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Veröffentlicht am 01.04.2019

Ostfriesenkrimi mit unterhaltsamer Mörderjagd

Zum Teufel mit den fiesen Friesen
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"Zum Teufel mit den fiesen Friesen" ist der 6. Band der Ostfriesenkrimireihe von C. Franke/C. Kuhnert. Die Reihe erscheint im Rowohlt Verlag.

In Neuharlingersiel geht ein Todesschütze um! Erst wird Tjark ...

"Zum Teufel mit den fiesen Friesen" ist der 6. Band der Ostfriesenkrimireihe von C. Franke/C. Kuhnert. Die Reihe erscheint im Rowohlt Verlag.

In Neuharlingersiel geht ein Todesschütze um! Erst wird Tjark Ukena auf seinem Motorrad erwischt und kurze Zeit später trifft eine tödliche Kugel die Bloggerin und Kitesurferin Antje. Die Polizei in Wittmund hält den Täter für einen Irren und bittet Dorfpolizist Rudi, nach Verdächtigen und Fremden Ausschau zu halten. Dabei hat Rudi gerade Besuch seines verschollen geglaubten Vaters bekommen. Familie muss warten. Natürlich sind Lehrerin Rosa und Postbote Henner wieder mit von der Partie und sie können sogar einen weiteren Mord verhindern.

Auf das Wiedersehen mit der lustigen Truppe um Rudi, Briefträger Henner und Hobbyermittlerin Rosa habe ich mich richtig gefreut.


Als ein Motoradfahrer angeschossen und dabei getötet wird und kurz darauf eine Kitesurferin gezielt beim Kiten erschossen wird, ist es vorbei mit der Ruhe im idyllischen Neuharlingersiel. Wo liegt das Motiv und wer schießt so geübt, dass ein einziger Schuß auch trifft?

Die Ermittlungen laufen an und natürlich nimmt Rudi, der Dorfpolizist wieder seine Freunde Rosa und Henner mit ins Boot. Denn mit ihren privaten Befragungen schauen sie häufig hinter die Kulissen und bringen so die nötigen Bausteine zur Täterfindung zusammen.

In diesem Band geht es um den Umweltschutz im weitesten Sinne, es geht um die Häuptlinge der Ostfriesen und um eine neu gegründete Partei, die sich für den Erhalt der Natur einsetzt und den Bau eines geplanten Windparks verhindern will. Ihr Gegner ist ein lokaler Landesherr, der mit der Anlage richtig viel Geld verdienen will.


Die Todesfälle häufen sich und man begleitet das muntere Ermittlertrio Rudi, Henner und Rosa gern bei ihren Nachforschungen und bei ihren Versuchen, weitere Morde zu verhindern. Es gibt viele Verdächtige und doch hatte ich von Anfang an den richtigen Riecher, auch wenn das Motiv mir erst am Schluss glaubhaft erklärt wurde. Doch die Raterei ist durch einige Wendungen und fragwürdige Figuren ein echter Spaß, den man sich nicht entgehen lassen sollte.

Als unterhaltsame personelle Weiterentwicklung führen die Autorinnen in diesem Band den verschollen geglaubten Vater von Rudi ein. Der kommt gleich mit zwei Töchtern aus Kanada angereist und findet unerwarteterweise eine Familie vor.

Christiane Franke und Cornelia Kuhnert erzählen auch diesen Krimi wieder mit viel Schwung und die lebendig und liebenswürdig beschriebenen Figuren bringen Charme in die Geschichte und sorgen für gute Unterhaltung.

Was mir bei dieser Reihe so gut gefällt ist der Lokalkolorit, der durch die kulinarischen Besonderheiten der friesischen Küche bei Mudder Steffens, den überall gegenwärtigen Tee und die authentisch beschriebene Landschaft wunderbar zur Geltung kommt. Am Ende des Buches gibt es ein Personenregister für Neueinsteiger und natürlich werden auch ein paar original friesische Rezepte aus Mudder Steffens Küche vorgestellt. Eingelegte Bratheringe, Labskaus und Rührei mit Krabben sind mit dabei.

"Zum Teufel mit den fiesen Friesen" ist lebendig und leicht geschrieben, die originellen Charaktere unterhalten und man kann munter miträtseln, wer denn nun der Todesschütze sein könnte. Ein toller Frühjahrskrimi für den Urlaub an der Nordsee oder für den eigenen Balkon.

