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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.01.2026

Liebe am Broadway

Roomies
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Mit Mitte Zwanzig ist Holland nicht gerade auf dem Höhepunkt ihres Lebens. Sie verkauft T-Shirts im Broadway-Theater ihres Onkels und auf dem Weg zur Arbeit lauscht sie gern einem talentierten Straßenmusiker. ...

Mit Mitte Zwanzig ist Holland nicht gerade auf dem Höhepunkt ihres Lebens. Sie verkauft T-Shirts im Broadway-Theater ihres Onkels und auf dem Weg zur Arbeit lauscht sie gern einem talentierten Straßenmusiker. Als dieser ihr eines Abends das Leben rettet, stellt sie ihn ihrem Onkel vor, der ihm prompt eine Stelle anbietet. Doch Calvins Studentenvisum ist abgelaufen, er ist illegal in den USA. Um seinen Traum einer Musikkarriere zu verwirklichen, schlägt Holland vor, ihn zu heiraten – sie hat ihn sowieso schon seit Monaten angehimmelt. Doch nachdem sie sich das Ja-Wort gegeben haben und Calvin bei ihr einzieht, wird klar: Die Anziehung zwischen ihnen ist mehr Sein als Schein …

Mir haben die Idee und das Setting am Broadway sehr gut gefallen. Dahingehend wurde ich auch nicht enttäuscht.

Der Schreibstil ist leicht, flüssig und witzig und auch der Sprecherin Simone Scheuer kann man sehr gut zuhören. Die ganze Geschichte wird aus Hollands Sicht erzählt, wodurch man einen guten Einblick in ihre Gedanken und Gefühlswelt bekommt. Diesen Einblick hätte ich mir auch bei Calvin gewünscht, um auch ihn noch besser kennen zu lernen.

Die Protagonisten waren sympathisch, manchmal fand ich allerdings, dass die Geschichte zwischen den beiden unnötig kompliziert gemacht wurde und das Drama erschien zu gewollt. Auch bei den leidenschaftlichen Szenen wäre, für meinen Geschmack, weniger mehr gewesen.

"Roomies" ist eine unterhaltsame Liebesgeschichte mit Spice, die man gut zwischendurch hören kann.

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Veröffentlicht am 03.01.2026

Die Reise zum Tee

Der Teepalast
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1834, ein kleines Dorf in Ostfriesland. Lene Vosskamp wächst in einer Fischerfamilie in bitterer Armut auf und muss schon als Kind schwere Schicksalsschläge hinnehmen. Doch dann gerät sie durch einen Fremden ...

1834, ein kleines Dorf in Ostfriesland. Lene Vosskamp wächst in einer Fischerfamilie in bitterer Armut auf und muss schon als Kind schwere Schicksalsschläge hinnehmen. Doch dann gerät sie durch einen Fremden in den Besitz einer geheimnisvollen Münze, die sie berechtigt, in China mit Tee zu handeln. Fortan ist sie beseelt von dem Gedanken, sich aus ihren elenden Verhältnissen zu befreien und als erste Frau ein Tee-Imperium zu gründen. Für Lene beginnt eine gefahrvolle Odyssee, die sie über die Meere der Welt und in ferne Länder führt – und auf die Spur der Liebe ihres Lebens, die ihr einst in einer Weissagung prophezeit wurde ...

Mit über 650 Seiten ist "Der Teepalast" ein ziemlicher Wälzer, weshalb ich mich für das Hörbuch mit immerhin auch beachtlichen 21 Stunden entschieden habe. Vom ersten Moment an konnte mich die Geschichte in ihren Bann ziehen und ich wollte gar nicht mehr aufhören zu hören. Dazu hat auch die tolle Sprecherin Julia Nachtmann beigetragen, die mit den plattdeutschen Elementen das norddeutsche Flair unterstreichen konnte.

Auch, dass die Geschichte teilweise in meiner Heimatstadt Bremen spielt, hat dazu beigetragen, dass ich durch meine Ortskenntnis der Handlung besonders gut folgen konnte und mir oft vorgestellt habe, wie diese Orte im Jahr 1834 tatsächlich ausgesehen haben.

