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Veröffentlicht am 01.11.2021

Und über allem wacht der Berg

Das Glück des Wolfes
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Nach einer gescheiterten Beziehung in Mailand zieht es den 40jährigen Schriftsteller Fausto in das kleine Bergdorf Fontana Fredda, wo er als Koch im einzigen Lokal des Dorfes Anstellung findet. Dort trifft ...

Nach einer gescheiterten Beziehung in Mailand zieht es den 40jährigen Schriftsteller Fausto in das kleine Bergdorf Fontana Fredda, wo er als Koch im einzigen Lokal des Dorfes Anstellung findet. Dort trifft er auf Silvia, die ebenfalls ihr bisheriges Leben zurücklassen und in den Bergen ein neues Leben beginnen will. Die beiden gehen eine Beziehung ein, doch nach dem Winter trennen sich ihre Wege wieder, da Silvia den Wunsch hat, auf einer Gletscherhütte in 4000 m Höhe zu arbeiten. Das Leben in den Bergen ist hart und gefährlich und doch übt es eine große Faszination auf diejenigen aus, die sich dafür entschieden haben.
Neben Fausto und Silvia lernt man als Leser weitere Bergbewohner kennen, beispielsweise Babette, die Inhaberin des Lokals, die nach vielen Jahren beschließt, noch einmal etwas Neues anzufangen, und den Nepalesen Pasang, der als Bergführer arbeitet und um die Gefährlichkeit der Berge weiß.
Das Leben all dieser Menschen wird wie durch Streiflichter beleuchtet, man sieht einen kurzen Ausschnitt aus ihrem Leben, doch erfährt wenig oder nichts über ihre Vergangenheit und wie es mit ihnen weitergeht. Die Handlung weist keinen roten Faden auf, der rote Faden ist vielmehr der Berg, der alles ungerührt beobachtet, Freud und Leid der Bewohner. Und so lautet der Schlusssatz des Buchs auch "Und über Fontana Fredda ragte der Berg auf, der den Träumen dieser Menschen vollkommen gleichgültig gegenüberstand und nach ihrem Erwachen einfach weiterexistieren würde."
Ein ruhiges und poetisches Buch, das eine Saite in mir zum Klingen gebracht hat.

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Veröffentlicht am 30.10.2021

Wenn die Schlange sich regt...

Die Früchte, die man erntet
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Mit großer Spannung habe ich diesen siebten Teil der Reihe um Sebastian Bergmann erwartet, und nachdem mich der sechste Teil etwas enttäuscht hatte, bin ich von „Die Früchte, die man erntet“ wieder begeistert.
Es ...

Mit großer Spannung habe ich diesen siebten Teil der Reihe um Sebastian Bergmann erwartet, und nachdem mich der sechste Teil etwas enttäuscht hatte, bin ich von „Die Früchte, die man erntet“ wieder begeistert.
Es sind einige Jahre vergangen und es hat so manche personelle Veränderung in der Reichsmordkommission gegeben. Torkel ist nicht mehr Chef, seine Stelle hat Vanja eingenommen, die noch ein wenig damit kämpft, der Aufgabe gerecht zu werden. Sebastian Bergmann arbeitet inzwischen als Therapeut, und Torkels Leben dreht sich seit dem Tod seiner Frau nur noch um Alkohol.
Als in der Kleinstadt Karlshamn innerhalb kurzer Zeit mehrere Menschen von einem Heckenschützen erschossen werden, wird die Reichsmordkommission zur Verstärkung der lokalen Polizeikräfte angefordert. Zunächst scheint es keinen Zusammenhang zwischen den Opfern zu geben, doch bald wird klar, dass das Motiv Rache sein muss, denn alle Opfer haben auf die eine oder andere Weise Schuld auf sich geladen. Vanja und ihr Team arbeiten mit Hochdruck an der Aufklärung des Falls, denn es kann jederzeit ein neuer Mord geschehen. Es gelingt ihnen, die Fälle aufzuklären, doch hier beginnt der zweite spannende Handlungsstrang, in dem es um Vanjas besten Freund und Kollegen Billy und seine seltsamen Neigungen geht. Diejenigen Leser, die die Reihe von Anfang an mitverfolgen, wissen von seinem geheimen Leben. Eigentlich sollte Billy mittlerweile seinen Platz im Leben gefunden haben: er ist verheiratet mit My, die mit Zwillingen schwanger ist, und die Dinge laufen gut für ihn. Wäre da nicht die Schlange in seinem Inneren, die gefüttert werden will…
Dem Autorenteam Hjorth & Rosenfeldt ist mit „Die Früchte, die man erntet“ wieder ein ausgesprochen spannender und raffiniert gesponnener Krimi gelungen, den ich kaum aus der Hand legen konnte und der bis zuletzt mit neuen, unerwarteten Wendungen aufwartet. Die beiden Cliffhanger ganz zum Schluss lassen mich hoffen, dass das Warten auf den achten Band nicht ganz so lange dauern wird!