Veröffentlicht am 01.04.2019

Farbenfroh, kurios und vielseitig wird hier die Welt der Insekten präsentiert.

Das Museum der Insekten
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François Lasserre stellt in seinem von Anne de Angelis wunderschön bebilderten Buch "Das Museum der Insekten" verschiedene Insekten auf einem imginären Rundgang durch ein Museum vor. Das Sachbuch für Kinder ...

François Lasserre stellt in seinem von Anne de Angelis wunderschön bebilderten Buch "Das Museum der Insekten" verschiedene Insekten auf einem imginären Rundgang durch ein Museum vor. Das Sachbuch für Kinder erschien im Juni 2017 im Knesebeck Verlag.

Man stelle sich das Museum eines Entomologen, also Insektenforschers vor und begleite ihn auf einer persönlichen Führung durch seine Ausstellung. Er würde euch viele verschiedene faszinierende Insekten zeigen, mal mit oder ohne Flügel, mal sind sie maskiert, giftig oder können sogar musizieren. Würden die Tiere leben, würde es summen, brummen oder flatter und zirpen.


Dieses Sachbuch richtet sich an Kinder zwischen 8 und 10 Jahren.

Lasst euch beim Betrachten in die faszinierende Welt der Insekten entführen und mit den unglaublichen Geschichten informieren und gleichzeitig interessieren. Ich konnte besonders durch die absolut naturnahen und detailgenauen Illustrationen eintauchen in diese besondere Welt und habe die wissenswerten Beschreibungen und die persönliche Ansprache genossen.


So kann man Kindern spielend und bildhaft Wissen vermitteln und ihr Interesse wecken.


Dieses Buch ist voll von fantastischen Zeichnungen, teilweise koloriert, teilweise nur in Details begonnen. Man möchte am liebsten sofort die Insekten und Schmetterlinge nachzeichnen.


Hier geht es um Riesen-Krabbler mit Geweih (Hirschkäfer), Bewaffnete (Feld-Sandlaufkäfer), Zwerge wie die Erdhummel und Geflügelte wie die wunderschönen, aber räuberischen Libellen.


Es zeigen sich Flügellose wie die Ameise, Verhüllte wie die Schmetterlinge, die alle sechs Beine besitzen und teilweise Langstreckenflieger sind und bis zu 5000 Kilometer zurücklegen, wie der Distelfalter oder der Admiral, der das Mittelmeer überquert.



Unter dem Begriff Pummelchen werden Tatzenkäfer, Grosser Wollschweber und Wanzen vorgestellt.


Ein übersichtliches Register gibt alphabetische Nachschlagemöglichkeit über die 58 verschiedenen Insekten und ihre Lebensweisen und Lebensräume.


An echtem Fachwissen wird hier eher gespart, es geht verständlich und besonders kindgerecht durch diese besondere Welt. Lediglich der Begriff "Aposematismus" wird näher erklärt. Er besagt, dass Tiere sich durch Warnfarben als giftige Tiere outen und damit Fressfeinde abhalten.



Die Welt der Insekten ist einzigartig, manchmal farbenfroh, mal giftig, mal kurios und ausgesprochen vielseitig. Man kann sich kaum satt sehen an den wundervollen und lebensechten Zeichnungen, bekommt das nötige Hintergrundwissen und wird angeregt, sich selbst auf die Suche nach den Insekten in der eigenen Umgebung zu machen. Ein wunderbares Buch für kleine und große Entdecker in der Natur.

Veröffentlicht am 30.03.2019

Ein recht persönlicher Ratgeber, der einige interessante Gedanken und Tipps bereithält

Das Haus meiner Eltern hat viele Räume
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Ursula Ott stellt uns ihr Sachbuch "Das Haus meiner Eltern hat viele Räume" im btb Verlag vor.


Auch wenn man am Elternhaus hängt, geht das Leben manchmal Wege, die uns vorschreiben von geliebten Erinnerungen ...

Ursula Ott stellt uns ihr Sachbuch "Das Haus meiner Eltern hat viele Räume" im btb Verlag vor.


Auch wenn man am Elternhaus hängt, geht das Leben manchmal Wege, die uns vorschreiben von geliebten Erinnerungen Abschied zu nehmen. Damit ergeben sich auch Möglichkeiten für die Bewohner, einen neuen Anfang zu starten. Doch was macht man mit der Einrichtung, den gesammelten Lebensbegleitern, Büchern, Sammlungen, geerbten Kunstgegenständen,Vasen, Geschirr und vielen anderen Dingen? Von was kann man sich besser trennen und was bewahrt man sich auf?


