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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.06.2020

Wenn Sherlock Holmes Pippi Langstrumpf und ein weißes Kaninchen trifft

Das Antiquariat der Träume
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Johan Anderson verliert bei einem Schiffsunglück seine große Liebe Lina. Er kann nicht akzeptieren, dass Lina tot sein soll und macht sich auf die Suche. Schöne Idee, seine Nachforschungen dort zu starten, ...

Johan Anderson verliert bei einem Schiffsunglück seine große Liebe Lina. Er kann nicht akzeptieren, dass Lina tot sein soll und macht sich auf die Suche. Schöne Idee, seine Nachforschungen dort zu starten, wohin seine Kaffeetassenlotterie ihn verschlägt. Als ihm, dem Buchliebhaber und Antiquar, literarische Gestalten erscheinen und mit ihm reden, zweifelt er an seinem Verstand. Ginge mir auch so. William von Baskerville, Sherlock Holmes, Cyrano de Bergerac, Pippi Langstrumpf, John Dolittle, ein schwarzer Pudel und ein weißes Kaninchen und andere tauchen, gern auch öfter, bei ihm auf. Mir gefällt, dass ihr Sprachstil der Entstehungszeit der entsprechenden Romane angepasst ist. Sie bezeichnen sich als Spezialisten für Lebensentscheidungen, aber ob sie Johan wirklich helfen können? Wofür wird er sich entscheiden: erfolgreiche Verlegerkarriere im interessanten Stockholm oder ein Literaturcafé plus Antiquariat in einer abgelegenen Ortschaft? Und welche Rolle spielt ein sehr altes Buch, das mit dem gesunkenen Schiff untergegangen ist und plötzlich wieder auftaucht?
Diese phantasievolle Idee wurde von Lars Simon umgesetzt, herausgegeben von dtv.

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Veröffentlicht am 07.06.2020

Ein Regionalkrimi

Helga räumt auf
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Beschaulich die Gegend, Täler, kleine Dörfer, schön. Bis aus purer Boshaftigkeit ein Maisfeld angelegt wird und dieses der alten Huber auf ihrer abgelegenen Anhöhe die Aussicht verdirbt. Nicht nur die ...

Beschaulich die Gegend, Täler, kleine Dörfer, schön. Bis aus purer Boshaftigkeit ein Maisfeld angelegt wird und dieses der alten Huber auf ihrer abgelegenen Anhöhe die Aussicht verdirbt. Nicht nur die Aussicht. Wer ists gewesen? Die herrschsüchtigen, grantigen Grabmüller-Männer, eine „Traumpaarung der Niedertracht“. Die verwitwete Huber Hannelore mag eigentlich so gar nichts von den Dorfbewohnern und ihren Fehden hören, ist aber plötzlich und ungewollt mittendrin.
Das meist beschauliche Dorfleben wird durch mehrere Tote und Verletzte aufgemischt. Bis aufs Messer verfeindete Familien klären Probleme auf ihre Weise.
Thomas Raab beschreibt gemächlich, ausufernd und mit kreativer Wortwahl und abstrusen Vergleichen das Geschehen im Dorf. Ein Haufen unsympathischer Despoten, viele unterdrückte Frauen (tragen die dort wirklich noch Hauben?), einen minderschlauen Dorfpolizisten, ein herziges Mädchen und mehr lernt man kennen. Liebenswert der Schulbusfahrer Pepi Straubinger, grantig, aber das Herz am rechten Fleck. Er ist tatsächlich traurig, wenn Schulferien sind und er seine jungen Fahrgäste nicht mehr sieht.
Weitere Morde folgen. Eine Art sizilianische Blutrache? Über verschlungene Pfade naht das Ende, überraschend, aber es gefällt.
Ein Krimi mit mannigfaltigen regionaltypischen Redewendungen und Eigenheiten aus dem Kiepenheuer & Witsch Verlag.

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Veröffentlicht am 04.06.2020

Nicht das Erwartete

Der Gepäckträger
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Drei Personen am Flughafen, in Eile. Alle haben schwarze Koffer und greifen am Gepäckband jeweils den, der nicht der eigene ist.
Da ist Gillian Short, voller Selbstzweifel, findet sich häßlich, ihr Haus ...

