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Veröffentlicht am 06.12.2025

Ein etwas anderer Reiseführer für Kopenhagen

Hallo Kopenhagen
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Es geht mit Harriet Dohmeyer nach Kopenhagen. In ihrem Reiseführer "Hallo Kopenhagen" zeigt sie uns die Stadt, einzelne Stadtviertel und viele verschiedene Orte, die sie uns empfehlen kann.

Gleichzeitig ...

Es geht mit Harriet Dohmeyer nach Kopenhagen. In ihrem Reiseführer "Hallo Kopenhagen" zeigt sie uns die Stadt, einzelne Stadtviertel und viele verschiedene Orte, die sie uns empfehlen kann.

Gleichzeitig gelingt es ihr, die Stadt und das Lebensgefühl dort durch die Fotos lebendig werden zu lassen. Dieses Besondere einer Stadt, die am Wasser liegt, das lebenswerte Ambiente und die Möglichkeiten, die das bietet. Es gibt Bademöglichkeiten direkt in der Stadt, die Radinfrastruktur ist richtig gut ausgebaut und man kommt gut mit dem ÖPNV von A nach B. Kunst und Kultur gedeihen gut und sind Aushängeschild (auch wenn ich es bei meinem zweiten Besuch der Stadt immer noch nicht ins Lousiana und Museum Copenhagen Contemporary geschafft habe).

Ein besonderer Fokus des Buchs liegt auf dänischer Literatur, um dieses Special hat sich Marie Krutmann gekümmert und meine Leseliste und der Wunsch, dass die genannten Werke schnell ins Deutsche übersetzt werden, sind gewachsen.

Es gibt viele Tipps für nette Cafés, Restaurants und vieles mehr und es ist schön nach der Reise im Buch zu blättern und in Erinnerungen zu schwelgen.

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Veröffentlicht am 28.11.2025

20.000 Elefanten in Berlin

Das Geschenk
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20.000 Elefanten in Berlin

Was nach Urzeit oder weit fortgeschrittenem Klimawandel klingt, lässt die flämische Autorin Gaea Schoeters in ihrem Buch "Das Geschenk" Wirklichkeit werden. Bundeskanzler Hans ...

20.000 Elefanten in Berlin

Was nach Urzeit oder weit fortgeschrittenem Klimawandel klingt, lässt die flämische Autorin Gaea Schoeters in ihrem Buch "Das Geschenk" Wirklichkeit werden. Bundeskanzler Hans Christian Winkler bekommt dieses tierische Präsent vom botswanischen Präsidenten als Antwort auf das frisch verabschiedete Gesetz zum Einfuhrverbot von Jagdtrophäen, das den armen Regionen des Landes die Lebensgrundlage entzogen hat.

Die Elefanten materialisieren sich überall in der Stadt und werden schon schnell zum Problem, denn sie halten sich nicht an Verkehrsregeln, haben einen großen Appetit und ein entsprechend gute Verdauung, die für Stunk sorgt.

Schnell wird ein Ministerium für Elefantenangelegenheiten ins Leben gerufen und es läuft auch eine Zeit gut mit den rüsseligen Neuberliner*innen. Natürlich bleibt es nicht so und die Probleme werden größer.

Gaea Schoeters hat eine wunderbare Politparabel geschrieben, die den politisch Verantwortlichen und der Bevölkerung auf humorige Art den Spiegel vorhält. Bundeskanzler Hans Christian Winkler hat eine Mentorin, die stark an Altkanzlerin Angela Merkel erinnert und die Personen in seinem Kabinett haben durchaus Ähnlichkeit mit existierenden Politpersönlichkeiten.

Ich habe mich großartige amüsiert und spreche definitiv eine Leseempfehlung oder gar Geschenkempfehlung für Weihnachten aus.

Das Buch wurde von Lisa Mensing ganz wunderbar aus dem Flämischen ins Deutsche übersetzt.

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Veröffentlicht am 23.11.2025

Sprachlosigkeit

Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten
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Alma erzählt die Geschichte ihrer Familie bzw. der Frauen ihrer Familie über vier Generationen hinweg.

Das Buch beginnt mit der Urgroßmutter Henrike beim heimlichen Schlachten während des Krieges. Und ...

Alma erzählt die Geschichte ihrer Familie bzw. der Frauen ihrer Familie über vier Generationen hinweg.

Das Buch beginnt mit der Urgroßmutter Henrike beim heimlichen Schlachten während des Krieges. Und es sagt schon viel über die Geschichte dieser Familie, die eins eint, sie reden wenig, tragen ihre Kämpfe lieber im Inneren aus, sterben still.

Alma ist das Bindeglied zwischen den Zeiten, zwischen den verschiedenen Frauen der Familie. Sie erzählt die Familiengeschichte, trägt sie in sich, was jetzt übertrieben pathetisch klingt, aber nicht ist. Anna Maschik bewegt sich in ihrem Roman an den Grenzen des magischen Realismus, spielen doch die Geister der Verstorbenen, die Hebamme Anna und die Totenfrau Nora eine besondere Rolle. Sie altern kaum, sind sowohl an der Nordsee als auch später in Österreich zu verschiedenen Zeiten präsent und wirkt so selbstverständlich, dieses Verwischen der Zwischenwelten mit der Realität.

Henrike, Hilde, Miriam haben kein einfaches Leben, vieles wird fremd bestimmt und gerade bei Henrike und Hilde wiederholt sich vieles. Sie haben schwierige Beziehungen zu ihren Kindern, es tut manchmal so weh, wie unterschiedlich sie ihre Kindern behandeln und lieben.

Anna Maschik beschreibt es eher subtil durch Listen, die sie an verschiedenen Stellen im Buch eingefügt hat. So gibt es Listen mit dem, was Henrike an Benedikts und Hildes Bettchen singt. Und da gefriert das Blut in den Adern, genauso wie bei den Listen dessen, was Hilde an den Bettchen ihrer Söhne singt.

Die Beziehungen der Eltern untereinander sind jeweils nicht leicht und oft unglücklich, genauso wie die der Kinder untereinander. Den Kindern wird entweder zu viel oder zu wenig Liebe geschenkt, zu viel oder gar keine Verantwortung gegeben. Die Verluste, die Kriege haben die Menschen verletzt und statt zu heilen, verschließen sie sich. Für die Kinder in den einzelnen Generationen ist das nicht leicht und es wird weitergegeben.

Die Männer der Familie sind eher durch innere Abwesenheit präsent, was durchaus als eine weitere Ausprägung des Nicht-Miteinander-Sprechen-Könnens gewertet werden kann. Auch ist ein Beispiel für die Generationen, die selbst den Krieg erlebt haben und ihre Traumata, die sie durch Krieg und die durch Härte geprägte Erziehung erlitten haben, und diese an die nächsten Generationen weitergeben.

Anna Maschik gibt der Sprachlosigkeit dieser Familie eine Stimme und mit Alma und ihrer Mutter Miriam eine Exit-Möglichkeit. Für mich ist es ein gelungenes Debüt mit einem besonderen sprachlichen Ausdruck. Ein Hauch des Magischen und Alma als verbindendes Element der Generationen schwingt immer mit und macht das Buch so besonders. Mir gefallen die wiederkehrenden Elemente wie Schlaflieder, Essen, Listen, die besondere Beziehung der einzelnen Protagonist*innen zur Natur, die Sehnsucht nach dem Meer und das langsame Entkommen aus der sich wiederholenden Geschichte und der fehlenden Liebe und Geborgenheit.

Ein sprachlich und erzählerisch gelungenes Debüt!

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Veröffentlicht am 15.11.2025

Innere Reise

Schnittlinie
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„Ich möchte mich entlang der Schnittlinie bewegen, durch Ängste und Zweifel hindurchlaufen – mein Körper ist eine Klinge, die sie zerschneidet. Ich habe in einer engen Schachtel gelebt, die überall drückte. ...

„Ich möchte mich entlang der Schnittlinie bewegen, durch Ängste und Zweifel hindurchlaufen – mein Körper ist eine Klinge, die sie zerschneidet. Ich habe in einer engen Schachtel gelebt, die überall drückte. Wie sehr ich diese Schachtel gewohnt war, wie gut ich ihre Wände kannte, wie sicher ich mir ihre Einschränkungen und ihren Charakter angeeignet habe.“

Liine zieht nach einer langen toxischen Beziehung aufs Land, in ein altes Bauerhaus ihrer Familie, wo sie in ihrer Kindheit viel Zeit verbracht hat. Sie will zur Ruhe kommen, ihre inneren Wunden heilen und ihr Leben neu sortieren.

