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Veröffentlicht am 20.04.2021

Time heals nothing by itself – über Trauer und Vertrauen

So wie du mich kennst
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Klara und Marie sind Schwestern und seit ihrer Kindheit eng miteinander verbunden, obwohl sie auf den ersten Blick so verschieden sind. Klara, die bodenständige, heimatverbundene Lokaljournalistin verliert ...


Klara und Marie sind Schwestern und seit ihrer Kindheit eng miteinander verbunden, obwohl sie auf den ersten Blick so verschieden sind. Klara, die bodenständige, heimatverbundene Lokaljournalistin verliert ihre Schwester Marie, die es als Fotografin nach New York gezogen hat, bei einem Unfall. Sie bricht auf, um Maries Apartement aufzulösen und entdeckt dabei, dass Marie ihr trotz täglicher Telefonate offenbar auch viel verschwiegen hat.

Anika Landsteiner erzählt die Geschichte der beiden Schwestern in „So wie du mich kennst“ unglaublich eindringlich und mit viel Feingefühl. Ihre Worte transportieren das beklemmende Ohnmachtsgefühl der Trauer, die Wut, das Gefühl von Heimat und Verbundenheit, Kindheit und Familie so intensiv, dass ich den Roman kaum aus der Hand legen konnte. "Ich wusste genau, wann ich in welchen Gang schalten muss, um die Kurven so gleichmäßig wie möglich zu fahren" - genauso fühlt sich auch für mich Heimat an!

Der Roman wechselt zwischen Klaras und Maries Perspektive und so erleben wir als Leser wie wahnsinnig gut die beiden sich kennen, aber eben auch, was der anderen verborgen bleibt. „Man muss die richtigen Fragen stellen, um zu jemanden wirklich durchzudringen“ - diese Erkenntnis von Marie ist bei mir auch nach dem Lesen noch hängen geblieben. Wie oft hören wir einer Erklärung nur halb zu? Sehen nicht richtig hin? Wie schnell entsteht aus dem kleinen Weglassen eines kleinen Erlebnisses eine große Lüge?

Für mich hat in diesem Buch hinter dem wunderschönen, modernen Cover einfach alles gestimmt – vielschichtige Charaktere, komplexe Beziehungen und ein fesselnder Stil. Von mir eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 15.04.2021

Simply Sofia – simple vegane Rezepte und ein gesunder Lifestyle

Simply Sofia
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In „Simply Sofia“ teilt Sofia Tsakiridou ihre veganen Rezepte für einen gesunden und glücklichen Lebensstil. Und zu diesem Lebensstil gehört nicht nur das Thema Ernährung, sondern auch Yoga, Atmen, Achtsamkeit ...



In „Simply Sofia“ teilt Sofia Tsakiridou ihre veganen Rezepte für einen gesunden und glücklichen Lebensstil. Und zu diesem Lebensstil gehört nicht nur das Thema Ernährung, sondern auch Yoga, Atmen, Achtsamkeit und Meditation und Umweltschutz finden ihren Platz. Im Einführungsteil des Buches behandelt Sofia diese Themen kurz und gibt ihre persönlichen Erfahrungen wieder. Generell finde ich diesen ganzheitlichen Ansatz toll, hätte mir aber im Buch mehr neue, praktische Anregungen gewünscht. Da der Fokus jedoch auf den Rezepten liegt, bleibt es bei einer knappen Einführung.

Der Rezeptteil ist in drei Abschnitte gegliedert: Breakfast & Brunch, Lunch & Dinner with Friends und Sweet & Easy. Die Frühstücksideen im ersten Teil sind vor allem vegane Abwandlungen beliebter Frühstücksklassiker, wie Pancakes, French Toast, Kaiserschmarrn und Co. Die Rezepte kann ich mehr alle sehr gut für einen Brunch am Wochenende vorstellen. Insgesamt geht es für mich persönlich etwas zu sehr in die süße Richtung. Ich hätte mir z.B. mehr vegane Brotaufstriche für den Alltag gewünscht.

Lunch & Dinner enthält vor allem viele Salate und Bowls, die ich gerade im Sommer gerne als Mittagessen für mich testen werde. Sie brauchen zwar etwas Vorbereitungszeit, sehen aber alle sehr ansprechend und lecker und frisch aus. Als schnelles Familienessen mit zwei hungrigen Kleinkindern sehe ich viele der Rezepte eher nicht. Trotzdem handelt es sich insgesamt eher um einfache, simple Rezepte, die Zubereitungszeit erhöht sich eher dadurch dass man viel Schnibbeln muss.

