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Veröffentlicht am 06.01.2024

Sanft und hart zugleich

Lichtungen
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So wirkt die Darstellung von Levs Leben auf mich, das die Autorin Iris Wolff hier erzählt. Von einem Jungen, später einem Mann, der von Südosteuropa aus Europa für sich entdeckt. Stellenweise, ...

So wirkt die Darstellung von Levs Leben auf mich, das die Autorin Iris Wolff hier erzählt. Von einem Jungen, später einem Mann, der von Südosteuropa aus Europa für sich entdeckt. Stellenweise, sogar ziemlich oft, fällt es zusammen mit dem Schicksal von Kato, aber eben nicht immer.

Hineingeboren in einen sozialistischen Staat, nämlich Rumänien, wächst Lev im Regime Ceaușescus mit all seinen Hürden und Einschränkungen, aber auch den vorhandenen Schlupflöchern, auf, hauptsächlich bei seiner Mutter, ab und an kommen auch die Großeltern ins Spiel. Früh macht er die Erfahrung von Mobbing in der Schule, entscheidet sich dafür, selbige zu verlassen und mit seinen deutlich älteren Brüdern im Wald zu arbeiten. Das bekommt ihm auf Dauer nicht - nach einem schweren Unfall ist er monatelang zu Hause ans Bett gefesselt. Dort bringt ihm Kato die Aufgaben und erklärt sie ihm, nach einer anfänglichen Ablehnung durch Lev freunden sie sich an - Kato wird zu seinem Lebensmenschen, der Person, mit der er alles teilen kann.

Irgendwann folgt sie dem Deutschen Tom, der auf seinem Fahrrad durchs Dorf geradelt kommt, in die Welt - und entgleitet damit Lev und seiner Welt. Doch das ist nur ein Abstand auf Zeit, denn Lebensmenschen verlieren sich nicht.

Iris Wolff besticht durch ihre Sprache, die Kraft, die in ihr steckt, aber ebenso durch Zartheit an den passenden Stellen. Sie erzählt sozusagen rückwärts, lässt vieles aus beziehungsweise überlässt es gelegentlich den Lesern, aus bestimmten Zusammenhängen Rückschlüsse zu ziehen. Kein Buch für Detailverliebte oder Leser, die allem auf den Grund gehen möchten während ihrer Lektüre.

Ich habe durch diesen Roman zahlreiche Anregungen zur Recherche von Hintergründen erhalten. Ein schmaler, aber gewichtiger Band. Ein Roman, der seinen Fußabdruck in der Literaturgeschichte hinterlassen wird, dessen bin ich mir sicher.

Veröffentlicht am 01.01.2024

Ein Wissenschaftsroman

Endling
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Die Biologin und Autorin Jasmin Schreiber verbindet ihre beiden Neigungen Natur und Literatur aufs Trefflichste miteinander. Überflüssig zu erwähnen, dass ihre Romane sowohl informativ in wisschenschaftlicher ...

Die Biologin und Autorin Jasmin Schreiber verbindet ihre beiden Neigungen Natur und Literatur aufs Trefflichste miteinander. Überflüssig zu erwähnen, dass ihre Romane sowohl informativ in wisschenschaftlicher Hinsicht als auch ausgesprochen unterhaltsam zu lesen sind. So auch dieser.

Den sie zum ersten Mal in der nahen Zukunft ansiedelt: Zoe, eine Biologin, hat vor einigen Jahren das Elternhaus in Frankfurt verlassen und vergräbt sich seitdem in ihre Forschungen in München. Erst einmal war sie wieder daheim und das ist bereits etliche Jahre her. Das hat vor allem mit dem Tod des Vaters zu tun, der für alle Familienmitglieder so etwas wie ein Ruhepol war. Übriggeblieben ist ein elendes Häuflein Frauen: Zoe, ihre jüngere Schwester Hanna, ihre Mutter und die Tante Auguste, die Schwester des Vaters.

Die Desorientierung der Daheimgebliebenen wird Zoe erst klar, als eine Art Hilferuf ihrer Mutter erklingt: diese muss für einige Zeit in Reha, Zoe soll kommen, um ein Auge sowohl auf die Schwester als auch auf die Tante, die als Biologin zugleich eine Kollegin für sie ist, zu haben.

Was es damit wirklich auf sich hat, das wird ihr erst klar, als es längst zu spät ist, abzusagen. Und bald schon finden sich die drei Übriggebliebenen auf einer Reise Richtung Italien.

Was ausgesprochen eloquent, eindringlich und auch humorvoll begann, kippt leider im zweiten Teil. Da entstand der Eindruck, als wolle die Autorin unbedingt alles schnell zu Ende bringen, ohne Rücksicht auf Verluste und auf Einzelschicksale.

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  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 01.01.2024

Winterliebe, aber keine Buchliebe

Winterliebe in Cornwall
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Bei mir jedenfalls nicht, denn diese beiden kleinen romantischen Geschichten blieben so sehr an der Oberfläche hängen, wie es nur sein konnte. Vor allem die erste um Joy, die sich selbstlos um ihre Eltern ...

Bei mir jedenfalls nicht, denn diese beiden kleinen romantischen Geschichten blieben so sehr an der Oberfläche hängen, wie es nur sein konnte. Vor allem die erste um Joy, die sich selbstlos um ihre Eltern kümmert, wobei ihr eigenes (Liebes)Leben komplett auf der Strecke bleibt. Die zweite um Anwältin Sarah ist geringfügig inhaltsreicher.

Beide verlaufen jedoch nach Schema F: die beiden jungen Damen verschlägt es - jeweils allein und sehr kurzfristig - in ein Dorf Cornwall - in beiden jeweils dasselbe, nämlich Port Willis. Dort begegnen beide jeweils einem ganz besonderen Mann (auch jeweils ein anderer, denn es geht hier ausgesprochen anständig zu). Der Rest der jeweiligen Geschichte widmet sich jeweils dem Hin und Her, ob man sich denn auf diese Liebe einlassen sollte.

