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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.01.2026

Werden Sie Theo gehen lassen?

Eisnebel
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Nach den vielen positiven Rezensionen hatte ich eine recht hohe Erwartung an das Buch. Dies konnte aber leider bereits zu Beginn nicht erfüllt werden.

Schon auf den ersten Seiten wurde sehr bemüht versucht, ...

Nach den vielen positiven Rezensionen hatte ich eine recht hohe Erwartung an das Buch. Dies konnte aber leider bereits zu Beginn nicht erfüllt werden.

Schon auf den ersten Seiten wurde sehr bemüht versucht, Theo(dora) in einem möglichst mysteriösen Licht dastehen zu lassen. Immer wieder wurde eingeflochten, dass sie Nachrichten erhalten hat, von denen ihr Verlobter Connor nichts weiß, dass sie über ihre Kindheit und ihre Eltern schweigt und dass sie Geheimnisse vor Connor und seiner Familie hat, die nicht aufgedeckt werden dürfen.
Bei mir hat dies zu einem recht aufgesetzten Gefühl von Spannung geführt. Es wurde so oft und in verschiedenen Variationen wiederholt, bis auch der letzte Leser versteht, dass Theo etwas Entscheidendes verschweigt. Diese ganzen Andeutungen haben mich zunehmend genervt, sodass dies auf die Protagonistin abgefärbt hat und sie völlig überspannt wirkte.

Im weiteren Verlauf habe ich vergeblich auf überraschende Wendungen gewartet. Stattdessen setzte die Autorin darauf, nach und nach einzelne Puzzleteile zusammenzuführen und so ein Gesamtbild entstehen zu lassen. Da vieles jedoch auf unsicheren oder vermeintlichen Erinnerungen basiert, bleibt man als Leser ständig im Unklaren, ob die Schlussfolgerungen stimmen oder ob wichtige Informationen noch fehlen.

Das Ende ist durchaus spannend. Aber wenn man als Leser bis hierhergekommen ist, ist auch klar, dass man wissen möchte, wie es sich damals tatsächlich zugetragen hat und welche Rolle die einzelnen Familienmitglieder gespielt haben.

Fazit: das Buch lässt sich gut lesen und man kann entspannte Stunden damit verbringen. Das Setting war gut gewählt, aber nicht besonders originell. Und leider gibt es Bücher, die mir mit gleichem Setting mehr Gänsehaut und Unbehagen verursacht haben. Und je länger ich über das Buch nachdenke, umso mehr empfinde ich den Hergang der Aufklärung als unrealistisch. Es stört mich, an wie viel sich Theo auf einmal erinnern kann, obwohl sie es im Alter von 3 - 4 Jahren erlebt hat. Auch, dass entscheidende Hinweise nach zwanzig Jahren noch in Hütten oder Koffern auftauchen, wirkt wenig glaubwürdig.

Veröffentlicht am 23.01.2026

Schicksalsinsel

Die Insel meiner Schwester
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Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Mirjam erzählt, wodurch man tief in ihre Gefühls- und Gedankenwelt eintaucht. Ihre aktuelle Situation ist von der Sehnsucht nach Juan, ihrem Ex-Freund, geprägt, ...

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Mirjam erzählt, wodurch man tief in ihre Gefühls- und Gedankenwelt eintaucht. Ihre aktuelle Situation ist von der Sehnsucht nach Juan, ihrem Ex-Freund, geprägt, aber auch von ihrer Sorge um ihre Schwester Nia, von der sie schon viel zu lange nichts mehr gehört hat.

Schon früh rückt die besondere Beziehung zwischen den beiden Schwestern in den Mittelpunkt. Aus Mirjams Rückblicken erfahren wir, wie sie sich mit 14 Jahren begegnet sind, wie Nia zur ersten Person wurde, der sie sich wirklich öffnen konnte und wie tief sich ihre Beziehung über die Jahre entwickelt hat. Auch mehr als 20 Jahre später ist ihr Band noch stark, wenngleich die aktuelle Distanz Mirjam schmerzt. Die besondere Stimmung, die ein tiefes Gefühl von Zuneigung, Liebe, Nähe und Verbundenheit vermittelt, hat mich dabei in ihren Bann gezogen.

Und doch ist es mehr als die Geschichte zweier Schwestern. Im weiteren Verlauf ist es auch eine Geschichte über eine toxische und gewalttätige Beziehung. Zwei entscheidende Plot Twists stellen Mirjam vor die Frage, wie bedingungslos ihre Liebe ist und wie weit sie bereit ist zu gehen.

Fazit: ein Buch, das mich nachhaltig beeindruckt hat. Der leise, aber allgegenwärtige emotionale Ton macht die Stärke und Besonderheit dieses Buches aus.

  • Einzelne Kategorien
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 19.01.2026

Blut wird mit Blut gesühnt

Rostiges Grab
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Das große Plus dieses Buches ist sein außergewöhnliches Setting. Ein Schrottplatz tief im Wald, eine verlassene Torffabrik, eine Familie, die in diesem Wald lebt und alles dafür tut, um sich und die Torffabrik ...

Das große Plus dieses Buches ist sein außergewöhnliches Setting. Ein Schrottplatz tief im Wald, eine verlassene Torffabrik, eine Familie, die in diesem Wald lebt und alles dafür tut, um sich und die Torffabrik abzuschotten und eine uralte Legende bilden zusammen eine Atmosphäre, die konstant düster und bedrohlich wirkt. Die eingeschobenen Kapitel aus Sicht des Graumädchens verstärken diese mystische und beklemmende Stimmung. Umso mehr, als völlig unklar ist, wer sich hinter dem Graumädchen verbirgt und ob ihre Geschichten real oder selbst Teil einer Legende sind.

Im Zentrum stehen Leonore Asker und Martin Hill. Leonore ist die Leiterin der „Abteilung für hoffnungslose Fälle“. Martin Hill ist Experte für Lost Places und ihr bester Freund.

Leonore Asker hat mir mit ihrer integren Haltung besonders gut gefallen. Sie bleibt ihren Werten treu, selbst wenn es unbequem wird, und stellt Gerechtigkeit klar über persönlichen Vorteil oder gesellschaftliches Ansehen.
Martin Hill hingegen wirkt im direkten Vergleich deutlich unsicherer. Er wirkt nicht nur unentschlossen, sondern hat ein teilweise naives oder leicht beeinflussbares Verhalten an den Tag gelegt. Während Leonore zielgerichtet und standhaft bleibt, verliert er sich in Selbstzweifeln und Unklarheit über seinen eigenen Weg.

Die „Abteilung für hoffnungslose Fälle“ erinnert stark an das Sonderdezernat Q von Jussi Adler-Olsen und bekommt in diesem Band endlich etwas mehr Gesicht. Dennoch hat mir ein wenig eine klare Struktur in der Ermittlungsarbeit gefehlt.

Auch der Fall selbst wirkte für mich etwas konstruiert, denn immerhin hat man vor 10 Jahren bereits einen Täter ermittelt, konnte ihn aber nie festnehmen bzw. seinen Aufenthaltsort ermitteln. Das Auftauchen des abgetrennten Fingers der ermordeten Frau reicht nun als Ausgangslage aus, um den Fall komplett neu aufzurollen, anstatt gezielt den (vermeintlichen) Täter zu suchen.

Und obwohl die Bände unabhängig voneinander lesbar sind, könnte es für Neueinsteiger schwer werden, sich hier zurechtzufinden. Vor allem wegen der Vorgeschichte mit Prepper Per, die hier immer wieder durchscheint und ich Kenntnisse für elementar halte.

Fazit: etwas konstruierter Fall, Erzählung aus abwechselnden Perspektiven und atmosphärischer Spannungsbogen

Veröffentlicht am 12.01.2026

Ich zähl eins, ich zähl zwei

Der Kuckucksjunge
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Man startet spannend in das Buch mit einem Kapitel aus 1992, dessen Geschehnisse nachwirken und im Kopf hängen bleiben. Die folgenden Seiten sind anfangs deutlich ruhiger und bereiten die Ermittlungen ...

Man startet spannend in das Buch mit einem Kapitel aus 1992, dessen Geschehnisse nachwirken und im Kopf hängen bleiben. Die folgenden Seiten sind anfangs deutlich ruhiger und bereiten die Ermittlungen sorgfältig vor. Denn zunächst wird hier eine Person vermisst und es ist unklar, ob bzw. in welchem Umfang ermittelt werden muss.

Der Aufbau des Buches ist klassisch. Es können im Verlauf der Ermittlungen immer mehr potenzielle Opfer gefunden werden. Doch trotz deren Identifikation kommen die Ermittler häufig zu spät. Oder vielleicht doch nicht? Denn mit jedem neuen Opfer kommen wichtige Erkenntnisse und Muster zutage, die an späteren Tatorten eine immer größere Rolle spielen.

Die Opfer werden über einen längeren Zeitraum hinweg gestalkt. Sie bekommen Fotos von sich an unterschiedlichen Orten zugeschickt und kurz vor der Tat zusätzlich Abzählreime, die den Countdown verstärken und ein unheimliches und beklemmendes Gefühl erzeugen. Besonders intensiv wirkt dies in den Kapiteln, die aus der Sicht der Opfer erzählt werden. Ihre wachsende Unsicherheit, ihre Furcht und ihre Angst sind spürbar und lassen die Bedrohung noch unmittelbarer erscheinen.

Eine zusätzliche Perspektive erhält die Geschichte durch den Handlungsstrang rund um die Mutter eines früheren Opfers. Verzweifelt, schon fast manisch, kämpft sie darum, dass das Verbrechen an ihrer Tochter nicht in Vergessenheit gerät und aufgeklärt wird. Ihr unermüdlicher Einsatz verleiht der Handlung zusätzliche Tiefe.

Die beiden Ermittler Thulin und Hess sind unfreiwillig Partner und müssen zusammenarbeiten. Die privaten Gefühle zwischen ihnen empfand ich als etwas störend, da sie stark auf Ereignisse aus Band 1 verweisen. Da dieser Teil schon lange zurückliegt, konnte ich mich kaum noch an die gemeinsame Vorgeschichte erinnern.
Trotzdem haben mir beide Ermittler ausgesprochen gut gefallen. Man erfährt einiges über ihre private Situation, aber auch deren Probleme. Dies macht sie nur umso nahbarer. Auch wenn Hess sich gelegentlich aus der Arbeit zurückzieht, bilden die beiden ein funktionierendes Team und können jeweils entscheidende Impulse für die Ermittlungen beitragen.

Fazit: klassischer und trotzdem spannender Krimiaufbau. Nicht zu blutig. Engagierte Ermittler. Fokus auf logischer Ermittlung und nachvollziehbare Auflösung und Motiv.

Veröffentlicht am 28.12.2025

Frust statt Lesegenuss

Das Antiquariat am alten Friedhof
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Das war nichts. Schon der Einstieg bereitete mir große Schwierigkeiten und war unglaublich anstrengend. Ich habe überhaupt nicht verstanden, von welcher Person hier die Rede ist, was ihr beruflicher Hintergrund ...

Das war nichts. Schon der Einstieg bereitete mir große Schwierigkeiten und war unglaublich anstrengend. Ich habe überhaupt nicht verstanden, von welcher Person hier die Rede ist, was ihr beruflicher Hintergrund oder ihre aktuelle Aufgabe ist und hatte deswegen keinen Bezug zu dem Gelesenen. Es kam das Gefühl auf, dass mir Wissen fehlt, aber dieses Wissen wurde schlicht und ergreifend zunächst nicht vermittelt. Die Geschichte erschloss sich erst nach und nach. Aber damit meine ich, dass man wirklich mehrere Kapitel dafür durchhalten muss. So habe ich mich leider von Kapitel zu Kapitel gehangelt und war froh, zwischendrin eine Pause einlesen zu können. Hätte ich nicht auf ein anderes Buch gewartet, hätte ich hier wahrscheinlich abgebrochen. Ab der Hälfte wurde es zwar etwas besser, aber insgesamt war es weder spannend noch unterhaltsam, informativ, gefühlvoll oder mitreißend. Leider kann ich keine Leseempfehlung aussprechen, da ich nicht wüsste, für wen ich es empfehlen soll.

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  • Handlung