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Nilchen

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.10.2021

Die Hoffnung auf eine bessere Zukunft

Wenn ich wiederkomme
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Es gibt diese gegensätzlichen Ausrichtungen, die sich scheinbar gut ergänzen, aber Lücken aufreißen um welche zu schließen. Die einen haben Zeit und Kraft zum Anpacken bei den Alten und Kleinen, aber kein ...

Es gibt diese gegensätzlichen Ausrichtungen, die sich scheinbar gut ergänzen, aber Lücken aufreißen um welche zu schließen. Die einen haben Zeit und Kraft zum Anpacken bei den Alten und Kleinen, aber kein Geld. Und die anderen haben das Geld, aber keine Zeit zum Betreuen und Kümmern.
Auch hier in „Wenn ich wiederkomme“ geht es um Daniela, die aus Rumänien kommt mit vielen Hoffnungen im Gepäck nach Italien aufbricht um Geld zu verdienen. Sie hinterlässt mit gutem Zureden ihr eigenes Leben, der Mann und die beiden Kinder, für eine Weile und wird schmerzlich vermisst, vor allem von ihrem Sohn Manu. Aus dessen Perspektive wir die Geschichte zuerst geschildert bekommen. Er klagt an und durch die Unwissenheit glaubt er seine Mutter führt ein tolles Leben ohne sie in der Ferne Italiens. Aber das ist mit Nichten so, sie rackert und arbeitet 24h am Tag als Altenpflegerin. Wird förmlich ausgebeutet. Und für was? Das die Großeltern die Kinder erziehen und die Kernfamilie sich immer fremder wird. Die Heimat irgendwann keine mehr ist?
Marco Balzano beschreibt dieses Einzelschicksal grandios und richtet das Augenmerk so auf die Herr scharren von Osteuropäerinnen ohne die Mitteleuropa schon lange im Pflegechaos versunken wäre. Er kombiniert diese strukturelle Misere literarisch gekonnt mit einer spannenden und gut erzählten Geschichte. Wirklich lesenswert und macht nachdenklich, was wir für unsere Gesellschaft der humanere, der richtige Weg wäre mit dem Thema Pflege umzugehen.

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Veröffentlicht am 20.10.2021

Ein Buch für Nichtleser!

Mein Bruder der Elbenritter hat nicht mehr alle Ziegel auf dem Dach
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Finn ist 10 Jahre alt und ein ganz normales Einzelkind. Aber eines kann er gar nicht und macht es zu seinem größten Geheimnis: Er kann nicht lesen! Er hat Tricks auf Lager und selbst seine Eltern und die ...

Finn ist 10 Jahre alt und ein ganz normales Einzelkind. Aber eines kann er gar nicht und macht es zu seinem größten Geheimnis: Er kann nicht lesen! Er hat Tricks auf Lager und selbst seine Eltern und die Lehrerin merken nichts!
Und dann stolpert ein zweites Problem in sein Leben: Yuki! Seine Eltern beschließen ein Pflegekind aufzunehmen, ähnlich alt wie Finn. Yuki kommt in seine Klasse, umschwärmt die Eltern mit Tanz und Charme und gibt den belesenen Jungen. Das stinkt Finn gewaltig. Als Yuri ihm dann eröffnet er sei ein Elbe, eine besondere Form eines Elfen, und er bräuchte Finns Hilfe den Schlüssel zur Märchenwelt zu finden um zu verschwinden, steigt Finn in die Geschichte ein: er will ihn ja loswerden. Und so begehen die beiden einen Raub und es endet in einer spektakulären Verfolgungsjagd. Wie sollte es anders sein, dieses Abenteuer schweißt die beiden zusammen und ändert auch Finns Blick.
Es gibt zwar einen Krankenhausaufenthalt, aber im Grunde eine nette Geschichte über zwei die sich gesucht und gefunden haben. Der eine sucht Halt im Leben und muss die Flucht aus der Märchenwelt abschütteln und der Andere suchte Halt um sich zu trauen auch Unzulänglichkeiten zu äußern mit dem guten Gefühl trotzdem geliebt zu werden.
Keine Sorge, Finn gibt zum Schluss auch zu, dass er nicht lesen kann und es wird pädagogisch gut gelöst, weil die Lehrerin sogleich einen guten Plan hat Finn zu unterstützen!
Wir fanden dieses Kinderbuch großartig! Es ist wunderbar geschrieben und eignet sich hervorragend zum Vorlesen in die Grundschulzeit. Dieses Gefühl etwas nicht zu können wird hier sehr gut thematisiert. Kindern, die schlecht lesen oder sonstigen Förderbedarf haben, wird hier Raum gegeben nicht alleine zu sein. Die Altersangabe mit ab 8 Jahren halte ich für sinnvoll, sollte den Kindern doch klar sein, dass es keine Elfen & Hexen gibt und keiner über Dächer springen kann. Daher klare Empfehlung zum Vorlesen in der Grundschulzeit.
Uns haben auch die wenigen, aber gut akzentuierten Illustrationen gefallen, die in den kurzen Kapiteln die Geschichte unterstreichen.
Ungewöhnlich an diesem Buch ist, dass es mit dem literarischen Kniff beginnt eine Szene zu erzählen die erst nach ca 70% der Geschichte passiert und dann springt es nach ein paar Seiten wieder zurück zum echten Start der Story. Es kann recht irritierend sein, aber macht natürlich Lust herauszufinden wie es dazu kam!
Elbisch gut und eine super Eltern-Kind-Vorlese-Abenteuer!!! Mädchen spielen hier so gut wie keine Rolle, aber da der Büchermarkt auch die Kehrseite genügend bedient, finde ich das mehr als ok, wenn es Jungs zum lesen bringt und/oder mehr Interesse an fiktionalen Geschichten!

