Profilbild von Nati

Nati

Lesejury Star
offline

Nati ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Nati über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.04.2022

Dreikönigsmord

Dreikönigsmord
0

Obwohl ich gerne Krimis und historische Romane lese, war ich zu Beginn doch skeptisch, ob mir ein Krimi zusammen mit einer Zeitreise ins Mittelalter gefallen würde.

Anfang Dezember erwacht die Hauptkommissarin ...

Obwohl ich gerne Krimis und historische Romane lese, war ich zu Beginn doch skeptisch, ob mir ein Krimi zusammen mit einer Zeitreise ins Mittelalter gefallen würde.

Anfang Dezember erwacht die Hauptkommissarin Jo Weber aus einem Alptraum, in dem sie als Hexe verbrannt werden soll Angeschlagen durch eine Erkältung möchte sie am liebsten an ihrem freien Tag im Bett liegen bleiben. Doch die Dezernatsleiterin überredet sie, sich gemeinsam mit ihrem Kollegen Lutz Jäger eine skelettierte Leiche im Kloster Waldungen anzusehen. Da die männliche Leiche mehrere Jahrhunderte alt ist, können sie wieder nach Hause fahren. Doch auf der Rückfahrt geschieht es, ein LKW gerät auf der glatten Straße ins Schleudern, diesem können sie zwar ausweichen, aber sie stoßen mit ihrem Auto gegen einen Baum und Schwärze umgibt sie. Als Jo Weber erwacht, fühlt sie sich wieder in einem Traum gefangen. Sie riecht keinen Krankenhausgeruch, sondern Kohlen, Kräuter und Weihrauch. Sie befindet sich in Ebersheim im Jahre 1380 und erwacht als Witwe eines Webers. Auch Lutz Jäger wird in das Jahr katapultiert und findet sich als Kneipenwirt der Grünen Traube wieder. Um ins 21. Jahrhundert zurückkehren zu können, müssen sie den Mord an einem jungen Mann klären. Doch wie soll dieses ohne den technischen Hilfsmitteln unserer Zeit gehen?

Das Buch ließ sich flüssig lesen und erzeugte schon auf den ersten Seiten Spannung. Auch wurde mir beim Lesen noch einmal bewusst, welche für uns normalen Dinge es im Mittelalter nicht gab. Die Zeit wurde nach dem Läuten der Kirchenglocke bestimmt oder nach dem Aufsagen des Vater unser. Geschickt hat die Autorin neben dem Glauben auch noch die Rolle der Frau während dieser Zeit mit einfließen lassen. Die beiden Charaktere der Kommissare Jo Weber und Lutz Jäger sind sehr unterschiedlich gezeichnet. Jo Weber ist eine Frau, die alles in Frage stellt und sehr kämpferisch reagiert. Lutz Jäger ist sehr einfallsreich und versucht immer das Beste aus einer Situation zu machen. Mir hat die Kombination aus historischen Roman und Krimi gefallen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.04.2022

Die Frau, die nie fror

Die Frau, die nie fror
0

Was mir bei dem Buch zu Beginn auffiel, war der schöne glitzernde Schutzumschlag, der an Eis erinnert und sich im Einband wiederholt.

Die Ich-Erzählerin Pirio und Thomasina lernen sich auf dem Internat ...

Was mir bei dem Buch zu Beginn auffiel, war der schöne glitzernde Schutzumschlag, der an Eis erinnert und sich im Einband wiederholt.

Die Ich-Erzählerin Pirio und Thomasina lernen sich auf dem Internat kennen. Beide fühlen sich von ihren Familien abgeschoben. Nach der Schulzeit halten sie weiter Kontakt. Pirio studierte Russisch und russische Literatur, um zu ihrer russischen Vergangenheit eine Beziehung aufzubauen. Thomasina, lebt in den Tag hinein, da sie von ihrer Familie großzügig unterstützt wird. Sie lernt Ned kennen, doch als ihr Sohn Noah geboren wird, hatten sie sich bereits getrennt. Trotz der Trennung kümmert sich Ned sehr um Noah. Thomasina wird Alkoholikerin und Pirio, die Noahs Patentante ist, kümmert sich auch um den Jungen.