Ich muss gestehen, ich war froh, als es dann irgendwann ausgelesen war!

Veröffentlicht am 31.12.2023

Unglaublich hart und absolut lesenswert

Die Weite des Horizonts
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ist dieser Roman über die "Operation Jubilee" der Alliierten Mächte in der von Deutschland besetzten Normandie, einem der gescheiterten Versuche, die Küste von den Besatzern zu befreien.

Cara leistet ...

ist dieser Roman über die "Operation Jubilee" der Alliierten Mächte in der von Deutschland besetzten Normandie, einem der gescheiterten Versuche, die Küste von den Besatzern zu befreien.

Cara leistet dort ihren Einsatz als Blitzmädel, eine Art Assistentin der Soldaten direkt an der Front oder dort, wo diese bald sein könnte. Schlimm und schön zugleich ist, dass ihr Einsatz - den sie gegen ihren Willen leisten muss; sie und ihre Familie sind alles andere als Nazis - ein einem Ort stattfindet, den sie von zahreichen Ferienaufenthalten in Kindheit und Jugend kennt.

Warmherzig und realitätsnah vermittelt uns die Autorin in Rückblicken die damalige Atmosphäre - es war eine Art deutsch-französischer Freundeskreis über die Grenzen von Nationalität und Alter hinweg. Wobei Cara rasch merkt, dass unter den aktuellen Umständen daran nicht anzuknüpfen ist. Ihre ehemalige Freundin Isabelle, inzwischen verwitwet und Mutter von zwei Kindern, zeigt ihr die kalte Schulter, was Cara ihr nicht verdenken kann.

Und auch zu Hause im Schwäbischen passieren schlimme Dinge. Caras Bruder Alexander wird vom Dorfältesten höchstpersönlich ins Gefänglich verbracht, ihre Eltern stehen unter permanenter Beobachtung.

Im Rahmen dieser menschenunwürdigen Auseinandersetzungen ist Noah C. Walker ein ausgesprochen würdiges und edles Buch über die Zeit und die Verstrickungen und Positionierungen der Menschen damals gelungen, das hoffentlich zahlreiche Leser findet!

Veröffentlicht am 31.12.2023

Jack gegen den Rest der Welt

Zero Days
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Zero DaysThriller | »So eine Ruth Ware haben Sie noch nie gelesen.« David Baldacci
von Ruth Ware
4,3 Sterne bei
30 Bewertungen
Cover des Buches Zero Days (ISBN: 9783423263696)
Bestellen bei:
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Zero DaysThriller | »So eine Ruth Ware haben Sie noch nie gelesen.« David Baldacci
von Ruth Ware
4,3 Sterne bei
30 Bewertungen
Cover des Buches Zero Days (ISBN: 9783423263696)
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Neue Kurzmeinungen
Fee04s avatar
Fee04
vor 19 Stunden

Ein fesselnder Thriller. Absolute Leseempfehlung !
Amkes avatar
Amke
vor einem Tag

spannend, aber ab der Hälfte des Buches vorhersehbar
Alle 30 Bewertungen lesen
Inhaltsangabe
Eine atemlose Jagd – eine tödliche Bedrohung

Der neue Thriller der Bestsellerautorin Ruth Ware: mitreißend, atemlos, beklemmend

»So eine Ruth Ware haben Sie noch nie gelesen. Ein pulsierendes Katz- und Mausspiel voller tödlicher Intrigen, das Jack Cross, Ware's neue, großartige Heldin, an ihre absoluten Grenzen bringt.« David Baldacci

Jack und ihr Ehemann Gabe werden von großen Unternehmen engagiert, um deren Sicherheitssysteme zu unterlaufen und so deren Schwachstellen zu finden. Und die beiden sind verdammt gut in ihrem Job! Doch eines Abends geht etwas schief und Jack wird verhaftet. Als sie Stunden später entlassen wird, findet sie ihren Mann Gabe ermordet am Schreibtisch. Verzweifelt und fassungslos bricht sie zusammen. Wer kann ihm das angetan haben?

Als wenig später ihre Aussage aufgenommen wird, ist Jack schnell klar: Sie selbst ist ins Visier der Ermittler geraten und bereits tief in ein gefährliches Spiel verstrickt. Und die Uhr tickt. Eine verzweifelte Flucht beginnt – und die Suche nach einem skrupellosen Mörder ...
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TochterAlicevor 39 Minuten
Jack gegen den Rest der Welt

Denn urplötzlich wird sie verdächtig, Gabe, ihren Ehemann, umgebracht zu haben. Völlig desorientert begibt sie sich auf die Flucht; auf eine riesige Odyssee, auf der sie mehr und mehr Kraft schöpft: denn sie und Gabe arbeiten als Pentester, also als Sicherheitstester für Unternehmen. Bzw. haben es getan, denn für den Rest ihres Lebens muss sie jetzt auf Gabe verzichten, wie ihr immer deutlicher wird.

Und so ganz allmählich kristalliert sich auch eine verdächtige Person heraus, die auch noch versucht, sich als Hel, Jacks Schwester und ihre einzige Vertraute auf der weiten Welt, auszugeben.

Ebenso rasant, wie Jack in diese fürchterliche Geschichte hineingeschlittert ist, folgt auch das Ende, das mir - wie eigentlich das ganze Buch - etwas zu vorhersehbar war, was mir so einiges an Lesebegeisterung raubte. Der Thriller war nicht schlecht, aber er ist definitiv nicht mein Lieblingsbuch von Ruth Ware!