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Veröffentlicht am 29.03.2021

Starke Story mit allerhand Schwächen

The Second Princess. Vulkanherz
10

Als ich das Cover sah, war ich sofort fasziniert. Es war so edel und düster und ich habe mir etwas Großes bei dem Buch versprochen. Die Leseprobe der ersten 40 Seiten bestätigte dann auch mein Gefühl und ...

Als ich das Cover sah, war ich sofort fasziniert. Es war so edel und düster und ich habe mir etwas Großes bei dem Buch versprochen. Die Leseprobe der ersten 40 Seiten bestätigte dann auch mein Gefühl und ich war sehr dankbar, dass ich das Buch als Rezensionsexemplar erhalten habe.

Anders als andere Bücher über Monarchien spielt es im Hier und Jetzt. Ich mochte die Schlossatmosphäre sehr gern, aber es gibt auch Autos, Fernseher, Handys. Es ist überraschend keine Art Mittelalter zu bekommen, obwohl hier und da ein Gefühl dafür durchblitzt. Ich mochte den Bruch aber sehr gern. Es war mal etwas anderes.
Ebenso wie die Geschichte an sich. Ich mochte die Idee um die kleine Inselmonarchie mit all seinen Geheimnissen sehr. Um vieles wird sowohl von der Autorin als auch von den Figuren erst einmal ein Geheimnis gemacht, das der Leser erst nach und nach aufdeckt. Dabei spielen vor allem immer mehr Fantasyelemente eine Rolle.

Da ich eine Leserunde zu dem Buch hatte, steckte ich mir täglich 45 Seiten ab und die lasen sich immer super schnell. Ich mochte den bildlichen Schreibstil sehr gern.

Doch leider waren diese Punkte auch schon so ziemlich alles Positive, was ich sagen kann.

Schon mit den Figuren wurde ich nicht warm. Die Königin und die älteste Schwester Livia, die kurz vor ihrer Krönung zur Königin steht, fand ich unmöglich. Sie sind beide unangebracht gemein und kaltherzig. Es kann mir keiner sagen, dass ein Volk das von seinen Monarchen erwartet oder wünscht.
Saphina, die die Ich-Erzählerin ist, war anfangs noch ganz lustig und süß, doch umso weiter die Geschichte voranschritt, umso nervtötender und zickiger wurde sie. Natürlich hat sie einiges an Leid erfahren und die Wendung, die ihr Leben nimmt, nachdem sie in der Thronfolge aufrückt und zur Geheimniswahrerin der Bell-Familie wird, ist allumfassend und schwer. Aber ihr Verhalten ist damit trotzdem nicht in Einklang zu bringen. Ich dachte erst, dass ich sicher ins Herz schließen werde, aber dann wurde es immer distanzierter.
Und von Dante, der immer eng an der Seite der Familie, vor allem dann an der Seite von Saphina, ist, möchte ich fast gar nicht erst anfangen. Er ist total ambivalent und wankelmütig und man weiß nie, in welcher Stimmung man ihn als nächstes antrifft. Dabei lässt die Autorin dann aber trotzdem keine Klischees in Bezug auf sein Verhältnis zu Saphina aus.

So gern ich den Grundgedanken der Geschichte mag – sowohl die Ausgangssituation als auch die Entwicklung – so viel Unverständnis ruft sie auch in mir hervor. Von Saphina werden nach dem Aufrücken in der Thronfolge Sachen verlangt in ihrer neuen Rolle und dabei wird extrem viel Druck gemacht. Das ist aber total unnötig und unverständlich – es ergibt nur Sinn, wenn man den weiteren Verlauf der Story schon kennt. Da hat die Autorin mit brachialer Gewalt etwas aufgebaut, nur weil es für die Geschichte von Vorteil war, aber logisch reingepasst hat es nicht.
Ebenso wie der Fakt, dass Maylin, die ursprüngliche Nummer zwei, ihr Leben lang verbergen konnte, welche Geheimnisse der Familie sie bewahren muss.

Im Fortschreiten der Geschichte werden allerhand Gefahren angekündigt und künstlich aufgebauscht. Nichts davon konnte wirklich gehalten werden. Das meiste war viel zu kurz – und einfach – abgehandelt.

