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Veröffentlicht am 22.12.2019

Adieu Fernweh

Im Freien – Abenteuer vor der Tür
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Adieu Fernweh, adieu Flugreisen, adieu Kofferpacken, Reisepässe checken und Schlange stehen. Willkommen Nahweh, Schuhe an und raus und zack mittendrin und Natur genießen. Okay, dies klappt in dieser einfachen ...

Adieu Fernweh, adieu Flugreisen, adieu Kofferpacken, Reisepässe checken und Schlange stehen. Willkommen Nahweh, Schuhe an und raus und zack mittendrin und Natur genießen. Okay, dies klappt in dieser einfachen Form nur, wenn man im ländlichen Gebiet lebt. Raus aus der Großstadt kann da schon wieder an eine längere Reise erinnern. Aber die Stadtparks, die Wälder am Stadtrand können das auch bewirken, was Björn Kern beschreibt.

Die Geschichte startet herrlich witzig, wenn Björn Kern seinen Versuch startet im Wald zu übernachten und dabei feststellt, dass dies auch noch andere Lebewesen tun. Füchse zum Beispiel. Sehr unterhaltsam ist auch der märkische Nachbar und seine Ansichten.

Die Sehnsucht nach der Natur ist bei Björn Kern sehr stark und manchmal schon etwas befremdlich, obwohl ich mich ebenfalls gern draußen aufhalte und den Wald, die Berge und die Natur liebe.

Das Buch hat nicht so ganz meine Erwartungen erfüllt bzw. hatte ich mir einen anderen Inhalt vorgestellt. Ich wollte mir etwas über das Leben im Freien aneignen, etwas lernen wie man im Wald "überlebt" und was man sich zu eigen machen kann. Ich bin von einer Mischung aus Waldleben und Naturbeschreibungen ausgegangen. Die Natur- und Lanschaftsbeschreibungen waren schön und interessant, jedoch war mir der Anteil der Schwankens zwischen Naturerleben und Naturleben und dem Komfort des Bürojobs, des Hauses von dem Autor zu groß. Zwischendurch hatte man tatsächlich das Gefühl, dass er sich im Kreis dreht, was mich etwas störte.

Es ist nicht unbedingt eine "Freiheitsfibel", aber ein Buch, welches die Schönheiten der Natur hervorhebt.

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Veröffentlicht am 19.12.2019

Vorsicht, kann zum Nachdenken anregen

Wer der Herde folgt, sieht nur Ärsche
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Wie wahr, wie wahr.
Passender kann manchmal ein Titel nicht sein.

Der Inhalt des Buches setzt sich dann mit dem Titel auseinander, denn irgendwoher muss ja die Behauptung kommen. Hannes Jaenicke ist ...


Wie wahr, wie wahr.
Passender kann manchmal ein Titel nicht sein.

Der Inhalt des Buches setzt sich dann mit dem Titel auseinander, denn irgendwoher muss ja die Behauptung kommen. Hannes Jaenicke ist in der deutschen Medienlandschaft bekannt. Einige kennen ihn als Schauspieler, andere kennen ihn aus Dokumentationen, die sich meistens mit Klimaschutz und Tieren auseinandersetzen. Er zeigt gern auf die Stellen, die man nicht immer so direkt sehen möchte und bohrt dann auch noch nach.
Jedoch weist er auch daraufhin, dass auch er manchmal der Herde folgt, denn die Herde ist auch die Gemeinschaft. Nur muss man sich die Herde, der man folgt genauer anschauen und gut abwägen, ob man ihr folgen sollte.

Die Heldendefizite sind nicht nur in Deutschland erkennbar, sondern weltweit. Geld bestimmt noch immer das Miteinander und die Wertigkeit einer Sache. Die vielen kleinen Aktionen werden kaum noch wahrgenommen oder geachtet. Hannes Jaenicke geht auf einzelnen Helden ein (auch auf die unbekannten) und stellt dabei auch Möglichkeiten für den "Jedermannhelden" vor. Nicht immer muss man Leben retten, aber vielleicht Menschen/Tiere unterstützen, die es nicht so einfach im Leben haben.

Er plädiert für ein selbständiges Denken und Handeln, für die Reflexion des Gesehenen und Gelesenen und mehr Eigeninitative (auch gegen Widerstände).

Interessantes Buch, welches sich gut lesen lässt und vielleicht zum Nachdenken anregt.

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Veröffentlicht am 15.12.2019

Krieg der Duftentwickler

Provenzalischer Rosenkrieg
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Provenzalischer Rosenkrieg. Das Parfümhersteller bzw. Duftentwickler ein mörderisches Völkchen sind, hätte ich nicht für möglich gehalten. Aber am Ende steht (wie meistens) die Macht des Geldes und die ...

Provenzalischer Rosenkrieg. Das Parfümhersteller bzw. Duftentwickler ein mörderisches Völkchen sind, hätte ich nicht für möglich gehalten. Aber am Ende steht (wie meistens) die Macht des Geldes und die Gier.

Sophie Bonnet lässt ihren Kommissar Durand wieder Grenzen überschreiten. Für die Ermittlungen riskiert er sogar seinen Job. So richtig wohl ist ihm nicht dabei, aber seine Lebensgefährtin ist überzeugt, dass ihre beschuldigte Freundin unschuldig ist. Und so setzt er sich über die Anweisung seines Vorgesetzten hinweg und ermittelt ganz inoffiziell in einer anderen Stadt. Dabei stochert er in einem Wespennest und deckt dadurch ein paar Geheimnisse auf. Schnell werden Verbindungen zu einem anderen „Unfall“ entdeckt und so wird der Kreis der Verdächtigen immer größer.