"Einen alten Baum verpflanzt man nicht!" Das ist eine Aussage, die heute nicht mehr unbedingt Geltung hat. Manchmal braucht der Baum einfach nur neue Umgebung, frische Erde und Hilfestellung, um wieder neu austreiben zu können.

"Der Baum braucht einfach ein bißchen Zeit. Er braucht Zuwendung, er braucht Luft und Nahrung,..." Zitat Seite 34

Die Journalistin Ursula Ott hat eine betagte Mutter, die nun ihr Haus verlassen soll, um näher bei ihren Töchtern wohnen zu könnnen. Das Elternhaus wird deshalb verkauft und für Ursula Ott steht das große Ausräumen an. Es ist nicht so einfach, sich von diesem Stück Heimat zu trennen. Aber welche Gegenstände haben für die Familie wirklich einen Wert?


Sie beschreibt, wie man vorgehen kann, gibt ihre Erfahrungen weiter und erklärt auch, warum wir nicht alles sammeln müssen. Sie gibt Tipps, welche Einrichtungsgegenstände man auch gut weitergeben kann und wo man das Aussortierte lassen kann. Es gibt einige Wohltätigkeitsorganisationen, bei denen man anfragen kann, welche Dinge sie benötigen oder gebrauchen können.


In diesem Buch bringt Frau Ott private Erlebnisse unterhaltsam mit ein. Man erlebt Probleme innerhalb der Familie mit, sieht, welche Konflikte sich um Gesammeltes ranken können und überlegt gleichzeitig, was man selbst tun würde.

Es ist in gewisser Weise ein Ratgeber entstanden, der Fragen aufwirft und machbare Möglichkeiten dann mit einigen Hilfestellungen aufzeigt. Es fließen auch Gespräche mit Psychologen und Anwälten ein, diese Ansätze und Überlegungen bereichern das eigene Empfinden über die Loslösung vom Elternhaus.


Münzen, Briefmarken, Familienbibeln, Bücher, Sammelgeschirr und die Diasammlung, hier wird beim Lesen klar, diese Gegenstände füllten mehrere Leben mit Inhalten.

Doch muss man das alles behalten, woran hängt man noch und was kann weg? Wohin mit Werkzeug, Teppichen und Haushaltsgeräten? Zu diesen Themen gibt es ein übersichtliches und hilfreiches "ABC der Dinge".

Am Ende des Buches findet man weiterführende Literatur, die sich auch mit der Generation Kriegskinder befasst.

Diese Generation hält durch ihre Kriegserfahrungen fest an Besitz, sie möchte bewahren, was die Familie erworben hat.


Dieses Buch zeigt hilfreiche Tipps, bringt persönliche Erfahrungen und Gedanken der Autorin ein und lässt dem Leser die Möglichkeit, sich selbst eine Meinung zu diesem Thema zu bilden.
Denn auch erwachsenen Kindern fordert der Abschied und das Loslassen vom Elternhaus einiges ab.


"Das Haus meiner Eltern hat viele Räume" ist kein trockener Ratgeber, hier gibt die Autorin mit persönlicher Note Vorschläge und hilfreiche Tipps für dieses nicht ganz einfache Thema.

Veröffentlicht am 29.03.2019

Kurzweilige und authentisch wirkende Darstellung des bewegten Lebens einer Diva

Madame Piaf und das Lied der Liebe
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Im Aufbau Verlag erscheint "Madame Piaf und das Lied der Liebe" von Michelle Marly, dem Pseudonym von Micaela Jary. Dieser biografisch basierte Roman ist ein weiterer Band der Reihe "Mutige Frauen zwischen ...

Im Aufbau Verlag erscheint "Madame Piaf und das Lied der Liebe" von Michelle Marly, dem Pseudonym von Micaela Jary. Dieser biografisch basierte Roman ist ein weiterer Band der Reihe "Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe".


Édith Gassion, später bekannt als Édith Piaf war keine Schönheit, sie wurde durch ihre einzigartige betörende Stimme bekannt, die jeden in ihren Bann zog. Raymond Asso plante und formte Édith zu einer berühmten Chansonnette.

