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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.12.2020

Was ist wichtig?

Miss Bensons Reise
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London, 1950. Zu viel. Es ist zu viel, es reicht. Lehrerin Margery schmeißt hin und nimmt einen Kindheitstraum in Angriff: den sagenhaften Goldenen Käfer finden. In Neukaledonien! Aber nicht allein, ein ...

London, 1950. Zu viel. Es ist zu viel, es reicht. Lehrerin Margery schmeißt hin und nimmt einen Kindheitstraum in Angriff: den sagenhaften Goldenen Käfer finden. In Neukaledonien! Aber nicht allein, ein Assistent wird gebraucht. Die chaotische Enid soll mit, aber: „... wenn Margery Enid lautlos und unbemerkt hätte um die Ecke bringen können, dann hätte sie es getan. Sie redete ununterbrochen.“
Viele unerwartete Schwierigkeiten treten auf.
Rachel Joyce beschreibt die Suche nach einem Käfer! Gibt es Langweiligeres? Dachte ich. Ein Irrtum, geht es doch um Miss Benson, ihre Begleitung und ihre Unternehmungen. Eine Krise löst die nächste ab, stets scheint die Jagd zu scheitern.
Was die Frauen erleben, wird spannend geschildert, geschickt eingebaut sind winzige Details, lange Listen, Naturbeschreibungen, menschliche Schwächen, Zeitgeschichtliches. Am beeindruckendsten aber ist die Entwicklung dieser Miss Benson, anfänglich eine unsichere, mutlose Frau zu einer Persönlichkeit. Eine teils vergnügliche, teils tragische, aber immer faszinierende Lektüre.
Roman aus dem Englischen von Maria Andreas, verlegt von Fischer Krüger.

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Veröffentlicht am 14.12.2020

Weihnachten mal anders

Drei Frauen im Schnee
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Mit der Schwiegermutter unter einem Dach? Besonders, wenn der eigene Mann ihre Meinung stets teilt, auch wenn Frau und Kinder darunter leiden? Töchter und Mann, die Mama als Dienstleistungsbetrieb sehen? ...

Mit der Schwiegermutter unter einem Dach? Besonders, wenn der eigene Mann ihre Meinung stets teilt, auch wenn Frau und Kinder darunter leiden? Töchter und Mann, die Mama als Dienstleistungsbetrieb sehen? Nerviger Besuch? Dazu arbeitslos und kurz vor dem 40. Geburtstag? Da kann frau schon mal ausflippen und am Heiligen Abend ausbüchsen. Was dann geschieht, ist unglaublich. Protagonistin Sonja bekommt ein wunderbares Geschenk.
Blanka Imboden hat einen Roman, der wunderbar in die Weihnachtszeit passt, geschrieben. Interessante Gedanken wie die Abschaffung dieses Festes werden angesprochen, der Sinn des gedankenlosen Schenkens und das Festhalten an überholten Traditionen infrage gestellt. Aber manchmal sind ungewöhnliche Handlungen durchaus von Vorteil. So bei Sonja, Bernadette und Karin. Sehr sympathische Frauen. Ein Hotelbetrieb in Nöten, ein Herzensbrecher mit ganz eigenen Plänen, heimelige Atmosphäre, all das spielt eine Rolle.
Schön zu lesen, gut geschrieben. Verlegt von Wörterseh.

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Veröffentlicht am 12.12.2020

Ein teuflischer Plan

OCEAN - Insel des Grauens
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Nicht vorstellbar: über einhundert stümperhaft amputierte Füße in grünen Gummischuhen werden an Floridas Küste angetrieben. Woher? Warum abgetrennt? Was geschah mit den Menschen dazu?
Eigentlich wollte ...

