie wieder aufgetaucht.

Rückblicke in diese Zeit werden immer wieder eingestreut, so dass wir auch hier ganz allmählich erfahren, was damals geschehen ist.

Podcasterin Tessa, aus deren Sicht der Gegenwartsstrang erzählt wird, ist zwar eine gute Freundin der Braut Anneliese, hat aber noch ein anderes persönliches Motiv für den Wochenendtrip auf die Insel. Insgesamt haben sich die Freundinnen im Laufe der Jahre etwas aus den Augen verloren, was sie aber nicht daran hindert in bester Stimmung bei Trauzeugin Mikaela‘s vorbereiteten Aktionen und Spielchen mitzumachen.

Die Stimmung kippt, als eine der Frauen verschwindet und irgendetwas nicht zu stimmen scheint.

Es dauert aber über die Hälfte des Buches bis ein bißchen Gänsehautstimmung entsteht und sich die Ereignisse dann auch nicht gerade unblutig zu überschlagen beginnen.

Ich fand es auf jeden Fall unterhaltsam und kurzweilig. Auch die Atmosphäre des Buches hat mir gut gefallen. Es gab für mich allerdings auch ein paar Ungereimtheiten und Logiklücken, und die Auflösung war schon ein bißchen konstruiert. Den Charakteren hätte etwas mehr Tiefe gutgetan.

Insgesamt trotzdem ein empfehlenswerter Lesespaß, wenn auch mit leichten Schwächen.

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