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Veröffentlicht am 22.10.2021

Kant und der unbekannte Rächer

Kant und der sechste Winter
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Es ist der zweite Weihnachtstag, als Hauptkommissar Kant von der Münchner Mordkommission zu einem Tatort gerufen wird. Ein junger Anwalt wurde von einem Auto überfahren und laut Angaben einer Augenzeugin ...

Es ist der zweite Weihnachtstag, als Hauptkommissar Kant von der Münchner Mordkommission zu einem Tatort gerufen wird. Ein junger Anwalt wurde von einem Auto überfahren und laut Angaben einer Augenzeugin anschließend erwürgt. Wer sollte einen Grund haben, den jungen Mann umzubringen? Kant und sein Team ermitteln im Umfeld des Mannes, der aus dem kleinen Ort Schelfing in der Nähe von München stammt. Es stellt sich heraus, dass ein früherer Freund des Opfers vor Kurzem ebenfalls ums Leben kam, allerdings ging die Polizei in diesem Fall zunächst von Tod durch Erfrieren aus. Der Leser weiß jedoch, dass dem nicht so ist. Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Fällen oder ist es Zufall? Hat die Ermordung des Anwalts Spicher eventuell mit einem seiner Fälle zu tun, womöglich mit der Erschließung von Grundstücken in seinem Heimatort Schelfing? Immerhin vertrat Spicher dort einen Mandanten, der in den Augen der Dorfgemeinschaft ein Säufer und Unruhestifter ist. Doch bei seinen Nachforschungen stößt Kant auf eine Mauer des Schweigens.
Eine frühere Klassenkameradin der beiden Toten, die ebenfalls mehr zu wissen scheint, als sie der Polizei mitteilt, fürchtet indessen um ihr eigenes Leben. Nach und nach erfährt der Leser, was sich vor Jahren in Schelfing zugetragen hat. Doch warum will sich jemand jetzt, nach all der Zeit, rächen?
Den Anfang des Buchs fand ich spannend und interessant, auch wenn ich ziemlich Probleme damit hatte, die vielen Personen auseinanderzuhalten. Es geht nicht nur um die Opfer und deren Familien, sondern auch die Angehörigen der Mordkommission und deren Umfeld werden beschrieben. Manche Nebenschauplätze stellen sich im Nachhinein als völlig unnötig heraus, da sie absolut nichts zu der Geschichte beitragen. So richtig warm wurde ich weder mit Kant noch mit seinem Team. Der Leser wird auf etliche falsche Fährten geführt, während für das Geschehen wichtige Personen erst ganz zum Schluss in Erscheinung treten, wodurch sich der Sachverhalt plötzlich völlig anders darstellt und ich mich als Leserin ein wenig an der Nase herumgeführt fühlte.
Die Sprache des Autors hat mir gut gefallen. Das Buch hat mich gut unterhalten, doch die Spannung kommt für meine Begriffe ein wenig zu kurz.

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Veröffentlicht am 08.10.2021

Geheimnisse

Unter Wasser Nacht
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Vor etwas über einem Jahr ist der Sohn von Sofie und Thies gestorben. Seitdem leben sie wie in einer Blase. Thies ist arbeitsunfähig und streicht durch die Natur des Wendlands, immer auf der Suche nach ...