Édith Piaf wird nach dem Ende der deutschen Besatzung der Kollaboration angeklagt. Sie lernt Yves Montand kennen, verliebt sich in ihn und baut ihn mit der Zeit zu einem erfolgreichen Sänger auf. Diese Liebe wird zu einem ihrer berühmtesten Lieder - La vie en rose.


"Sie musste singen, um Liebe zu erfahren." Zitat Seite 16

Dieser Roman spielt im Paris der 1940er Jahre. Michelle Marly zeichnet in diesem historisch basierten Roman eine fiktive Geschichte um die Chansonsängerin Édith Piaf. Sie beginnt die Handlung mit der Schilderung der anfänglichen Entdeckung und Förderung der Sängerin und legt den Fokus des Romans auf Piafs bewegtes Leben und ihre Liebesbeziehung zu Yves Montand. Sie lässt die Chansonnette auf dem Höhepunkt ihrer Karriere auch hinter dem Rampenlicht der Öffentlichkeit lebendig werden.

Michelle Marly zeichnet ihre Figuren mit viel Einfühlsamkeit und zeitgenauer Darstellung. Sie schafft es, obwohl mir die Sängerin persönlich nicht sonderlich sympathisch ist, mich mit ihrem Roman bis zum Ende zu fesseln.

Es ist bewundernswert, wie es Édith Piaf mit eisernem Willen von ganz unten bis auf die großen Bühnen geschafft hat, und gleichzeitig wurde ihr noch eine Kollaborationsprozeß angehängt, der sie lange Zeit belastete. Sie war kapriziös und selbstverliebt, aber im Grunde auch eine gutherzige Person, die in ihrer Musik aufging.

Sie lebte für den Moment, für die Musik und für die Liebe. Wahres Glück war für sie häufig der gelebte Moment. Von Finanzen verstand sie nicht viel, sie gab ihre Gagen mit vollen Händen aus.

Ihre Liebe zu Yves Montand war nicht nur Leidenschaft, es war auch ein gegenseitiges Verständnis durch die Musik. Allerdings entwickelte sich Montand auch weiter, er wurde erwachsen und berühmt. Zwei große Stars gleichzeitig war jedoch nicht nach dem Gusto dieser karrierebesessenen Frau.

Mich hat besonders der Sprachstil Michelle Marlys beeindruckt. Mit ihrer perfekten, elegant wirkende Sprache bringt sie einfühlsam, detailliert und emotional auf den Punkt, was sich im Leben der Diva abgespielt hat.


Michelle Marly zeigt bewusst die erfolgreiche Figur Édith Piafs auf dem Zenit ihres Erfolgs, ihre spätere Situation lässt sie außen vor. Den menschlichen Beziehungen haucht sie abwechslungsreich und authentisch Leben ein, so erscheint der Roman sehr unterhaltsam, er zeigt gleichzeitig die politische Situation Frankreichs um 1945-47 und die Hoffnung und Sehnsucht der kriegsgebeutelten Menschen in Frankreich nach Abwechslung, Musik, Liebe und Freiheit.


Dieser Roman überzeugt durch die gelungene Einbindung der autobiografischen Darstellung Édith Piafs und schlägt ein vergangenes Kapitel der Geschichte auf, welches uns mit dem Lied "La vie en rose" immer noch verbindet. Beste Unterhaltung über eine erstaunliche Sängerin.

Veröffentlicht am 29.03.2019

Eine hervorragend recherchierte Biografie, die die Person und den Zeitgeist perfekt widerspiegelt.

Das Leben der Sophie von La Roche - "Sie war die wunderbarste Frau …"
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Im Südverlag erscheint im März 2019 die Biografie "Das Leben der Sophie von La Roche" von Armin Strohmeyr.

Schon Goethe sagte über Sophie von La Roche (1730-1807): "Sie war die wunderbarste Frau, und ...

Im Südverlag erscheint im März 2019 die Biografie "Das Leben der Sophie von La Roche" von Armin Strohmeyr.

Schon Goethe sagte über Sophie von La Roche (1730-1807): "Sie war die wunderbarste Frau, und ich wüsste ihr keine andre zu vergleichen."

Sophie erlangte im Jahr 1771 mit ihrem Briefroman "Geschichte des Fräuleins von Sternheim" als eine der ersten Schriftstellerinnen der Frühaufklärung eine gewisse Berühmtheit. Auf ihre frühe Bildung legte ihr strenger Vater besonderen Wert, das machte sie zu einer klugen Frau, die sich der Literatur zeitlebens widmete.