Man sieht, ich habe viele Kleinigkeiten, die mich wirklich gestört haben.
Ganz grob lässt sich mein Gefühl für „The Second Princess“ in zwei gegensätzlichen Stimmungen zusammenfassen:
1. Ich fand die Geschichte und die Idee cool und anders. Es gab ein paar neue Ansätze und interessante Wendungen. Die Spannung blieb manchmal etwas auf der Strecke, aber ich wollte immer weiterlesen und hatte so meinen Spaß.
2. Viele Dinge fand ich unrealistisch, unangenehm oder klischeehaft. Das Buch war auch trotz seiner 400 Seiten stellenweise zu dünn. Es hätten ein paar unwichtige Nebenhandlungen weggelassen werden können, damit die Hauptstory mehr Raum bekommt.

Die Kombination dieser beiden Punkte ergibt für mich 3,5 Sterne.

  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Fantasie
Veröffentlicht am 26.01.2021

Die verdrehten Schwestern werden entdreht

Disney – Villains 6: Das Geheimnis der Schwestern
0

Teil 6 / Spoiler möglich

Die verdrehten Schwestern sind immer noch im Traumreich gefangen und ihre Schwester Circe ist ganz ohne sie. Doch allein ist sie deswegen noch lange nicht. Sie hat ihre Cousine ...

Teil 6 / Spoiler möglich

Die verdrehten Schwestern sind immer noch im Traumreich gefangen und ihre Schwester Circe ist ganz ohne sie. Doch allein ist sie deswegen noch lange nicht. Sie hat ihre Cousine Schneewittchen und verschiedene Freunde, Menschen wie Feen, um sich geschart. Zusammen versuchen die Guten das Chaos, das nach dem Sieg über Ursula und Maleficent entstanden ist, zu beseitigen. Doch lange bleibt die Ruhe nicht bestehen und das Chaos bricht erneut über Schloss Morningstar herein.

Der sechste Teil der Disney-Villains-Reihe spielt nur wenige Tage nach Teil vier und fünf. Es geht nahtlos weiter, doch dieses Mal ist kein neues Märchen Hauptbestandteil des Buches, sondern die verdrehten Schwestern sind es. Die Hexendrillinge waren der rote Faden, der alle Bücher verband. In allen Schicksalen hatten sie ihre Hände im Spiel. Doch ihre Vergangenheit blieb bisher verborgen. Das ändert sich nun.

Wenn Lucinda, Ruby und Martha eines nicht sind, dann Sympathieträger. Sie sind gemein, verwirrt und voller Hass. Sie lieben nur eines und das ist ihre kleine Schwester Circe. Doch selbst diese Liebe besteht nur aus Extremen. Umso interessanter ist es, die Geschichte der Schwestern besser kennenzulernen. Auch wenn in den Vorgänger-Büchern schon so manches Geheimnis ans Tageslicht kamen, war es interessant mit Circe und Schneewittchen in den alten Schriften zu wühlen, um die Schwestern so richtig kennenzulernen und vielleicht auch zu verstehen.

Es ist faszinierend, was für ein komplexes Konstrukt Serena Valentino geschaffen hat. Worte und Taten aus jedem der fünf Vorgänger werden plötzlich wieder bedeutsam. Doch vor allem Teil 4 um Maleficent und Teil 5 um Gothel werden hier immer wieder näher beleuchtet.
Insgesamt lernt man die ganze Märchenwelt auch noch einmal etwas genauer kennen, ist in Schlössern, im Traumland, dem Feenreich und dem Hexenhaus.

Über allem schwebt immer die große Frage: Wann ist man gut und wann schlecht? Und wie schmal ist manchmal der Grat, mit dem man die Seiten wechselt. Was bedarf es alles, damit aus freundlichen Wesen eine zerstörerische Macht hervorbricht?
Nicht zuletzt wartet das Buch auch noch mit einigen Überraschungen auf, mit denen ich nicht gerechnet habe. Ich habe sogar extra nochmal Vorgänger aus dem Regal gezogen, um manche Passagen nun in neuem Licht lesen zu können.