Vor etwas über einem Jahr ist der Sohn von Sofie und Thies gestorben. Seitdem leben sie wie in einer Blase. Thies ist arbeitsunfähig und streicht durch die Natur des Wendlands, immer auf der Suche nach der Antwort auf die Frage: wie ist es möglich, dass ihr Sohn Aaron ertrinken konnte? Sofie vergräbt sich in Arbeit, denn nur so kann sie sich ablenken. Ihre ehemals besten Freunde Inga und Bodo leben mit ihren beiden Kindern direkt nebenan, doch die Paare gehen sich aus dem Weg, alles hat sich verändert. Was ehemals wie ein Paradies erschien, ein alter Hof mit großem Garten inmitten wunderschöner Natur, scheint sich in ein Gefängnis verwandelt zu haben.
Eines Tages taucht eine geheimnisvolle Frau auf, die auf der Suche nach einer bestimmten Person ist. Sie bringt Leben in die festgefahrenen Strukturen der beiden Familien. Inga und Sofie finden sie sehr sympathisch und buhlen um ihre Freundschaft, Thies ist fasziniert von der Fremden und Bodo und Ingas Tochter Jella vertraut ihr Dinge an, die sie ihren eigenen Eltern verschwiegen hat. Doch Mara spielt nicht mit offenen Karten. Warum behauptet sie, sie habe die Hütte am Waldrand, in der sie übernachtet, gemietet, doch die Besitzerin der Hütte weiß nichts davon? Maras plötzliches Auftauchen im Dorf hat einen Stein ins Rollen gebracht, der Geheimnisse zutage fördert und alle Beteiligten dazu zwingt, sich mit Dingen auseinanderzusetzen, die bislang verschwiegen wurden.
Ich fand die Thematik des Buchs interessant, doch leider blieben die Personen blass und mir fremd, allen voran die 13jährige Jella, deren Verhalten ich ganz und gar nicht nachvollziehen konnte. Manche der Personen waren mir regelrecht unsympathisch, und ich empfand das Buch insgesamt als sehr deprimierend. Die erste Hälfte habe ich gern gelesen, danach wurde die Geschichte für mich sehr konstruiert und unglaubwürdig.

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Veröffentlicht am 04.10.2021

Alles für die Familie

Wenn ich wiederkomme
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Daniela lebt mit ihrer Familie in Rumänien. Die Gegend ist arm, Jobs sind rar gesät. Ihr Ehemann ist seit Jahren arbeitslos, sie ist allein dafür verantwortlich, die Familie zu ernähren. In einer Nacht- ...

Daniela lebt mit ihrer Familie in Rumänien. Die Gegend ist arm, Jobs sind rar gesät. Ihr Ehemann ist seit Jahren arbeitslos, sie ist allein dafür verantwortlich, die Familie zu ernähren. In einer Nacht- und Nebelaktion verlässt sie Rumänien, um wie tausende andere osteuropäische Frauen in Italien als Altenpflegerin zu arbeiten. Vor allem ihr Sohn Manu trägt ihr dies nach. Er versteht nicht, wie die Mutter sie zurücklassen konnte, um sich -vermeintlich – in Italien ein schönes Leben zu machen. Manu, der immer ein guter Schüler war, lässt in seinen Leistungen nach. Angelica, die ältere Schwester, kommt besser mit der Situation klar. Dann macht sich auch noch der Vater auf und davon, um anderswo Arbeit zu finden. Fortan kümmern sich die betagten Großeltern, vor allem der Großvater, um die beiden Jugendlichen.
Der erste Abschnitt des Buchs wird aus Manus Perspektive erzählt, im zweiten kommt die Mutter Daniela zu Wort. Der Leser erfährt, welch hartes Leben sie in Italien führt. Sie arbeitet schwarz und ist praktisch rund um die Uhr für den alten Mann verantwortlich, dessen Pflegerin sie ist. Das Highlight ihrer Tage sind die abendlichen Telefongespräche mit der Heimat, doch Manu wird immer einsilbiger, er „bestraft“ sozusagen die Mutter für ihren angeblichen Verrat. Daniela nimmt all die Strapazen auf sich, weil sie möchte, dass ihre Kinder es einmal besser haben sollen als sie, sie will ihnen eine gute Schulbildung ermöglichen. Angelica ergreift die Chance und studiert, doch Manu hat kein Interesse am Gymnasium, das er besucht. Er würde am liebsten auf die Landwirtschaftsschule wechseln und wie sein Großvater das Land bearbeiten. Als der Großvater stirbt, bricht Manus Welt zusammen. Dann geschieht ein Unglück und Daniela kehrt nach Rumänien zurück. Viel ist in der Zwischenzeit passiert, die Kinder haben sich von ihr entfremdet, der Mann ist weg, die Heimat fühlt sich nicht als solche an. Hat sich ihr Opfer gelohnt? War es die richtige Entscheidung, nach Italien zu gehen? Diese und viele weitere Fragen wirft dieses eindringliche Buch auf, das die Situation der vielen Pflegekräfte aus dem Osten beleuchtet. Ein ganz und gar lesenswertes Buch, das unter die Haut geht.

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