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Veröffentlicht am 14.02.2023

Wie wird man zu …

Mit aller Macht
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… einem Henker? Peter, im sozialistischen Sinn erzogen, macht widersprüchliche Erfahrungen. Die DDR findet er nicht so schlecht, hat durch seinen Adoptivvater einige Privilegien. Fragen tauchen während ...

… einem Henker? Peter, im sozialistischen Sinn erzogen, macht widersprüchliche Erfahrungen. Die DDR findet er nicht so schlecht, hat durch seinen Adoptivvater einige Privilegien. Fragen tauchen während des Rechtsstudiums auf, als er nicht nur Marxismus-Leninismus büffeln muß, sondern mit den juristischen Auslegungen der Todesstrafe konfrontiert wird. Von Erich Mielke persönlich gebrieft. Dann der Mauerbau, von Peter begeistert begrüßt. Das empfiehlt in geradezu für einen Job bei der Stasi. Er nimmt an, geht in seinen Spitzelaufgaben auf. Bis der große Knall kommt.
Rainer Wittkamp berichtet chronologisch über ein Leben. Die perfiden Machenschaften des Staatssicherheitsdienstes werden deutlich geschildert, Erpressung, Schikane, und Machtbesessenheit werden aufgezeigt. Wehe dem, der nicht so mitgespielt hat, wie es erwartet wurde. Hatte Peter eine Wahl?
Das ist aber nur der erste Teil. Größeren Raum nehmen die Tagebücher des Vaters ein. Beginn 1924. Hier nur einige Stichworte: Karriere, Todesstrafe, Scharfrichterhelfer, Fallschwertmaschine, täglich zehn bis zwanzig Menschen. Nicht vorstellbar. Was macht das mit Einem?
Fakten, aneinandergereiht. Das Grauen bleibt dem Leser. Nicht einverstanden mit der Aussage: es lag ihm im Blut. Jeder bilde sich seine Meinung. Zum Töten per Gesetz und zur Tätigkeit eines Henkers.

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Veröffentlicht am 14.02.2023

Geschichte einer Familie

Zuckerjahre – Die Frauen der Backmanufaktur
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Jeder kennt Pudding- oder Backpulver. Hier gibt es eine Geschichte dazu.
Bielefeld, Mai 1914. Fabrikant Carl Meister stellt erfolgreich Backpulver her. Sein Sohn Julius trifft Lotte, die hübsche Apothekerstochter, ...

Jeder kennt Pudding- oder Backpulver. Hier gibt es eine Geschichte dazu.
Bielefeld, Mai 1914. Fabrikant Carl Meister stellt erfolgreich Backpulver her. Sein Sohn Julius trifft Lotte, die hübsche Apothekerstochter, verliebt sich in sie, bald darauf findet die Hochzeit statt. Geschrieben voller Herz und gefühlvoll.
Lottes Heimatstadt Berlin wird besucht. Eva-Maria Bast bezieht geschickt Mode, Baukunst und angesagte Speisen in ihre Schilderung ein. Natürlich kommen auch zeitgeschichtliche Fakten zum Tragen. Der 1. Weltkrieg kündigt sich an, bricht aus. Junge Männer ziehen begeistert in den Kampf. Und kehren - wenn überhaupt- ernüchtert wieder heim. Die Arbeit bleibt den Frauen.
Diese Familiengeschichte ist in drei Abschnitte gegliedert: 1914, 1916, 1919. Vor, während, nach dem Krieg. Interessante Hintergründe, persönliche Schicksale, Liebe und Mut spielen jeweils eine Rolle. Liest sich gut, ist anschaulich geschildert, emotional geschrieben, unterhaltsam zu schmökern.

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Veröffentlicht am 14.02.2023

Ermittlungen

Die Klinik
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Intensivschwester Mecki „erlöst“ Patienten, die dahinsiechen und bei denen keine Chance auf Genesung besteht.
Die Frau eines verstorbenen Unfallopfers wird misstrauisch. Sie behauptet, man habe ihren ...