Vor dem Lesestart war ich nicht überzeugt von der Idee des Buches. Es soll doch um Disney-Villains gehen und die Schwester sind nun einmal ursprünglich kein Bestandteil dieser Welt. Doch das Buch schlägt einen Bogen und verbindet alles wirklich geschickt und spannend. Und deswegen ist es nun eines meiner liebsten dieser Reihe.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.01.2021

Mord als Massenevent

The Passengers
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Acht Menschen werden von einem Hacker in ihren eigenen Autos gekidnappt. Der Unbekannte bringt die Autos unter seine Gewalt und plant, alle acht Fahrer in zweieinhalb Stunden umzubringen. Es gibt keine ...

Acht Menschen werden von einem Hacker in ihren eigenen Autos gekidnappt. Der Unbekannte bringt die Autos unter seine Gewalt und plant, alle acht Fahrer in zweieinhalb Stunden umzubringen. Es gibt keine Lösegeldforderung, keine Bedingungen. Die Lage scheint aussichtslos. Doch was fast noch schlimmer ist: Die ganze Welt schaut gierig zu und verfolgt die Höllenfahrt. Sie voten sogar mit, wen der Hacker als erstes tötet.

Das Buch ist aus den verschiedenen Perspektiven der Opfer geschrieben. Man lernt einige von ihnen besonders intensiv kennen, beginnt mit ihnen den Tag – und erfährt recht schnell, dass sie alle dunkle Geheimnisse haben. Diese Geheimnisse kennt auch der Hacker. Überhaupt scheint er so gut wie alles über die Passagiere zu wissen. Und dieses Wissen macht er sich immer wieder zu nutze.
Die Personen sind unterschiedlich sympathisch und überhaupt recht divers – ebenso wie ihre Probleme, Entscheidungen und Geheimnisse.
In dieser Abwechslung lag eine unglaubliche Spannung für mich. Ich konnte kaum aufhören zu lesen und war begierig auf jedes neue Detail und jede neu Enthüllung.
Vor allem wollte ich auch wissen, wie die Opfer zusammenhängen, wer der Hacker ist, warum er ausgerechnet diese Menschen ausgewählt hat und noch viel mehr.

John Marrs schrieb das Buch unglaublich leicht und flüssig, trotz all der Härte und Grausamkeiten, denen man sich gegenübersieht.
Hin und wieder gab es Logiklöcher. Ich fragte mich häufiger, wie die Person das bewerkstelligt haben soll. Manches scheint ein bisschen sehr konstruiert. Doch es störte mich nicht. Die Spannung überlagerte alles. Das Thema des autonomen Fahrens mit all den ethischen Fragen, die sich dazu stellen, die unterschiedlichen Charaktere, die Kürze der Kapitel und die wechselnden Perspektiven. Die Grausamkeiten des Hackers, die Enthüllungen, die Entwicklungen. Ich war wirklich hin und weg.

Dann kam das Ende.
Ich frage mich wirklich, wie man so eine tolle Story so zu Ende führen kann. So wirr und in Teilen unlogisch. Ich bin wirklich nicht begeistert. Ich verstehe die Grundidee und kann sie nachvollziehen. Aber die Umsetzung ist schwach.

Doch der Weg dahin war einfach kein steiniger. Er war flüssig, spannend, überraschend, wendungsreich und trotz der räumlichen Eingeschränktheit vielfältig und variabel. Deswegen reißt das Ende das Buch ein wenig runter, macht es mir aber einfach im Großen und Ganzen nicht kaputt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.01.2021

Die junge Maleficent

Disney – Villains 4: Das Geheimnis der Dunklen Fee
0

In all den vorangegangenen Teilen der Villans-Reihe wurde immer wieder Maleficent erwähnt. Sie scheint im Leben der verdrehten Schwestern, die ja in dieser Reihe alle Märchen miteinander verbinden, eine ...