Eines Tages nimmt Ned Pirio mit auf seinen Kutter. Im Nebel wird das Boot von einem großen Frachter gerammt. Pirio springt ins Wasser und wird Stunden später gerettet, doch die Suche der Küstenwache nach Ned bleibt erfolglos. Ein Fernsehsender, der von dem Unfall hört, lädt Pirio ins Studio ein. Sie hofft, dass sich jemand meldet, der Verantwortung für die Schiffskollision übernimmt, denn der Frachter fuhr weiter und kümmerte sich nicht um die Besatzung des Hummerkutters. Doch der Moderator ist mehr daran interessiert, Pirio herauszustellen, denn ihr Überleben bei den kühlen Temperaturen im Wasser grenzt an ein Wunder. Keiner kümmert sich mehr um den Schiffsunfall, doch Pirio lässt dieses Ereignis nicht mehr los. Sie macht sich daran Hintergründe zu recherchieren und trifft auf verschiedene Personen, doch es ist schwierig für sie zu entscheiden, wen sie trauen darf und wen nicht.

Der Anfang des Buches wirkte auf mich zuerst durch die ausführlichen Beschreibungen etwas langatmig, bevor sich die Geschichte richtig entwickelte. Doch im Laufe des Buches wurde es interessanter und spannender. Elisabeth Elo überraschte mich immer wieder mit ungewöhnlichen Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet hatte. Die Hauptprotagonistin Pirio war mir sympathisch. Sie ist eine starke Persönlichkeit, die sich bis zum Ende des Buches weiterentwickelt. Das Buch lässt sich meiner Meinung nach in kein bestimmtes Genre einsortieren, es bietet Elemente von einem Thriller, sozialkritisches und Frauen auf.
Ich fühlte mich von dem Buch gut unterhalten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.04.2022

Ausflug in die 1970er Jahre

Gretas Erbe
0

Greta wächst auf dem Weingut ihrer Zieheltern Hellert auf. Ihre ledige Mutter war bei ihrer Geburt verstorben. Nur ein Foto ist die einzige Erinnerung an sie, aber auch wer ihr Vater war, ist unbekannt. ...

Greta wächst auf dem Weingut ihrer Zieheltern Hellert auf. Ihre ledige Mutter war bei ihrer Geburt verstorben. Nur ein Foto ist die einzige Erinnerung an sie, aber auch wer ihr Vater war, ist unbekannt. Bei der Winzerfamilie muss sie schon früh in den Weinbergen mit helfen. Greta hat ein Gespür für den Wein und es macht ihr Freude dort zu arbeiten. Greta und Robert, der aufbegehrende Sohn der Familie Hellert, kommen sich näher. Heimlich treffen sie sich und Greta erkennt für sich, dass sie ein selbstbestimmtes Leben führen möchte. Sie will studieren und Lehrerin werden. Doch kann sie sich ihren Traum erfüllen?

Hinter Nora Engel verbergen sich die Autorinnen Danela Pietrek und Tania Krätschmar. Sie haben mit Greta eine wunderbare Protagonistin erschaffen, die sehr sympathisch ist. Ich habe Greta bei ihrer Arbeit auf dem Weingut begleitet, habe ihr beim Schneiden der Reben über die Schulter geschaut und war an ihrer Seite als die Lese der Trauben erfolgte. Nun genieße ich jedes Glas Wein doppelt, da ich weiß, welche harte Arbeit dahinter steckt.

Aber auch die anderen Charaktere sind erstaunlich gut mit Ecken und Kanten beschrieben. Der Roman hat keine großen Spannungsmomente, denn schon früh habe ich geahnt, wer der Vater von Greta ist.

Das Buch spielt Anfang der 1970er Jahre und der damalige Zeitgeist ist wunderbar eingefangen. Neben historischen Ereignissen, die mit der Geschichte verwoben sind, wird dieses noch mit Musikstücken der damaligen Zeit untermalt, die am Ende in einer Playlist aufgeführt sind. Mir hat dieser Ausflug in die 1970erJahre gefallen und ich bin gespannt auf die Fortsetzung, da das Buch mit einem Cliffhanger endet.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.04.2022

Kreuzfahrtschiff "Große Freiheit"

Treibland
0

Das Landeskriminalamt erhält einen anonymen Anruf, dass es auf dem Kreuzfahrtschiff „Große Freiheit“ einen Toten gegeben hat. Der Tote, ein Hamburger, soll an einer merkwürdigen Krankheit gestorben sein, ...

