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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.02.2026

Poetische Sprache

Ankica
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Die Geschichte spielt im Ungarn des 19. Jahrhunderts. Anfangs muss man sich erstmal an die altertümliche Sprache gewöhnen. Doch genau das macht es meiner Meinung nach authentisch. Denn sobald unsere Protagonistin ...

Die Geschichte spielt im Ungarn des 19. Jahrhunderts. Anfangs muss man sich erstmal an die altertümliche Sprache gewöhnen. Doch genau das macht es meiner Meinung nach authentisch. Denn sobald unsere Protagonistin in ein anderes Milleu gelangt, ändert sich der Sprachstil, Ankica passt ihre eigene Sprache an. Ankica ist zudem auf ihre Art neugierig und trotzig, aber es passt zu ihrer Art und ihrem Alter.

An ein paar Stellen zieht sich die Handlung etwas, aber insgesamt passt das zur Stimmung und zum historischen Setting

Das Vampirmotiv spielt tatsächlich eine geringere Rolle als gedacht, bzw. auf eine andere Art und Weise als ich es antizipiert hatte. Und das hat mir gefallen. Denn wie man beim Lesen merkt fungiert dies eher als Symbol für verschiedene Aspekte, wie beispielsweise Fremdheit, für das, was Menschen nicht verstehen und deshalb bekämpfen, als ein Schutzschild oder ein Gefängnis, als Grenzen, die von außen gesetzt werden.

Veröffentlicht am 12.02.2026

Fragment

Schleifen
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„Schleifen“ hat mich am Anfang wirklich begeistert. Der Klappentext klang spannend; es ging darum, dass durch die Sprache Krankheiten übertragen werden können. Leider fühlte sich das Buch irgendwann zäh ...

„Schleifen“ hat mich am Anfang wirklich begeistert. Der Klappentext klang spannend; es ging darum, dass durch die Sprache Krankheiten übertragen werden können. Leider fühlte sich das Buch irgendwann zäh an, und vieles wirkte länger, absurder oder sperriger, als ich gehofft hatte.

Man merkt dem Roman an, dass Elias Hirschl ein unglaublich gebildeter Mensch ist. Denn durch den Einbezug und die Kombination von Mathematik, Philosophie, Popkultur und Sprachspielereien fühlten sich an wie ein philosophischer Essay. An anderen Stellen wirkte es wieder wie ein Roman.
Dadurch kann vieles überladen wirken. Ich glaube, so wäre es für mich auch gewesen, hätte ich es nicht in vielen Etappen gelesen. Die spannenden Stellen gingen oft zu schnell vorbein (wie die Kombination von Krankheit und Sprache zu Anfang), während andere Passagen sich gezogen haben.

Die „Handlung“ bleibt also sehr fragmentarisch. Ich hatte selten das Gefühl, einer klaren Geschichte zu folgen. Eher wirkte es wie ein lose zusammenhängendes Sammelsurium aus Ideen, Szenen und sprachlichen Experimenten. Wer einen klassischen Roman erwartet, dürfte hier schnell enttäuscht sein. Wer auf der anderen Seite verschiedene Themengebiete (sowohl gelöst als auch gemischt), ist hier an der richtigen Stelle.

Veröffentlicht am 28.01.2026

Anderes erwartet

Du musst gar nichts
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Ich werde leider diese eine Person in den Rezensionen sein, der das Buch leider nicht gefallen hat.

Mit der Beschreibung "zerlegt Martin Brunner die Glaubenssätze der Selbstoptimierungskultur" hatte ich ...

Ich werde leider diese eine Person in den Rezensionen sein, der das Buch leider nicht gefallen hat.

Mit der Beschreibung "zerlegt Martin Brunner die Glaubenssätze der Selbstoptimierungskultur" hatte ich auf andere Sichtweisen gehofft. Damit meine ich beispielsweise tiefergehende Erklärungen, die solchen Affirmationen entgegenwirken, ein paar wissenschaftliche Belege etc. Denn die Idee einer solchen Gegenperspektive finde ich sehr gut.