In all den vorangegangenen Teilen der Villans-Reihe wurde immer wieder Maleficent erwähnt. Sie scheint im Leben der verdrehten Schwestern, die ja in dieser Reihe alle Märchen miteinander verbinden, eine große Rolle zu spielen.
Und im vierten Teil lernt man die Fee mit den schwarzen Hörnern nun endlich kennen.
Nachdem von Ursula keine Gefahr mehr ausgeht, macht sich Maleficent auf den Weg zu Schloss Morningstar. Sie spürt große Hexenmacht, die von dem Schloss ausgeht, und sie benötigt diese Macht, um den Fluch der Feen zu brechen, der Aurora nur schlafen lässt und durch den Kuss wahrer Liebe erweckt. Maleficent möchte ihren ursprünglichen Fluch wiederherstellen: Aurora soll sterben.
Auf wen sie im Schloss treffen wird, hat sie nicht erahnt. Plötzlich sieht sie sich ihrer schmerzhaften Kindheit und Jugend konfrontiert.

Serena Valentino schafft in diesem Teil einen tollen Spagat zwischen der Vergangenheit der Dunklen Fee und dem Vorankommen in der generellen Geschichte. Beides kommt nicht zu kurz. Selbst in den Nebenhandlungen ist Maleficents Einfluss an allen Ecken und Ende zu spüren.
Geheimnisse aus den letzten Büchern werden gelöst und allerlei lose Fäden zusammengeführt. Man bekommt ein besseres Gefühl vom großen Ganzen. Doch während des Lesens war es mir manchmal fast etwas viel. So viele Personen, die etwas unternehmen, so viele Rückblicke in verschiede Zeiten. Neue Figuren, die in weiteren Büchern noch eine Rolle spielen werden, wurden eingeführt, manche alte Rollen entfalten nun ihr wahres Wesen.
Es wäre falsch zu sagen, es war wirr. Aber es war einfach geballt.

Die Atmosphäre war recht düster, ist Maleficent doch in der Gegenwart die Herrin des Bösen und es ist nichts Gutes mehr an ihr zu entdecken. Im krassen Gegensatz steht ihre Kindheit, die sie im strahlenden Feenreich verbrachte. Die junge Dunkle Fee war dazu äußerst niedlich und schützenswert. Es war sehr schön, sie auf diese Weise kennenzulernen.

Ich liebe die Villains-Reihe wirklich sehr und lese die Bücher direkt an einem oder an zwei Tagen durch. Und als ich „Das Geheimnis der Dunklen Fee“ nun so an einem Stück ohne Pause las, hatten meine Gedanken nie Zeit, sich zu sortieren und festzusetzen. Deswegen war mir die Geschichte, vor allem die um all die Figuren, die man schon aus den Vorgängern kennt und die sich in neue Richtungen entwickeln, zu viel. Maleficents Lebensgeschichte war jedoch toll erzählt und ihre Veränderung wirklich verständlich.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.01.2021

Ein spannender Weg in die Simulation

Der Zwillingscode
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Ich liebe diesen Plot! Virtuelle Welten, digitale Zwillinge, künstliche Intelligenzen, dystopischer Ansatz mit dem Sozialpunktestand – ich war direkt sofort dabei.

Margit Ruile macht es dem Leser sehr ...

Ich liebe diesen Plot! Virtuelle Welten, digitale Zwillinge, künstliche Intelligenzen, dystopischer Ansatz mit dem Sozialpunktestand – ich war direkt sofort dabei.

Margit Ruile macht es dem Leser sehr einfach, in das Buch einzusteigen. Ohne großes Vorgeplänkel ist man bei Vincent und steckt mittendrin in einem neuen, illegalen Auftrag. Denn das Reparieren der mechanischen Tiere darf eigentlich nur der Hersteller selber. Doch irgendwie muss Vincent nicht nur sich, sondern auch seinen Künstler-Vater über Wasser halten. Der Sozialpunktestand von ihnen beiden ist so schlecht, dass es erstens zu keinen besseren Jobs reicht und ihnen zweitens nun auch noch ihr Haus weggenommen werden soll.
Doch die Sorgen rücken ganz schnell in den Hintergrund, denn was als einfacher Reparatur-Auftrag begann, entwickelt sich schnell zu etwas, was nicht nur das Leben des Siebzehnjährigen gehörig auf den Kopf stellt.

