Cover-Bild Red Rising
Band 1 der Reihe "Red-Rising-Reihe"
(35)
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17,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Heyne
  • Genre: Fantasy & Science Fiction / Science Fiction
  • Seitenzahl: 576
  • Ersterscheinung: 14.09.2015
  • ISBN: 9783453534414
Pierce Brown

Red Rising

Roman
Bernhard Kempen (Übersetzer)

Der fulminante Auftakt zur New York Times-Bestsellertrilogie

Darrows Welt ist brutal und dunkel. Wie alle Roten schuftet er in den Minen des Mars, um ein Leben auf der Oberfläche des Planeten möglich zu machen. Doch dann wird seine große Liebe getötet, und Darrow erfährt ein schreckliches Geheimnis: Der Mars ist längst erschlossen, und die Oberschicht, die Goldenen, leben in dekadentem Luxus. Darrow schleust sich in ihr sagenumwobenes Institut ein, in dem die Elite herangezogen wird. Er will einer von ihnen werden – um sie dann vernichtend zu schlagen …

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.02.2018

Jahreshighlight 2015!

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Mit Red Rising möchte ich euch mein Jahreshighlight 2015 vorstellen.

Vorneweg: Dieses Buch ist nichts für Leute mit schwachen Nerven. Es ist mitreißend, brutal, blutig, tiefgründig und absolut packend. ...

Mit Red Rising möchte ich euch mein Jahreshighlight 2015 vorstellen.

Vorneweg: Dieses Buch ist nichts für Leute mit schwachen Nerven. Es ist mitreißend, brutal, blutig, tiefgründig und absolut packend. Perfekte, moralisch korrekte Helden sucht man hier vergebens. Der Protagonist Darrow ist stur, vom Hass auf seine Peiniger erfüllt und er macht im Laufe der Handlung so einige Fehler, die schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen. Um sein Ziel zu erreichen kann er schon mal rücksichtslos und egoistisch, fast schon grausam werden. Doch trotzdem versteht man ihn und ich persönlich hab ihn ins Herz geschlossen. Immer mit der Frage im Kopf wie weit man einen Menschen treiben kann.

Doch fangen wir von vorne an, denn schon das Setting lässt Red Rising aus der Masse an Dystopien hervorstechen: Die Menschen haben der Erde Lebewohl gesagt und Mond, Mars und weitere Planeten/Monde besiedelt. Das Buch selbst spielt auf dem Mars, unter dessen Erde die Roten in den Mienen schuften, fest in dem Glauben Pioniere zu sein, die den Mars für die kommende Menschheit bewohnbar machen. Was sie nicht wissen: Der Mars ist schon längst von der Oberschicht besiedelt und an der Oberfläche gleicht er mittlerweile fast schon der Erde. Die sogenannten Goldenen, die absolute Oberklasse, haben sich ein Paradies erschaffen, während die Roten unter ihnen sich wortwörtlich zu Tode arbeiten.

Im ersten Teil des Buches lernt man diese Welt unter der Erde kennen. Der Leser bekommt gleich die volle Grausamkeit, unter denen die Roten leben müssen, zu spüren.
Darrow ist einer der Roten und eigentlich stolz auf seine Arbeit. Er ist mit seinem Leben, trotz der harten Arbeit eigentlich im Großen und Ganzen zufrieden, wäre da nicht seine Frau Eo. Eo ist Darrows ganze Welt, er liebt sie über alles, doch Eo will mehr als das Leben unter der Erde, mehr als die Knechtschaft unter den Goldenen und versucht immer wieder aus Darrow ein Rebell zu machen. Mit ihrer letzten folgenschweren Handlung gelingt ihr das auch und Darrows Leidensweg bez. sein Rachekampf beginnt.

Wenn man nun gedacht hat der erste Teil des Buches wäre hart, dann muss man im zweiten Teil schnell feststellen, dass er im Grunde ein Zuckerschlecken war. Denn sobald Darrow in die Welt der Goldenen eintritt, nimmt die Handlung stark an Fahrt auf, sie wird kälter, grausamer, blutiger. Zugleich gewinnt sie aber auch an Komplexität. Darrow ist besessen von seiner Rache. Sie ist das Einzige was ihn antreibt. Moral verschwimmt in diesem Buch. Pierce Brown erschafft einen Weltenentwurf, in dem es kein schwarz und weiß gibt, sondern nur Grautöne. Die vermeintlichen Helden zeigen ebenso Züge von Grausamkeit, wie die Feinde und Antagonisten auf einmal Mitgefühl, Ehre und Freundschaft aufweisen. Dieses Spiel mit den Grundwerten, das Verschwimmen von gut und böse ist es, was den Roman so unglaublich packend macht.
Hinzu kommen noch eine gute Hand voll Strategie innerhalb der Handlung. Ich kann verstehen, dass manche Leser, diese als recht langatmig und langweilig empfinden, ich fand sie aber sehr bereichernd, da es dadurch nicht nur ein sinnloses Gemetzel wurde. Es wirkte realistischer, als wenn alle sofort aufeinander losgehen würden um sich den Kopf einzuschlagen. Auf die Handlung selbst möchte ich jetzt nicht weiter angehen, denn die Überraschungsmomente sind gut gesetzt und ich möchte sie euch nicht verderben.

Einen weiteren Punkt, der mich begeistert hat, möchte ich aber noch anmerken bevor ich zum Schreibstil komme: die Sache mit der Rebellion. Zu jeder Dystopie gehört eine Rebellion und auch wenn bei Red Rising weitere Elemente des Sci-fi und in meinen Augen auch Fantasy mitschwingen, hat auch Red Rising eine Rebellion vorzuweisen. Das tolle daran ist die Art und weise, wie diese Rebellion plant vorzugehen: Sie hat einen Plan entwickelt, der sich über mehrere Jahre hinzieht. Das finde ich klasse, denn seien wir doch mal ehrlich: ein grausames elitäres Regime, das seit Jahrhunderten an der Macht ist, stürzt man nicht mal eben mal in ein paar Monate. In vielen Dystopien ist die Rebellion schon in ihrer Endphase der Vorbereitung und man bekommt als Leser quasi nur den Höhepunkt, den Abschluss mit. Bei Red Rising steigen wir in einer früheren Phase ein und das hat mir sehr gut gefallen.

Als letzten Punkt möchte ich noch etwas zum Schreibstil sagen. Ich hab schon bei mehreren Rezensionen gelesen, dass manche nicht so gut damit klar kamen. Der Stil ist kurz, prägnant, mit weniger Dialogen. Er ist rau beschönigt nichts und passt damit für mich hervorragend zum Buch. Ich hatte keinerlei Probleme, nicht mal zum Start hin

Fazit


Dieses Buch lässt einen nicht mehr los. Sicherlich ist es, dank der Brutalität und des Schreibstiles nicht jedermans Geschmack, aber wer Lust auf ein Buch voller Spannung, Antihelden und einer komplexen Welt hat, für die ist Red Rising ein Muss.

Veröffentlicht am 30.05.2017

Der helle Wahnsinn!

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Das ist das Beste was ich bis dato aus dem Genre Si-Fi und Dystopien gelesen habe. Ein fantastischer Roman mit einer unglaublich starken Hauptfigur, einem begeisternden Plot und einer absolut ausdrucksstarken ...

Das ist das Beste was ich bis dato aus dem Genre Si-Fi und Dystopien gelesen habe. Ein fantastischer Roman mit einer unglaublich starken Hauptfigur, einem begeisternden Plot und einer absolut ausdrucksstarken Handlung. Klasse, einfach nur klasse! Lesen.

Veröffentlicht am 29.04.2017

Fesselnde Science Fiction-Story mit vielschichtigen Charakteren

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Inhalt:

Darrow gehört zu den Roten, zu den niederen Farben. Wie alle Männer seines Volkes schuftet er jeden Tag in den Schächten des Mars, um diesen für die Menschheit vorzubereiten, wie ihm immer von ...

Inhalt:

Darrow gehört zu den Roten, zu den niederen Farben. Wie alle Männer seines Volkes schuftet er jeden Tag in den Schächten des Mars, um diesen für die Menschheit vorzubereiten, wie ihm immer von den höheren Farben erzählt wird. Sein Vater wurde für einen Funken Widerstand gehängt, aber Darrow nimmt die Unterdrückung und Ungerechtigkeit hin, um seine Frau Eo zu schützen. Doch dann erfährt er, dass sein Leben eine Lüge ist ...