Mit Pierre Durand in Frankreich zu ermitteln, macht Spaß. Er ist menschlich und macht Fehler, seine Aktionen sind nicht immer gut durchdacht. Sein Charakter darf ein paar kleine Ecken und Kanten haben, was ich bei anderen Kommissaren oder Dorfpolizisten etwas vermisse. Das Essen spielt natürlich auch hier eine Rolle, jedoch eher untergeordnet. Trotzdem springt bei den Beschreibungen von Land, Kultur und Essen das Kopfkino an und man möchte direkt verreisen.

Ein Krimi, der sich schön schmökern lässt, nicht zu blutrünstig, eine nette Story ringsum und charmante Charaktere hat.

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Veröffentlicht am 08.12.2019

Gelungener Krimi-Start

Mann ohne Makel
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Dr. Josef Maria Stachelmann, was für ein Name und dann noch ein Historiker, der an seinem Berg der Schande fast verzweifelt. Und schon hatte mich Christian von Ditfurth eingefangen und mitgenommen.

Stachelmann ...

Dr. Josef Maria Stachelmann, was für ein Name und dann noch ein Historiker, der an seinem Berg der Schande fast verzweifelt. Und schon hatte mich Christian von Ditfurth eingefangen und mitgenommen.

Stachelmann forscht über den Zweiten Weltkrieg und besonders die Geschichte der KZs und deren Entstehung. Er kommt aber irgendwie nicht so richtig in den Tritt für seine Habilitation und so muss er sich weiter mit den Studenten aus seinem Proseminar herumschlagen und um seine weitere Anstellung bangen. Seine Erkrankung setzt ihm zusätzlich noch zu.

Doch dann meldet sich sein alter Freund Ossi (eigentlich Oskar Winter) und nun Polizeibeamter. Er hat einen Fall (Mord eines Kindes) und kommt nicht so recht weiter. Er erhofft sich ein paar Informationen und so wird Stachelmann zu seinem Begleiter. Zumindest vorübergehend bis sie sich (mal wieder) verkrachen.

Stachelmann reist zu seinem Termin ins Bundesarchiv nach Berlin und muss dort feststellen, dass er beobachtet wird. Fast wird Berlin zu seinem Verhängnis und niemand glaubt ihm. Und so ermittelt er nun leise für sich und Ossi ermittelt mit seiner neuen Kollegin lauter weiter. Bis sich ihre Wege kreuzen und die Geschichte, die aus vielen kleinen Puzzelteilen besteht immer größer und klarer wird.

Man ahnt schon zeitig, um was es geht und man erfährt auch recht zeitig, wer es war, aber die Verstrickungen, besonders aus dieser Zeit, waren interessant. Der Riss an der Oberfläche wurde immer größer und fataler und am Ende war auch Stachelmann selbst betroffen.
Der Schreibstil hat mich direkt durch die Seiten getragen. Die Charaktere waren nicht glatt und eindeutig, so dass immer wieder Überraschungsmomente auftauchten und für Irritationen sorgten.

Der zweite Fall von Stachelmann liegt schon bereit. Ich bin gespannt, ob der Berg der Schande von Stachelmann noch einmal erobert wird.

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Veröffentlicht am 05.12.2019

Kein wirklich spannender Krimi, dafür ganz viel Essen, Trinken und Landschaft

Menu surprise
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Bruno, Chef de police, aus dem schönen Périgord hat wieder gut zu tun. Er hat die Aufgabe einen Abend für Pamelas Gäste zu kochen und ihnen die lokalen Gaumenfreuden vorzustellen. Doch noch bevor es losgehen ...

Bruno, Chef de police, aus dem schönen Périgord hat wieder gut zu tun. Er hat die Aufgabe einen Abend für Pamelas Gäste zu kochen und ihnen die lokalen Gaumenfreuden vorzustellen. Doch noch bevor es losgehen kann, wird eine Teilnehmerin der besonderen Kochwoche vermisst. Die Engländerin ist zwar in Frankreich angekommen, aber nie bei Pamela erschienen. Muss man sich Sorgen um eine erwachsene Frau machen? Wie lange sollte man warten?

Was sich anfangs dramatisch anhört, wird dann durch teilweise recht abstruse Geheimdienstgeschichten wieder entzaubert. Es läuft leider immer wieder nach dem gleichen Schema ab, so dass man fast schon ahnt, wie es ausgehen wird.

Der Fall ist, wie die Fälle davor, eher eine kulinarische Reise und eine Landschaftsbetrachtung als ein spannender und fesselnder Krimi. Man kann eher den guten Braten riechen, den feinen Wein schmecken und die Lebensfreude beim Kochen spüren als die Gänsehaut, die ein Krimi vielleicht sonst verursachen würde. Auch sind die Nebenschauplätze, hier eine schwangere Rugbyspielerin, manchmal spannender und unterhaltsamer als der eigentlich Fall. Ja, und die Liebeleien von Bruno sind natürlich auch diesmal wieder mit dabei (wenn auch nicht so ausgeprägt wie sonst).

In der Hörbuchversion sind die Landschaftsbeschreibungen nicht ganz so ausschweifend wie im Buch, aber trotzdem noch ausreichend, um sich ein genaues Bild machen zu können.
Den Sprecher (Johannes Steck) fand ich gut und er hat stimmlich den Chef de Police gut getroffen.

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