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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.09.2025

Toll

Spät am Tag
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Spät am Tag erzählt die Geschichte von Johanne, einer jungen Schriftstellerin, die auf der Suche nach Ruhe ein Zimmer in einem abgelegenen weißen Haus mietet. Dort begegnet sie Mikael – und mit ihm nicht ...

Spät am Tag erzählt die Geschichte von Johanne, einer jungen Schriftstellerin, die auf der Suche nach Ruhe ein Zimmer in einem abgelegenen weißen Haus mietet. Dort begegnet sie Mikael – und mit ihm nicht nur einer Liebe, die ihr Leben über viele Jahre prägen wird, sondern auch seiner Ex-Frau, seiner Tochter und der kargen Landschaft, die bald zu ihrer Heimat wird. Als Johanne siebzehn Jahre später allein in diesem Haus zurückbleibt, blickt sie zurück: auf die Liebe, den Verlust und die leisen Verbindungen, die ihr Leben getragen haben.

Der Roman hat mich gut unterhalten – er ist stimmungsvoll, fein beobachtet und zeichnet Bilder, die lange nachhallen. Gleichzeitig plätschert die Handlung manchmal etwas dahin, fast so, als wolle sie die langsamen Jahreszeiten des Landes widerspiegeln. Das macht die Lektüre zwar atmosphärisch, erfordert aber auch Geduld.

Alles in allem ist es ein ruhiger, nachdenklicher Roman über Zeit, Beziehungen und die Orte, die uns prägen – kein lauter Pageturner, sondern eine Geschichte, die sich langsam entfaltet und im Nachklang ihre Stärke zeigen

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Veröffentlicht am 06.09.2025

Toll

Aufsteiger
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Aufsteiger ist ein klug erzählter Roman über Macht, Ehrgeiz und den Preis, den man zahlt, wenn man alles einer Karriere opfert. Im Zentrum steht Felix Licht, der sein Leben lang auf den Chefredakteursposten ...

Aufsteiger ist ein klug erzählter Roman über Macht, Ehrgeiz und den Preis, den man zahlt, wenn man alles einer Karriere opfert. Im Zentrum steht Felix Licht, der sein Leben lang auf den Chefredakteursposten hingearbeitet hat – auf Kosten von Familie, Freundschaften und sich selbst. Doch im entscheidenden Moment wird er übergangen: Statt ihm bekommt Zoe Rauch den Job, jung, modern und genau die Frau, die ihn seit zwölf Jahren nicht loslässt.

Was folgt, ist ein Abstieg voller gekränkter Eitelkeiten, bröckelnder Lebenslügen und einer Medienwelt, die sich zwischen Fake News, Opportunismus und dem Ringen um moralische Überlegenheit selbst zerlegt. Besonders spannend fand ich, wie nah die Figuren an unserer Gegenwart gezeichnet sind: alte Seilschaften, die krampfhaft an Bedeutung festhalten, prallen auf eine neue Generation, die mit ganz anderen Ansprüchen auftritt.

Der Roman ist bissig, pointiert und zugleich sehr unterhaltsam. Er schafft es, gesellschaftliche Fragen in eine persönliche Geschichte zu verweben, ohne belehrend zu wirken. Nur manchmal hätte ich mir etwas weniger Überzeichnung gewünscht – aber gerade das macht die Lektüre auch so lebendig.

Insgesamt ein scharfzüngiges, intelligentes und zugleich packendes Buch, das zeigt, wie dünn der Lack von Macht und Selbstgewissheit sein kann

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Veröffentlicht am 17.08.2025

tolle Protagonistin

A Dance of Lies
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Für mich gehört A Dance of Lies definitiv zu den schönsten Büchern des Jahres – schon Cover und Farbschnitt sind ein absoluter Blickfang und haben mich sofort begeistert. Zum Glück konnte auch der Inhalt ...

Für mich gehört A Dance of Lies definitiv zu den schönsten Büchern des Jahres – schon Cover und Farbschnitt sind ein absoluter Blickfang und haben mich sofort begeistert. Zum Glück konnte auch der Inhalt das hohe Versprechen halten.

Die Geschichte um Vasalie, die einst Tänzerin am Hof war und nach einer falschen Mordanklage zwei Jahre im Kerker überlebt, hat mich von Anfang an gefesselt. Sie ist keine klassische „starke“ Heldin, sondern eine vielschichtige, verletzliche, aber dennoch entschlossene Protagonistin, was ich unglaublich erfrischend fand. Ihr Weg, zwischen Verrat, Intrigen und Loyalität zu bestehen, ist intensiv und voller Spannung. Besonders die Idee, Tänze nicht nur als Kunst, sondern auch als Motiv für Macht, Ausdruck und Identität in die Handlung zu verweben, hat mir sehr gefallen.

