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Veröffentlicht am 02.08.2021

Gelungene Mischung aus Space-Opera und Krimi

Der dunkle Schwarm
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Der dunkle Schwarm ist bereits vor einem Jahr als Hörbuch auf Audible erschienen und wurde nun auch als Buch veröffentlicht. Da die Story als Hörbuch konzipiert ist besteht das Buch aus 10 Folgen, die ...

Der dunkle Schwarm ist bereits vor einem Jahr als Hörbuch auf Audible erschienen und wurde nun auch als Buch veröffentlicht. Da die Story als Hörbuch konzipiert ist besteht das Buch aus 10 Folgen, die jeweils 4 Unterkapitel besitzen und auch in sich teilweise kleine Spannungsbögen besitzen, auch wenn das gesamte Buch auf einen großen Showdown hinarbeitet.

Das Worldbuilding ist, wie auch bei Neon Birds, unheimlich gut gelungen und die futuristische Welt hat mich von Anfang an fasziniert. Besonders die Grundidee der Vernetzung durch Hives, die sämtliche altmodische Kommunikations-Technologien ersetzen hat mir gut gefallen.

Die Protagonist*innen wurden mit der Zeit immer sympathischer. Anfangs wirkt Atlas ziemlich egoistisch und nutzt ihre Fähigkeit sich in Hive-Implantate zu hacken für alle möglichen zwielichtigen Geschäfte, solange diese genug Geld einbringen, entwickelt sich dann aber doch zu einer Protagonistin, die für ihre Meinung einsteht und jedes Risiko eingeht um ihrem ungewohnten Kunden Noah zu helfen. Unterstützt wird sie dabei von ihrem Androiden Julien, der sie auch groß gezogen hat.

Noah stammt aus reichem Elternhaus, misstraut aber seiner Familie und möchte herausfinden, warum seine Schwester ermordet wurde. Statt sich wie Atlas` normale Auftragsgeber im Hintergrund zu halten, möchte der etwas naive und idealistische Künstler trotz mangelnder Erfahrung in Ermittlungs- und Kampfsituationen immer mit dabei sein und geht Atlas dadurch zunächst ziemlich auf die Nerven. Mit der Zeit entwickelt sich aber eine gelungene Beziehungsstruktur zwischen den beiden, besonders gut hat mir hier mal wieder gefallen, dass zwar Potenzial für eine Lovestory da ist, dieses aber zunächst noch nicht genutzt wurde und der Fokus auf der Handlung und der Charakterentwicklung lag.

Die Handlung selbst ist eine Mischung aus Space Opera und Krimi und hat damit gleich zwei Genres bedient, die ich liebe. Sie war durchweg handlungsreich, hatte immer wieder spannende Momente und überraschende Wendungen, sodass ich das Buch kaum beiseitelegen wollte.

Besonders gelungen, fand ich die Art und Weise, wie Gesellschaftskritik in die Geschichte mit eingewoben wurde und Themen wie die Klimaerwärmung und Kritik an modernen Technologien in einem Maße eingebracht wurden, in dem sie zwar präsent, aber nicht dominierend in der Geschichte waren.

Obwohl die Haupthandlung zunächst einen Abschluss findet, bietet die Story noch viel Potenzial für Band 2, sodass ich mich jetzt schon darauf freue und etwas traurig bin, dass dieser zunächst wieder als reine Audible-Produktion erscheint. Für Band 1 gibt es von mir 4,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 02.08.2021

Authentischer Jugendroman

Nur fast am Boden zerstört
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Ich habe mich sehr gefreut, als ich gehört habe, dass das Buch übersetzt wird, habe aber auch daran gezweifelt ob es mich begeistern könnte, da es mit knapp über 300 Seiten doch recht kurz ist und die ...

Ich habe mich sehr gefreut, als ich gehört habe, dass das Buch übersetzt wird, habe aber auch daran gezweifelt ob es mich begeistern könnte, da es mit knapp über 300 Seiten doch recht kurz ist und die Protagonistinnen noch zur Schule gehen. Glücklicherweise war meine Sorge umsonst, denn das Buch hat mich komplett begeistern können.

Ollie hat mir als Protagonist sehr gut gefallen, nicht nur weil er sehr offen mit seiner Sexualität umgeht, sehr einfühlsam und selbstironisch ist, sondern auch weil er sich vieles nicht bieten lässt und für sich selbst einsteht, wenn es nötig ist. Die Story dreht sich natürlich vor allem um seine Beziehung zu Will, in Rückblicken wird gezeigt, wie sich die beiden im Sommer kennengelernt und verliebt haben, doch dadurch, dass sich dieser nicht outen will und Angst hat sein Image zu ruinieren lernt man ihn als Leser
in nochmal ganz anders kennen. Hier fand ich es besonders schön, dass Ollie ihm nicht alles sofort verziehen hat, dass über Probleme auch mal gesprochen wurde und nicht immer alles sofort gegessen war. Auch die Tatsache, dass es nicht nur so dargestellt wird, dass Will sich entwickeln „muss“, sondern auch Ollie an der Situation wächst und sich selbst reflektiert hat seinen Teil dazu beigetragen.

Eines der Herzstücke des Buches ist aber gar nicht die Beziehung der beiden, sondern der tolle Freundeskreis, den Ollie sich an seiner neuen Schule aufbaut. Jeder Nebencharakter besitzt eine eigentliche Persönlichkeit, wird facettenreich beschrieben und bringt eigene Probleme und Eigenschaften mit, die die einzelnen Personen hervorheben. Gleichzeitig stehen sie alle in kritischen Situationen füreinander ein und geben dem Buch ein ganz besonderes Feeling.

Der Schreibstil war Größtenteils locker-leicht und witzig, durch die Krebserkrankung von Ollies Tante bekam die Story aber auch einen sehr traurigen und ernsten Anteil.

„Nur fast am Boden zerstört“ ist eine authentische Story übers Coming-Out, Homophobie, Freundschaft, Familie und Trauer, in der die Protagonist*innen reflektiert mit Problemen umgehen und miteinander sprechen, statt unnötiges Drama zu produzieren. Dafür gibt es von mir 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 21.07.2021

Schwächer als Band 1

A History of Us − Erst auf den zweiten Blick
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Band 1 hat mir durch das unübliche Setting auf einem Mittelalterfestival wirklich gut gefallen, sodass ich mich schon auf Band 2 gefreut habe.

Dieser setzt wenige Tage nach Ende des ersten Bandes ein ...

Band 1 hat mir durch das unübliche Setting auf einem Mittelalterfestival wirklich gut gefallen, sodass ich mich schon auf Band 2 gefreut habe.

Dieser setzt wenige Tage nach Ende des ersten Bandes ein und handelt von Stacey, die bereits in Band 1 als Tavernendirne „Beatrice“ und gleichzeitig bester Freundin von Emily eine präsente Rolle spielt. Anders als Band 1 beginnt die Geschichte jedoch sehr langsam. Die Leser*innen erfahren zunächst viel über Stacey, insbesondere darüber, warum sie bei ihren Eltern in Willow Creek lebt und die Handlung dreht sich lange kaum um das Mittelalterfestival, da dieses erst in etwa einem Jahr wieder stattfindet.

Eines Abends beschließt die betrunkene Stacey ihrer Festivalaffäre Dex zu schreiben, wodurch eine einjährige E-Mail und SMS-Beziehung entsteht. Fast täglich schreiben sich die beiden und erfahren dabei immer mehr übereinander. Die Nachrichten wurden in das Buch mit eingebunden was ich sehr passend fand, allerdings fand ich die ersten 200 Seiten dadurch sehr schleppend, da es wenig Handlung gab und auch die Nachrichten eher oberflächlich blieben.

Gegen Mitte des Buches folgte dann ein Plottwist, der für mich aber bereits sehr früh absehbar war. Die Art und Weise, wie dieser dann thematisiert, beziehungsweise nicht thematisiert wird, fand ich allerdings schade, denn ich habe es als kein Thema empfunden, dass nach einem kurzen Gespräch wieder geklärt ist.

Das Mittelalterfestival bleibt bis zum letzten Drittel eher im Hintergrund und ist auch dann nicht so präsent wie in Band 1, sodass die Atmosphäre diesmal bei mir nicht so stark angekommen ist. Wieder gut gemacht wurde dies durch die Nebencharaktere, die Großteils bereits aus Band 1 bekannt sind und den familiären Charme des Festivals auf ihre Weise ausmachen.

Stacey als Protagonistin konnte mich ebenfalls überzeugen. Ich fand es schön, dass sie nicht nur ein ruhiger und familiärer Charakter ist, der ihre eigenen Bedürfnisse auch mal hinten anstellt, sondern auch, dass sie bereits Ende 20 und Plus-Size ist, was ich sehr erfrischend fand und nie zum Problem in ihrem Liebesleben gemacht wurde, sondern lediglich in Form einiger Selbstzweifel von Stacey zum Thema wurde.

Insgesamt war Band 2 leider schwächer als Band 1, es fehlte die tolle Atmosphäre und auch die Handlung an sich konnte mich nicht ganz so sehr überzeugen und hat sich teilweise gezogen. Daher gibt es von mir 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 12.07.2021

Spannende Space Opera!

Die Verstoßenen
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Ich hatte das Buch bereits auf Englisch im Auge und war dann umso glücklicher, als ich die Ankündigung der deutschen Übersetzung gesehen habe. Der Klappentext hat bereits diese „Aurora erwacht“ Vibes bei ...

Ich hatte das Buch bereits auf Englisch im Auge und war dann umso glücklicher, als ich die Ankündigung der deutschen Übersetzung gesehen habe. Der Klappentext hat bereits diese „Aurora erwacht“ Vibes bei mir geweckt und da das Space Opera Genre in Deutschland kaum vertreten ist, ist dieses Buch eine umso größere Bereicherung.

Von Anfang an war „die Verstoßenen“ eines dieser Bücher, die mich direkt gepackt haben, bei dem ich Tränen gelacht habe, die Protagonistinnen direkt ins Herz schließen konnte und es am liebsten an einem Stück durchgelesen hätte.