Das Landeskriminalamt erhält einen anonymen Anruf, dass es auf dem Kreuzfahrtschiff „Große Freiheit“ einen Toten gegeben hat. Der Tote, ein Hamburger, soll an einer merkwürdigen Krankheit gestorben sein, es ist nicht klar, ob er absichtlich infiziert wurde. Da das Schiff unter panamaischer Flagge fährt, fällt der Kreuzfahrer eigentlich nicht in die Zuständigkeit der Hamburger Polizei. Doch es sollen zwei Ermittler an Bord, um Amtshilfe für die Kollegen aus Panama zu leisten. Es werden bewusst zwei Polizeibeamte ausgesucht, die die Arbeit langsam angehen lassen und keine Bäume ausreißen. Die Wahl fällt auf Kommissar Adam Danowoski, dem vom Arzt gerade Hypersensibilität bestätigt wurde und auf den trockenen Alkoholiker Finzel. Da das Schiff unter Quarantäne steht, darf es nur mit einem Schutzanzug betreten werden. Bei einem Besuch von Danowoski auf dem Schiff zerreißt der Anzug und der Kommissar muss auf dem Kreuzfahrer bleiben. Er wird von allen gemieden und wird der Pestbulle genannt. Da er an Bord nicht untätig sein will, beginnt er zu ermitteln, doch dieses geschieht oft sehr widerwillig.

In Zeiten der boomenden Kreuzfahrtreisen fand ich es interessant, wenn ein Krimi mal auf diesen Hotelschiffen spielt. Auch über die Zuständigkeiten auf einem solchen Schiff, hatte ich mir bisher noch keine Gedanken gemacht. Doch meine Erwartungen wurden nicht ganz erfüllt. Zu den handelnden Personen konnte ich keine Beziehung aufbauen, es gab keinen, dem ich meine Sympathie schenken konnte. Die vielen Gedanken, die sich der Kommissar über seine Krankheit und seine Familie machte, hemmten meinen Lesefluss, da die Geschichte um den tödlichen Virus, dann immer wieder in den Hintergrund trat. Der Schreibfluss wirkte auf mich am Anfang etwas hölzern, dieses wurde erst im weiteren Verlauf runder. Genauso war es mit der Spannung, die sich nur langsam aufbaute, dann aber im letzten Drittel des Buches anstieg. Aber so richtig warm geworden bin ich mit dem Buch nicht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.04.2022

Die Pensionierung rückt heran

Mehr Zeit mit Horst
0

Nur noch 190 Tage bis zur Pensionierung von Horst. Horst ist Lehrer und mit Beginn der Sommerferien will er in seinen wohl verdienten Ruhestand gehen. Gemeinsam mit seiner Frau Gabriele, die Buchhändlerin ...

Nur noch 190 Tage bis zur Pensionierung von Horst. Horst ist Lehrer und mit Beginn der Sommerferien will er in seinen wohl verdienten Ruhestand gehen. Gemeinsam mit seiner Frau Gabriele, die Buchhändlerin ist, will er sich auf Reisen begeben, am liebsten mit einem Wohnmobil durch die USA. Für Gabriele muss nun ein neuer Pass her. Doch dieses ist nicht so einfach wie es klingt. Die Dame im Service-Center der Stadt bemängelt ausgiebig die Bilder, die Horst in mühevoller Kleinarbeit in der eigenen Wohnung von Gabriele erstellt hat, denn sie entsprechen nicht der geforderten Norm. Hilfreich weist sie auf den Fotoautomaten vor dem Büro, doch der hat auch seine Tücken und ständig wird man gestört.

Ein herrlich erfrischendes Buch, das aus der Sicht von Gabi erzählt wird. Es liest sich flüssig und leicht. Schnell ist man im Geschehen und kann sich gut die jeweiligen Situationen vorstellen, da man selbst schon ähnliches erlebt hat. Während der Arbeitszeit freuen sich die meisten auf ihre Pensionierung und denken nicht an die große Umstellung, die sich dann ergibt. Auch Gabi ist noch unschlüssig, ob Dauerferien ihrer Ehe gut bekommen würden. Sie liebt ihre Tätigkeit als Buchhändlerin und ist unschlüssig, ob sie diese aufgeben soll, um mit ihrem Mann 24 Stunden am Tag zusammen zu sein. Denn gerade steht sie in ihrem Job vor neuen Herausforderungen.

An dem Buch gefällt mir besonders, dass es sich bei den Protagonisten um ganz normale Personen handelt, die mit ihren alltäglichen und lebensnahen Problemen zu Recht kommen müssen. Die Umgestaltung des Ehealltags, die Bedürfnisse des Einzelnen und die Gedanken, die einer Frau um die 60 durch den Kopf gehen, werden auf humorvolle Weise geschildert, ohne platt zu wirken. Neben der wunderschönen Situationskomik bietet das Buch auch ein paar ernste Gedankensplitter, die zum Nachdenken anregen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere