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Veröffentlicht am 31.08.2019

Im Schatten der Vergangenheit

Hope Again
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"Hope again" ist Teil der Again Reihe von Mona Kasten, in die ich ohne Vorkenntnis der vorherigen Bücher quereinsteige, was gut gelingt.

Die Geschichte wird aus Sicht der 21jährigen Everly Penn erzählt, ...

"Hope again" ist Teil der Again Reihe von Mona Kasten, in die ich ohne Vorkenntnis der vorherigen Bücher quereinsteige, was gut gelingt.

Die Geschichte wird aus Sicht der 21jährigen Everly Penn erzählt, die sich in ihren Dozenten Nolan Gates (28 Jahre) verliebt. Wer denkt genau hier liegt das entscheidene Problem und diese Liebe verstößt halt gegen ethische Grundsätze und kann deshalb nur schwierig werden, wird schnell feststellen, dass es vielmehr die Vergangenheit ist, die ein Zusammensein dieses Paares scheinbar unmöglich macht. Sowohl Everly, als auch Nolan, haben traumatische Erlebnisse hinter sich und unverarbeitete Ängste, die ihnen im Wege stehen. Das ist einerseits nachvollziehbar, andererseits hat mich das ewige Hin und Her der Beziehung ein bißchen genervt, und ich hatte die Autorin im Verdacht, dass sie so das Ende künstlich hinauszögert.

Neben ihrer eigenen Liebesgeschichte hat auch Everly's Mutter eine neue Liebe gefunden, und mit diesem Mann möchte sie jetzt gerne zusammenziehen. Auf diese Ansage reagiert die Protagonistin nahezu pubertär, hat für ihre Ausraster natürlich Gründe, aber eine etwas erwachsenere Reaktion hätte ich mir schon gewünscht.

Mona Kastens Schreibstil ist gewohnt flüssig und sehr gefühlvoll. Man merkt der Autorin an, dass sie in dem Genre New Adult zu Hause ist. Der Einstieg in die Geschichte war für mich etwas schleppend, der Lesefluss wurde aber mit der Zeit besser. Ich musste mich in Everly's Charakter erst einlesen. Sie war mir zunächst auch nicht 100% sympathisch. Nolan blieb leider etwas blass. Als Nebencharakter gefiel mir Blake am besten. Er entpuppte sich als toller Freund für Everly und wird im Folgeband wieder auftauchen, wie ich gelesen habe.

"Hope again" ist aus meiner Sicht ein gefühlvoller New Adult Roman, der auf jeden Fall unterhaltsam ist und bei der Zielgruppe junge Erwachsene sicher gut ankommt. Er hat in meinen Augen ein paar Schwächen, macht aber trotzdem Spaß. Meine Tochter hat ihn in 2 Tagen verschlungen.(Ich habe aus angeführten Gründen etwas länger gebraucht!)

Veröffentlicht am 22.08.2019

Be my eyes

Blind
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Nathaniel ist blind, kommt aber dank verschiedener Hilfsmittel gut zurecht mit seiner Einschränkung. Sehr dankbar ist er für die Erfindung der App "Be my eyes", bei der ihm ein Sehender zugeschaltet wird, ...

Nathaniel ist blind, kommt aber dank verschiedener Hilfsmittel gut zurecht mit seiner Einschränkung. Sehr dankbar ist er für die Erfindung der App "Be my eyes", bei der ihm ein Sehender zugeschaltet wird, der für ihn das Sehen übernimmt. Möchte er z.B ein bestimmtes Hemd anziehen,kann ihm der Mensch, den er zur Hilfe kontaktiert bei der Farbauswahl helfen. In einer dieser banalen Alltagssituationen hat er plötzlich das Gefühl, dass der Frau, mit der er gerade noch telefoniert hat etwas Schreckliches passiert ist. Er hat einen Schrei gehört, bevor die Verbindung abgebrochen ist. So sehr er selbst seinen Instinkten vertraut, so schwierig ist es für ihn nach außen Gehör zu finden. Nur eine ältere Dame , die im selben Haus wohnt und seine Journalistenfreundin Milla glauben ihm, während er für die Polizei nach und nach selbst als Verdächtiger in den Fokus rückt.