Sweet & Easy enthält die vegane Version vieler süßer Gebäcke, wie z.B. Brownies, Cheesecake und Co. Viele davon habe ich so oder in ähnlicher Form schon ausprobiert, daher kam in diesem Kapitel jetzt nicht viel neues auf mich zu.

Insgesamt sind alle Rezepte einfach umsetzbar und die Zutaten lassen sich leicht besorgen, wenn man sich einmal mit der veganen Küche auseinandergesetzt hat. Außerdem wiederholen sich die Zutaten in viele Rezepten, sodass man einfach loslegen kann, wenn man einmal entsprechend eingekauft hat. Insgesamt sind die Rezepte für Veganer (und alle die sich stark pflanzlich ernähren) wohl keine großen Neuheiten, allerdings finde ich die Auswahl und die Zusammenstellung ansprechend und lecker.

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Veröffentlicht am 15.04.2021

Gleichberechtigte Elternschaft – so gelingt sie!

Fifty-fifty-Eltern
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„Fifty Fifty Eltern“ von Marie Zeisler und Isabel Robles Salgado ist ein sehr ansprechend gestalteter Ratgeber rund um das Thema gleichberechtigte Elternschaft, den ich vor allem als Einstieg in das Thema ...

„Fifty Fifty Eltern“ von Marie Zeisler und Isabel Robles Salgado ist ein sehr ansprechend gestalteter Ratgeber rund um das Thema gleichberechtigte Elternschaft, den ich vor allem als Einstieg in das Thema sehr empfehlen würde. Die Autorinnen waren mir von ihrem Blog little years schon bekannt, auf dem ich vor allem die Interviews zum Thema 50:50 Elternschaft sehr gerne lese.

Das Buch behandelt das Thema nun sehr umfassend und geht im ersten Teil vor allem auf die Vorteile einer gleichberechtigten Elterschaft ein, bzw. erläutert wie diese organisatorisch und auch finanziell gestaltet werden kann. Dabei richtet sich das Fokus vor allem auf Paare, die ein Kind erwarten. Die vielen Argumente pro 50:50 sind für Neueinsteiger in das Thema sicher sehr hilfreich, da ich jedoch bereits von dem Konzept überzeugt bin, habe ich im ersten Teil weniger Neues gelernt, als noch einmal eine Bestätigung für unser Konzept bekommen.

Im zweiten Teil finden sich dann Interviews mit Paaren die bereits 50:50 leben und eine Checkliste, anhand derer man Aufgaben besser aufteilen kann, bzw. zunächst erstmal einen Status quo erstellen kann. Ich persönlich hätte mir das Verhältnis der Themen im Buch ein bisschen verschoben zu Gunsten von Teil zwei gewünscht, da ich vor allem die Interviews und die Checklisten für den Alltag und die Umsetzung als gute Anregung empfinde. Hier geht es wirklich um die praktische Umsetzung.

Im Buch wird immer wieder betont, dass alle Familien unterschiedlich sind und daher auch unterschiedliche Bedürfnisse haben. Dieser freundliche, nicht belehrende Ton im Buch hat mir übrigens sehr gut gefallen. Gerade aufgrund der verschiedenen Bedürfnisse finde ich aber die Interviews sehr ansprechend, da deutlich wird, wie unterschiedlich (und trotzdem gerecht), die Paare Herausforderungen meistern. Toll für die Zukunft fände ich ein 50:50 Workbook, das sich komplett auf die Umsetzung richtet und vielleicht auch noch mehr Checklisten, Gesprächsanregungen und ähnliches bietet.

Insgesamt kann ich das Buch vor allem Paaren vor dem ersten Kind empfehlen und finde es bietet einen guten Einstieg in das Thema. Denn wie man sich das Leben als Familie vorstellt, sollte man meiner Meinung nach am besten schon vor der ersten Schwangerschaft miteinder diskutieren. So prallen in der Schwangerschaft nicht plötzlich unterschiedliche Vorstellungen aufeinander.

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Veröffentlicht am 06.04.2021

Ein Elternberuhigungsbuch – kein Ratgeber, aber was dann?

Wir werden das Kind schon schaukeln
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„Wir werden das Kind schon schaukeln“ von Sophie Seeberg möchte kein Ratgeber im klassischen Sinne sein, sondern ein Elternberuhigungsbuch, das mit einem Augenzwinkern typische Probleme löst und Eltern ...

