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Veröffentlicht am 08.09.2021

Ein neues Leben

Die Heimkehr der Störche (Die Gutsherrin-Saga 2)
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Nach dem wirklich wunderbaren ersten Teil „Soweit die Störche ziehen“ war für mich klar, dieses Buch muss ich unbedingt lesen. Und es hat meine Erwartungen noch weit übertroffen.
Sieben Jahre nach dem ...

Nach dem wirklich wunderbaren ersten Teil „Soweit die Störche ziehen“ war für mich klar, dieses Buch muss ich unbedingt lesen. Und es hat meine Erwartungen noch weit übertroffen.
Sieben Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges versucht die junge Dora wieder Fuß zu fassen. Von ihrem alten Leben in Ostpreußen ist, bis auf wunderschöne Erinnerungen, nicht viel übrig geblieben. Die Twardys sind froh überhaupt mit dem Leben davon gekommen zu sein. Doch Dora gibt nicht auf. Sie möchte Tierärztin werden. Die Humboldt Universität in Ost-Berlin gibt ihr als Frau als einzige eine Chance. So macht sie sich mit ihrer Ziehtochter Clara auf nach Berlin. Auch immer in der Hoffnung ihre große Liebe Curt wiederzufinden. Doch schon bald lernt sie die Schattenseiten des DDR Regimes kennen.
Kennt ihr das Gefühl, als wenn ein Buch nur für euch geschrieben wurde? So erging es mir mit diesem Buch. Schon der erste Teil hat mich tief berührt. Ich hatte damals, dass Gefühl die Geschichte meiner Großeltern erzählt zu bekommen. Bei diesem zweiten Buch war ich total erstaunt zu lesen, dass Dora in Berlin Tiermedizin studieren wird. Denn das war auch mein Lebensweg. Ich kenne alle Orte der Universität genau und habe selber unzählige Stunden auf dem Campus verbracht. Auch unsere Familie, war durch die Mauer getrennt und auch wir haben diese Ängste und Schikanen erleben müssen. So wie es in diesem Buch beschrieben wird, so war es wirklich und genauso habe ich es empfunden. Es war einfach eins dieser Bücher von denen man nicht möchtet, dass sie enden.

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Veröffentlicht am 26.08.2021

Wachstumschmerz

Der Panzer des Hummers
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Dieses Buch handelt von einer dänischen Familie, die man eigentlich nicht mehr als solche bezeichnen kann. Wir erleben einen kurzen Einblick (ca.4-5 Tage) in das Leben der einzelnen Familienmitglieder. ...

Dieses Buch handelt von einer dänischen Familie, die man eigentlich nicht mehr als solche bezeichnen kann. Wir erleben einen kurzen Einblick (ca.4-5 Tage) in das Leben der einzelnen Familienmitglieder. Die Eltern sind bereits gestorben, und die drei Geschwister leben jeder für sich ein eigenes Leben.
Wäre dieser Roman ein Musikstück, so wäre es sicher in Moll komponiert. Die Stimmung ist traurig und bedrückend. Man nimmt als Leser viel von der winterlichen, skandinavischen Schwere war. Zwischen den Geschwistern spürt man keine besondere emotionale Verbindung, keine Liebe oder Fürsorge. Jeder versucht für sich mit seinem Leben klar zu kommen. Alles wirkt mühsam und schwerfällig.
Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin kann mit ihren Worten Bilder entstehen lassen, die mich emotional angesprochen haben. Denn auch Schwermut und Traurigkeit beim Leser zu erzeugen ist durchaus beeindruckend. Zwischendurch, an völlig unerwarteten Stellen, verfiel die Autorin in eine eher vulgäre Ausdrucksweise. Dies hat mich dann ziemlich überrascht und irgendwie auch verwirrt. Wer ließt um Freude und Wärme in sein Leben zu bringen, den wird dieses Buch wahrscheinlich nicht ansprechen. Wer eine bildhaften Sprache liebt und Geschichten als Anregung für eigene Gedanken schätzt, sollte es mit dem Buch versuchen. Ich konnte viele Charaktere nicht so richtig greifen und verstehen. Für mich ist einfach zu viel nicht gesagt worden und die Stimmung des Buches hat mich irgendwie deprimiert.

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Veröffentlicht am 23.08.2021

Intrigen und Machtkämpfe

Verrat in Colonia
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Ich habe mich riesig auf das neue Buch aus dieser Reihe gefreut und ich kann gleich sagen, ich wurde nicht enttäuscht.
Die Sklavin Invita und ihr Gefährte Flavus begleiten die Domina Marcella auf ihrer ...

Ich habe mich riesig auf das neue Buch aus dieser Reihe gefreut und ich kann gleich sagen, ich wurde nicht enttäuscht.
Die Sklavin Invita und ihr Gefährte Flavus begleiten die Domina Marcella auf ihrer Reise nach Colonia. Auf dem Weg dorthin kommt es zu einem Überfall. Im Praetorium angekommen geschieht gleich das nächste Unglück. Ein hoher römischer Beamter wird tot aufgefunden. Der Sklave Flavus gerät unter Verdacht. Als völlig rechtlos und Eigentum des Stadthalters hat der Sklave kaum Aussicht zu überleben. Doch Invita will das nicht hinnehmen und beginnt selber zu ermitteln.
Durch viele Details, schafft es Maria W. Peter einen wieder komplett in diese alte, vergangene Zeit zu versetzen. Alles wird greif- und fühlbar. Es ist auf diese Art kaum vorstellbar, dass alles schon so weit in der Vergangenheit liegen soll. Liebe, Intrigen, Verrat und Machtkämpfe, alles ist uns auch heute noch vertraut. Wenn man erst einmal begreift, dass die Empfindungen der Menschen damals nicht viel anders waren als heute, wird Geschichte plötzlich lebendig. Mich fasziniert auch immer wieder der große Wisschensschatz der Autorin, welchen sie mit in die Geschichte einfließen lässt ohne sie mit langweiligen Fakten zu überladen. Ein Buch bei dem man nicht aufhören kann und das sowohl mit Spannung als auch Emotionen punktet. Nun können wir nur hoffen, dass noch viele weitere Teile folgen werden.

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Veröffentlicht am 18.08.2021

Erinnerungen gehen nicht so schnell verloren

Arno und sein Pferd
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"Arno und sein Pferd" von Jane Godwin mit Illustrationen von Felicita Sala
Aus dem Insel Verlag
Arno verliert sein geliebtes Holzpferd. Er sucht überall danach und seine Freunde helfen ihm dabei. Bei der ...

"Arno und sein Pferd" von Jane Godwin mit Illustrationen von Felicita Sala
Aus dem Insel Verlag
Arno verliert sein geliebtes Holzpferd. Er sucht überall danach und seine Freunde helfen ihm dabei. Bei der langen Suchaktion, wird klar, warum er so sehr an dem Pferd hängt. Dies hat nämlich sein verstorbener Großvater geschnitzt. Und an diesen erinnert es ihn.
Die Geschichte ist in Reimform geschrieben. Dadurch erhält sie einen poetischen Klang, dem die Kinder gerne lauschen. Die Illustrationen sind sehr schön, jedoch unaufgeregt und ruhig. Text und Illustrationen schwingen im Gleichklang. Das Buch ist eine gute Möglichkeit mit den Kindern über Trauer und Verlust zu sprechen.
Zumindest hatte ich ein wirklich gutes Gespräch mit meiner Tochter nachdem wir das Buch gelesen hatten.
Die Texte sind recht kurz, so dass es schon für kleine Kinder gut geeignet ist.

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Veröffentlicht am 15.08.2021

Das Tippfräulein

Die Damen vom Pariser Platz
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„Die Damen vom Pariser Platz“ von Joan Weng, gelesen von Christina Puciata.
Berlin in den goldenen 20er Jahren. Die junge Gretchen hält es in ihrem Ort nicht mehr aus und beschließt ihrer Cousine nach ...

„Die Damen vom Pariser Platz“ von Joan Weng, gelesen von Christina Puciata.
Berlin in den goldenen 20er Jahren. Die junge Gretchen hält es in ihrem Ort nicht mehr aus und beschließt ihrer Cousine nach Berlin zu folgen. Doch hier geht sie im Großstadtgetümmel fast unter. Viel zu naiv und schüchtern beginnt sie eine Stelle als Tippfräulein bei der Showgröße Isis. Zwischen ganz viel Tamtam und mehr Schein als Sein geht Gretchen ihren Weg und zeigt, dass mehr in ihr steckt als den Frauen in den 20er Jahren zugetraut wurde.
Anfangs fand ich Gretchen schrecklich naiv und leicht beeinflussbar. Doch ihr Charakter entwickelt sich. Und es macht Spaß diese Entwicklung mit ihr zu erleben. Die Story passt in die unbeständige Zeit der 20er Jahre. Die Sprecherin Christina Puciata hat eine wirklich angenehme Stimme, der man gerne zuhört. Ich empfand Gretchen jedoch etwas „zu niedlich“ dargestellt.
Eine schöne Geschichte, die einen in die 20er Jahre entführt.

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