Meine Meinung:

Die Idee an sich ist nicht neu, das Setting aber ziemlich cool. Das Buch spielt auf dem Mars in ferner Zukunft, auch andere Planeten sind bereits erschlossen. Unter den Menschen gibt es eine strikte Hierarchie der Farben, die sich in dem Äußeren und den Fähigkeiten sowie dem gesellschaftlichen Einsatz widerspiegelt.
Ansonsten spielen auch griechische sowie römische Mythologie eine gewisse Rolle.

Der sechszehnjährige Darrow gehört den Roten, im Prinzip der niedrigsten Farbe, an. Unter den Arbeitern seines Volkes zählt er zu den Besten. Seine Frau Eo liebt er über alles. Die Gefühle zwischen den beiden werden schnell deutlich, auch wenn diese Liebesgeschichte im weiteren Verlauf eher im Hintergrund spielt.
Darrow war mir von der ersten Seite an sympathisch. Was in auszeichnet, ist sein analytisches Denken, das sich auch in der Erzählweise widerspiegelt. Erzählt wird das Buch im Übrigen aus der Ich-Perspektive im Präsens, sodass man als Leser immer nah am Geschehen ist.
Obwohl oder gerade weil sein Vater gehängt wurde, hält Darrow nicht viel von Rebellion. Dennoch trägt er einen tiefen Zorn auf die Goldenen, die höchsten Menschen, die ihn beherrschen, ihn sich. Auch hier zeigt sich, dass er nicht blind losstürmt, ohne vorher die Folgen einzukalkulieren, dennoch trägt er auch starke Emotionen in sich.

Generell ist Darrow ein starker, tiefgründiger Charakter. Er wirkt beherrscht und macht nicht diese Art der fatalen Fehler, bei denen der Leser am liebsten das Gesicht im Kissen vergraben würde, obwohl er nicht gegen Fehler gefeit ist. Dennoch kristallisiert er sich in einigen Situationen als starke Person heraus und weiß diese Position auch meist zu halten.
Nichtsdestotrotz hat er auch Schwächen, Zweifel und Sorgen und ist nicht perfekt.
Auch bei den anderen Charakteren zeigt sich von Anfang an, dass sie sehr vielschichtig sind. Unsympathische Charaktere haben gute Seiten, sympathische haben dunkle, kein Charakter lässt sich einem Stereotyp zu ordnen, manche sind für Überraschungen gut. Das lässt sie authentisch wirken. Hier auf Charaktere gezielt einzugehen, würde spoilern.

Die futuristische Atmosphäre wird gekonnt vermittelt, sodass ich zeitweilig fast schon das Gefühl hätte, das wäre wirklich die Zukunft.
Brutalität wird ungeschönt dargestellt, der Protagonist tut, was er tun muss, um zu seinem Ziel zu gelangen. Hier wird auch vermieden, irgendwelche netten Ausflüchte zu suchen, ganz realistisch hat er manchmal gar keine andere Wahl. Und so kann es manchmal dann doch ein wenig brutaler zugehen.

In dem Buch werden Längen vermieden. Stellen, die jeder andere Autor ausgeschlachtet hätte, um Spannung zu halten, werden nur gestrafft erzählt. Macht es das Buch weniger spannend? Im Gegenteil, es ist von einer fesselnden Intensität durchzogen. Gemeinsam mit dem hohen Tempo sorgte dies dafür, dass ich bis in die frühen Morgenstunden durchlas.
Zwar konnte mich kaum eine Wendung wirklich überraschen, da ich mit dem meisten schon gerechnet hatte, dennoch zog mich die Geschichte selbst in ihren Bann. Schon im ersten Teil dieser Trilogie deuten sich unheimlich viele Intrigen und Machtspielchen an, sodass ich mich schon auf den zweiten Teil freue.

Fazit: Ein starker, tiefgründiger, analytisch denkender Protagonist neben vielen weiteren ungemein vielschichtigen Charakteren in einer intriganten Welt - diese fesselnde, temporeiche Science Fiction-Geschichte zog mich in ihren Bann!

Veröffentlicht am 07.04.2017

Grandios

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Darrows Welt ist hart und unerbittlich. Die Roten müssen für den Wohlstand der anderen in den Minen des Mars schuften. Die Roten führen ein Leben voller Armut und Anstrengung. Doch eines Tages passiert ...