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Veröffentlicht am 19.10.2021

Motivator zur Veränderung

Power Hour
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Alles begann mit einem Podcast. Adrienne Herbert, die Powerfrau aus London mit vielen Kompetenzen, spricht über ihre Herzensangelegenheit: sich selbst Zeit nehmen um die eigenen Ziele zu definieren und ...

Alles begann mit einem Podcast. Adrienne Herbert, die Powerfrau aus London mit vielen Kompetenzen, spricht über ihre Herzensangelegenheit: sich selbst Zeit nehmen um die eigenen Ziele zu definieren und sich selbst empowern. Sie ist damit erfolgreich und natürlich lässt sich vieles Gesagte auch gut in ein Buch zusammenfassen und tada! Hier ist es und heißt natürlich: Power Hour! Genauso wie der Podcast. Im Original übrigens bereits im letzten Jahr erschienen. Aber keine Sorge, denn die Inhalte sind zeitlos! Apropos zeitlos, so fühlen wir uns doch alle. Der Tag könnte gut und gerne 48h statt lapidare 24h haben und wir würden immer noch nach MEHR schreien. Und da liegt auch der größte Schatz vergraben den wir haben: Unsere Zeit. Etwas was man nicht horten, nicht zurückspulen und nicht vermehren kann: schlicht und einfach unsere Lebenszeit. Kein Geschenk ist größer als jemandem unsere Aufmerksamkeit zu geben. Und wem geben wir sie am wenigsten? Uns selbst! Genau. Ihr merkt, keine neuen Weisheiten, aber nett zusammengefasst um mal wieder die wichtigen Dinge in den Fokus zu rücken.
Im Buch geht sie darauf ein und welche Stellschrauben besonders wichtig sind wie Ziele setzen, mit Gewohnheiten brechen, Macht der Bewegung – richtig die vielen Selfcarethemen wie dein Handeln muss zu deinen Zielen passen. Nicht neu, aber wahr. Es changiert von alltäglichen Stellschrauben wie dem Schlaf bis hin zu übergeordneten Aussagen, dass dein Handeln dein Leben bestimmt. Eine bunte Mischung.
Es gab bei mir keine Aha-Erlebnisse, aber irgendwie ist dann doch was hängen geblieben und ich versuch mir meine PowerHour nun wirklich aus dem Alltag zu schneiden ohne zu viel Zeit zu verplempern und fokussiert zielgerichtet zu handeln. Schauen wir mal wie nachhaltig das Ergebnis sein wird.

