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Veröffentlicht am 15.11.2019

Die Charité

Die Charité: Aufbruch und Entscheidung
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Die Charité. Aufbruch und Entscheidung ist der zweite Teil einer Reihe von Ulrike Schweikert. Nachdem ich den ersten Band schon toll fand habe ich diesen auch nur so verschlungen. Beide Teile der Charité ...

Die Charité. Aufbruch und Entscheidung ist der zweite Teil einer Reihe von Ulrike Schweikert. Nachdem ich den ersten Band schon toll fand habe ich diesen auch nur so verschlungen. Beide Teile der Charité lassen sich unabhängig voneinander lesen. Sie sind spannend, unterhaltsam und vermitteln nebenbei noch wichtige historische Fakten. Ich lese oder in diesem Fall höre ich sehr gerne historische Bücher. 

1903 Rahel Hirsch ist die erste Ärztin die nach Berlin kommt um an der Charité zu arbeiten. Sie ist damit eine Ausnahme und wird unter den männlichen Kollegen nicht ernst genommen. Sie tritt trotzdem für sich ein auch wenn es oft schwer ist. 

Auch die junge Arbeiterin Barbara hat es nicht leicht. Sie arbeitet in der Wäscherei von der Charité. Sie sieht jeden Tag die Ungerechtigkeit die zwischen Mann und Frau herrscht und das Männer sich einfach nehmen was sie wollen. Sie ist für die Gleichberechtigung der Frau und kämpft für ein besseres Leben. Trotz der Gesellschaftlichen Unterschiede werden Rahel und Barbara Freundinnen. 

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und bin wieder von der Vortragsweise von Svenja Pages begeistert. Sie liest unaufgeregt und sehr sympathisch. Auch spielt sie mit der Stimmfabel um den verschiedenen Protagonisten leben einzuhauchen. Auch die verschiedenen Dialekte bringt sie authentisch rüber. Ich konnte ihr gut folgen und bin auch super in das Buch reingekommen. 

Frau Schweikert schildert in dem Buch wieder auf eindrucksvolle Weise das Leben als Frau Anfang des 20 Jahrhunderts. Aber auch wichtige historische Fakten und Personen lässt sie mit einfließen. Sie bringt einem die Frauenbewegung, die Politik, die ersten Kinos aber vor allem auch Medizinische Errungenschaften wie das Röntgen näher. Ich finde es immer sehr interessant zu sehen wie sich alles aufgebaut hat. Wir leben in einer Zeit wo vieles für selbstverständlich genommen wird oder man meint das es Dinge ja schon so lange gibt. Da finde ich es sehr schön das sich Autoren darum bemühen einem diese Entstehungen und auch Kämpfe die die Menschen früher ausgefochten haben näher bringen. Wenn sie dies auch noch auf so eindrucksvolle und plastische Art und Weise tun wie Frau Schweikert bin ich begeistert. 

Mich hat das Buch sehr gut unterhalten. Es ist eine gelungene Fortsetzung und ich muss gestehen das ich diesen Teil sogar besser fand als den ersten.

Veröffentlicht am 08.11.2019

Der Fund

Der Fund
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Ich habe zuvor schon Bösland von dem Autor gelesen und war nun auf „Der Fund“ sehr gespannt. Bernhard Aichner erzählt hier auf zwei Erzählsträngen das einfache Leben einer Verkäuferin das sich schlagartig ...

Ich habe zuvor schon Bösland von dem Autor gelesen und war nun auf „Der Fund“ sehr gespannt. Bernhard Aichner erzählt hier auf zwei Erzählsträngen das einfache Leben einer Verkäuferin das sich schlagartig ändert. Für mich war dies eher ein Spannungsroman, -krimi als ein Thriller. Er ist rasant aber auch Realitätsfern, aber auf jeden Fall lesenswert. 

Die 53 jährige Rita arbeitet als Verkäuferin in einem Lebensmittelladen. Sie führt ein bescheidenes Leben, ist von diesem aber auch sehr gebeutelt. Sie verlor früh ihre Eltern, dann ihren Sohn und lebt mit einem Alkoholkranken Mann zusammen. Dann findet sie auf der Arbeit in einer Bananenkiste etwas was ihr Leben von Grund auf verändert und sie sogar in Lebensgefahr bringt. 

Ich finde den Schreibstil von Bernhard Aichner sehr gelungen und auch erfrischend. Er benutzt einen lockeren und leichten Schreibstil. Dazu benutzt er zwei Erzählstränge die das Lesen vorantreiben. Auf der einen Seite liest man wie die letzten Wochen von Rita verlaufen sind. Auf der anderen Seite liest man Dialoghaft die Ermittlungen des namenlosen Polizisten der die Wahrheit rausfinden möchte. Dieser ist auf seine Art und Weise sehr sympathisch und lässt nichts unversucht Licht ins Dunkel zu bringen auch wenn der Leser sich lange fragt warum er scheinbar auf Ritas Seite steht. 

