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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.08.2025

Süßes Cover? - das kann auch anders!

Spookily Yours
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Wer mich kennt weiß, dass ich ein echter Halloween-Fan bin und dieses Buch einfach lesen MUSSTE! "Spookily Yours" von Jennifer Chipman ist mir mit seinem wunderschön gestalteten Cover direkt ins Auge gesprungen ...

Wer mich kennt weiß, dass ich ein echter Halloween-Fan bin und dieses Buch einfach lesen MUSSTE! "Spookily Yours" von Jennifer Chipman ist mir mit seinem wunderschön gestalteten Cover direkt ins Auge gesprungen und der niedliche Farbschnitt dazu machte den Wunsch nach dem Buch komplett. Aber konnte mich die schaurig schöne Halloween-Geschichte rund um Willow und den dämonischen Damien begeistern oder war sie eher ein Flop?

Willow lebt gemeinsam mit ihrer Schwester in einer kleinen, gemütlichen Stadt namens Pleasant Grove, in welcher sich so einige Hexen und Zauberer tummeln. Für die beiden Hexen-Schwestern gibt es in ihrer Familie allerdings nur noch sich, da beide Elternteile schon lange verstorben sind und Willow auch letztens ihren geliebten Kater Binx beerdigen musste. Als sie auf der Suche nach einem neuen Gefährten ist, stößt sie auf einen schwarzen Kater mit dem Namen Damien. Gleich spürt Willow eine Verbindung zwischen sich und dem eigensinnigen Tier, weshalb sie ihn kurzerhand bei sich einziehen lässt. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass der ach so liebe Kater gar nicht mal so lieb und harmlos ist. Im Katzenkörper von Damien versteckt sich ein Dämon, der unbedingt Willows Hilfe benötigt um wieder seine eigentlichen Gestalt annehmen zu können. Als sie das dann auch geschafft hat, macht Damien sich nicht direkt wieder aus dem Staub. Nein, er bleibt noch ein bisschen bei Willow und diese merkt, dass es noch so viel wichtigere Dinge gibt, als ich einfaches Leben in Pleasant Grove. Was sie allerdings nicht weiß ist, dass Damien nicht ohne Grund in dem kleinen Städtchen gelandet ist und seine ganz eigenen Ziele verfolgt....

Diese Rezension fällt mir alles andere als leicht, das kann ich euch sagen. Denn das süße Buch mit dem wundervollen Cover und Farbschnitt entpuppte sich doch als etwas, was ich nicht ganz so sehr mochte. Es begann alles recht ruhig, süß, unschuldig und so, als würde ich eine niedliche Geschichte serviert bekommen, die mich jetzt nicht krass vom Hocker hauen, aber doch für ein angenehmes Lesevergnügen sorgen würde. Die Sprache ist recht einfach, es entsteht kein großes Wordbuilding, was aber an sich hier auch nicht verkehrt ist. Ich wollte leicht und einfach unterhalten werden, mit einer kleinen Lovestory und vielen Halloween-Vibes. Die schönen, herbstlichen Vibes mit vielen Kürbissen, leckerem Herbst-Gebäck und rauschenden Partys habe ich auf jeden Fall bekommen. Mehr Herbst und Halloween geht fast nicht. Pleasant Grove ist die perfekte Stadt dafür und hat einfach diese Charme. Dass die süße Liebesgeschichte zwischen Willow und Damien dann doch etwas heißer wurde, störte mich auch nicht. Der Spice ist gut, ich hatte ihn nur SO ganz bestimmt nicht erwartet. Wer glaubt, dass sich hier süß und wortreicht die Liebe gestanden wird, irrt gewaltig. Willow und Damien lassen lieber ihre Körper sprechen und das wird sehr detailreich beschrieben. Was mich allerdings am gesamten Buch störte, war die Story an sich. Meine Meinung nach ist diese nicht richtig durchdacht und an vielen Ecken fehlte mir etwas. Details, eine bessere Ausarbeitung, andere Handlungen der Protagonisten, etc. Besonders die Handlungen der einzelnen Charaktere konnte ich so oft nicht nachvollziehen. Es gab für mich in der Geschichte keinen großen Knall, keinen Wendepunkt. Hier ist alles immer ineinander übergeflossen und wurde so hingenommen. Die ganze Grundidee, warum Damien überhaupt unterwegs und auf der Suche ist, war für mich nicht aussagekräftig genug und ging völlig verloren. Das war echt nicht so gut gemacht. Schade! Das Storytelling war für mich leider ein Flop, auch wenn der Buch seine Momente hatte und ich vor allem durch den guten Spice sehr überrascht wurde. Damit hätte ich echt nicht gerechnet. Für den Vibe im Herbst sicherlich eine angenehme Lektüre, da sie auch nur knapp 250 Seiten hat. An diesem Beispiel merkt man wieder eindrücklich, dass ein schöne Cover nicht gleich eine spannende Geschichte verspricht.

