Packendes Finale einer Familiengeschichte
Die Bücherfrauen von Listland. Der Duft des StrandhafersEtwa ein Jahr ist es hier, seit meinem wunderschönen Leseausflug nach Sylt. Fenjas Familiengeschichte ist mir noch lange im Gedächtnis geblieben und so freute ich mich sehr, gemeinsam mit Anna auf die ...
Etwa ein Jahr ist es hier, seit meinem wunderschönen Leseausflug nach Sylt. Fenjas Familiengeschichte ist mir noch lange im Gedächtnis geblieben und so freute ich mich sehr, gemeinsam mit Anna auf die Suche nach Martje zu gehen.
Genau wie Anna fühlte ich mich am Lister Ellenbogen gleich wieder zuhause. Endlich wieder durchatmen und die Seele baumeln lassen. Das Meer mit allen Sinnen genießen. Doch viel Zeit zum Luftholen blieb nicht, denn Fenja hoffte auf eine baldige Spur von Martjes Verbleib.
Parallel zu den von Anna recherchierten Informationen reise ich in die Vergangenheit zu Martje. Mit der Begegnung des Schürzenjägers und Strandpiraten Hark im Jahr 1958 und ihrer tiefen Liebe zu diesem, kehrt Martje Sylt den Rücken und stürzt sich Hals über Kopf in ein bewegtes Leben. Nach einem Schiffsunglück kann sie sich mit Ach und Krach nach Amrum retten. Mit jeder Spur, die Anna in der Gegenwart findet, offenbart sich auch ein Teil aus Martjes Leben. Der Wechsel der Zeitebenen ist angenehm und jeweils sehr fesselnd. Während ich Annas Empfindungen, auch in Bezug auf Ihre unglückliche Liebe zu Fenjas Sohn Eric, nachempfinden konnte, hat mich Martjes Charakter eher außen vor gelassen. Ich konnte verstehen, dass sie anfangs Angst hatte, mit Harks Machenschaften in Verbindung gebracht zu werden und lieber untergetaucht ist. Doch nach einiger Zeit hätte sie ruhig wieder Verbindung zu ihrer Familie aufnehmen können, zumal sie diese ja auch tief im Herzen vermisste. Den Großteil ihrer Entscheidungen konnte ich nicht nachvollziehen. Sie kommt stark und eigenwillig daher, verdrängt jedoch Herkunft und Familie bis ins hohe Alter. Einzig mit ihrer Zuneigung zu dem alten Vogelwart Nanning konnte Martje für mich Pluspunkt sammeln.
Die Schaffung des Charakters Leevke Fedder, welche den Schreibwettbewerb zur Fortführung von Martens Roman gewann, fand ich von der Autorin sehr gelungen. Dies rundete das Finale für mich harmonisch ab. Wobei ich anmerken möchte, dass die Geschichte am Ende im Eiltempo voranschritt. Zurück blieb ein seliges Gefühl in meinem Herzen. Mit Wehmut habe ich von den Lister Bücherfrauen Abschied genommen. Lieben Dank Gabriella Engelmann für diese wunderbare Dilogie.
Mein Fazit:
Auch in Band 2 überzeugt die Autorin mit ihrem gefühlvollen und poetisch angehauchten Schreibstil und den größtenteils wunderbaren Charakteren. Die Liebe zu den wildschönen Nordsee-Inseln und zur Literatur spricht aus jeder Silbe. Eine lesenswerte Familiengeschichte.