Christine Brand hat sich sehr gut in den blinden jungen Mann hineingedacht. Da Nathaniel fest davon überzeugt ist, der fremden Frau helfen zu müssen, stellt er im Rahmen seiner Möglichkeiten selber Ermittlungen an und fordert dafür von Milla, der er vor nicht allzu langer Zeit eine Reportage über sein Leben ermöglicht hat den ein oder anderen Gefallen ein. Neben seiner Perspektive gibt es noch eine völlig andere Sicht auf den Fall von Seiten der Polizei, deren führender Ermittler der Lebensgefährte der Journalistin Milla ist. Das ist spannend gemacht ,und als Leser wird man auch immer unsicherer, ob Nathaniel wirklich so unschuldig ist, wie es zunächst den Anschein hat. Außerdem muss sich die Polizei noch mit einem 2. Fall, in dem es um mysteriöse Aidsinfizierte geht beschäftigen und man fragt sich natürlich die ganze Zeit, ob es einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen gibt.

Ich habe diesen Thriller sehr gerne gelesen. Die Geschichte war wirklich spannend gemacht, die Charaktere wirkten authentisch und der Schreibstil der Autorin flüssig und angenehm. Außerdem waren die einzelnen Kapitel recht kurz gehalten, die Perspektiven wechselten sich ab, es gab Rückblenden, die weitere Puzzleteilchen offenbarten, so dass es stets spannend blieb.

Ich habe Nichts zu meckern und wünsche diesem tollen Thriller einfach nur viele Leser!

Veröffentlicht am 16.08.2019

Eine Engländerin in New York, Cupcakes und Hochzeitstorten

Die kleine Bäckerei in Brooklyn
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Sophie's beruflicher Ausflug von England nach New York ist eher eine Flucht nach vorne als eine bewusst getroffene Entscheidung. Beruflich und privat läuft es für die Food-Journalistin wirklich gut, bis ...

Sophie's beruflicher Ausflug von England nach New York ist eher eine Flucht nach vorne als eine bewusst getroffene Entscheidung. Beruflich und privat läuft es für die Food-Journalistin wirklich gut, bis sie vom Doppelleben ihres Freundes erfährt und das Jobangebot auf der anderen Seite des großen Teiches, dass sie schon ausschlagen wollte, in letzter Minute doch noch annimmt. Die schmerzliche Trennung führt allerdings dazu, dass sich Sophie zunächst ziemlich abkapselt und sich nicht im Stande fühlt New York und ihr kleines Appartment in Brooklyn richtig zu genießen. Das ändert sich als sie ihre Vermieterin Bella, die eine kleine Bäckerei im Erdgeschoss führt, kennenlernt und deren attraktiven Cousin Todd, dem Frauenschwarm schlechthin. Natürlich schlägt Sophie alle Warnungen die ihr über den "Man in the City" zugetragen werden in den Wind und überdenkt ihr Vorstellungen von Liebe und Partnerschaft. Nach ihrer anfänglichen Lethargie ist sie fest entschlossen, die Zeit die ihr in New York noch bleibt voll auszukosten und jede Menge Spaß zu haben.

Diese zuckersüße Geschichte mit viel New York Feeling ist der 2.Teil der Romantic Escapes Reihe von Julie Caplin. Obwohl ich Teil 1 nicht gelesen habe, bin ich sehr gut in die Geschichte eingestiegen. Der flüssige Schreibstil der Autorin und die durchweg sympathischen Charaktere haben mir einige schöne Lesestunden beschert, in denen auch die Romantik und Erotik nicht zu kurz gekommen sind. Als Food Journalistin war für Sophie das Thema Essen natürlich immer present, und ich konnte mir die köstlichen Speisen und herrlichen Torten vor meinem geistigen Auge sehr gut vorstellen. Der Roman ist im Bereich leichte Unterhaltung anzusiedeln, als Wohlfühlbuch zum Entspannen, z.B im Urlaub ist er wunderbar.

Veröffentlicht am 09.08.2019

Junge Liebe in einer geteilten Stadt - Es gibt keine einfachen Lösungen-

Ein halber Sommer
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So wie die Autorin Maike Stein bin auch ich mit dem Bewusstsein aufgewachsen, dass Berlin durch eine Mauer in Ost und Westberlin geteilt ist und hatte nie zu hoffen gewagt, dass sich dieser Zustand mal ...

So wie die Autorin Maike Stein bin auch ich mit dem Bewusstsein aufgewachsen, dass Berlin durch eine Mauer in Ost und Westberlin geteilt ist und hatte nie zu hoffen gewagt, dass sich dieser Zustand mal ändern würde. Dieser Jugendroman ist eine Zeitreise ins Jahr 1961, kurz bevor DDR- Staats- und Parteichef Walter Ulbricht in einer Pressekonferenz sagt: "Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen" welche dann aber nur 2 Monate später doch gebaut werden sollte und bis 1989 bestehen blieb.