Die Ruhe kann an diesem Ort nur innerlich gefunden werden, ist doch ein Militärübungsgelände direkt in der Nähe und gibt Liine an manchen Tagen das Gefühl, in einem Kriegsgebiet zu sein.

Sie schafft es trotzdem, sich mit sich selbst, ihrer Beziehung und auch der Beziehung zu ihrer Mutter auseinanderzusetzen und dies aufzuarbeiten.

Einsamkeit ist ein großes Thema in Liines Leben und nicht als die gesehen zu werden, die sie ist. Das wird besonders klar, als ihre Mutter sie besucht. Auch da liegt einiges im Argen.

Im Laufe des Sommers beschäftigt sich Liine nicht nur mit sich selbst, sondern auch den Menschen, die früher in dem Bauernhaus gewohnt haben. Es ist nicht nur eine Geschichte in der Geschichte, sondern steht sinnbildlich für ihre Innenreise.

Carolina Pihelgas erzählt außergewöhnlich dicht, präzise und doch poetisch auf nur 133 Seiten von der inneren Reise zur Heilung. Ein ganz feines Buch genau nach meinem Geschmack!

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Veröffentlicht am 09.11.2025

Kurz vorm Abgrund

Am Kipppunkt
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Was passiert da eigentlich gerade mit dem Klimasystem der Erde?
Welche Kipppunkte haben wir schon erreicht, was können wir noch tun, um diese Entwicklung aufzuhalten?

Diesen Fragen nehmen sich Benjamin ...

Was passiert da eigentlich gerade mit dem Klimasystem der Erde?
Welche Kipppunkte haben wir schon erreicht, was können wir noch tun, um diese Entwicklung aufzuhalten?

Diesen Fragen nehmen sich Benjamin von Brackel und Toralf Staud in ihrem Buch „Am Kipppunkt“ an und – um eine gute Nachricht gleich am Anfang vorwegzunehmen – es gibt auch positive Kipppunkte, die wir erreichen können, um nicht in den Abgrund zu stürzen.

Aber wir müssen uns beeilen, denn die Zeit läuft uns davon. Ein Überschreiten der Kipppunkte würde schwerwiegende Folgen nach sich ziehen, die unser Leben auf sehr unangenehme Art verändern würden, die jetzigen Hitzewellen, Waldbrände und Überschwemmungen sind nur ein Vorgeschmack darauf.

Ziel des Buchs ist, darüber aufzuklären, wo erste Kipppunkte drohen und was dann passiert und wie sich dieses Risiko noch vermeiden oder senken lässt.

Wenn etwas kippt, kann es in zwei Richtungen gehen, entweder ins Positive oder ins Negative. Jede*r von uns kennt diesen Moment, wo die Stimmung kippt und aus einem Lachen ein Weinen werden kann. Das gibt es auch beim Klima.

Zunächst wird die Entdeckung dieser Kipppunkte beschrieben und dann auf die einzelnen Systeme im Eis, in der Luft und in der Natur eingegangen, die gerade drohen umzukippen. Das Szenario, auf das wir gerade ungebremst zusteuern, ist das Gegenteil von gemütlich.

Im dritten Teil geht es um positive Kipppunkte, die wir mit unserem Zutun erreichen können. Hier gehen die Autoren auf drei Entwicklungen ein, die Hoffnung machen: die weltweite Solarrevolution, den E-Auto-Boom und die Ernährungswende. Am Ende gibt es einen Ausblick auf mögliche Zukunftsszenarien.

Dieses Buch zu lesen, war für mich gesetzt und es hat sich gelohnt, auch wenn die ersten beiden Teil mich nach unten gezogen haben. In Teil III geht es zum Glück darum, aufzuzeigen, was möglich ist, wenn wir wollen. Die Autoren haben sich dafür Beispiele ausgesucht, die tatsächlich schon umgesetzt wurden und gut zusammen funktionieren, wie die Erfolgsgeschichte der Erneuerbaren und des E-Auto-Booms in den skandinavischen Ländern.

Auch die Bedeutung von Änderungen im Verhalten und das Ändern von sozialen Normen ist Thema und wie positive gesellschaftliche Kipppunkte erreicht werden können. Hier wird Fleischesserland Dänemark als positives Beispiel genannt.

Das Buch ist sehr lesenswert und hochaktuell.

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