„Wir werden das Kind schon schaukeln“ von Sophie Seeberg möchte kein Ratgeber im klassischen Sinne sein, sondern ein Elternberuhigungsbuch, das mit einem Augenzwinkern typische Probleme löst und Eltern so ihren herausfordernen Alltag besser meistern lässt. Die Autorin ist Familienpsychologin in einer Beratungsstelle und berichtet von Fällen aus ihrem Alltag.

Der Klappentext hat mich neugierig gemacht, da ich die Idee hinter dem Buch sehr lobenswert finde. Viel zu oft vermitteln Ratgeber das Gefühl, alles anders, besser, effizienter machen zu müssen. „Einfach mal durchatmen, nicht perfekt sein“, eine positive Herangehensweise – all das klang mir vielversprechend.

Leider hat mir der Schreibstil der Autorin jedoch überhaupt nicht gefallen. Die Kapitel beinhalten zu großen Teilen in Dialogform wiedergegebene Geschichten mit klischeebeladenen Rollenbildern. So unterhält die Autorin sich mit ihren zwei Freundinnen (eine zurückhaltend, organisiert, ordentlich, die andere impulsiv und chaotisch) über diverse Probleme. Die Dialoge wirken konstruiert und wiederholen sich ständig. In den Erzählungen aus dem Berufalltag empfand ich den Ton oft als süffisant und überheblich. Daher fand ich es streckenweise sehr anstrengend mich überhaupt zum Weiterlesen zu motivieren, was sehr schade ist, da ich die Tipps im Buch wertvoll und interessant finde. Fazit: Leider nicht mein Fall, aber ein guter Grundgedanke!

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Veröffentlicht am 06.04.2021

Witziger Roadtrip mit ein paar Schwächen

Reise mit zwei Unbekannten
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"Museen, Reisen und Literatur" trifft auf "Technik, Whiskey und Tour de France" - das klingt nach einer spannenden Mischung mit Situationskomik! Mit diesen Schlagworten stellen sich die beiden Protagonisten ...

"Museen, Reisen und Literatur" trifft auf "Technik, Whiskey und Tour de France" - das klingt nach einer spannenden Mischung mit Situationskomik! Mit diesen Schlagworten stellen sich die beiden Protagonisten aus Zoe Brisbys Roman „Reise mit zwei Unbekannten“ in der Mitfahrzentrale vor. Dabei ist Alex ist jung, depressiv und vorsichtig; Maxine alt, lebenslustig und aus dem Altenheim ausgebüxt. Die beiden machen sich gemeinsam auf den Weg nach Brüssel und was sie gemeinsam erleben hat sich für mich an vielen Stellen nach Roadtrip Movie angefühlt.

Eigentlich versprach das Buch alles, was ich gerne mag: Etwas verschrobene Charaktere, eine gemeinsame Reise, Humor, aber auch ernste Themen wie Depressionen, Alter, Einsamkeit und Alzheimer. Trotzdem ist bei mir der Funke beim Lesen nicht so richtig übergesprungen. Das hatte viele verschiedene Gründe. Zum einen bedient sich die Autorin häufig langen Dialogen. In einem Film mag das durchaus funktionieren, zum Lesen waren sie mir jedoch häufig zu langatmig und konstruiert. Auch das Stilmittel der Überziehung hat für mich nicht immer so richtig funktioniert. Ab und zu wurde es mir einfach zu klamaukig. Die kleinen Eigenheiten, die einen Charakter besonders machen, habe ich zu Beginn des Buches noch erfreut wahrgenommen (verdrehte Sprichwörter, eine Handtasche mit witzigen Gegenständen etc.), im Laufe der Geschichte war ich dann aber schon fast genervt von der Häufigkeit, mit der darauf explizit hingewiesen wurde. Zu häufig hatte ich das Gefühl, die Geschichte wird mir nun noch einmal erklärt. Den Umgang mit den ersteren Themen des Buches habe ich nicht als besonders feinfühlig empfunden, sondern oft als Bruch, der nicht so richtig zum Rest der Geschichte passt. „Man muss nur mal was erleben, dann wird man die Depression schon los “ Diese Message finde ich sehr fragwürdig.

So ist eine ganz schöne Liste mit Dingen zusammengekommen, die mich beim Lesen etwas gestört haben. Trotzdem habe ich mich beim Lesen zwischendurch gut unterhalten gefühlt, sodass ich am Ende das Fazit „ganz nett“ ziehen konnte. Ein Buch, das man ohne große Erwartungen an einem entspannten Tag im Urlaub lesen kann!

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