Die Handlung an sich finde ich allerdings etwas an den Haaren herbeigezogen und unrealistisch. Ich möchte hier aber nicht zu viel sagen da es sonst anderen spoilert. Es wirkt an einigen Stellen grotesk und abenteuerlich. Auch die Auflösung am Ende war für mich etwas fragwürdig aber passend und auch etwas vorhersehbar. 

Dank der kurzen Kapitel und der Spannung die dadurch aufgebaut wird liest sich das Buch schnell. Es hat mich geradezu gefesselt. Ein tolles Buch was ich gerne gelesen habe.

Veröffentlicht am 30.10.2019

Der zehnte Gast

Der zehnte Gast
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Der zehnte Gast von Shari Lapena ist ein solider Thriller den ich sogar eher als Cosy Thriller bezeichnen würde. Es wird hier viel Wert auf die Atmosphäre, und die allgemeine Handlung gelegt. Mich hat ...

Der zehnte Gast von Shari Lapena ist ein solider Thriller den ich sogar eher als Cosy Thriller bezeichnen würde. Es wird hier viel Wert auf die Atmosphäre, und die allgemeine Handlung gelegt. Mich hat das Buch stark an die Großartige Agatha Christie erinnert. Man wird als Leser mit einbezogen und begibt sich mit auf die Suche nach dem Mörder. Durch einen psychologisch gut durchdachten Plot wird der Leser geführt.

Das Mitchells Inn ist der perfekte Ort für ein gemütliches Wochenende. Weit ab von der Stadt mitten im Wald ohne Internet und Co. So machen sich drei Pärchen, zwei Freundinnen und zwei weitere Personen auf um diese Abgeschiedenheit zu nutzen und sich zu erholen. Doch durch einen Schneesturm fällt der Strom aus und jeglicher Kontakt zur Außenwelt bricht ab. Das Hotel wird zu einer tödlichen Fallen, denn ein Hotelgast nach dem anderen stirbt auf mysteriöse Art und Weise. Ist der Mörder mitten unter der Gruppe oder versteckt sich doch noch jemand im Hotel?

Ich habe das Buch nur so verschlungen. Der Schreibstil ist flüssig und leicht. Die Autorin bedient sich verschiedener Perspektiven und eher kurzen Kapiteln die es einem leicht machen am Ball zu bleiben. Dadurch lernt man die Protagonisten auch sehr gut kennen und auch das Hotel wird authentisch beschrieben. So hat man eigentlich Lust dort selbst einen Urlaub zu verbringen. Mir hat es gut gefallen, dass das Buch nicht durch blutige und detaillierte Morde brilliert. Sondern durch ein eher gemütliches Ambiente, dazu die greifbare Spannung und die Geheimnisse die die Protagonisten haben. Dadurch hat das Buch seine ganz eigene Dynamik bekommen.

Man rätselt automatisch mit und hofft für den ein oder anderen das alles gut ausgehen wird. Am Ende ist die Auflösung sehr schnell abgehandelt und bringt Licht ins dunkel. Ich hatte zwar meine Verdächtigen aber kein wirkliches Motiv entdecken können. Aber dies hat die Autorin am Ende gut abgehandelt.

Mich hat dieses Buch neugierig auf die anderen Bücher der Autorin gemacht. Von meiner Seite aus gibt es eine absolute Leseempfehlung gerade für Leser die es spannend, atmosphärisch und nicht zu blutig mögen.



  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Spannung
  • Idee
  • Geschichte
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 25.10.2019

Cherringham Ein rätselhafter Einbruch

Cherringham - Folge 20
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Cherringham Ein rätselhafter Einbruch ist die zwanzigste Folge einer Kurzkrimireihe. Ich habe bisher alle Teile gehört und mag diese Cosy Crime Reihe von Matthew Costello und Neil Richards. Der kleine ...

Cherringham Ein rätselhafter Einbruch ist die zwanzigste Folge einer Kurzkrimireihe. Ich habe bisher alle Teile gehört und mag diese Cosy Crime Reihe von Matthew Costello und Neil Richards. Der kleine Ort Cherringham ist mir ans Herz gewachsen und auch die Ermittler Jack und Sarah sind mir sehr sympathisch. Die Reihe besticht durch seinen britischen Charme, Lokal-Loriot und vor allem durch subtile Spannung. Man kann die Hörbücher super nebenbei hören und entspannen. 

Claire und Terry Goodman kommen nach einem Dinner nach Hause und müssen feststellen das bei ihnen Eingebrochen wurde. Obwohl die Goodmans wohlhabend sind wird anscheinend nicht viel geklaut. Claire bittet Jack und Sarah sich des Falles an zu nehmen, da ihr doch etwas gestohlen wurde von dem Terry nichts ahnte. Jack und Sarah ermitteln und stoßen schnell auf Geheimnisse und Widersprüche.

Das Hörbuch wurde wieder von Sabina Godec gelesen, die dies immer auf eine sympathische unaufgeregte Art und Weise tut. Man kann ihr super folgen und fühlt sich mitten ins Geschehen versetzt. Sie kann natürlich nur das Lesen was Matthew Costello und Neil Richards geschrieben haben und diese haben einen tollen Schreibstil und transportiert eine tolle Atmosphäre. 

Mir persönlich hat dieser Fall auch wieder weit besser gefallen als der Vorgänger, obwohl ich finde das die Autoren Jack und Sarah immer mehr freie Hand lassen was das Gesetzt anbelangt. So schrecken sie mittlerweile nicht mehr vor Einbruch und Diebstahl zurück um den Täter zu überführen. Gerade da Jack ehemaliger Polizist ist finde ich es verwerflich das er Sarah dazu auffordert einen Einbruch zu begehen. Aber gut es passte zu der Story und wenn man es genau nimmt haben sie in den anderen Fällen auch schon illegale Handlungen begangen. 

Veröffentlicht am 24.10.2019

Die kleine Buchhandlung am Ufer der Themse

Die kleine Buchhandlung am Ufer der Themse
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Die kleine Buchhandlung am Ufer der Themse von Frida Skybäck ist ein absoluter Wohlfühlroman. Er besticht durch zwei Zeitebenen und bringt dadurch Spannung in die Geschichte. Als erstes war mir das Cover ...

Die kleine Buchhandlung am Ufer der Themse von Frida Skybäck ist ein absoluter Wohlfühlroman. Er besticht durch zwei Zeitebenen und bringt dadurch Spannung in die Geschichte. Als erstes war mir das Cover aufgefallen. Als Buchliebhaberin und Katzennarr ist es mir sofort ins Auge gesprungen. Es ist ein schönes Buch was Gemütlichkeit und Wärme versprüht. Sehr sympathisch finde ich dass das Buch in einer kleinen Buchhandlung spielt. 

Charlotte lebt in Schweden und hat vor einiger Zeit ihren Mann verloren. Da erbt sie unerwartet eine Buchhandlung von ihrer Tante in London. Charlotte kannte ihre Tante Sara nicht und kann sich nicht erklären warum sie etwas von ihr erbt. Mit der Absicht die Buchhandlung zu verkaufen reist sie nach London. Doch der kleine Riverside Bookshop versprüht seinen ganz eigenen Charme. Auch die Angestellten Martinique und Sam verhelfen dazu. Charlotte steht vor einem Rätsel. Warum hat sie die Buchhandlung geerbt und welches Geheimnis umwobt ihre Tante Sara? 

Der Schreibstil ist flüssig und leicht, man kommt gut in das Buch rein. Auch schildert die Autorin die Buchhandlung sehr plastisch so habe ich sie vor meinem inneren Auge gesehen und habe auch die beschriebenen Gerüche wahrgenommen. Dies macht dieses Buch zu etwas besonderen. 

Es wird hauptsächlich aus der Sicht Charlottes berichtet, aber auch die Einschübe in die 1980iger zu Sara haben mir gut gefallen. So wurde das Buch abwechslungsreich und spannend gestaltet. Ich liebe Bücher die auf zwei Zeitebenen spielen. So bekommt ein Buch seine ganz eigene Dynamic. Auch sieht man wie sich einen falsche Entscheidung auf die Zukunft vieler auswirken kann. 

Die Protagonisten waren alle im großen und ganzen sympathisch geschildert und machen ihre ganz eigene Entwicklung durch. Das passt auf Charlotte die Anfangs sehr in sich gekehrt, nachdenklich von Trauer gezeichnet ist. Sowie auf Martinique die sich für ihre Schwester aufopfert und selbst dabei auf der Strecke bleibt. Auch Sam entwickelt sich weiter obwohl sie mir am unsympathischen blieb von den Riverside Bookshop Damen. Sara und Kristin waren mir etwas zu blass geschildert und ich hatte keinen richtigen Zugang zu ihnen. 

Zum Schluss ging es mir dann plötzlich alles viel zu schnell. Und es wirkte auch etwas zu sehr konstruiert. Ich wage zu bezweifeln dass dies in Wirklichkeit wirklich alles so geschehen würde. Aber sei es drum, es passt zu einem guten Ende. 

Obwohl es ein paar Kritikpunkte gibt, kann ich gut über sie hinwegsehen. Es ist ein wirkliches Wohlfühlbuch was sich gut und schnell lesen lässt. Es lädt zu gemütlichen Lesestunden auf dem Sofa ein und entführt einen in seine ganz eigene Welt.