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Veröffentlicht am 10.09.2019

einfach wundervoll

Der Gesang der Flusskrebse
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Durch eine Leserunde des Hanser-Verlages bin ich zu einem literarischen Kleinod gekommen. „Der Gesang der Flusskrebse“ ist der erste Roman von Delia Owens, einer us-amerikanischen Naturwissenschaftlerin. ...

Durch eine Leserunde des Hanser-Verlages bin ich zu einem literarischen Kleinod gekommen. „Der Gesang der Flusskrebse“ ist der erste Roman von Delia Owens, einer us-amerikanischen Naturwissenschaftlerin. Erzählt wird eine Geschichte, wie sie so typisch scheint für das Amerika des zwanzigsten Jahrhunderts. Die Gesellschaft versäumt ihre Pflicht und ein kleines Mädchen wächst ohne Eltern in den Sümpfen auf. Während sie auf die eine Weise in ihrem Verhalten verwildert und menschenscheu wird, lernt sie durch ihren einzigen Freund dennoch lesen und schreiben und damit die magische Welt der Bücher kennen. Die Stadtbewohner glauben sie wäre das wilde Marschmädchen und die jungen Männer machen sich einen Spaß daraus sie zu erschrecken. Einer von ihnen merkt, dass sie sich zu einer hübschen begehrenswerten Frau herauswächst und versucht ihr Herz zu erobern ohne seinen Freunden von Kya zu erzählen. Aber lange geht dieses Versteckspiel nicht gut und als Kya genug davon hat, kommt es zum Eklat.

Ein wort- und bildgewaltiges Buch voller Wärme und Sehnsucht, aber auch voller Einsamkeit und Unverständnis für ein Mädchen, welches wie aus der normalen Welt gefallen scheint. Kya ist faszinierend und unglaublich stark. Man leidet mit ihr. Man sehnt sich mit ihr. Man ist mit ihr überwältigt von der Schönheit und Kraft der Natur. Durch einen ungeklärten Mordfall wird ein zusätzlicher Spannungsbogen aufgebaut.

Ich bin restlos begeistert von der Lektüre. Ein Buch, wie man es nicht so oft findet. Voller Wahrhaftigkeit und voller Klugheit. Es macht nachdenklich und glücklich. Ein dickes Dankeschön an den Hanser-Verlag für dieses wundervolle Buch.

Veröffentlicht am 30.08.2019

Unglaublich gut

Teufelskrone
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Es scheint fast, als hätte der Teufel über all jene Macht, die die Krone Englands besitzen wollen. Denn der Kampf um die den Thron und die Besitzansprüche auf die englischen Gebiete dies- und jenseits ...

Es scheint fast, als hätte der Teufel über all jene Macht, die die Krone Englands besitzen wollen. Denn der Kampf um die den Thron und die Besitzansprüche auf die englischen Gebiete dies- und jenseits des Ärmelkanals entzweit nicht nur Herrscher und Reiche, sondern sogar Familien und Brüder.

König Richard, Löwenherz, kehrt aus dem Heiligen Krieg zurück und muss nicht nur gegen den Französischen König ins Feld ziehen sondern auch seinen Bruder John in Schach halten, der ihm nicht wohlgesonnen ist. Aber das Schicksal schlägt zu und John wird ganz ohne Kampf zum neuen König. Ihm ergeht es wenig besser, als seinem Bruder. Auch er befindet sich im ständigen Kampf. Städte werden erobert und Gebiete fallen an den Feind, Jahr um Jahr wird das englische Volk mit drakonischen Steuern und Abgaben zur Kasse gebeten, um die diversen Kriegszüge zu finanzieren. Während das Land langsam ausblutet ohne dass sich ein langfristiger Sieg und Frieden abzeichnet, wird König John immer unberechenbarer.

Treu ergeben folgt Yvain of Waringham seinem König John durch dick und dünn. Er sieht über dessen Jähzorn hinweg, wendet den Blick ab vor all den außerehelichen Liebschaften, er deckt ihn sogar, als John ein schweres Verbrechen an einem seiner nächsten Verwandten begeht. Aber nach und nach verliert er den Respekt und die Liebe zu seinem König. Und bringt sich damit immer wieder in tödliche Gefahr.

Bestechend, wie Rebecca Gablé mal wieder eine Story entwickelt hat, die dicht und realistisch Geschichte mit Geschichten verbindet. Hier übertreibt die Werbetrommel nicht, die einem gehaltvollen, hervorragenden Roman verspricht. Und für alle Waringham-Fans ein unbedingtes Muss. Der Sprung zurück in der Familiengeschichte hat dem Zyklus meiner Meinung nach sogar gut getan.

Ich bin mit großem Vergnügen eingetaucht in dieses Buch und verlasse es nur widerwillig aber sehr zufrieden. Die Figuren, vor allem die des König John, werden mir unvergesslich bleiben und es ist eines dieser Bücher, die ich sicherlich mehr als einmal gelesen habe.

