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Veröffentlicht am 17.02.2026

Dramatische Sommerferien - anschaulich und detailliert festgehalten.

Schwarzer September
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Das Cover zeigt die Hauptperson am sommerlichen Strand der Toskana dreifach in verschiedener Position liegend, wirkt aber visuell nicht sehr ansprechend. Dagegen passt der Buchtitel in zweifacher Hinsicht ...

Das Cover zeigt die Hauptperson am sommerlichen Strand der Toskana dreifach in verschiedener Position liegend, wirkt aber visuell nicht sehr ansprechend. Dagegen passt der Buchtitel in zweifacher Hinsicht gut: erstens die Familienverhältnisse betreffend, zweitens den Anschlag der Terrorgruppe »Schwarzer September« während den Olympischen Spielen in München im Sommer 1972 betonend. Der Ich-Erzähler Gigio Bellandi, zweisprachig aufgewachsen, konzentriert sich detailliert auf einen finsteren Familien-Sommeraufenthalt in Fiumetto an der ligurischen Küste. Er beschreibt sich als einen zwölfjährigen Dorfjungen, vergraben in Sportalben, Fan von Juve, Bitossi und Ferrari und von allen anderen Sportarten, außer Haus unsichtbar und unfähig, seine Gefühle mit anderen zu teilen. Die Haut-Problematik von Rutilismus, wie bei seiner rothaarigen, irischen Mutter und Schwester vorhanden, wird eingehend beschrieben. Ebenso wird die Rolle des Vaters, Rechtsanwalt und Hobbysegler, zwischen seiner Berufstätigkeit und Familienfreizeit erwähnt.
Im zweiten Teil taucht dann in Gigios Sommerferien die veränderte, belesene, 13-jährige Astel Rimondi auf, vertieft mit ihr nicht nur ihre Englischkenntnisse anhand von Songtexten damaliger Popsänger am Strand und in ihrem luxuriösen Zuhause. Die zarten Bande dieser zwei Pubertierenden, durch die Ermordung von Astels Vater abrupt gestoppt, werden aus Gigios Sicht einfühlsam beschrieben. Die Sommerferien 1972 enden dramatisch und schlagartig nicht nur für alle Familienmitglieder, sondern auch für alle Olympioniken.
Der Schreibstil wendet sich an den Lesenden wie in einem Monolog. Gigio spricht besonders im Epilog inmitten des Olivenhains die Vorstellungskräfte des Lesenden an. Minutiös sind namhafte Sportler der damaligen Sportszene recherchiert worden, zu ausführlich ausgeführt vielleicht für sportlich Desinteressierte. Das italienische Ambiente einer bis dahin behüteten Kindheit wird angenehm eingefangen.

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Nachdenken über Liebe und ihre Vergänglichkeit.

Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen
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Dieser Roman der niederländischen Professorin für Soziologie stellt sich nach dem Tod ihres Ehemannes der großen Aufgabe, das große Haus und das gemeinsame Eheleben zu entrümpeln bzw. kritisch zu beleuchten. ...

Dieser Roman der niederländischen Professorin für Soziologie stellt sich nach dem Tod ihres Ehemannes der großen Aufgabe, das große Haus und das gemeinsame Eheleben zu entrümpeln bzw. kritisch zu beleuchten. Das große, Zeit und Kraft raubende Projekt gestaltet sich komplizierter nicht nur wegen der offensichtlichen Verwahrlosung des Hauses, sondern auch wegen der schichtweisen Aufdeckung beidseitiger traumatischer Kindheitserinnerungen. Dass dadurch auch das Eheleben nicht frei von negativen Strudeln bleibt, wird in unsortierten Reflektionen mehrfach betont, macht Trauerarbeit ungeordneter. Das Unangenehme im Eheleben dieser autobiographischen Bestandsaufnahme kommt offen zur Sprache, insgesamt ohne Namensnennung. Die Geschichte über die Trauer um jemanden, der schon zu Lebzeiten, besonders nach seiner Pensionierung, innerlich depressiv in sich verschwindet, kristallisiert sich schließlich heraus. Wie konnte da genug Platz für die Autorin als liebende Ehefrau an seiner Seite übrigbleiben, die sich verstärkter Messer scharfer Kritik ihres Mannes ausgesetzt sieht. Beide gekonnt im Umgang mit Worten fühlt sie sich in Interaktionen mit ihm wehrlos, jedoch in der Außenwelt, besonders in ihrem Berufs- und Freundeskreis gleichzeitig mit selbstsicherer, kräftiger Stimme vernehmbar. Die chronologische Aufarbeitung ihrer beider traumatischer Kindheit, erfolgreicher Berufstätigkeit und zweiter Ehe wird nicht gut strukturiert beschrieben.
Insgesamt mehr als nur ein abgeschlossener Trauerprozess.

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Eine tragische Familiengeschichte mit historischen Wurzeln im Banat

Das schönste aller Leben
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Über das besondere Leben dreier Frauen einer Familie aus Glogowitz im heutigen Rumänien wird reflektiert, angehäuft mit tief sitzenden, kaum zu überwindenden Selbstvorwürfen und Schuldgefühlen der jüngsten ...