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Veröffentlicht am 19.10.2021

Seine Stärken muss man finden im Leben

Aribella und die Feuermaske
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Was für ein Auftakt! Aribella meint es gut und will ihren Freund Theo beschützen und merkt, dass sie eine besondere Fähigkeit hat, die sie allerdings zunächst nicht besonders findet, sondern erschreckend. ...

Was für ein Auftakt! Aribella meint es gut und will ihren Freund Theo beschützen und merkt, dass sie eine besondere Fähigkeit hat, die sie allerdings zunächst nicht besonders findet, sondern erschreckend. Sie kann Feuer aus ihren Fingern zünden! Es verschlägt sie kurzerhand vor ihrem 13. Geburtstag nach Venedig zu den Cannovacci. Ein geheimer besonderer Bund.
Ein Ereignis jagd das Nächste. Dieses Buch ist ein wirklich spannendes Buch für Kinder. Mich hat überzeugt, dass wir Aribella begleiten bei einer Selbstfindung auf deren Weg sich der Wert guter Freunde deutlich macht und es sich lohnt Mut zu beweisen für die richtigen Dinge.
Und natürlich ist die Kulisse Venedigs eine besondere für diese Geschichte. Entsprecht toll und atmosphärisch hat die Autorin Anna Hoghton ihr Debüt geschrieben.
Das Buch ist laut Verlag für Kinder ab 10 Jahren, sicherlich eine Angabe für das Selbstlese-Alter, denn es ist reichlich Text pro Seite und nicht illustriert, sieht man mal von der Rialtobrücke ab die jedem Kapitelanfang vorangestellt ist. Sprich, ein Buch für gute Leser:innen oder auch schon früher zum Vorlesen, dann würde ich ca 8 Jahre anpeilen.
Wir waren restlos begeistert!

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Veröffentlicht am 17.10.2021

Mordmäßig unterhaltsam!

Schwund
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Totgelacht habe ich mich, obwohl es in Summe dann doch mehr als 50 Leichen gab. Bin ich abgestumpft? Oh nein, Tatjana Kruse hat gekonnt humorvoll an meiner Lachmuskulatur gearbeitet, denn sie schreibt ...

Totgelacht habe ich mich, obwohl es in Summe dann doch mehr als 50 Leichen gab. Bin ich abgestumpft? Oh nein, Tatjana Kruse hat gekonnt humorvoll an meiner Lachmuskulatur gearbeitet, denn sie schreibt einfach witzig. Es heißt ja auch zu Recht im Untertitel „Ein Thriller, aber in heiter“.
Ist es nun doch ein comediantisches Werk? Mit nichten! Es gibt wirklich mehr Leichen als einem lieb ist und diesen Fall gilt es mit aller Härte aufzuklären, aber das Figurenkabinett wird halt eher unvorteilhaft in Szene gesetzt und vieles herrlich überzeichnet. Trotzdem viel Blut zu erleben? Mmmhhhh, auf jeden Fall sind die Toten nicht so lecker beschrieben und es kommt auch zu actionreichen Szenen, aber es hält sich (zum Glück) in Grenzen. Hier steckt wirklich alles drin: Serienmörder, Clans, Drogen, Schießerei und ein spektakulärer Showdown!
Aber nun mal zu diesem kuriosen Figurenkabinett: Da sind die beiden Hübschen Ermittlerin Sisu und Ermittler Fabian, die den Fall in Berlin als Erste aufnehmen und ihr karrieregeiler Chef Kinski will die schnelle Aufklärung, aber subito! Es folgen weitere Morde im gleichen Stil in anderen Orten Deutschlands und es stoßen noch der mampfende Schröder und der Drogenspezialist Fassbinder dazu. Dazu garniert mindestens 4 Gerichtsmediziner:innen, ein rambomäßiger Einsatzheld, ein aaliger Staatsanwalt und natürlich viele Polizisten mit Lokalkolorit! Es wird mit Vorurteilen gespielt, wenn es beispielsweise um Clans geht und wie das Drogenmilleu sich gegenseitig das Leben schwer macht. Tatjana Kruse spielt gekonnt mit Sprache und entlockte mir dadurch viele viele Lacher.
Fazit: Ja, ‚Schwund‘ ist ein Thriller mit viel Klamauk, mich hat es großartig unterhalten! Gerne mehr davon.

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