Veröffentlicht am 01.08.2019

blutiger Cocktail

Jagd auf die Bestie
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Chris Carter hat ein recht einfaches Rezept für seine Thriller.
Zwei sympathische und sehr schlaue Ermittler gegen einen Killer, der äußerst brutal und nicht minder schlau ist. Immer wieder entwischt der ...

Chris Carter hat ein recht einfaches Rezept für seine Thriller.
Zwei sympathische und sehr schlaue Ermittler gegen einen Killer, der äußerst brutal und nicht minder schlau ist. Immer wieder entwischt der Mörder. Es ist nicht nur ein Katz-und-Maus-Spiel, sondern bald ein ganz persönlicher Kampf. Die Ermittler geraten auch persönlich an ihre Grenzen und ins Visier des Täters.

Eigentlich war’s das schon, wenn man diesen Thriller kurz und knapp beschreiben möchte. Und damit ähnelt er einigen der bereits neun Vorgängerbände. Wie immer hatte ich Gänsehaut bei der Beschreibung der Taten und der Opfer. Ich sorgte mich um Garcia und Hunter und fand den Killer sehr speziell und sehr beängstigend.

Was ist es dann, was einen Carter-Thriller ausmacht? Warum wird man süchtig nach ihnen? Was macht er, was andere Autoren nicht machen? Keine Ahnung. Die Mischung macht es wohl. Und sein Mut, bis an die Schmerzgrenze bei seinen Beschreibungen zu gehen, dabei aber nie den Menschen und den Plot aus dem Auge zu verlieren. Außerdem ist sein Schreibstil eine Mischung aus kurz und rasant und aufmerksam und humorvoll. Ein irrer blutiger Cocktail. Cool.

Veröffentlicht am 01.08.2019

schönes Brotbackbuch

Brot backen mit Christina
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Wollten sie schon immer mal versuchen, ihr eigenes Brot zu backen? Dann ist Christinas Backbuch sicher ein guter Starthelfer.

Erstens: Es hat eine sehr schöne Aufmachung. Liegt gut in der Hand, hat anschauliche ...

Wollten sie schon immer mal versuchen, ihr eigenes Brot zu backen? Dann ist Christinas Backbuch sicher ein guter Starthelfer.

Erstens: Es hat eine sehr schöne Aufmachung. Liegt gut in der Hand, hat anschauliche Bilder und eine schöne Einteilung, die für jeden Bäckertyp etwas bietet und erste Anhaltspunkte gibt, wie z.B. den nötigen Zeitaufwand oder die Grundzutaten.

Zweitens: Die Erklärungen zum Grundwissen und den wichtigsten Handgriffen und Schritten sind plausibel, übersichtlich und stehen am Anfang des Buches, da sie ja wichtig für das Gelingen sind.

Drittens: Die Auswahl der Rezepte ist abwechslungsreich. Es ist für jeden Anlass und jeden Geschmack etwas dabei und man verliert die Furcht vor Hefe und Sauerteig.

Viertens: Die Backergebnisse sind gut bis sehr gut. Mir hätte gefallen, wenn es am Schluss noch eine Beschreibung der diversen Fehler gegeben hätte und wie man sie wahrscheinlich beheben kann. Aber das ist nörgeln auf hohem Niveau.

Ich finde es ist ein sehr schönes Brotbackbuch und empfehle es gerne weiter.

Veröffentlicht am 01.08.2019

gelungene Fortsetzung

Die Spiegelreisende
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Die Geschichte um die Spiegelreisende Ophelia geht in die zweite gehaltvolle Runde. Die Autorin hat eine überbordende Phantasie und behält ihr teilweise gemächliches Tempo bei. Das Personal der Geschichte ...

Die Geschichte um die Spiegelreisende Ophelia geht in die zweite gehaltvolle Runde. Die Autorin hat eine überbordende Phantasie und behält ihr teilweise gemächliches Tempo bei. Das Personal der Geschichte wird um weitere interessante Protagonisten erweitert. Z.B. der Hoferzähler Faruk, der Ophelia zur Vize-Erzählerin ernennt. Ein sehr schräger Charakter, den man wie so manch anderen nicht wirklich einschätzen kann. Dadurch bleibt trotz der eigentlich sehr geradlinigen und eher zurückhaltenden Hauptdarstellerin einiges geheimnisvoll und ungewöhnlich.

Ich denke, für diese Trilogie muss man sich etwas Zeit nehmen. Das Lesen geht nicht so einfach, da viel erzählt wird, viel beschrieben und so Hi und Da habe ich auch mal fast den Faden verloren, weil der Plot nicht immer geradlinig voranschreitet und auch mal eine Volte macht, die ich so nicht vorhergesehen hatte. Es ist weniger die Magie, die fesselt, die ist eigentlich nur eine Randerscheinung. Es sind die seltsamen Gegebenheiten, die skuril-ungewöhnlichen Figuren auf die das Hauptaugenmerk gelegt wird.

Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast ist eine gelungene Fortsetzung und durch einen Cliffhanger und noch jede Menge ungeklärte Fragen ist man sehr gespannt auf den Abschlussband, der ja erfreulich bald kommen wird.