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Veröffentlicht am 11.06.2025

Spannender Abschlussband der fantasievollen Dilogie

Arc & Ruin
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In der Hoffnung, dass die Wächter, die sie groß gezogen haben, eventuell mehr über die Entstehung der Gottfresser wissen, reist Rah in ihren Heimattempel. Gleichzeitig macht sich Irin auf die Suche nach ...

In der Hoffnung, dass die Wächter, die sie groß gezogen haben, eventuell mehr über die Entstehung der Gottfresser wissen, reist Rah in ihren Heimattempel. Gleichzeitig macht sich Irin auf die Suche nach einem alten Weggefährten, der einst sein bester Freund und später sein ärgster Feind war, dabei muss er emotional tief in seine Vergangenheit eintauchen.

Shina und Mae schließen sich einem Orden an, der verspricht Mae zu heilen - doch zunächst müssen sie den anderen Mitgliedern helfen, die göttlichen Gegenstände zu stehlen, die die Städte mit Energie versorgen. Laut einer alten Überlieferung kann einer der Königsgötter daraus eine Waffe herstellen, die beitragen soll, den drohenden Weltuntergang zu verhindern.

"Arc & Ruin" von Marie Graßhoff ist der Abschlussband einer Dilogie, zum Verständnis sehe ich es als unabdingbar an, zunächst den Vorgänger "Heart & Shadow" gelesen zu haben, da die Handlung fortlaufend über beide Bücher hinweg erzählt wird. Bei mir war erst ein paar Wochen her, seit ich das erste Buch gelesen hatte, für alle, die sich mehr Zeit zwischen den Bänden lassen, gibt es zu Beginn einen wirklich ausführlichen Rückblick auf den ersten Teil, das hat mir sehr gefallen. Sowohl Shina und Mae als auch Rah und Irin waren mir bereits in Teil eins ans Herz gewachsen, so dass ich mich darauf gefreut habe, ihnen erneut zu begegnen, entsprechend schnell war ich dieses Mal in die Geschichte eingetaucht. Von den Protagonisten hatte ich bereits ein gutes Bild vor Augen, auch einige ihrer Mitstreiter konnte ich förmlich vor mir sehen, während andere Figuren für meinen Geschmack etwas zu blass charakterisiert blieben.

Auch über den Hintergrund hätte ich gern mehr erfahren, die Autorin hat eine so spannende und vielschichtige Welt erschaffen und dennoch konnte ich mich des Gefühls nicht erwehren, dass sie uns Lesenden nur einen Ausschnitt davon gezeigt hat. Für mich war diese Dilogie der erste Kontakt mit den Werken von Marie Grasshoff, ihr Schreibstil hat mich gefesselt und begeistert. Die Erzählperspektive wechselte mit jedem neuen Kapitel zwischen den Hauptfiguren, was immer wieder kleine Cliffhanger erzeugte und die Spannung auf einem konsequent hohen Niveau hielt. Insgesamt habe ich jede Leseminute genossen, das Ende hat mich rundum zufrieden zurück gelassen, so dass ich diese gelungene Fortsetzung gern weiter empfehle.

Fazit: Die Fortsetzung hat mich schneller in ihren Bann gezogen, als es beim ersten Band der Fall war und obwohl ich mir den Hintergrund etwas ausführlicher gewünscht hätte, habe ich mich insgesamt wunderbar unterhalten gefühlt, so dass ich für diesen Roman gern eine Leseempfehlung ausspreche.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Fantasy
Veröffentlicht am 06.06.2025

Surreal anmutende Geschichte über Liebe und Trauer

Shark Heart
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Lewis und Wren verbindet eine besondere Liebe, trotz oder möglicherweise auch wegen ihrer sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten harmonieren sie miteinander und sind sich sicher, dass sie ihr gesamtes ...

Lewis und Wren verbindet eine besondere Liebe, trotz oder möglicherweise auch wegen ihrer sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten harmonieren sie miteinander und sind sich sicher, dass sie ihr gesamtes Leben gemeinsam verbringen werden. Doch kurz nach der Eheschließung erhält Lewis eine schockierende Diagnose - innerhalb weniger Monate wird er zum weißen Hai mutieren. In der kurzen Zeit, die ihm noch bleibt, versucht er, seinen Alltag so normal wie immer weiter zu führen, doch schon bald muss er sich damit auseinander setzen, dass sich seine Triebe mehr und mehr dem aggressiven Tier anpassen, in das er sich verwandelt. Auch der pragmatischen Wren bleibt es nicht erspart, sich ihren Gefühlen zu stellen, während sie alles tut, um Lewis die Umstellung zu erleichtern. Dabei treten längst verdrängte Erinnerungen an Wrens Kindheit und Jugend zutage, für sie ist es nicht der erste traumatische Verlust eines nahe stehenden Menschen durch Tiermutation.

"Shark Heart" von Emily Habeck ist ein Buch, das mich zwiegespalten zurück gelassen hat, allerdings auch Tage nach Beendigung noch immer in meinen Gedanken kreist. Bereits der Klappentext deutete an, dass es sich bei dieser Geschichte nicht nur um die surreale Verwandlung dreht, die Lewis bevorsteht, sondern der Focus ganz besonders auf den Emotionen der Protagonisten liegt. Lewis, der sein Leben lang den verlorenen Träumen von der eigenen Schauspielkarriere nachgehangen hat und Wren, die sich für ihr Leben nichts mehr gewünscht hatte, als Beständigkeit müssen sich mit dem Gedanken auseinander setzen, dass ihre Paarbeziehung sich trotz der intensiv empfundenen Liebe auf ein unausweichliches Ende zu bewegt. Dabei hatte ich den Eindruck, ihnen trotz aller Einblicke sowohl in den Alltag als auch in ihre Gedankenwelten emotional nicht wirklich nahe zu kommen.

Auch den Schreibstil habe ich als recht ungewöhnlich empfunden - durchaus fesselnd, ich habe das Buch in wenigen Tagen durch gelesen - die stellenweise sehr poetische Erzählung wechselt sich mit stichpunktartiger Aufzählung der handelnden Figuren und ihrer Eigenschaften ab. Das Ganze erinnerte mich ein wenig an ein Theaterstück, ich kann mir gut vorstellen, dass Emily Habeck ihr Werk gern auf einer Bühne aufgeführt sehen möchte. Und dennoch bin ich weder mit den Figuren, noch mit der Handlung so richtig warm geworden, zwar war ich durchaus bereit, mich auf die abstrakte Geschichte einzulassen, aber für meinen Geschmack hat das gewisse Etwas gefehlt, ich konnte ein wenig erahnen, was die Autorin ihren Lesenden vermitteln wollte - empfunden habe ich es leider nicht.

Fazit: Wer sich nicht sicher ist, ob er sich auf dieses Buch einlassen möchte, dem empfehle ich eine Leseprobe - der Eindruck, den ich selbst dabei hatte (liest sich fesselnd und dennoch fühlt es sich sperrig und fremdartig an), ist mir bis zur letzten Seite erhalten geblieben, emotional ist die Geschichte daher an mir vorbei gegangen.

Veröffentlicht am 05.06.2025

Romantische Fantasy in fesselndem Schreibstil

We Reach for the Light
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Wegen seiner Rolle bei Casziels Rettung, muss sich der Dämon Ambri vor seinem neuen Meister beweisen. Zum Zeichen seiner Treue soll er eine reine Seele ins Verderben stürzen, dafür hat er den sensiblen ...

Wegen seiner Rolle bei Casziels Rettung, muss sich der Dämon Ambri vor seinem neuen Meister beweisen. Zum Zeichen seiner Treue soll er eine reine Seele ins Verderben stürzen, dafür hat er den sensiblen Künstler Cole auserkoren, der nach seinem Studienabschluss in einer erfolglosen Phase steckt und unter gewaltig Selbstzweifeln leidet. Kurz nachdem ihm Ambri zum ersten Mal erschienen ist, erlebt Cole einen kreativen Aufschwung, der ihm auf Anhieb internationalen Ruhm und finanziellen Erfolg beschert. Gekrönt wird dieses Glück von den zarten Gefühlen, die sich zwischen ihnen entwickeln, doch als Ambri bereit ist, sich seine echte Zuneigung zu Cole einzugestehen, tauchen weitere Diener des Dämonenmeisters auf, die Coles Verderben beschleunigen sollen.

"We Reach for the Light" von Emma Scott ist der zweite Band der "Angels & Demons" Dilogie, die beiden Protagonisten tauchen bereits im Vorgänger "We Conquer the Dark " als Nebenfiguren auf. Dennoch kann die Geschichte auch ohne Kenntnis des ersten Teils gelesen werden, Cole und Ambri bekommen ihren eigenen Handlungsfaden und die Verbindung zu Lucy und Casziel wird ausreichend erklärt. Die Hauptfiguren waren mir schnell ans Herz gewachsen, Ambri sogar noch ein wenig mehr als Cole. Wie schon im ersten Buch schien es mir, als ob der menschliche Teil des Paares ein wenig blasser charakterisiert worden ist, als der schillernde Dämon, der nicht so recht an seine eigene Güte glauben kann.

Der Schreibstil war genau so fesselnd, wie ich es von Emma Scott kenne und liebe und dennoch konnte ich mich des Gefühls nicht erwehren, dass das gewisse Etwas, das mich in den Büchern der Autorin immer so begeistert hat, fehlte. Allerdings vermag ich den Finger nicht auf den Punkt zu legen, woran es genau lag - hatte ich eventuell zu hohe Erwartungen, da Fantasy mein absolutes Lieblingsgenre ist und diese Reihe der erste Ausflug der Autorin in diese Richtung war? Insgesamt kann ich trotz der kleinen Einschränkung von einem runden Leseerlebnis sprechen, das mich entspannt und zufrieden zurück gelassen hat, so dass ich diesen Fortsetzungsband gern weiter empfehle.

Fazit: Die romantische Fantasy-Geschichte hat mich durchaus gefesselt, ich mochte die Protagonisten sehr. In meinen Augen erreichte das Buch zwar nicht ganz das Niveau, das ich von Emma Scott gewohnt bin, dennoch bietet es gute Unterhaltung, so dass ich dafür gern eine Leseempfehlung ausspreche.

Veröffentlicht am 03.06.2025

Zauberhafte Atmosphäre, dennoch fehlte für mich das gewisse Etwas

A Dark and Drowning Tide
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Lorelei Kaskel und Sylvia von Wolff verbindet nichts, außer dass sie an der Universität zu Ruhigburg um die Gunst von Professorin Ziegler konkurrieren. Als sie mit Ziegler und einigen Mitstudenten auf ...

Lorelei Kaskel und Sylvia von Wolff verbindet nichts, außer dass sie an der Universität zu Ruhigburg um die Gunst von Professorin Ziegler konkurrieren. Als sie mit Ziegler und einigen Mitstudenten auf Expedition gehen, um den Ursprung, eine sagenhafte Quelle der Magie, zu finden, ändert sich plötzlich alles. Eines nachts wird die Professorin ermordet aufgefunden, um ihre Unschuld zu beweisen müssen Lorelei und Sylvia zusammen arbeiten und entdecken dabei ganz ungeahnte Gefühle füreinander.

"A Dark and Drowning Tide" von Allison Saft ist eine atmosphärisch erzählte Geschichte, doch trotz des poetischen Schreibstils vermochte mich das Leseerlebnis nicht wirklich zu packen. Obwohl die Handlung zum Großteil aus Loreleis Perspektive (in der dritten Person) geschrieben ist, hatte ich den Eindruck, ihr emotional nicht nahe zu kommen. Dazu trägt sicherlich ihre abweisende, oft regelrecht ruppige Art bei, aber auch wenn von einem Schicksalsschlag während ihrer Kindheit berichtet wird, hat mich das kaum berühren können, abgesehen von der allgemeinen Tragik, wie grausam und achtlos hier mit einem Kind umgegangen wird. Sylvia von Wolff hätte meiner Meinung nach das Potential für eine emotional nahbare Figur gehabt, da sie aber immer nur durch Loreleis Augen betrachtet wurde, blieb auch sie für mich blass und unscheinbar.

Der poetische Schreibstil hat mich durchaus gefesselt, die nahezu verzaubert wirkende Atmosphäre während der Expedition mochte ich sehr - und dennoch fehlte der Geschichte aus meiner Sicht das gewisse Etwas. In der Gedankenwelt der Folkloristikstudentin Lorelei tauchen immer wieder kleine Sagen und Erzählungen auf, die zwar einen Bezug zum aktuellen Geschehen haben, meinen Fokus auf den roten Faden aber immer wieder unterbrachen. Das Ende fand ich etwas knapp abgehandelt und auch die politische Situation, die doch erst der Grund für die gefährliche Expedition war, wurde für meinen Geschmack zu belanglos geklärt.

Fazit: Trotz des spannenden Schreibstils und der märchenhaften Atmosphäre konnte mich die Geschichte nicht so ganz überzeugen, der politische Hintergrund und auch der Handlungsfaden an sich wirkte auf mich etwas zusammen gestückelt, ich habe keinen emotionalen Zugang zu diesem Roman gefunden.

Veröffentlicht am 28.05.2025

Fesselnder Einstieg in eine mythische Geschichte mit etwas düsterem Hintergrund

The Deer and the Dragon
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Bereits seit Kindertagen hat Marlow einen imaginären Freund, zunächst ist das ein weißer Fuchs, den ihre streng religiöse Mutter als Diener des Bösen ansieht. Später wird die junge Frau Nacht für Nacht ...

Bereits seit Kindertagen hat Marlow einen imaginären Freund, zunächst ist das ein weißer Fuchs, den ihre streng religiöse Mutter als Diener des Bösen ansieht. Später wird die junge Frau Nacht für Nacht von einem verführerischen Mann besucht, der ihre Sinnlichkeit weckt und mit dem kein realer Liebhaber jemals mit halten konnte. Obwohl Marlow inzwischen eine erfolgreiche Autorin ist, lebt sie zurück gezogen und glaubt, unter Wahnvorstellungen zu leiden. Doch als das "Trugbild" Caliban sie plötzlich nicht mehr aufsucht, vergeht sie vor Sehnsucht und begibt sich in gefährliche Situationen, angetrieben von der Hoffnung, ihn wieder zu finden. Als eine nordische Fee in Marlows Wohnung auftaucht und ihr sagt, dass ihr "imaginärer" Gefährte in Wirklichkeit ein Prinz der Hölle ist, muss sie sich entscheiden, ob sie dieser Liebe eine Chance geben und sich in einen uralten Krieg der Götter einmischen möchte.

"The Deer and the Dragon" von Piper CJ ist der Auftakt einer Fantasyreihe, bei dem es etwas gedauert hat, ehe ich emotional in der Geschichte angekommen war. Den Einstieg fand ich recht sprunghaft erzählt, zwar wirft die Autorin ihre Lesenden sofort ohne großes Vorgeplänkel in eine Szene aus Marlows Leben hinein, danach folgen allerdings zerstückelt wirkende Erinnerungen an ihre Vergangenheit, die sicherlich dazu gedacht waren, die Protagonistin besser kennen zu lernen, mich aber nicht so recht gepackt haben. Daher hat es eine Weile gedauert, ehe ich mit Marlow warm werden konnte, möglicherweise liegt das auch an ihrer introvertierten Art, dass bei mir der Eindruck entstand, von jeder anderen Figur in der Handlung ein deutlicheres Bild zu bekommen, als von der eigentlichen Hauptdarstellerin.

Dennoch kann ich den Schreibstil nur als äußerst fesselnd bezeichnen, ich mochte das Buch zwischenzeitlich kaum aus der Hand legen und als ich das Gefühl bekam, Marlow endlich etwas mehr zu kennen, war ich emotional in jedem Lesemoment an ihrer Seite. Den fantasievollen Hintergrund fand ich sehr detailliert ausgearbeitet, es gibt ein breites Spektrum an Pantheons, die auf eine Vielzahl von Mythologien zurück greifen. Nachdem Marlow zu der Erkenntnis gelangt war, dass ihre Erfahrungen nicht auf Einbildung beruhen, stieg der Spannungsbogen konsequent an, bis zum Finale, das in einem Cliffhanger ausläuft und mich nun voller Ungeduld auf den Fortsetzungsband warten lässt.

Fazit: Nach dem etwas holprig wirkenden Anfang bin ich doch noch emotional in die fantasievoll geschriebene Geschichte eingetaucht und mochte den Roman bis zur letzten Seite kaum aus der Hand legen. Für diesen fesselnden Fantasy-Auftakt spreche ich daher gern eine Leseempfehlung aus,