Doch leider finde ich eine einzige Seite pro Thema (manchmal sogar weniger als das) zu oberflächlich, zu kurz. In wenigen Sätzen kann man das nicht richtig behandeln.

Vielleicht waren auch einfach meine Erwartungen die falschen.

Veröffentlicht am 28.01.2026

Super!

Spicy Files
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Der Roman wirkt zu Anfang nicht überladen und gleichzeitig so geschrieben, dass man durchgehend dranbleibt. Die Spannung wird ruhig, aber konstant aufgebaut.

Besonders gelungen fand ich die Einbettung ...

Der Roman wirkt zu Anfang nicht überladen und gleichzeitig so geschrieben, dass man durchgehend dranbleibt. Die Spannung wird ruhig, aber konstant aufgebaut.

Besonders gelungen fand ich die Einbettung der EU-Thematik. Zwar verfügt man grundsätzlich über ein gewisses Allgemeinwissen, doch hier werden die Strukturen und Hintergründe anschaulich und verständlich vermittelt. Dabei habe ich tatsächlich einige neue Details gelernt, das ist also definitiv ein Pluspunkt. Gleichzeitig war ich an manchen Stellen ein wenig zwiegespalten: Einerseits mochte ich die zusätzlichen Informationen sehr, andererseits ertappte ich mich dabei, wie ich kurz weiterlesen wollte, um zu sehen, wann der eigentliche Fall wieder stärker in den Fokus rückt. Ich hatte das Gefühl, dass er ein wenig zu sehr in den Hintergrund gerückt ist

Was das Ende betrifft, bin ich normalerweise kein Fan offener Enden. In diesem Fall jedoch fügt es sich überraschend gut ins Gesamtbild ein und wirkt stimmig.

Veröffentlicht am 27.01.2026

Zwiespalt

Sparkling Nights
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Da es sich um fünf verschiedene Geschichten handelt, bin ich bei der Bewertung ein wenig hin- und hergerissen. Denn einige fand ich recht gut, andere wieder nicht.

Deswegen hier eine Sammlung meiner Eindrücke: ...

Da es sich um fünf verschiedene Geschichten handelt, bin ich bei der Bewertung ein wenig hin- und hergerissen. Denn einige fand ich recht gut, andere wieder nicht.

Deswegen hier eine Sammlung meiner Eindrücke:

Die Idee, Vampire endlich auf die moderne Zeit zu übertragen, finde ich sehr gut. Doch leider hat vieles in der Geschichte gewirkt, als wären die Protagonisten noch Jugendliche. Man errötet nicht bei jeder kleinsten Berührung, insbesondere nicht so weit, dass man ganze Sätze vergisst, wenn man bereits über 20 Jahre alt ist. Auch wirkte es für mich tatsächlich ein wenig schnell, es folgte eine Aktivität nach der anderen, ohne das der Raum für die Verarbeitung der Gespräche/Gefühle war. Auch haben sich einige Gesprächsfetzten zu oft wiederholt, ich hätte es besser gefunden, wenn dort tiefere Inhalte angesprochen wären.

Gut fande ich jedoch auch, dass unsere Protagonistin ihren bunten Kopf in ihrer Außenwelt auslebt, und alles knuffige feiert.



Die Geschichte zwischen Viktor und Odessa fand ich wirklich wunderbar! Erstmal möchte ich sagen, dass die Charaktere sehr gut dargestellt waren, und die Prämisse des Events einfach wunderbar ist.

Umso trauriger finde ich, dass wir dieses gar nicht richtig mitbekommen. Ich hatte mich so auf das Mittelalterevent gefreut, dass ich es enttäuschend fande, dass es am Ende doch einfach Weihnachten geworden ist.



Ich kann die Geldsorgen unseres Hauptcharakters nachvollziehen, sie sind gut dargestellt. Doch dass sie beim Träumen dieses Märchen bekommt, ist so unglaublich schön!