Darrows Welt ist hart und unerbittlich. Die Roten müssen für den Wohlstand der anderen in den Minen des Mars schuften. Die Roten führen ein Leben voller Armut und Anstrengung. Doch eines Tages passiert etwas in Darrows Leben, was ihn für immer verändern wird. Darrow sagt den Goldenen, die Obersicht seiner Welt, den Kampf an und schleust sich in ihr sagenumwobenes Institut ein…


Ich habe vor einigen Jahren den Einstieg in das Science-Fiction Genre in Angriff genommen und bin kläglich gescheitert und war daher umso gespannter auf Red Rising, da der Roman eine Mischung aus SiFi und Dystopie sein soll. Ich kann schon vorne weg sagen, dass mich der Roman positiv überrascht hat und mich dazu ermuntern dem Genre noch mal eine Chance zu geben. Red Rising thematisiert den Kampf gegen die Unterdrückung und die Frage, wie weit man gehen darf, um nicht wie die gehassten Feinde zu werden. Dabei geht es im ersten Teil um keinen großen und offenen Kampf zwischen Rebellen und Unterdrücker. Die Rebellen versuchen zunächst die Goldenen von innen heraus zu zerstören.
Farben stehen für die unterschiedlichen Schichten der Gesellschaft, dabei sind die Berufe zur Einteilung zentral. Die Bergarbeiter, die auf dem Mars arbeiten, sind die Roten und gehören zur untersten Schicht der Gesellschaft. Die Roten müssen Tag für Tag in den Mienen arbeiten und riskieren viel zu oft dabei ihr Leben. Sie besitzen kein Komfort und auch keine Anerkennung. Die Unterteilung in Farben hat mir sehr gut gefallen, da ich dadurch das komplexe System super gut verstehen und merken konnte, da die Farben einprägsamer sind als neu erdachte Wörter. Nach und nach erkundet man zusammen mit Darrow das Universum und die Regeln. Denn zunächst wird Darrows Alltag geschildert und was er alles leisten muss. Nachdem sich Darrow bei den Goldenen eingeschlichen hat, erfährt man auch immer mehr über die Regeln der Oberklasse. Insgesamt erhält man so die Möglichkeit sich mit der Welt und den Regeln nach und nach auseinanderzusetzen, sodass man nicht mit neuen Informationen überschüttet wird.

Pierce Brown hat eine große Vorliebe für dramatische Beschreibungen, sodass ich in brenzligen Situationen richtig hibbelig geworden bin, da ich dank der dramatischen aber auch authentischen Beschreibungen mir alles genau vorstellen konnte und mich die Atmosphäre mitgerissen hat.

Darrow ist für mich einer der sympathischsten Protagonisten seit langem. Durch die Ich Perspektiv erfährt man einfach alles über seine Gefühle und Gedanken, sodass ich seine Entscheidungen oft verstehen konnte. Darrow ist voller Hass und Wut, ist hart und unnachgiebig und zugleich furchtbar verletzlich und er würde alles für seine Familie tun. Aufgrund seiner widersprüchlichen Gefühle macht er Fehler und er ist gewiss nicht perfekt. Dabei wirken seine Fehler jedoch einfach echt und nachvollziehbar und ich habe mich nie gefragt, warum er jetzt so eine blöde Entscheidung trifft.

Alle in allem konnte mich der erste Teil der Trilogie absolut überzeugen, denn bei diesem Roman stimmt einfach alles. Die Welt als auch die Figuren sind grandios und authentisch ausgearbeitet und der dramatische Schreibstil des Autors rundet alles perfekt ab.

(c) Thebookpassion- thebookpassion.blogspot.de

Veröffentlicht am 15.09.2016

Die Ketten sprengen

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„Red Rising“ ist der Auftakt der gleichnamigen Trilogie von Pierce Brown. Mit schroffer, wenig emotionaler und direkter Erzählweise liefert der Autor einen spannenden Debütroman, der gewiss nicht für jedermann ...

„Red Rising“ ist der Auftakt der gleichnamigen Trilogie von Pierce Brown. Mit schroffer, wenig emotionaler und direkter Erzählweise liefert der Autor einen spannenden Debütroman, der gewiss nicht für jedermann geschaffen ist.