Die Dynamik zwischen Vasalie, König Illian und seinem Bruder Anton ist voller Dramatik, politischer Ränkespiele und verbotener Gefühle. Gerade die aufkeimende Liebe zwischen Vasalie und Anton ist feinfühlig, aber auch gefährlich erzählt – genau die Art von Spannung, die man in einem Fantasyroman liebt.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, atmosphärisch und so fesselnd, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Jede Szene ist bildhaft und voller Emotionen, was die Geschichte noch intensiver macht.

Für mich stimmt hier einfach alles: die wunderschöne Aufmachung, die ungewöhnliche Heldin, das packende Spiel aus Macht, Tanz und Liebe. Ein Fantasy-Highlight, das ich jedem nur empfehlen kann!

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Veröffentlicht am 17.08.2025

beeindruckend, wenn auch etwas bedrückend

Adlergestell
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Adlergestell von Laura Laabs ist ein Roman, der lange nachhallt. Die Geschichte von Lenka, Chaline und der Erzählerin beginnt in der Eigenheimgasse am Rand von Berlin, direkt am Adlergestell, jener großen ...

Adlergestell von Laura Laabs ist ein Roman, der lange nachhallt. Die Geschichte von Lenka, Chaline und der Erzählerin beginnt in der Eigenheimgasse am Rand von Berlin, direkt am Adlergestell, jener großen Ausfallstraße, die alles andere als Geborgenheit vermittelt. Gemeinsam wachsen die drei in den wilden Nachwendejahren auf – zwischen süßen Versprechen, elterlicher Überforderung und den Schatten der Vergangenheit.

Laabs erzählt mit scharfem Blick für soziale Brüche, feinem Humor und einer klaren Sprache, die einen sofort hineinzieht. Der Unfall auf dem Adlergestell markiert den Bruch in ihrem Leben – und 35 Jahre später blicken wir auf drei völlig unterschiedliche Wege, die vom Glamour einer Beauty-Bloggerin bis zur spirituellen Neuorientierung reichen.

Mich hat das Buch tief bewegt, gerade weil es die ernüchternde Erkenntnis transportiert, wie wenig man manchmal sein eigenes Leben steuern kann. Der Humor lockert die bedrückenden Passagen auf, aber die Grundstimmung bleibt eher melancholisch – und genau das macht es stark, auch wenn es manchmal etwas schwer auf der Seele liegt.

Ein Roman, der zeigt, dass ein Gestell eben keinen Halt gibt – aber Freundschaft und Erinnerungen umso mehr.

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Veröffentlicht am 17.08.2025

tolle Geschichte

Deep Cuts
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Als jemand, der Geschichten über Musik einfach liebt, hat mich Deep Cuts sofort angesprochen. Der Roman nimmt uns mit in eine Studentenbar in Berkeley Anfang der 2000er-Jahre, wo Percy ihrer unbändigen ...

Als jemand, der Geschichten über Musik einfach liebt, hat mich Deep Cuts sofort angesprochen. Der Roman nimmt uns mit in eine Studentenbar in Berkeley Anfang der 2000er-Jahre, wo Percy ihrer unbändigen Leidenschaft für Musik nachgeht. Sie zerlegt Songs mit einer Intensität und Begeisterung, die ansteckend wirkt. Genau das ist es auch, was Joe, der Musiker neben ihr am Tresen, sofort fasziniert. Aus dieser Begegnung entsteht nicht nur eine kreative Zusammenarbeit, sondern auch eine intensive Liebesgeschichte, die zwischen Euphorie und Schmerz pendelt.

Mir hat besonders gefallen, wie sehr die Musik in diesem Roman mitschwingt. Man spürt in jeder Szene, dass sie mehr ist als nur ein Hintergrund – sie ist Herzschlag, Sprache und Verbindung zwischen den Figuren. Auch die Playlist zum Buch war für mich ein echtes Highlight und hat das Leseerlebnis wunderbar abgerundet. Die Dynamik zwischen Joe und Percy ist glaubwürdig und mitreißend erzählt, ihre Chemie hat mich sofort in den Bann gezogen.

Ein kleiner Punkt, der mich davon abgehalten hat, volle fünf Sterne zu geben: Manche Passagen waren mir etwas zu ausschweifend, gerade wenn es um musikalische Analysen ging. Das hätte an wenigen Stellen straffer erzählt werden können. Trotzdem überwiegt für mich das Positive deutlich.

Insgesamt ein berührender Roman über Musik, Liebe und die Intensität junger Leidenschaft. Für alle, die Musik nicht nur hören, sondern fühlen, eine klare Empfehlung!

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