Einer der Punkte, die mir am meisten Gefallen haben war die Diversität der Protagonist
innen, aber auch die Tatsache, dass diese einfach Selbstverständlich war. Ob verschiedene Religionen, Gender, Sexualitäten, Kulturen oder Hautfarben, all diese Aspekte wurden mit einer Einfachheit in die Geschichte integriert, die erfrischend war und mir persönlich so im Fantasy- oder Sci-Fi-Genre noch nicht begegnet ist.

Der Fokus des Romans liegt definitiv auf der chaotischen Truppe von Verstoßenen, deren Charaktereigenschaften und -entwicklung im Vordergrund steht. Der eigentliche Plot hat mir ebenfalls sehr Spaß gemacht, denn auch wenn die Grundidee nichts bahnbrechend neues war, hat die Umsetzung gestimmt. Trotz der Kürze des Buches hatte ich das Gefühl, die Charaktere ausreichend kennengelernt zu haben, ohne dass es an Spannung oder Handlung gemangelt hat. Insgesamt eine sehr runde Geschichte, die auch als Einzelband wirklich gut funktioniert und kein großartiges technisches Vorwissen erfordert.

Ganz besonders gut hat mir zudem gefallen, dass es zwar sogar zwei Love Interests gibt, diese Lovestories sich aber nicht entwickeln, sondern vom Protagonisten gestoppt werden, da dieser die Rettung der Welt für wichtiger erachtet. Somit hat es dieses Buch geschafft einen meiner am häufigsten genannten Kritikpunkte in Büchern Nicht zu erfüllen, wofür ich einfach nur sehr, sehr dankbar bin.

Von mir gibt es daher 4,5 Sterne und eine Leseempfehlung, denn ich würde mir wünschen, dass dieses Buch auch in Deutschland bekannter wird!

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Veröffentlicht am 08.07.2021

Spannender Reihenauftakt

Die Verlorenen
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Simon Beckett konnte mich in den vergangenen Jahren mit seiner Reihe rund um den forensischen Anthropologen David Hunter immer wieder begeistern. Die Ankündigung, dass er mit „Die Verlorenen“ eine neue ...

Simon Beckett konnte mich in den vergangenen Jahren mit seiner Reihe rund um den forensischen Anthropologen David Hunter immer wieder begeistern. Die Ankündigung, dass er mit „Die Verlorenen“ eine neue Reihe startet, hat mich dadurch gleichzeitig etwas traurig, aber auch sehr neugierig gemacht, denn die Hoffnung, dass diese genau so genial werden würde war natürlich da.

Die Verlorenen startet direkt gewohnt actionreich und brutal, sodass ich bereits nach wenigen Seiten in den Bann des Buches gezogen wurde. Wie schon bei der David Hunter-Reihe werden die Grausamkeiten detailliert geschildert, sodass der Thriller nichts für zarte Gemüte, aber genau das richtige für mich ist. Nach dem spannenden Intro lernen die Leserinnen den neuen Ermittler Jonah genauer kennen. Durch Rückblicken wird von den Ereignissen vor 10 Jahren, bei denen sein Sohn verschwand, berichtet, die Jonah maßgeblich geprägt haben und auch die Beziehung zu Gavin, zu dem er seit dieser Zeit keinen Kontakt mehr hat wird näher beleuchtet. Die Rückblicke schaffen es zusammen mit der Gegenwart ein facettenreiches Bild von Jonah zu zeichnen, der mir als Ermittler dadurch sehr sympathisch geworden ist.

Dieser wird selbst von der Polizei verdächtigt Schuld an den Morden im Lagerhaus zu sein, versucht jedoch hinter dem Rücken der Ermittler seine eigenen Nachforschungen anzustellen. Die zahlreichen Stränge, die es anfangs in der Geschichte gibt, fügen sich mit der Zeit immer mehr zusammen und einige überraschende Wendungen schaffen es, die Spannung durchgehend aufrecht zu erhalten.

Neben Jonah gibt es keine weiteren Hauptfiguren, die eine präsentere Rolle einnehmen, was ich aber bei einem Reihenauftakt nicht bemängele, da dafür auch in den Fortsetzungen noch die Option da ist und Jonah dafür besonders gut beleuchtet wurde und seine Denkweise und sein Handeln nachvollziehbar wurden.

Auch der Showdown am Ende macht Lust auf mehr und die Aufklärung bietet noch genug Potenzial für Fortsetzungen, gleichzeitig werden aber alle wichtigen Fragen geklärt, sodass das Buch für sich abgeschlossen ist.

Mit der David Hunter-Reihe lässt sich das Buch schwer vergleichen, da der Ansatz der Geschichte sich nennenswert unterscheidet, die bildhafte Sprache, die Spannung und die Brutalität für die Beckett bekannt ist bleiben jedoch erhalten, sodass ich diesen Reihenauftakt Fans von Beckett und natürlich auch neuen Leser
innen sehr ans Herz legen kann und 5 Sterne gebe.

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