Zu der Protagonistin Lene Vosskamp konnte ich schnell eine Verbindung aufbauen und habe die ganze Zeit über mit ihr mitgefiebert und mitgelitten.

Mit "Der Teepalast" ist Elisabeth Herrmann ein starker, mitreißender historischer Roman gelungen, dessen hörbuch ich nur so verschlungen habe.

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Veröffentlicht am 03.01.2026

Eine Geschichte, die Generationen verbindet

Flusslinien
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Margrit Raven ist hundertzwei und wartet auf den Tod. Früher war sie Stimmbildnerin, jetzt lebt sie in einer Seniorenresidenz an der Elbe. Jeden Tag lässt sie sich von dem jungen Fahrer Arthur in den Römischen ...

Margrit Raven ist hundertzwei und wartet auf den Tod. Früher war sie Stimmbildnerin, jetzt lebt sie in einer Seniorenresidenz an der Elbe. Jeden Tag lässt sie sich von dem jungen Fahrer Arthur in den Römischen Garten bringen. Dort, mit Blick auf den Fluss, erinnert sie sich: an ihre Kindheit, den Krieg, ihre Liebhaber und an das, was sie über die einstige Gärtnerin dieses Parks weiß, Else, die große Liebe ihrer Mutter.
Die Erinnerungen halten Margrit am Leben – und die Besuche ihrer zornigen Enkelin. Luzie hat sich kurz vor dem Abitur von der Schule abgemeldet und übernachtet nun allein in einer Hütte an der Elbe. Während sie Margrit, deren Mitbewohner und sich selbst im Keller der Seniorenresidenz tätowiert, versucht sie, Stich für Stich, ihre Kraft und ihr Leben zurückzugewinnen.
Und dann ist da noch Arthur. Wenn er gerade niemanden zur Dialyse fährt, sucht er mit einer Metallsonde den Strand ab, erfindet Sprachen, kämpft für gefährdete Arten und ringt mit einer Schuld.
Um nicht vom Strom der eigenen Erinnerungen fortgerissen zu werden, müssen sich die drei auf sich selbst besinnen. Und aufeinander einlassen.

Die ganze Geschichte wird im Wechsel aus Sicht der drei Protagonisten Arthur, der 102-jährigen Margrit, sowie ihrer Enkelin Luzie erzählt, wodurch man die Charaktere sehr gut kennen und lieben lernt. Die Protagonisten haben alle mit Problemen aus der Vergangenheit zu kämpfen, die ihr gegenwärtiges Leben beeinflussen. Schauplatz der gesamten Handlung ist Hamburg und die schönen Beschreibungen lassen sowohl die Stadt als auch die Charaktere lebendig erscheinen.

Die Art und Weise, wie diese drei Leben miteinander verknüpft werden und so auch gleichzeitig verschiedene Generationen miteinander verbunden werden, hat mir besonders gut gefallen und hat hier und da auch zum Nachdenken angeregt.

Mit kurz gehaltenen Kapiteln, einer ruhigen und tiefgründigen Atmosphäre ohne große Spannung, schafft es Katharina Hagena dennoch diesem Roman eine Sogwirkung zu verleihen.

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Veröffentlicht am 03.01.2026

Wahre Begebenheiten

Die Schule am Meer
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Juist, 1925: Tatkräftig und voller Ideale gründet eine Gruppe von Lehrern am äußersten Rand der Weimarer Republik ein ganz besonderes Internat. Mit eigenen Gärten, Seewasseraquarien und Theaterhalle. Es ...

Juist, 1925: Tatkräftig und voller Ideale gründet eine Gruppe von Lehrern am äußersten Rand der Weimarer Republik ein ganz besonderes Internat. Mit eigenen Gärten, Seewasseraquarien und Theaterhalle. Es ist eine eingeschworene Gemeinschaft: die jüdische Lehrerin Anni Reiner, der Musikpädagoge Eduard Zuckmayer, der zehnjährige Maximilian, der sich mit dem Gruppenzwang manchmal schwer tut, sowie die resolute Insulanerin Kea, die in der Küche das Sagen hat. Doch das Klima an der Küste ist hart in jeder Hinsicht, und schon bald nehmen die Spannungen zu zwischen den Lehrkräften und mit den Insulanern, bei denen die Schule als Hort für Juden und Kommunisten verschrien ist. Im katastrophalen Eiswinter von 1929 ist die Insel wochenlang von der Außenwelt abgeschlossen. Man rückt ein wenig näher zusammen. Aber kann es Hoffnung geben, wenn der Rest der Welt auf den Abgrund zusteuert?

Schon bald nachdem ich zu lesen begonnen habe, hatte ich das Gefühl, dass dieses Buch auf wahren Begebenheiten beruht, konnte aber im Buch zunächst keinen Hinweis darauf entdecken. Erst als ich ungefähr die Hälfte des Buches gelesen hatte und immer noch denselben Eindruck hatte, habe ich angefangen, ein bisschen zu recherchieren und habe recht schnell die Bestätigung dafür gefunden. Es gibt dazu auch einen ca. 5-minütigen Beitrag in der ARD-Mediathek.

Obwohl die Geschichte ein bisschen gebraucht hat, um richtig packend zu werden, habe ich mich dennoch entschieden, dem Buch 5 Sterne zu geben. Die Geschichte kommt zudem ohne großen Spannungsbogen aus und schafft es trotzdem noch lange in Erinnerung zu bleiben.

Vorne im Buch gibt es eine Skizze des Internatsgeländes und auch einige Bilder, die aus dem Archiv des Küstenmuseums Juist stammen, wie die Autorin im Nachwort erwähnt. Besonders das Nachwort hat mich nochmal nachdenklich gestimmt und ich finde es wirklich traurig, dass es für Sandra Lüpkes offenbar wirklich schwierig war, all diese Informationen über die Schule am Meer, sowie die Menschen, die dort gelebt haben, zusammenzutragen. Wie dann auch aus dem Nachwort hervorgeht, hatte das Internat auch eine später recht bekannte Schülerin: Beate Uhse.

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Veröffentlicht am 03.01.2026

Etwas enttäuschend

1793
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Stockholm im Jahr 1793: Eine verstümmelte Leiche wird geborgen. Arme und Beine fehlen, der Rest ist fast bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Zwei Ermittler tun sich zusammen, um diesen grausamen Fund aufzuklären: ...

Stockholm im Jahr 1793: Eine verstümmelte Leiche wird geborgen. Arme und Beine fehlen, der Rest ist fast bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Zwei Ermittler tun sich zusammen, um diesen grausamen Fund aufzuklären: Jean Michael Cardell, ein traumatisierter Kriegsveteran mit einer Holzhand, und der Jurist Cecil Winge, genialer als Sherlock Holmes und bei der Stockholmer Polizei für »besondere Verbrechen« zuständig. Schon bald finden sie heraus, dass das Opfer mit chirurgischer Präzision gefoltert wurde. Der Ruf nach Gerechtigkeit treibt sie an, doch sie wissen nicht, welche Abgründe auf sie warten …

Dieses Buch stand schon lange auf meiner Wunschliste und ich war daher sehr gespannt auf die Geschichte.

Ohne genau sagen zu können, woran es lag, habe ich mich immer wieder dabei ertappt, dass ich beim Hören mit den Gedanken abgeschweift bin und der Geschichte dementsprechend manchmal nicht so ganz folgen konnte. Möglicherweise hat mich die Geschichte einfach nicht so gefesselt oder die beiden Sprecher haben diese zu monoton vorgetragen. Vielleicht war es aber auch der Länge geschuldet und den teilweise recht langatmigen Stellen.

Die Morde wurden sehr brutal dargestellt, sodass man hier schon ein bisschen was abkönnen sollte als LeserIn.

Leider lässt mich dieses viel gelobte Buch etwas enttäuscht zurück.

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