Vincent ist ein toller Junge, den ich mit seiner Intelligenz und Schlagfertigkeit schnell ins Herz geschlossen habe. Doch auch seine emotionale Seite spielt eine große Rolle, ist gar ausschlaggebend für das ganze Abenteuer, in das er hineinschlittert.
Doch auch alle anderen Figuren mochte ich gern. Sie sind vielschichtig, klug, loyal und vor allem authentisch. Sie sind alle wirklich toll gezeichnet – niemand ist schwarz oder weiß. Es wird nicht auf Biegen und Brechen ein Antagonist aufgebaut, der böse ist, um der Bosheit Willen. Jeder hat seine – vollkommen nachvollziehbaren – Beweggründe in die eine oder andere Richtung.

Gemeinsam mit ein paar Menschen, die seinen Weg kreuzen, begibt sich Vincent also auf die Suche nach dem Zwillingscode. Die Simulation, diese digitale Welt neben unserer Realität, ist nur ein kleines bisschen weiter gedreht von dem, was es heute schon gibt: Das Internet der Dinge. Die Autorin hat hier also mit minimalen Änderungen etwas geschaffen, was unserer Realität nicht sehr fern ist.
Überhaupt hat sie verschiedene Komponenten, wie das Sozialpunktesystem, das man hier oder dort schon einmal gesehen und gelesen hat, neuartig, interessant und klug zusammengesetzt.

Auf dem Weg, den Vincent gehen muss, entfalten sich erst nach und nach die Geheimnisse und es vervollständigt sich ein Bild. Ich hatte wirklich viel Spaß daran, zu versuchen, die einzelnen Puzzleteile selber schon richtig zusammenzusetzen. Manchmal war es ein wenig wie ein Escape-Game, bei dem nicht die Frage ist, wie man aus dem Raum herauskommt, sondern wie man in ihn hineinkommt.

Da Vincent in die ganze Situation ungewollt reinschlittert, ist sein Weg mehr von Zufällen und plötzlichen Gedankenblitzen geprägt. Er ist weder linear noch einfach und doch ist alles recht zielgerichtet. Es werden wenige Blicke nach rechts und links gestattet und dabei hätte ich gern noch so viel mehr von der Welt im Jahr 2058 erfahren, in dem Sozialpunkte darüber entscheiden, wo man wohnt und wie die Bildung ist – und wahrscheinlich noch so viel mehr. Ich wäre gern noch ein wenig länger in diesem zukünftigen München geblieben.

Ich fand das Setting, die Personen und die Idee also wirklich klasse. Ich rätselte mit und las fasziniert von dieser Zukunft.
Das Einzige, was meinen Lesefluss nur hin und wieder störte, waren manche Gedanken und Einfälle der Figuren, die mir dann doch zu spontan und abwegig erschienen. Ab und zu konnte ich auch den Gedankengängen der Autorin nicht folgen und ich schien irgendwie nicht hinterherzukommen. Das ließ mich stocken und hinterließ immer so ein schales Gefühl, als würde mir Wissen fehlen oder als hätte ich Hintergründe oder Zusammenhänge nicht mitbekommen. Als wäre nicht alles komplett sauber erzählt.

Weitere Kritikpunkt gibt es kaum. Ich fand die Geschichte toll, aber ein kleines bisschen mehr Spannung hätte ihr auch gutgetan. Es fehlten – auch wenn sich vieles erst nach und nach erklärt – große Enthüllungen oder Überraschungen. Es waren welche vorhanden, keine Frage, aber sie ließen mich nicht erstaunt zurück.
Das Ende war dann erst ein wenig klischeehaft und anschließend unbefriedigend, wenn auch nicht unlogisch oder unpassend.

Margit Ruile kommt ursprünglich vom Film und das merkt man dem Buch ein wenig an. Es liest sich wie ein Film, der sich an genau den richtigen stellen Zeit nimmt und vorspult, wo es nötig ist. Ich hatte so viele Bilder im Kopf und hatte wirklich Spaß an dem Buch.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere