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Nilchen

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.10.2021

Seine Stärken muss man finden im Leben

Aribella und die Feuermaske
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Was für ein Auftakt! Aribella meint es gut und will ihren Freund Theo beschützen und merkt, dass sie eine besondere Fähigkeit hat, die sie allerdings zunächst nicht besonders findet, sondern erschreckend. ...

Was für ein Auftakt! Aribella meint es gut und will ihren Freund Theo beschützen und merkt, dass sie eine besondere Fähigkeit hat, die sie allerdings zunächst nicht besonders findet, sondern erschreckend. Sie kann Feuer aus ihren Fingern zünden! Es verschlägt sie kurzerhand vor ihrem 13. Geburtstag nach Venedig zu den Cannovacci. Ein geheimer besonderer Bund.
Ein Ereignis jagd das Nächste. Dieses Buch ist ein wirklich spannendes Buch für Kinder. Mich hat überzeugt, dass wir Aribella begleiten bei einer Selbstfindung auf deren Weg sich der Wert guter Freunde deutlich macht und es sich lohnt Mut zu beweisen für die richtigen Dinge.
Und natürlich ist die Kulisse Venedigs eine besondere für diese Geschichte. Entsprecht toll und atmosphärisch hat die Autorin Anna Hoghton ihr Debüt geschrieben.
Das Buch ist laut Verlag für Kinder ab 10 Jahren, sicherlich eine Angabe für das Selbstlese-Alter, denn es ist reichlich Text pro Seite und nicht illustriert, sieht man mal von der Rialtobrücke ab die jedem Kapitelanfang vorangestellt ist. Sprich, ein Buch für gute Leser:innen oder auch schon früher zum Vorlesen, dann würde ich ca 8 Jahre anpeilen.
Wir waren restlos begeistert!

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Veröffentlicht am 17.10.2021

Mordmäßig unterhaltsam!

Schwund
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Totgelacht habe ich mich, obwohl es in Summe dann doch mehr als 50 Leichen gab. Bin ich abgestumpft? Oh nein, Tatjana Kruse hat gekonnt humorvoll an meiner Lachmuskulatur gearbeitet, denn sie schreibt ...

Totgelacht habe ich mich, obwohl es in Summe dann doch mehr als 50 Leichen gab. Bin ich abgestumpft? Oh nein, Tatjana Kruse hat gekonnt humorvoll an meiner Lachmuskulatur gearbeitet, denn sie schreibt einfach witzig. Es heißt ja auch zu Recht im Untertitel „Ein Thriller, aber in heiter“.
Ist es nun doch ein comediantisches Werk? Mit nichten! Es gibt wirklich mehr Leichen als einem lieb ist und diesen Fall gilt es mit aller Härte aufzuklären, aber das Figurenkabinett wird halt eher unvorteilhaft in Szene gesetzt und vieles herrlich überzeichnet. Trotzdem viel Blut zu erleben? Mmmhhhh, auf jeden Fall sind die Toten nicht so lecker beschrieben und es kommt auch zu actionreichen Szenen, aber es hält sich (zum Glück) in Grenzen. Hier steckt wirklich alles drin: Serienmörder, Clans, Drogen, Schießerei und ein spektakulärer Showdown!
Aber nun mal zu diesem kuriosen Figurenkabinett: Da sind die beiden Hübschen Ermittlerin Sisu und Ermittler Fabian, die den Fall in Berlin als Erste aufnehmen und ihr karrieregeiler Chef Kinski will die schnelle Aufklärung, aber subito! Es folgen weitere Morde im gleichen Stil in anderen Orten Deutschlands und es stoßen noch der mampfende Schröder und der Drogenspezialist Fassbinder dazu. Dazu garniert mindestens 4 Gerichtsmediziner:innen, ein rambomäßiger Einsatzheld, ein aaliger Staatsanwalt und natürlich viele Polizisten mit Lokalkolorit! Es wird mit Vorurteilen gespielt, wenn es beispielsweise um Clans geht und wie das Drogenmilleu sich gegenseitig das Leben schwer macht. Tatjana Kruse spielt gekonnt mit Sprache und entlockte mir dadurch viele viele Lacher.
Fazit: Ja, ‚Schwund‘ ist ein Thriller mit viel Klamauk, mich hat es großartig unterhalten! Gerne mehr davon.

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Veröffentlicht am 17.10.2021

Einfach mal aufs Rad und los!

Fahrtwind – Mit dem Klapprad von Rio bis nach Kanada
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Cem Özulus, ein Ingenieur mit gut laufender Karriere, schon quer durch Deutschland gearbeitet, kommt an einem Punkt im Leben an – nein, es ist keine midlife crisis – wo er sich fragt was da noch kommt ...

Cem Özulus, ein Ingenieur mit gut laufender Karriere, schon quer durch Deutschland gearbeitet, kommt an einem Punkt im Leben an – nein, es ist keine midlife crisis – wo er sich fragt was da noch kommt und schmiedet kurzerhand – ja, innerhalb weniger Wochen - einen Wahnsinnsplan: Mit dem Klapprad von Rio bis Kanada! Die Meisten in seinem Umfeld raten ihm ab, aber er bleibt dabei. Kündigt und ist weg mit dem „Fahrtwind“!
Äußerst beeindruckend wie Cem sich auf macht um die Welt zu umarmen. Alleine die Idee des Klapprades um nahbar zu sein, nicht mit einem sportlichen Rennrad durch die Gegend zu düsen. Sondern wirklich mit dem flow der Locals. Ihm geht es nicht ums Radeln, nicht um den Rekord jeden Meter mit dem Klapprad zu fahren. Nein, er will entdecken und erfahren, sucht Austausch.
Er reflektiert wo es ihm gefällt, wie die Dynamik zwischen ihm und Einheimischen sich entwickelt und sucht fortwährend Kontakt. Besonders charmant ist dabei immer wieder, dass er einer ist „wie du und ich“. Auch Cem nimmt sich vor Portugiesisch zu lernen um vor Ort besser zu kommunizieren und es wird nix. Auch fährt er mal mit dem Bus oder fliegt ein Stück. Nix muss, alles geht – hauptsache es passt und bringt Cem Land und Leute ein wenig näher. Auch ergeben sich unerwartete Pausen, wie der Tod eines nahen Angehörigen und Jobangebote, die ihn von seiner Strecke abbringen. Er nimmt aber den Faden immer wieder auf und reist weiter bis nach Kanada. Beharrlich und konsequent zieht er es durch.
Angenehm ist, dass die Reise zwar chronologisch erzählt wird, aber auch von Kapitel zu Kapitel Sprünge vorhanden sind, so bleibt es kurzweilig. Das Buch hat keinen literarischen Tiefgang, aber ist inhaltlich überzeugend und inspiriert! Ganz nach dem Verlagsmotto: ‚Wenn nicht jetzt‘… Mich hat es beeindruckt und hallt noch nach. Definitiv lesenswert!

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Veröffentlicht am 07.10.2021

Das Feuer des Sarkasmus brennt

Tagebuch einer überaus glücklichen Geschiedenen
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Schon der erste Satz des Buches überzeugt und wenn ich mal wieder einen Buchbeginn zitieren soll, dann wird es dieser hier:
„Das Leben ist viel zu kompliziert, als dass man das Alter eine Person tatsächlich ...

Schon der erste Satz des Buches überzeugt und wenn ich mal wieder einen Buchbeginn zitieren soll, dann wird es dieser hier:
„Das Leben ist viel zu kompliziert, als dass man das Alter eine Person tatsächlich aus der Anzahl der Jahre ableiten könnte, die sie bereits gelebt hat. Es kommt mir wie eine grobe Vereinfachung vor, stumpf die vergehenden Tage zusammenzuzählen.“
Ein sehr amüsantes Buch mit vielen brutal ehrlichen Momenten, die einen lockerer aufs Leben schauen lassen. Erst nach einigen Seiten wurde mir klar, dass es sich um einen Folgeband handelt, was aber völlig egal ist, weil die Story recht simple ist und man ihr trotzdem folgen kann: Es naht die 50, Mann in der Midlifecrisis hat sich eine Jüngere gesucht und nun sind sie geschieden und unsere Protagonistin Diane geht wieder mit erhobenen Hauptes durchs Leben!
„… Die Schwäche meines Wiederstands hatte mich ein wenig enttäuscht, ohne mich jedoch zu wundern.“ (S. 270)
Sie nimmt ihr Leben wieder in die Hand und fängt an einer Schule an zu arbeiten, natürlich gibt es alte und neue Männer in ihrem Leben und Freudinnen fehlen natürlich auch nicht.
Nun könnten man sagen: Langweiliger Chick-Lit-Kram, aber da muss ich enttäuschen, die frankokanadische Autorin Marie-Renée Lavoie hat einen Galgenhumor vom Feinsten, bringt Bredouillen auf den Punkt und macht aus den Frauen in ihrem Roman keine kopflosen Dummchen! Das Buch strotzt nur so vor Schlagfertigkeit!

„Große Freuden wirken sich auf die Laune aus wie ein neuer roter Pullover auf eine Maschine weiße Wäsche: Sie färben alles rosarot.“ (S. 167)

Klar, eher ein Roman für die Damenwelt, aber wirklich gute Unterhaltung mit Schmunzelfaktor. Und herrlich wie viel Alkohol hier ganz politisch unkorrekt getrunken wird. Na dann, à santé, denn auch Lesen soll gut für die Gesundheit sein! ;0)
„Mein Gehirn steckt voller Vorurteile, genau wie das aller anderen auch.“ (S. 153)

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Veröffentlicht am 05.10.2021

Taschenriesenalarm!

Luis und Lena - Der Zwerg des Zorns
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Was? Ein Taschenriese? Das ist doch ein Widerspruch in sich! Ganz genau und mit so einem bekommen wir es im zweiten Band von Luis und Lena zu tun in „Der Zwerg des Zorns“.
Wir fanden diesen zweiten Band ...

Was? Ein Taschenriese? Das ist doch ein Widerspruch in sich! Ganz genau und mit so einem bekommen wir es im zweiten Band von Luis und Lena zu tun in „Der Zwerg des Zorns“.
Wir fanden diesen zweiten Band noch besser als den Ersten und der Erste war schon mehr als super! Ach, apropos Folgeband, dies ist mal eine Reihe, da würde ich klar dazu raten mit dem ersten Band zu beginne. Denn die beiden Protagonisten Luis und Lena lernten wir dort gut kennen und was es mit den Wildschweinen auf sich hat…noch unklar? Dann bitte lieber mit Band 1 beginnen!
„Der Zwerg des Zorns“ ist wahrlich ein Miesepeter. Dieser kleine Zwerg, der in die Hemdtasche passt, glaubt doch tatsächlich von sich er wäre ein Riese und verhält sich auch so! Herrlich amüsant reflektiert hier Thomas Winkler die Eigenwahrnehmung im Vergleich zur Fremdwahrnehmung.
Problem Nummer 2 dieses kurzen Kalibers ist die Zündelei, Herbert, so heißt der Zwerg, kann man nicht 5 Minuten aus den Augen lassen sonst brennt es wieder.
Tja und die Mission ist diesen Taschenriesen zum Hühnerfelsen zu bringen wo die anderen seiner Art sind. Das wird zum Abenteuer und verspricht viel Spannung und vorprogrammiertes Chaos!
Uns gefällt an der Reihe auch die Konstellation von Luis und Lena. Luis der totale Anti-Held, der in sich ruht und Lena, die Anpackende mit einem Hang zum Übernatürlichen. Große Klasse diese Kombination der Beiden, die klar außerhalb der konventionellen Normen liegen.
Angedeutet wird (zum Glück!!!), dass wir auf Band 3 hoffen dürfen!

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