Nach unglücklichen Liebesgeschichten folgt Sophies Vernunftehe mit dem kurmainzischen Hofrat La Roche, die der wissbegierigen jungen Frau aus bürgerlichen Verhältnissen die höfische Welt eröffnet. Ihr schriftstellerisches Tun bringt Sophie große Anerkennung, und ihr literarischer Salon macht sie zur Grande Dame der zeitgenössischen Geisteswelt. Ihr Leben verbringt Sophie von La Roche im Allgäu und in Augsburg, in Lindau, Oberschwaben und am mittleren Neckar, in Mainz, Koblenz, Speyer und Offenbach. In späteren Jahren reist die Großmutter von Clemens und Bettine Brentano gerne durch Europa, sie schreibt Romane, verfasst Reisebücher und gibt das Bildungsmagazin "Pomona" heraus. Trotz vieler Schicksalsschläge bleibt Sophie bis zuletzt offen für Neues und eine schöngeistige Beobachterin ihrer Zeit.

Der Autor veranschaulicht mit diesem Porträt auf besonders einfühlsame Weise die Atmosphäre vergangener Zeiten. Das Leben von Sophie von La Roche spiegelt die Aufklärung wider und lässt den Leser an ihrer individuellen Lebensgeschichte teilhaben. Durch Briefe, Tagebücher und die autobiografischen Erzählungen von Zeitgenossen bekommt man einen lebendigen Einblick in das Zeitgeschehen und erlebt es dank der verwendeten Originalzitate, die auf heutige Leser etwas gestelzt wirken, authentisch mit.


Sophie von La Roche stand im Mittelpunkt des schöngeistigen Lebens, aber auch der politischen Umwälzungen. Mit ihrem Engagement für Kulturgeschichte prägte sie diese Zeit wie kaum eine andere Frau. Ihre Zeit in Mainz machte sie ihr literarischer Salon zur Grande Dame der zeitgenössischen Geisteswelt.

"Nach der damals geltenden Humoralpathologie,...ist es der guten Laune und dem Esprit einer Frau abträglich, wenn sie ihre Kinder selbst stillt." Zitat Seite 78

Diese Erfahrung sorgte dafür, dass Sophie sich für die Problematik der Erziehung interessierte und sie zum Thema ihres Schreibens wurde. Sie brachte neun Kinder zur Welt, davon überlebten fünf.


Es gibt viele Lebensansichten, die sie schon zu damaliger Zeit angezweifelt hat, wie die Notwendigkeit, ihre Kinder durch eine Amme versorgen zu lassen. Sie war der Überzeugung, dass sich das enge Band zwischen Mutter und Kind durch das Stillen festigt. Doch auch sie war damals machtlos gegen die herrschenden Ansichten.

Trotz ihrer vermeintlichen Anpassung in die gesellschaftlichen Vorgaben, brachte sie ihre Meinung in ihren Schriften deutlich zum Ausdruck.
In späteren Jahren reist die Großmutter von Clemens und Bettine Brentano gerne durch Europa (Schweiz, Frankreich, Holland und England). Sie schreibt Romane, verfasst Reisebücher und gibt die erfolgreiche Frauenzeitschrift "Pomona" heraus, ein gleichsam unterhaltendes Bildungsmagazin.
Der Tod ihres Mannes bringt die erhoffte Freiheit mit sich, die finanziellen Sorgen jedoch nötigen Sophie dazu, zahlende Kostgänger im Haus aufzunehmen und die literarische Produktion mit eiserner Disziplin anzugehen. Sie veröffentlicht diverse Berichte und Bücher über ihre Reisen. Diese verkaufen sich aber eher schleppend.

Armin Strohmeyr hat in diesem Einzelporträt die Figur von Sophie von La Roche lebendig dargestellt. Die Erzählung ihres Lebens kann man sehr authentisch durch Briefe, eingebaute Zitate von Tagebüchern und Auszügen aus Memoiren miterleben.

Besonders für Leser, die Sophies Bücher kennen, ist diese Biografie ein wunderbares Eintauchen in die Zeit ihres Lebens.


Eine hervorragend recherchierte und interessant dargestellte Biografie, die den Zeitgeist perfekt widerspiegelt und das Leben dieser Schriftstellerin auch in kleinen Details aufleben lässt. Viele Buchbeispiele regen Interessierte zur weiteren Recherche an. Als reiner Roman geht dieses Buch etwas zu sehr in die Tiefe.