Gelungener Auftakt der Dilogie
Eifelfrauen: Das Haus der FüchsinBrigitte Riebes neuer Roman ist natürlich sofort auf meine Wunschliste gehüpft, nachdem ich den ersten Teil der neuen "Eifelfrauen Dilogie" in der Vorschau gesehen habe. Mit "Das Haus der Füchsin" ist ...
Brigitte Riebes neuer Roman ist natürlich sofort auf meine Wunschliste gehüpft, nachdem ich den ersten Teil der neuen "Eifelfrauen Dilogie" in der Vorschau gesehen habe. Mit "Das Haus der Füchsin" ist ihr wieder eine grandiose Geschichte gelungen.
Diesmal befinden wir uns in der Eifel in den 20iger und 30iger Jahren des letzten Jahrhunderts. Die Tabakfabrikantenfamilie Fuchs aus Trier feiert die Verlobung ihres Sohnes Heinrich und die Volljährigkeit ihrer Tochter Johanna. Plötzlich taucht eine fremde Frau auf und gibt bekannt, dass Johanna den kleinen Hof ihrer Tante Lisbeth geerbt hat. Ihre Eltern weichen den Fragen ihrer einzigen Tochter über die ihr unbekannten Tante immer wieder aus. Diese scheint das schwarze Schaf der Familie gewesen zu sein.
Johanna ist jedoch fest entschlossen, sich ihr mögliches Erbe anzusehen und dann erst ihre Entscheidung zu treffen. Bevor jedoch Haus und Land an Johanna geht, muss sie eine Bedingung erfüllen. Sie muss ein halbes Jahr auf dem Hof leben und sich um die Tiere kümmern.
Im Erbe der unbekannten Tante sieht Johanna die Möglichkeit der Bevormundnung ihrer Eltern zu entkommen. Als sie den kleinen Hof mitten in Altenburg, umgeben von blühenden Apfel- und Kirschbäumen, sowie die Tiere, die sie versorgen soll sieht, verliebt sie sich augenblicklich in diesen wunderschönen Flecken Erde. Johanna gewöhnt sich bald an die ungewohnte schwere Arbeit. Die Einwohner des Dorfes beäugen sie jedoch skeptisch, denn ihre Tante war eine Außenseiterin. „Das Haus der Füchsin” , so wird das Häuschen Nummer 18 genannt. Ein Ort, so verwunschen wie seine damalige Besitzerin. Nur Kätt, die Nachbarin und Lisbeths Freundin, sowie die Dorfhebamme Eva, unterstützen Johanna. Doch wer war Lisbeth Fuchs wirklich? Und warum wird ihr Name in der Familie so beharrlich totgeschwiegen?
Wir begleiten Johanna, ihre Familie und Freunde von 1920 bis 1938. Die politische Lage verändert nicht nur Johannas Leben, sondern besonders das ihrer jüdischen Familienangehörigen. Ich habe mit ihnen allen gebangt und mitgelitten und mich über Arroganz und Rechtsradikalismus geärgert. Die Autorin schildert die politischen Geschehnisse, wie die Inflation und das Erstarken des Nationalsozialismuses, äußerst bildhaft. Zahlreiche Wendungen erhöhen die Spannung und lassen den Leser oftmals sprachlos zurück.
Die Charaktere sind bis hin zu den Nebenfiguren lebendig dargestellt und besitzen Tiefe. Johanna ist eine starke junge Frau. Sie ist mutig und stellt sich den neuen Herausforderungen. Zusätzlich muss sie mit Ablehnung, einer aussichtslosen Liebe und Bosheiten zurechtkommen. Stärke geben ihr ihre beiden Freundinnen Kätt und Eva, sowie die Füchsin, die sie abends öfters besucht. Diese spielt in der Geschichte ebenfalls eine wichtige Rolle.
Schreibstil:
Der Schreibstil von Brigitte Riebe ist ausdrucksstark, einfühlsam und atmosphärisch. Von der ersten Seite an taucht man in die Geschichte ein. Das historische Zeitgeschehen ist in die Handlung perfekt eingebunden.
Fazit:
Ein sehr gelungener Auftakt dieser Dilogie, die in die schöne Eifel führt. Brigitte Riebe hat wiederum eine faszinierende Geschichte geschrieben, die große Vorfreude auf den zweiten Teil macht. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!