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Veröffentlicht am 25.08.2025

Deep Cuts - aber keine Deep Feelings

Deep Cuts
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Was versteht ihr unter dem Begriff "Deep Cuts"? Kennt ihr den Begriff? Sagt er euch irgendetwas? Mir war der Begriff vor dem Lesen des gleichnamigen Buches von Holly Brickley völlig unbekannt. Jetzt bin ...

Was versteht ihr unter dem Begriff "Deep Cuts"? Kennt ihr den Begriff? Sagt er euch irgendetwas? Mir war der Begriff vor dem Lesen des gleichnamigen Buches von Holly Brickley völlig unbekannt. Jetzt bin ich schlauer, aber fühle ich mich auch durch die Geschichte, bei welcher die Musik eine maßgebende Rolle spielt, auch unterhalten?

Manchmal passiert es, dass zwei Leben, die füreinander bestimmt scheinen, ganz plötzlich und unerwartet aufeinanderprallen. Es mag vielleicht nicht der richtige Zeitpunkt sein, aber irgendwann passiert es, dass sich zwei Menschen rein zufällig am selben Ort treffen und eine Verbindung spüren, die tiefer zu gehen scheint. Das glaubt auch Percy, die Joe zwar schon vom Sehen an der Uni kennt, aber als die beiden in einer Bar in ein lebhaftes Gespräch kommen, weiß Percy, dass da mehr ist. Nicht direkt auf die Liebe bezogen, aber zwischen ihr und Joe herrscht eine gewisse Spannung. Sie verstehen sich gleich gut und das liegt zum größten Teil an ihrer beider Leidenschaft: der Musik. Percy selbst liebt die Musik im Allgemeinen einfach. Sie spielt kein Instrument, schreibt keine Songs und singt auch nicht. Joe dagegen schreibt seine eigenen Songs, spielt Gitarre und möchte mit der Musik ganz groß rauskommen. Einziger Nachteil: Seine Songs floppen alle eher und beim Schreiben fehlt ihm das gewisse Etwas. Da kommt nun Percy ins Spiel, die Texte versteht, selbst Blogbeiträge zum Thema Musik verfasst und sich bereiterklärt Joe unter die Arme zu greifen. Schnell hängen die beiden 24/7 zusammen. Es scheint, dass sie sich auch auf sexuelle Weise näher kommen, aber da gibt es immer diese kleinen Momente, diese Rückzieher, die beide machen. Und dann steht oft, man mag es kaum glauben, deren Leidenschaft zur Musik im Weg. Percy und Joe ziehen sich gegenseitig an, stoßen sich aber auch genauso schnell wieder ab. Kann das überhaupt funktionieren? Sowohl in Sachen Liebe, als auch beim Schreiben der Songs? Auch als die beiden sich aus den Augen verlieren, finden sie immer wieder zueinander. Denn die Musik führt sie zum jeweils anderen, kann sie aber auch genauso schnell wieder entzweien...