Nicht vorstellbar: über einhundert stümperhaft amputierte Füße in grünen Gummischuhen werden an Floridas Küste angetrieben. Woher? Warum abgetrennt? Was geschah mit den Menschen dazu?
Eigentlich wollte Special Agent Pendergast Urlaub machen, dass FBI befiehlt aber seinen Einsatz. Gründlich, wie es die Art des „Mannes in weiß mit der seidenweichen Stimme“ und den vielen Talenten ist, untersucht er den Fundort und beginnt zu ermitteln. In viele Richtungen. Einbezogen werden Meeresbiologen, Strömungsforscher, sogar nach China wird geschaut. Erschwert wird das Ganze durch arrogante und selbstverliebte Vorgesetzte, Verrat und hartnäckige Reporter.
Douglas Preston und Lincoln Child haben ihrem Helden Pendergast clevere Strategie, Taktik und ungewöhnliche Ansätze beigeordnet. Andere Charaktere wirken glaubhaft loyal oder wirklich unangenehm. Superwoman Constance mochte ich wegen anmaßender Arroganz ganz und gar nicht.
In diesem Thriller bleibt die Spannung hoch, wenn ein Kapitel abrupt mit einer Katastrophe endet und in die nächste Schreckensszene übergeht . Packend, teuflisch gut, super zu lesen.
Aus dem amerikanischen Englisch von Frauke Czwikla, herausgegeben von Droemer Knaur Verlag.

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Veröffentlicht am 09.12.2020

Jan Tommen in Bestform

Als die Nacht begann
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Auf einer belebten Straße mit Luxusgeschäften wird eine teuer gekleidete junge Frau erschossen. Woher hatte die Studentin das Geld für die Edelklamotten? Ein junger Mann macht Mittagspause auf einer Bank ...

Auf einer belebten Straße mit Luxusgeschäften wird eine teuer gekleidete junge Frau erschossen. Woher hatte die Studentin das Geld für die Edelklamotten? Ein junger Mann macht Mittagspause auf einer Bank am See und wird erschossen. Was haben beide gemeinsam? Wieder ein rätselhafter Fall für Jan Tommen und sein Team. Wo ansetzen? Escortgirl und Computernerd sind doch sehr verschieden. Also ein Heckenschütze, der wahllos tötet?
Es fällt auf, dass Tommen und seine Leute oft und gern gemeinsam essen. Hilft das bei der Tätersuche? Egal, engagiert, clever und sympathisch agieren sowohl die knallharte Gerichtsmedizinern Zoe, Chandu, der gut den etwas minderschlauen Bodyguard spielen kann und Max am Computer. Spuren führen in die Computerszene, aufwändige Ermittlerarbeit mit umfangreichen Observationen und mit
nicht ganz offiziellen Methoden schließen sich an.
Alexander Hartung hat einen langsam anlaufenden, sich zu einem packenden Fall entwickelnden Thriller geschrieben. Einiges kommt ziemlich überraschend, unerwartete Wendungen erhöhen die Spannung. Bestens zu lesen!
Edition M, Amazon Media EU S.à r.l.

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Veröffentlicht am 07.12.2020

Weihnachtsgeschichten

Weihnachten im Norden
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Die erste von acht Erzählungen spielt in der Nachkriegszeit. Es beginnt mit einer bösen Überraschung für einen unerwarteten Besucher und einer erstaunlichen Wendung. Beschrieben werden aber auch gemütliche ...

Die erste von acht Erzählungen spielt in der Nachkriegszeit. Es beginnt mit einer bösen Überraschung für einen unerwarteten Besucher und einer erstaunlichen Wendung. Beschrieben werden aber auch gemütliche Weihnachten unter kargen Bedingungen. Mundartliche, vermutlich fast vergessene Gedichte sind eingestreut. Das alles und mehr beinhalten die gefühlvollen Geschichten über ganz verschiedene Weihnachtsfeste. Da hört man gern zu.
Die späteren Jahre sind anders geschildert, manchmal zu lesen wie ein Brief aus dem Ferienlager. Trotzdem nicht uninteressant, wie beispielsweise ein kurzer Verwandtenbesuch zu einem tagelangen Ausharren in Abgeschiedenheit mutiert. Bräuche und Gerichte aus dem Norden Deutschlands werden eingeflochten, immer schimmert eine große Portion Optimismus durch. Sogar in der vorausgeahnten Coronasituation dieser Tage.
Ein wenig Sentimentalität und viel Persönliches verarbeitet Ute Oswald in ihren Erzählungen. Das passt gut in die Weihnachtszeit und liest sich beschaulich weg.
Herausgegeben vom Kadera Verlag.

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