In dieser fiktiven Geschichte lernen sich die 17jährige Marie aus dem Osten der Stadt und die 17jährige (Helene) Lennie aus dem Westen Berlin's kennen, weil es im Frühjahr 1961 noch kein Problem war von einem Teil der Stadt in den Anderen zu gelangen. Ecki, der kleine Bruder von Marie hatte dort seine Fußballfreunde und Marie begleitete ihn regelmäßig. Nur der Vater der beiden durfte als DDR Funktionär Nichts von dem kleinen Ausflug wissen. Marie verliebt sich in das Mädchen aus dem Westen und auch Lennie hat Schmetterlinge im Bauch. Regelmäßig treffen sich die Beiden fortan und tauschen glücklich für die Zeit, in der sich nicht sehen können Briefe über einen geheimen Briefkasten aus. Umso größer ist der Schock als von einem Tag auf den anderen der Zugang zum anderen Teil der Stadt versperrt ist.

Spannend und voller Emotionen fiebert der Leser mit den Mädchen mit. Soll Marie wirklich ihr Leben riskieren, um zu Lennie zu kommen und den Vater und auch den kleinen Bruder zurücklassen, oder muss sie Lennie vergessen?

Der Berliner Dialekt, der in die Dialoge eingewoben ist macht die Figuren noch authentischer. Fehlt in der Ostberliner Familie die Mutter im Haus, so muss Lennie im Westen ohne den Vater aufwachsen, der aus dem Krieg nicht heimgekehrt ist und an dessen Tod die Mutter immer noch nicht glauben mag. Beide Mädchen gehen schon einer beruflichen Beschäftigung nach, wünschen sich aber etwas Anderes. Auch ihre Liebe müssen sie verheimlichen, denn sie stellt in den 60er Jahren einen Tabubruch dar und wird beiden Elternhäusern nicht toleriert.

Auch wenn der Erzählstil am Anfang etwas holprig war, habe ich die Geschichte richtig gern gelesen und konnte mich gut in die Zeit zurückversetzen. "Ein halber Sommer" ist ein spannendes, sehr gefühlvolles Jugendbuch, dass man auch als Erwachsener noch gut lesen kann. Die Autorin hat es wunderbar geschafft, ein Stück Zeitgeschichte in einem Roman zu verpacken.

Veröffentlicht am 03.08.2019

Unbefriedigendes Ende

ATME!
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Fast von Anfang an hetzt Nile, die sich mit "i" schreibt und nicht mit "e" wie die Leute fälschlicherweise immer annehmen durch den Roman. Die Icherzählerin, die endlich die große Liebe in Ben gefunden ...

Fast von Anfang an hetzt Nile, die sich mit "i" schreibt und nicht mit "e" wie die Leute fälschlicherweise immer annehmen durch den Roman. Die Icherzählerin, die endlich die große Liebe in Ben gefunden hat, der 1. Mensch, der ihren Namen von Anfang an richtig ausgesprochen hat, ist verzweifelt. Ausgerechnet beim Kaufen ihres Hochzeitskleides ist Ben aus der Boutique verschwunden ,während sie in der Umkleidekabine war. Nile ist sofort überzeugt, dass etwas Schreckliches passiert sein muss.

In kurzen abgehackten Sätzen erfährt der Leser von Nile's Ängsten, ihrer Vergangenheit und Ben's Exfrau, mit der er immer noch verheiratet ist, auch wenn der Scheidungstermin kurz bevor steht. Der Schreibstil bringt gut rüber wie anstrengend diese Protagonistin ist. Angstgetrieben sucht sie Ben nahestehende Personen auf, um sie aufzufordern ihr bei der Suche zu helfen.

Die Suche gestaltet sich durchaus spannend. .Die kleinen Puzzlestücke aus Nile's Leben die nach und nach den Blick des Lesers erhellen, halten den Spannungsbogen aufrecht. Zum Ende nimmt die Geschichte sogar nochmal Fahrt auf, und der Mix aus Fantasie und Wirklichkeit in Nile's Wahrnehmung verwirren den Leser zusätzlich. Die Auflösung hat mich dann leider überhaupt nicht überzeugt. Sie wirkte konstruiert, unwahrscheinlich und irgendwie unlogisch. Schade!