Intensivschwester Mecki „erlöst“ Patienten, die dahinsiechen und bei denen keine Chance auf Genesung besteht.
Die Frau eines verstorbenen Unfallopfers wird misstrauisch. Sie behauptet, man habe ihren Mann getötet, der auf der Intensivstation verstarb. Kriminalkommissarin Franka Erdmann und ihr Assistent Alpay Eloğlu sollen deswegen ein Todesermittlungsverfahren einleiten, so will es das Gesetz.
Hubertus Borck beschreibt ein eingespieltes und engagiertes Team, in dem Franka Erdmann ihren jungen Kollegen geschickt einarbeitet. Unversehens werden die beiden jedoch nicht nur beruflich gefordert.
Ungeklärte Todesfälle gibt es immer wieder. Überforderung des Klinikpersonals im Dienst, private Probleme, Erlöserwillen, alles mögliche Gründe. Das Gesundheitswesen wurde kaputt gespart. Ein ernstes und brisantes Thema, welches
der Autor hier anspricht.
Durchaus spannend geschrieben, aber irritierend durch häufige Perspektivwechsel. Auch wirken einige Geschehnisse arg konstruiert. Dennoch ein meist gut zu lesender Krimi.

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Veröffentlicht am 12.02.2023

Küsten-Krimi

Den Letzten beißen die Robben
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Da hat sich Haushälterin Gerda aber angeschmiert. Will Theater spielen und landet in einem Musical. Egal, sie findet wieder einen Toten! Rein zufällig ist es der angeberische Hauptdarsteller des Theaterstücks. ...

Da hat sich Haushälterin Gerda aber angeschmiert. Will Theater spielen und landet in einem Musical. Egal, sie findet wieder einen Toten! Rein zufällig ist es der angeberische Hauptdarsteller des Theaterstücks. Langeweile adé, Gerda hat wieder einen Fall und findet es super. Ganz im Gegensatz zu Marius Meiners, dem amtlichen Ermittler. Der ist genervt. Regine Kölpin hat ihn überheblich, unstrukturiert und schrullig angelegt, das und anderes kommt klischeehaft rüber. Dafür gibt es schönes Friesengefühl im Örtchen sowie im Anhang die Erklärung einiger gebietstypischer Begriffe.
Die Ermittlungen kommen nur langsam voran. Können Gerda, Ino, Theda und Traugott wieder helfen? Der Leser rätselt mit, es ist nicht alles so, wie es zunächst scheint.
Wer Cosy Crime mit einer eifrigen Rentnerermittlungsgang und verschrobenen Ermittlern mag, wird hier gut bedient.

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Veröffentlicht am 04.02.2023

Cosy Crime

Ein Beagle kommt selten allein
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Pommes ist ein Laborbeagle. Pfiffig, interessiert an Vielem und neugierig. Hält sich für genial und wäre gern ein Polizeihund.
Selbstverliebt äußert er seine Eindrücke, lobt sich übermäßig, gibt aber ...

Pommes ist ein Laborbeagle. Pfiffig, interessiert an Vielem und neugierig. Hält sich für genial und wäre gern ein Polizeihund.
Selbstverliebt äußert er seine Eindrücke, lobt sich übermäßig, gibt aber auch zu, dass er nicht der Mutigste ist. Er hat ein großes Ziel: den Mord am Boss aufklären. Ein bisschen verliebt ist er auch. Ob das hilfreich ist?
Megan McGary gibt Beagle Pommes eine Stimme. In einfacher, leicht zu lesender Sprache beschreibt sie die hündischen Gedanken, Beobachtungen und Überlegungen. Wer ausufernden Tratsch aus einem Tierlabor, über verschiedene Pflegertypen, über Polizeiarbeit, oberschlaue Hunde und ein verliebtes Pärchen mag, ist hier bestens bedient. Das Buch liest sich schnell weg, locker-flockige Lektüre zur Entspannung nach einem stressigen Tag.

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