Für einen tiefgründigen Roman bin ich immer zu haben. Percys und Joes Geschichte klingt genau nach dem, was ich aktuell gesucht habe. Es geht um die Liebe, viel Gefühl und die Musik, die zwei Menschen näher zusammenbringt. Dass sie in diesem Fall zu Unstimmigkeiten führen kann, macht die Story erst aus. Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt und jeder Teil bezieht sich auf einen Lebensabschnitt von Percy und Joe. Zu Beginn lernen sie sich in Berkeley an der Uni kennen und verbringen viel Zeit zusammen. Im zweiten Teil hat es sie beide schon in die Welt hinaus gezogen (dieser Teil gefiel mir auch wesentlich besser, als der erste). Im dritten Abschnitt und somit dem letzten Teil des Buches, geht es nochmal viel um Gefühle, um das was richtig und falsch ist und um Entscheidungen, die in der Vergangenheit getroffen wurden. Auch dieser Teil gab mir eindeutig mehr, als es der erste getan hat. Trotzdem muss ich leider sagen, dass ich mehr von der Geschichte an sich erwartet habe. Sowohl Percy als weibliche Protagonistin, als auch Joe als der männliche Part, konnten mich nicht wirklich überzeugen. Für mich wirken die beiden eher, als wüssten sie nicht recht, was sie eigentlich von sich und ihrem Leben erwarten und wollen. Joe hat zwar ein klares Ziel vor Augen, trotzdem gibt er mir immer wieder das Gefühl von Ziellosigkeit. Auch Percy ist da nicht besser. Der einzige Charakter, der wirklich (meiner Meinung nach) ein Ziel vor Augen hat und weiß, was er möchte, ist deren gemeinsame Freundin Zoe. Alle anderen, mitwirkenden Charaktere bleiben für mich eher blass und nichtssagend. Dass die Geschichte in den frühen 2000ern spielt, hatte für mich aber doch etwas Positives und einen kleinen Nostalgiefaktor. Ich selbst bin Anfang der 90er geboren und habe die frühen 2000er miterlebt. Ein Ereignis hat auch mich damals sehr geprägt und ich denke auch heute noch oft daran zurück. Dieses ist auch im Laufe des Buches immer mal wieder Thema und wird wieder und wieder aufgegriffen. Den Punkt fand ich gut und spannend. An dieser Stelle hat mein ein klein wenig mehr Gefühl gespürt. Nicht nur von Percy und Joe, sondern generell. Oft war ich aber auch sehr wütend beim Lesen und konnte die ein oder andere Handlung der Protagonisten nicht nachvollziehen. Man merkt ganz offensichtlich, dass Percy und Joe zwar irgendwie zusammen passen, aber irgendwie auch nicht zusammen gehören. Versteht ihr, was ich meine? Für mich ist da viel toxic dabei. Das aber selbst einzusehen ist für viele wirklich schwierig und deshalb kann ich auch die beiden nicht dafür verurteilen. Geschrieben ist das Buch aus Percys Perspektive, weshalb man einen großen Einblick in ihre Gefühlswelt bekommt. Trotzdem kommt mir das Geschriebene oft eher nüchtern vor. Auch machen die vielen Songnamen, die Namen der Interpreten und Fachbegriffe aus der Musik das Lesen nicht immer leicht. Wer Musik liebt und sich stark mit ihr auseinandersetzt, wird aber sicher Spaß am Buch haben. Mir hat die Geschichte zu großen Teilen gefallen, aber an mancher Stelle waren mir sowohl die Protagonisten, als auch das Thema, einfach zu viel.

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Veröffentlicht am 13.08.2025

Schöne Idee, leider etwas wirr

Immortal Consequences – Die Blackwood Academy Trials
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Wer kann diesem düsteren aber doch wunderschönen Cover widerstehen? Ich hätte es auf keinen Fall gekonnt! Alleine die Farbgebung hat mich magisch angezogen und ich war sehr gespannt auf die Academy-Story ...

Wer kann diesem düsteren aber doch wunderschönen Cover widerstehen? Ich hätte es auf keinen Fall gekonnt! Alleine die Farbgebung hat mich magisch angezogen und ich war sehr gespannt auf die Academy-Story "Immortal Consequences" von i.V. Marie mit dunklem Hintergrund. Also nichts wie rein in die Handlung rund um eine mysteriöse Zwischenwelt und verstorbene Jugendliche, die ihr Dasein in dieser fristen müssen.

Wren, August, Masika, Irene, Emilio und Olivier sind so verschieden, haben aber doch eines gemeinsam. Alle sechs sind "lebende Tote". Manche vor einiger Zeit schon verstorben, andere erst vor kurzem. Doch sie leben nun alle ein ganz anderes Leben weiter, als sie es sich jemals vorgestellt haben. Die sechs sind jetzt Schüler an der Blackwood Academy und dafür bestimmt Seelen zu ernten. Mehr als das und ihre Leistungen in der Schule haben sie nicht mehr. Doch, da gibt es noch eine Sache, die eigentlich jeder und jede der Studierenden anstrebt: Sie wollen zu sogenannten Aufgestiegenen werden. Dieser Posten wird nicht an alle vergeben. Nur die Besten der Besten bekommen überhaupt eine Chance darauf. Aber schafft sie oder er es dann die Trials rund um diese Auszeichnung zu bestehen, winkt ein ganz anderes Leben. Eines, in welchem das Vergessen sofort gestoppt wird. Denn einen großen Nachteil am Tod in dieser Zwischenwelt ist, dass man mit den Jahren (und auch wenn es sehr viele Jahre sind), tritt das Vergessen ein. Die Jugendlichen vergessen einfach alles aus ihrer Vergangenheit, alles aus ihrem Leben vor dem Tod. Eine unschöne Vorstellung und deshalb ist der Posten der Aufgestiegenen auch so beliebt. Kein Wunder, dass auch die sechs oben genannten Schüler sich gerne dafür qualifizieren möchten. Und das aus den unterschiedlichsten Gründen... Denn es gibt in der Zwischenwelt nicht nur die Blackwood Academy, sondern auch viel düstere und verbotene Organisationen, deren Widersacher schon seit Jahren versuchen die Academy zu unterwandern. Auf welcher Seite werden die sechs am Ende stehen? Halten sie zu ihrer Academy oder verfallen sie dem Bösen? Und was mag die jungen Erwachsenen in den Trials erwarten?

Starten wir einmal mit dem rein, was mir gut gefallen hat. Ich mag das Setting der Geschichte sehr und finde es ganz cool, dass es so außergewöhnlich ist. Man meint, dass den Jugendlichen eigentlich schon das Schlimmste passiert ist, was einem passieren kann: Der Tod. Aber wir bekommen es in dieser Geschichte mit ganz anderen Problemen zu tun, die man sich so vorher nicht vorgestellt hätte. Die Kapitel sind immer aus der Sicht eines Dritten geschrieben, handeln aber abwechselnd von Wren, August, Emilio, Olivier, Irene und Masika. So bekommt man trotz des Erzählstils einen guten Einblick in deren Gefühlslage und Gedanken. Ich muss aber hier leider schon etwas meckern. Generell finde ich verschiedene Handlungsstränge und viele Eindrücke in einer Story gut und wichtig. ABER mit sechs Personen ist mir das hier einfach einen Ticken zu viel. Es kommen tatsächlich alle sechs Protagonisten hintereinander im Buch an die Reihe und das brachte für mich keinen richtigen Flow in die Geschichte. Da ist dann auch klar, dass die Backstorys immer nur kurz angerissen werden und man nicht tiefer tauchen kann. Um aber wieder zu etwas Positivem zu kommen, ich mag es sehr gerne, dass die sechs so unterschiedlich vom Charakter her sind, ihre Ziele aber immer verfolgen. Es sind sechs sehr starke Protagonisten, bei welchen ich manche mehr, die anderen weniger mag. Ich denke aber, dass sich jede/r LeserIn in mindestens einen Charakter reinfühlen kann und das macht die große Auswahl wieder zu etwas Gutem. Das Hauptaugenmerk sollte in diesem ersten Band der Dilogie auf den Trials liegen. Die werden auch ausführlich behandelt, zumindest am Anfang. Nachher lässt hier die Berichterstattung arg nach und man bekommt das Gefühl, dass man diesen Handlungsstrang einfach nur schnell abarbeiten möchte. Sehr schade, denn die Fantasywelt lebt genau von solchen Momenten in einer Story. Man kann prima mit Illusionen, bösen Mächten oder anderen, hinterhältigen Hindernissen spielen und glänzen. Ihr dürft mich nicht falsch verstehen, denn ich mag die Geschichte an sich sehr gerne. Ich mag das Setting, ich mag die Charaktere (zum größten Teil) und ich mag auch deren Entwicklungen im Laufe des Buches. Aber für mich ist die Idee der Geschichte leider nicht richtig zu ende gedacht. Man hätte noch viel mehr rausholen können. Aber am Ende war es dann doch eher wirr und wirkte zusammengewürfelt. Trotzdem tat es der Spannung im Buch keinen Abbruch, denn ich habe die knapp 550 Seiten innerhalb von zwei Tagen verschlungen. Spannend war die Story auf jeden Fall und ich bin auch neugierig, wie es in Teil 2 weitergeht. Vielleicht entwickelt sich in diesem eine klarere Linie und alles passt am Ende super zusammen. Mein Fazit ist, dass ich mir mehr erhofft hatte und leider etwas von der Umsetzung enttäuscht bin. Trotzdem hatte ich ein angenehmes Lesevergnügen und ein paar schöne Stunden mit dem Buch.

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Veröffentlicht am 11.08.2025

Überbezahlte Manager, zickige Assistentinnen und die große Liebe?

Born to perform – Sei das Rad, nicht der Hamster
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Unter dem Titel "Born To Perform - Sei das Rad, nicht der Hamster" von Caspar Bendix stellt man sich wohl viel eher einen "richtigen Ratgeber" vor, als einen humorvollen Roman mit Insidertipps zum Management ...

Unter dem Titel "Born To Perform - Sei das Rad, nicht der Hamster" von Caspar Bendix stellt man sich wohl viel eher einen "richtigen Ratgeber" vor, als einen humorvollen Roman mit Insidertipps zum Management und Beziehungen. Aber genau das steckt hinter dem motivierenden Titel, der uns nicht nur so einiges über Topmanager mit auf den Weg, sondern auch Beziehungsratschläge und Dating Tipps mit an die Hand gibt.

Bo Mertens kommt frisch von der Uni und hat sich schon einen Job in der Stein Holding (wir wissen nicht so genau, was diese Firma eigentlich vertreibt, ober wofür sie steht) gesichert. Zwar ist er noch ein recht unbedeutendes Licht am funkelnden Firmenhimmel, aber aller Anfang ist bekanntlich schwer und jeder hat ja irgendwann mal klein angefangen. So zumindest seine und die Einschätzung seiner unmittelbaren Kollegen und Kolleginnen (wobei auch von Letzteren eher weniger die Rede ist). Für seinen "Chef", Thomas Meermann sieht das allerdings anders aus. Er erkennt in Bo viel mehr, sehr viel mehr. Ob das an seinem Fachwissen zu "Moppeds" liegt oder doch an den Qualitäten im aktuellen Job sei man dahingestellt. Tom Meermann ist begeistert von Bo und nimmt ihm quasi unter seine Fittiche. Von ihm bekommt Bo auch den Tipp einen ganz bestimmten Zahnarzt aufzusuchen, welcher hervorragend Bos Zahnleiden behandeln könnte. Sein guter Freund "Clausi" hat ganz bestimmt spontan einen Termin für Bo frei, wenn dieser auch nur erwähnt, dass er von Tom Meermann geschickt wurde. Clausi selbst wird jedoch die Behandlung gar nicht vornehmen, darum kümmert sich ausnahmsweise mal dessen Tochter Laura. Und die hat es Bo sofort angetan. Sie ist DIE Eine, seine Traumfrau (obwohl die beiden kaum ein paar Worte miteinander gewechselt haben und sich diese auch nur auf eher oberflächliche Themen bezogen haben). Für Bo steht es fest: Er möchte Laura besser kennenlernen. Und wenn einer in Bos Umfeld weiß, wie das richtig geht, dann sein langjähriger und bester Freund Jan. Mit Jans Beziehungstipps und Tom Meermanns klugen Ratschlägen im Management, die man laut Jan auch prima auf das Liebesleben ausweiten kann, versucht Bo sich auf sein erstes Treffen mit Laura vorzubereiten. Dass diese aber schon von anderer Seite einige Infos über Bo bekommt, die ihn in keinem guten Licht dastehen lassen, weiß diese zu dem Zeitpunkt noch nicht...

Erhofft hatte ich mir hier einen witzigen, humorvollen Roman, der mitten aus dem Leben stammen könnte und vielleicht sogar ein kleines Happy End bereithält. Habe ich das alles bekommen oder gar überhaupt etwas davon? Definitiv ja. Konnte das Buch in allen Bereichen überzeugen? Wohl eher nicht. Lasst es mich so formulieren: Ich hatte eine Menge Spaß beim Lesen und kam auch mit dem Schreibstil sehr gut zurecht. Ich bin förmlich durch die Seiten geflogen und fand auch die Länge der Kapitel entsprechend passend. Manche Kapitel waren mal länger, andere mal eher ganz kurz. Alles hat sich aber die Waage gehalten und unterhalten fühlte ich mich eigentlich zu jedem Zeitpunkt. Ich muss allerdings sagen, dass die Geschichte nicht genau das war, was ich mir zu Beginn erhofft hatte. Klar, manche Textpassagen waren lustig, andere dafür waren so skurril, das man sich das eigentlich nicht ausdenken kann. Und dabei stellte ich mir so oft die Frage, ob das Verhalten mancher Charaktere im echten Leben vielleicht wirklich existiert. Was verdammt gruselig wäre. Mir ist natürlich bewusst, dass viele Topmanager oftmals gar keine Ahnung von dem haben, was sie da so den lieben langen Tag tun (oder auch eher tun SOLLTEN). Aber gibt es Menschen, die so gar keinen Plan von ihrer Arbeit haben, sich trotzdem immer irgendwie durchgemogelt bekommen? Vor allem bei Thomas Meermann fällt das natürlich sehr stark auf. Wenn er angefangen hat zu sprechen, habe ich meist schon die Augen verdreht, weil ich es einfach nicht lesen wollte. Auch Bos Freund Jan hat bei mir nicht viel mehr Sympathiepunkte geerntet. Er hat völlig verdrehte Vorstellungen von Beziehungen, Dating und dem was richtig oder falsch ist. Bo, als Hauptprotagonist, erschien mir im Gegensatz zu diesen beiden Männern oft eher blass und nichtssagend. Er hat nie auf den Tisch gehauen, egal wie absurd die Vorschläge der beiden auch waren. Er hat sich einfach immer weiter treiben lassen, obwohl seine Gedanken doch schon offenbart haben, dass er das alles ein klein wenig anders sieht. An manchen Stellen fand ich das ganze Buch auch sehr wirr und konnte einige Handlungen nicht nachvollziehen. Wer mal was für Zwischendurch braucht um einfach abzuschalten, kann das Buch auf jeden Fall gut lesen. Besonders tiefgründig ist es aber nicht. Spaß hat das Lesen aber allemal gemacht, auch wenn ich persönlich mir eine andere Story dazu gewünscht hätte.

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Veröffentlicht am 18.07.2025

Tiefe Liebe? - oder doch nur Schauspiel?

Heartless Hunter. Der rote Nachtfalter, Band 1
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"Heartless Hunter" von Kristen Ciccarelli macht alleine mit seinem Titel schon neugierig und Lust auf das Lesen des Buches mit dem roten Falter auf der Vorderseite. Aber steckt auch etwas im "Heartless ...

"Heartless Hunter" von Kristen Ciccarelli macht alleine mit seinem Titel schon neugierig und Lust auf das Lesen des Buches mit dem roten Falter auf der Vorderseite. Aber steckt auch etwas im "Heartless Hunter" oder kann die Geschichte rund um Rune, Gideon und die Jagd nach Hexen nicht überzeugen?

Rune ist eine Hexe. Das weiß sie, dass wissen ihre zwei besten Freunde, aber sonst darf niemand davon wissen. Denn die Macht der Hexen hat schon vor Längerem ein Ende gefunden und alle, die sich dem Hexendasein verschreiben oder auch nur mit einer Hexe sympathisieren, werden umgehend hingerichtet. Für Rune ist das natürlich sehr gefährlich, auch wenn sie sich in ihrer Stadt einen Namen gemacht hat und nicht verdächtig wird eine Hexe zu sein. Oder gar der rote Nachtfalter. Diese sagenumwobene Gestalt, die seit mehr als zwei Jahren der Blutwache das Leben zur Hölle macht und gleichzeitig verschleppte, eingesperrte und zum Tode verurteilte Hexen befreit. Gideon Sharpe, DER Hexenjäger unter den Jägern der Blutwache möchte nichts lieber als den roten Nachtfalter zur Strecke zu bringen. Und dafür ist ihm jedes Mittel recht. Durch Runes gefährliche Missionen und Gideon unerbittliche Jagd, laufen sich die beiden zwangsläufig über den Weg. Dabei kommen sie auch auf gefährliche Weise näher. Auch wenn Rune und Gideon jeweils ihre eigenen Ziele verfolgen, entstehen doch verbotene Gefühle, die sich nicht so leicht abschalten lassen. Wird es den beiden gelingen ihre Ziele zu erreichen ohne dabei verletzt zu werden? Kann Rune die Hexen retten und ein glückliches und sicheres Leben führen? Wird Gideon den roten Nachtfalter einfangen und ihn auf einer Tribüne hinrichten, so wie so viele, andere Hexen davor?

Ich mag den Hintergrund, dass es sich hierbei um eine Hexengeschichte handelt, sehr gerne. Das habe ich so noch nicht oft gelesen und freute mich regelrecht auf die Geschichte und die Charaktere. Rune arbeitet verdeckt, ist dabei aber sehr mutig und stellt das Leben anderer über ihr eigenes. Sie ist eine treue Seele und hat für mich hier den stärksten Charakter. Gideon wird als der dunkle Typ dargestellt. Er ist der verbissene Hexenjäger, der seine Feindin ausschalten will, egal zu welchem Preis. Dass hier eine romantische Liebesgeschichte entstehen kann, ist vorprogrammiert. Dabei haben wir es in der Story nicht nur mit einem Liebhaber zu tun. Rune wird regelrecht umschwärmt und so gibt es noch andere Charaktere, die ich an dieser Stelle vorerst nicht erwähnen möchte um die Spannung nicht zu zerstören, die eine Rolle spielen könnten. Dass sowohl Rune, als auch Gideon mit dem jeweils anderen spielen, fand ich zu Beginn etwas befremdlich. Dass das nicht gut geht, ist ja von Anfang an klar. Irgendwann MUSSTEN sich tiefere Gefühle entwickeln. Trotzdem bleibt es hier lange ein Hin und Her, bis man scheinbar echte, ehrliche Gefühle zu sehen bekommt. Geschrieben ist das Buch aus der Sicht eines Dritten, aber abwechselnd in den Perspektiven von Rune und Gideon. Man erfährt also genau, welche Gefühle gerade in der betreffenden Person vorherrschen. Ich für meinen Teil hätte mir etwas mehr Tiefe gewünscht, auch wenn die Geschichte an sich gut gemacht ist und deutlich rüberkommt, worum es eigentlich geht. Den Konflikt zwischen den Menschen und den Hexen finde ich sehr spannend. Da war ich auch oft zwiegespalten. Einerseits möchte man natürlich nicht, dass unschuldige Frauen und Mädchen abgeschlachtet werden, weil die Menschen mit der Andersartigkeit der Hexen nicht klarkommen. Andererseits sind die Hexen aus der Vergangenheit auch nicht ohne. Sie müssten ein gutes Mittelmaß finden, in welchem alle friedlich zusammenleben können. Das ist aber, kleiner Spoiler, am Ende dieses Buches (noch) nicht der Fall. Da es sich hierbei um den ersten Teil der Geschichte handelt, wird uns im zweiten Buch sicherlich auch viel Spannendes erwarten. Abschließend festzuhalten ist, dass ein wenig mehr Tiefe bei der Story um Rune und Gideon schön gewesen wäre, ich aber so auch ein gutes Lesevergnügen hatte und spannende Stunden mit dem Buch verbracht habe. Ich bin förmlich durch die Seiten geflogen und mochte die Vielfalt und Ideen der Hexengeschichte.

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