Drei Personen am Flughafen, in Eile. Alle haben schwarze Koffer und greifen am Gepäckband jeweils den, der nicht der eigene ist.
Da ist Gillian Short, voller Selbstzweifel, findet sich häßlich, ihr Haus schäbig, ihre drei Kinder ungezogen. Die Schwester, die sie besuchen wird, ist dagegen in allen Belangen perfekt.
Da ist David Byrne. Sowohl sein Job als auch seine Ehe sind gefährdet. Seine Verkaufszahlen sind mies, seine Frau hat seinen besten Freund geküsst.
Und da ist Michael Downer. Er soll ein Sportstudium antreten und möchte nebenbei Kunst studieren. Wird er nicht zugelassen, droht ein öder Baumarktjob.
So weit, so neugierig machend. Welche Situationen ergeben sich, wie werden die drei mit den falschen Sachen umgehen, gibt es kreative Ideen? Gelingt ein Rücktausch, haben die drei spannende Erlebnisse?
Nein, sie werden einem Analyse- und Motivationscoaching unterzogen.
Laut Untertitel „Eine Erzählung über die Kunst, unbeschwert zu leben“.
Nicht das von mir Erwartete. Ratschläge, die mir zum großen Teil unglaubwürdig erscheinen. Nicht jeder ist schön, nicht jeder kann seine Träume verwirklichen, auch ungeliebte Dinge wie simpler Broterwerb müssen durchgezogen werden. Aber vielleicht gibt es manchen Lesern brauchbare Anregungen, bestimmte Dinge einmal mit anderen Augen zu sehen und Verhaltensweisen zu hinterfragen.

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Veröffentlicht am 01.06.2020

Wenn Pistolen zu Bananen werden

Hex Files - Hexen gibt es doch
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Ein Fingerschnipsen, und Türen springen auf. Noch eins, und aus der Pistole wird eine Banane. Mit diesen kleinen Tricks erleichtert sich Ivy Wilde den Alltag. Eigentlich hätte sie das richtig lernen und ...

Ein Fingerschnipsen, und Türen springen auf. Noch eins, und aus der Pistole wird eine Banane. Mit diesen kleinen Tricks erleichtert sich Ivy Wilde den Alltag. Eigentlich hätte sie das richtig lernen und einen guten Job bekommen können, aber durch Verrat ist sie aus dem Orden der Zauberer verstoßen worden und jobbt jetzt als Taxifahrerin. Bis eines Tages....
Ein schusseliger Zauberer bindet sie an Adeptus Exemptus Raphael Winter. Für 588 Tage! Sie muss mit diesem strengen und arroganten Kerl arbeiten, Diebstähle und Schlimmeres aufklären. Wie sie diese Situation bewältigt, liest sich ausgesprochen unterhaltsam und amüsant. Sie agiert so schlagfertig und clever, dass er riesigen Spaß macht, die von Helen Harper erdachte Geschichte zu verfolgen. Die kreative Umsetzung, die bissigen Repliken und die unorthodoxen Ermittlungsmethoden der Protagonistin sind bewundernswert. Findet das Adeptus Winter schlussendlich auch?
PS: Brutus ist klasse!
Verlegt von digital.LYX, ins Deutsche übertragen von Andreas Heckmann.

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Veröffentlicht am 27.05.2020

Durch Raum und Zeit

Durch Zeit und Raum
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Ich liebe Zeitreisen. Was geschehen ist, was sein kann - unglaublich spannend.
Wird ein solches Buch angekündigt, möchte ich es lesen. So auch dieses. Eine Familie, in der physikalische Erscheinungen erforscht ...

Ich liebe Zeitreisen. Was geschehen ist, was sein kann - unglaublich spannend.
Wird ein solches Buch angekündigt, möchte ich es lesen. So auch dieses. Eine Familie, in der physikalische Erscheinungen erforscht wurden, ein Nobelpreis verliehen wurde, sich einige Mitglieder in Gedanken unterhalten und Geschehnisse miterleben können, das klingt doch schon mal gut. Sie sollten auch den angekündigten Atomkrieg verhindern können. Mindestens. Vielleicht hilft dabei auch ein uralter Spruch? Und ein Einhorn, auf dem man durch Raum und Zeit reiten kann? Oder dass man in andere Menschen schlüpft? Schöne, märchenhafte Ideen.
Bis hierhin gut. Dann folgen viele philosophische Gedanken, Fragen sollen nicht gestellt werden. Für ein Jugendbuch nicht angemessen.
Diese Zeitreise, die durch viele Welten führt (es geht u.a. um einen walisischen Prinzen auf der Flucht nach Amerika über Hexenverfolgung und Indianerhass weißer Siedler) wird ausgesprochen blumig und ausufernd geschildert. Eine alte Weisheit (Rune) wird ständig zitiert und löst bestimmte Phänomene aus. Das und historische Ereignisse verflechten sich zu einer Geschichte, die aufzeigt, wie kleine Entscheidungen viel bewirken können. Der Protagonist Charles Wallace reist durch die Zeit, doch kann er nicht eingreifen, nur beobachten. Das Einhorn Gaudior äußert sich ausführlich philosophisch und mit religiösen Bezügen. Leider etwas langatmig.
Geschrieben von Madeleine LˋEngle, you&ivi.

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