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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.03.2026

Nichts ist, wie es scheint

Happy Head
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Hundert Jugendliche werden einem mehrtägigen Förderprogramm zugelost, bei dem es darum geht, die jungen Menschen wieder glücklicher zu machen und ihre Grenzen auszutesten.
Der Schreibstil ist sehr angenehm ...

Hundert Jugendliche werden einem mehrtägigen Förderprogramm zugelost, bei dem es darum geht, die jungen Menschen wieder glücklicher zu machen und ihre Grenzen auszutesten.
Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, es passiert immer wieder etwas Neues. Von Beginn, als der Protagonist Seb zu dieser Fördereinrichtung kam, hatte ich ein mulmiges Gefühl im Bauch. Der Autor versteht es, die Spannung nach und nach zu steigern, bis man das Buch in der zweiten Hälfte gar nicht aus der Hand legen kann. Augenscheinlich geht es um die Verbesserung und Testung verschiedener Fähigkeiten wie Durchhaltevermögen und Teamfähigkeit, doch unter der Oberfläche brodelt so viel mehr.
Auch die anderen Figuren sind interessant gestaltet, jede mit seinen Eigenheiten. So hat sich Finn als Systembrecher sehr spannend lesen lassen. Bis zum Ende wird nicht richtig klar, wer „gut und böse“ ist, insofern man hier überhaupt so schwarzweiß denken kann. Es kommt zum Showdown, wobei aber einige Fragen offenbleiben und mich, dass Ende unbefriedigt zurücklässt, sodass sich mir dringlichst eine Fortsetzung wünsche. Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Es duftet nach Highlight

The French Escape - Love & Lavender, Band 1
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Die erfolgreiche Schauspielerin Amber verschlägt es für eine Auszeichnung an die Côte d’Azur, wo sie auf Timothée trifft, in dessen Leben es alles andere als rund läuft. Denn er ist gerade durch seine ...

Die erfolgreiche Schauspielerin Amber verschlägt es für eine Auszeichnung an die Côte d’Azur, wo sie auf Timothée trifft, in dessen Leben es alles andere als rund läuft. Denn er ist gerade durch seine Prüfung zum Parfümeur gefallen…
Amber war mir auf Anhieb sympathisch, zumal sie trotz ihrer Berühmtheit und ihres Könnens gar nicht abgehoben, nein sogar sehr bodenständig ist. In ihre Gedanken konnte ich mich einfühlen, mit mir ihr freuen und mit ihr leiden. Leid hat vor allem auch Timothéee in seiner Situation. Hier spielt auch der Einfluss der Familie eine große Rolle, wobei mich die Handlungen dieser zum Teil wirklich schockiert haben. Beim Lesen wurde ich manchmal so wütend, der Roman hat sämtliche Emotionen von mir gefordert!
Besonders hervorheben möchte ich das Knistern zwischen den Hauptfiguren. Hier hat die Autorin sich Zeit gelassen, um ein authentisches Verhältnis zueinander zu entwickeln. Es kommt nahezu ohne Spice aus.
Nicht zuletzt haben Timothée und die anderen Figuren es geschafft, dass ich direkt nach Beenden des Romans in eine Parfümerie gestürmt bin und mich wieder ausgiebig mit Duftnoten beschäftigt habe. Dieses Buch ist nicht nur eine unterhaltsame Lektüre, es konfrontiert und inspiriert zugleich!

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Veröffentlicht am 14.12.2025

Überzogen

Belladonnas
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Die Grundidee von „Belladonnas“ hat mich sofort angesprochen. Eine junge Frau, die nach dem Tod ihrer Schwester in deren Leben schlüpft. Der Einstieg ist spannend und animiet zum Weiterlesen, um zu erfahren, ...

Die Grundidee von „Belladonnas“ hat mich sofort angesprochen. Eine junge Frau, die nach dem Tod ihrer Schwester in deren Leben schlüpft. Der Einstieg ist spannend und animiet zum Weiterlesen, um zu erfahren, wie sich alles auflöst.
Allerdings blieb mir die Hauptfigur weitestgehend unsympathisch. Ihre Entscheidungen wirkten oft egoistisch und gekünstelt, was es mir erschwert hat, eine echte Verbindung zu ihr aufzubauen. Dennoch war die Grundidee interessant genug, um mich bei Laune zu halten.
Ab etwa zwei Dritteln des Buches nimmt die Handlung jedoch eine völlig wirre und überzogene Wendung, die für mich nicht mehr glaubwürdig war. Statt Spannung entstand zunehmend ein Gefühl von Absurdität, wodurch das Geschehen eher unfreiwillig komisch als packend wirkte. Diese Entwicklung hat den zuvor aufgebauten Reiz leider zunichte gemacht.
Insgesamt bleibt es für mich ein Buch mit einer starken Ausgangsidee, das sich jedoch durch eine aus dem Ruder laufende Handlung selbst im Weg steht.

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Veröffentlicht am 17.11.2025

Sprachgewaltig

House of the Beast
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House of the Beast ist ein atmosphärisch dichtes Fantasy-Debüt, das sehr düster daherkommt. Alma, eine junge Frau, die als uneheliches Kind von ihrem Vater verleugnet und später in die Gewalt des Hauses ...

House of the Beast ist ein atmosphärisch dichtes Fantasy-Debüt, das sehr düster daherkommt. Alma, eine junge Frau, die als uneheliches Kind von ihrem Vater verleugnet und später in die Gewalt des Hauses Avera gezogen wird, erbringt als Opfer für die Rettung ihrer Mutter einen Arm. Sie bindet sich an das „Dread Beast“, einen mächtigen Gott…
Die Autorin spart nicht an grausamen, gewalttätigen Szenen. Gewalt steht hier an der Tagesordnung. So sind auch Rache, Macht und dessen Missbrauch zentrale Motive der Geschichte, in der sich Alma wacker schlägt. Es liest sich sprachgewaltig und doch sehr eindrücklich, sodass ich regelrecht mit Alma mitfühlen musste.
Auch das Worldbuiding ist gut gelungen. Die Welt der vier adligen Häuser, die in Ritualen mit Göttern verbunden sind, macht auf mich einen kühlen, düsteren Eindruck, passend zu den ambivalenten Handlungen der Charaktere. Die Geschichte verlief die ganze Zeit temporeich, allerdings blieb die ganz große Überraschung am Ende aus.
Fazit: Diesen Fantasytitel lege ich allen ans Herz, die auch mal auf Romance verzichten können und sich stattdessen in eine düstere Welt voller Grausamkeiten begeben wollen, in der sie sich nicht mehr sicher fühlen.

Veröffentlicht am 10.11.2025

Ungewöhnliches Leseerlebnis

House of Rayne
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Nachdem Salem vor dem Altar alleingelassen wurde, ergreift sie die Flucht auf die abgelegene Insel Blackridge. Doch dort erwartet sie die attraktive Eigentümerin des Bed and Breakfast. Rayne übt eine unfassbare ...

Nachdem Salem vor dem Altar alleingelassen wurde, ergreift sie die Flucht auf die abgelegene Insel Blackridge. Doch dort erwartet sie die attraktive Eigentümerin des Bed and Breakfast. Rayne übt eine unfassbare Anziehungskraft auf sie aus.
Wer hier eine nette Liebesgeschichte erwartet, ist an der falschen Adresse. Die Autorin schreibt wirklich dunkle Dark-Romance zwischen zwei Frauen gepaart mit Horrorelementen. Harley Laroux nimmt sich viel Zeit, detailgetreu zu erzählen und die Geschichte für den Leser „erlebbar“ zu machen.
Erlebbar wird die Geschichte auch dadurch, dass abwechselnd aus den Perspektiven der beiden Frauen erzählt wird. So erfährt man viel von dem Innenleben der Hauptfiguren. Bemerkenswert ist auch, wie die Autorin die Räume nutzt. Sie stehen metaphorisch auch für Selbsterkenntnis, da die Figuren ständig mit sich selbst konfrontiert werden. Daraus resultiert die starke Charakterentwicklung eben beider Frauen.
Die Fülle an spicy Szenen muss man mögen, allerdings ist es meiner Meinung nach hier gelungen, trotzdem eine tiefgehende Geschichte zu erzählen. Mir hätte ein geringeres Maß davon auch gereicht.
Insgesamt ist die Mischung aus Dark Romance mit Horrorelementen gut bei mir angekommen, für ein Highlight hat der letzte Funke allerdings gefehlt.