Lesenswert
Der Autor und Philosoph wurde weltweit bekannt durch den „Nachtzug nach Lissabon“. Zwei Jahre nach seinem Tod erscheint nun ein Band mit Kurzgeschichten.
Die Zeit vergeht. Während sie das tut, verändert ...
Der Autor und Philosoph wurde weltweit bekannt durch den „Nachtzug nach Lissabon“. Zwei Jahre nach seinem Tod erscheint nun ein Band mit Kurzgeschichten.
Die Zeit vergeht. Während sie das tut, verändert sich die Welt. Auch wir verändern uns. Dem ist diese Geschichtensammlung auf der Spur.
Es geht um Dankbarkeit, die sich im Laufe der Zeit verändert. Es geht um vergangenes Leben, das plötzlich gegenwärtig wird und kaum wiederzuerkennen ist. Es geht um den einen Moment, in dem ein Leben kulminieren kann. Und schließlich geht es auch um das Warten.
Mercier ist ein toller Erzähler. Man wird sofort in seine Geschichten hinein gezogen. Der philosophische Aspekt erschließt sich nicht immer, manchmal muss man ein bisschen nachdenken, warum er genau diese Geschichte erzählt. Besonders berührt hat mich der Busfahrer in Töten mit Lärm. Auf kleinstem Raum stehen hier menschliche Universen und Abgründe nebeneinander, fein beobachtet und mit großer Distanz vorgestellt.
Fünf Häppchen Literatur für Zwischendurch, sehr lesenswert.