Über das besondere Leben dreier Frauen einer Familie aus Glogowitz im heutigen Rumänien wird reflektiert, angehäuft mit tief sitzenden, kaum zu überwindenden Selbstvorwürfen und Schuldgefühlen der jüngsten Mutter namens Viola. Unverschuldet durch eine Unachtsamkeit verbrüht sie ihre zweijährige Tochter und scheint daran zu zerbrechen, hat sie doch deren Schönheit besonders im Gesicht und damit automatisch Glück in deren Leben zerstört. Das hier vorgestellte Bild von Frauen, deren Währung Schönheit ist, wird hier am Beispiel von Viola im 1960 - er Deutschland und Theresia im Banat im 18. Jahrhundert vorgestellt. Diese weit zurückliegende Geschichte von Keuschheitskommissionen, von der habsburgischen Kaiserin Maria Theresia eingesetzt, geht hier gegen unzüchtige Weibspersonen vor und bestraft sie mit Deportation in Arbeitscamps im Banat. Thematisiert werden Mutterschaft, Flucht bzw. Auswanderung und Neuanfänge nach politischen Ereignissen. Der klare Schreibstil betont besonders Violas emotionale Anpassungsschwierigkeiten in Deutschland, begleitet von Isolation, Scham, Ängsten und Erfolgsdruck gegenüber gesellschaftlichen und familiären Erwartungen, gekoppelt mit Fremdheitsgefühlen bis ins Erwachsenenalter hinein. Die tiefen Schuldgefühle gegenüber ihrer mit sichtbaren Narben versehenen Tochter Sophie werden sprachlich beklemmend betont. Viola will für ihr Kind das schönste aller Leben sichern.
Ein Familienroman über Donauschwaben der 1960-er Jahre mit überzeugendem Tiefgang.

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Veröffentlicht am 14.02.2026

Interessante, nicht alltägliche Beiträge, lose miteinander verbandelt

Liefern
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Das Cover zeigt einen Motorradfahrer mit einer Lieferkiste auf dem Rücken in orange markantem Symbol, wie in einem Hamsterrad gefangen wirkend. Bestandsaufnahmen zu extremen Lebens- und Arbeitsbedingungen ...

Das Cover zeigt einen Motorradfahrer mit einer Lieferkiste auf dem Rücken in orange markantem Symbol, wie in einem Hamsterrad gefangen wirkend. Bestandsaufnahmen zu extremen Lebens- und Arbeitsbedingungen von Menschen aus sechs verschiedenen Gegenden, teils verwoben mit Lieferdiensten, teils eingewandert in Deutschland, berühren mit ihren Geschichten einen bunten Themenkreis wie Fremdheitserfahrungen, Ausbeutung durch mafiöse Arbeitgeber weltweit, Rassismus, Luftverschmutzung bekämpft mit künstlichem Regen, Arbeitslosigkeit, Armut, Wohnungsnot und mehr. Die verschiedenen Episoden wirken sehr realistisch, vermitteln viel Informationsgehalt in nicht alltäglichen Begebenheiten wie Haartransplantation in Istanbul, mühelosem Kauf der systeminternen Kryptowährung Smooth Love Potion, Fanverhalten der Boca Juniors im Stadion La Bombonera in Buenos Aires oder wie internationaler Rosenvertrieb der Firma Naivasha Bloom in Kenia funktioniert. Mit Erich Auerbach, dem jüdischen Verfasser des Buches Nemesis, der über Istanbul vor den Nazis floh, wird auch deutsche Geschichte erwähnt.
Als Leser wandert man durch sehr verschiedene kulturelle Räume, sozialkritisch und literarisch gut aufbereitet.

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Veröffentlicht am 14.02.2026

Ein Abenteuerroman mit besonderem Kick!

Die Reise ans Ende der Geschichte
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Einen jungen, naiven Dichter als Spion wie in diesem Roman zu rekrutieren ist eine ausgefallene Idee. Als ungewöhnliche Hauptfigur eignet sich in diesem Fall dieser Poet Jakob besonders wegen seiner ungezwungenen ...

Einen jungen, naiven Dichter als Spion wie in diesem Roman zu rekrutieren ist eine ausgefallene Idee. Als ungewöhnliche Hauptfigur eignet sich in diesem Fall dieser Poet Jakob besonders wegen seiner ungezwungenen und kreativen Kommunikationsfähigkeit. Außerdem liebt er einzigartige Abenteuer, hier eingebunden in eine vergangene Ära der Sowjetunion mit heimlichem, korruptem Handel von Militärmaterial. Mit dem eigentlichen Drahtzieher, einem alternden Doppelspion, aktiv für BND und FSB, wird ein teils kurioses Geheimdienstambiente um Rom und seiner gewissen Flexibilität, um Almaty / Kasachstan und Sankt Petersburg aufgebaut unter Einbeziehung nationaler und örtlicher Eigenheiten oder Traditionen. Die politischen Wirren im Russland der 90-er Jahre bieten für diese so unterschiedlich geprägten Figuren den idealen Hintergrund: hier der junge, optimistische Dichter auf eine bessere, freiere osteuropäische Entwicklung hoffend, dort der Doppelspion alter Spielart seiner bisherigen Haupttätigkeit mehr oder weniger beraubt. Die menschliche, emotionale Note wird verstärkt durch die indiskrete Nebenfigur Dominique Fishbowl und die eher mütterliche Sprachlehrerin Francesca Aquatone.
Ein tragikomisches Abenteuer zum Schmunzeln und Nachdenken!

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