In den Tiefen einer fernen Minenkolonie auf dem Mars schuften der sechzehnjährige Darrow und seine Leute, der niedrigsten Klasse der Menschheit angehörig, um mit dem abgebauten Helium-3 die Planetenoberfläche für spätere Siedler bewohnbar zu machen. Jedoch muss der junge Protagonist nach einem traumatisierenden Ereignis feststellen, dass alles eine riesige Lüge ist. Während die unterdrückten Bergleute, noch bedroht von Gasexplosionen, aggressiven Monstern und allerlei anderen Gefahren, ihr ärmliches Dasein fristen, leben die Unterdrücker über ihren Köpfen schon längst in Saus und Braus. Um der Ungerechtigkeit ein Ende zu setzen und das System von innen heraus zu zerstören, wird Darrow in das Institut eingeschleust, in welchem die zukünftige Elite seiner Feinde eine harte Ausbildung durchläuft. Es kommen sowohl zahlreiche körperliche, als auch seelische Belastungsproben auf den Helden zu, wenn es gilt, die Ketten der Unterdrückung zu sprengen.

„Auf dem Mars ist die Schwerkraft nicht sehr gross. Also muss man an den Füssen des Gehängten ziehen, um ihm das Genick zu brechen. Diese Aufgabe überlassen sie den Angehörigen.“

Die Handlung erinnert stark an ‚Die Tribute von Panem’, da zum Beispiel wenig zimperlich mit den Figuren umgegangen wird. Schon bald wir brutal verprügelt, verstümmelt und getötet. Trotz aller Gewalt spielen aber auch strategische Überlegungen, Bündnisse und Intrigen mit den daraus resultierenden, oft unliebsamen, Wendungen eine wichtige Rolle. Während seines Abenteuers stellt Darrow fest, dass es auch unter den Nachkommen der verhassten Oberschicht Personen gibt, die seine Freundschaft und sein Vertrauen verdienen, auch wenn es nicht immer diesen Anschein hat.
Sobald er in die Welt seiner Feinde eintritt, nimmt die Handlung stark an Fahrt auf, sie wird brutaler, grausamer, blutiger. Zugleich gewinnt sie aber auch an Komplexität. Darrow ist besessen von seiner Rache. Sie ist das Einzige was ihn antreibt. Moral verschwimmt in diesem Buch. Pierce Brown erschafft einen Weltenentwurf, in dem es kein Schwarz und Weiß gibt, sondern nur Grautöne. Die vermeintlichen Helden zeigen ebenso Züge von Grausamkeit, wie die Feinde und Antagonisten auf einmal Mitgefühl, Ehre und Freundschaft aufweisen. Dieses Spiel mit den Grundwerten, das Verschwimmen von Gut und Böse ist es, was den Roman so unglaublich packend macht.
Nicht immer trifft Darrow die richtige Entscheidung, ist hinsichtlich seiner Handlungen alles andere als perfekt und muss mit den bitteren Konsequenzen leben. Zwar ist er klug und geschickt, weiss sich anzupassen und lernt schnell dazu, doch er hat Ecken und Kanten, sagt und tut oft das Falsche - und gesteht es auch ein. Gerade diese menschlichen Schwächen machen Darrow trotz aller Brutalität sympathisch, auch wenn er oftmals etwas zu hart im Nehmen scheint. 
„Diese Bohrer können einem die Knochen schmelzen, wenn man nicht vorsichtig ist. Und ich bin keineswegs vorsichtig. Nur schnell.“

„Schon komisch, Götter zu beobachten, denen klar wird, dass sie doch nur sterblich sind.“ Da die Menschen dazu neigen, sich selbst zu Göttern zu erheben, werden viele Bezüge zur antiken Mythologie, Kultur, Kriegsführung und Gesellschaft aufgestellt, was schon bei diversen Eigennamen wie Augustus, Cassius und Antonia beginnt und sich bei den militärischen Rängen fortsetzt. Auch bekriegen sich die Jugendlichen eher mit primitiven, historischen Waffen, auch wenn durchaus Details wie schützende Kraftfelder und Schwebeschuhe auftauchen, wo sich die Technologie ihrer Zeit bemerkbar macht.

Der direkte und teilweise etwas brutale Schreibstil lässt sofort erkennen, von wem dieses Buch geschrieben wurde - nämlich von einem Mann. Schimpfwörter, Kampfansagen und blutige Beschreibungen sprechen da für sich. Jedoch war es eine passende Parallele zu der oft rauen Handlung und strotzte an den richtigen Stellen nur so vor Gefühlen - wie bei den Stellen, in denen Darrow an seine Frau denkt.

Um mit den Worten des Autors abzuschliessen: „Sie werden diese dreckverdammten Bücher lieben.“