Ich habe mich so auf das Buch gefreut, wurde aber leider enttäuscht
Wenn Liebe eine Farbe hätteDie Autorin hat einen richtig tollen Schreibstil, warm und mitreißend. Die versprochene Handlung auf dem Klappentext ist kitschige (positiv!) Romance. Eine tolle Grundlage! Leider bringt das aber nicht ...
Die Autorin hat einen richtig tollen Schreibstil, warm und mitreißend. Die versprochene Handlung auf dem Klappentext ist kitschige (positiv!) Romance. Eine tolle Grundlage! Leider bringt das aber nicht viel, wenn fast alle Figuren wie Arschlöcher rüberkommen.
Die Protagonist:innen: Wes ist ein Arsch, kein Archetyp eines Bookboyfriends. Ein gut zahlender Gast bedrängt Frauen im Restaurant? Naja, macht er halt immer so. Betatscht Kellnerin Eve (und Wes' Love Interest)? Muss sie durch, der macht doch Werbung in seiner großen Firma. Fazit: für Wes sind Frauen nicht so wichtig wie Männer. Und wenn ihm mal etwas nicht passt oder er überfordert ist, flucht er unangemessen oder wird aggressiv. Wirklich ein Traum. Nicht.
Eve lässt zu viel auf sich herum trampeln. Das wird zwar kurz erwähnt und nachher wird sie etwas selbstbewusster, aber eigentlich tut sie mir mit den Menschen um sich herum nur leid.
Eves beste Freundin Jules ist ein wirklich furchtbarer Mensch. Sie ist egozentrisch und unsympathisch. Einmal hat sie Eve geholfen und wird seitdem von ihr auf Händen getragen. Sobald Eve etwas macht, was ihr nicht gefällt, nutzt sie es gegen sie. Widerlich. Daran ändert sich auch nach einer Versöhnung nichts.
Überhaupt ist das Credo in dem Buch: ja, also, Männer sind halt so. Sei mal lieb Frauchen. Musst du alles verstehen, wenn andere auf dich herumtrampeln. Bitte was?
Weiterhin wird die Handlung nur getragen, weil absolut niemand - wirklich niemand! - miteinander redet. So ewig lange nicht. Alle reden sich ein, dass das eh nicht nötig ist, dass Schweigen schützt. Selbst die 84-jährige Oma von Eve, die es bei Eves Vergangenheit wirklich besser wissen müsste. Argh!
Und ab ca. der Hälfte wird eine Zeit lang nur noch gevögelt. So unheimlich viel, dass die Bezeichnung "Rammelbuch", die ich mal in einer anderen Rezension gelesen habe, für ca. 100 Seiten echt zutrifft. Wo da die Handlung bleibt? Vermutlich in der Badewanne liegend im Bad eingeschlossen.
Ich kann nur 1,5 Sterne geben, da ich es tatsächlich beendet habe. Und der Schreibstil, der war echt gut. Ich habe noch ein Buch der Autorin, ich hoffe, das ist besser.