Emotionen und Effekthascherei a la Pilcher
Kaya bekommt einen echten Traumjob in den schottischen Highlands angeboten - sie soll für den Milliardär MacKinley wilde Wölfe auf dessen Ländereien ansiedeln. Doch was sich auf den ersten Blick traumhaft ...
Kaya bekommt einen echten Traumjob in den schottischen Highlands angeboten - sie soll für den Milliardär MacKinley wilde Wölfe auf dessen Ländereien ansiedeln. Doch was sich auf den ersten Blick traumhaft anhört, wird bald zum Spießrutenlauf, denn der Sohn des Hausherren setzt alles daran, dass Vaters Projekt scheitert und so legt er Kaya jeden noch denkbaren Stein in den Weg, den er finden kann...
Von den vielen positiven Stimmen zum Roman regelrecht angefixt, habe ich meine Nase in dieses Buch gesteckt und bin dann doch recht enttäuscht, dass es sich hier um eine Lovestory nach Schema F handelt, die recht verpilchert daherkommt und mit rührseligen Emotionen und Effekthascherei ihre Leser einlullt.
Zwar sind die Charaktere recht scharf gezeichnet und mit gefällt der sarkastische Schlagabtausch zwischen Kaya und Nevis, aber es ist doch doch recht schnell erkennbar, wie die ganze Chose am Ende ausgehen wird. Auch finde ich das beständige Herumreiten auf Nevis' PTBS recht anstrengend, denn manchmal zieht der Gute den Leser regelrecht mit in seinen tiefen Strudel aus Selbstzerfleischung, Flashbacks und dem erneuten Durchleben seiner Traumata.
Man merkt Kaya an, dass die Umsetzung des Wolfprojektes ein echtes Herzensding ist und sie ist mit Feuereifer und Herzblut bei der Sache. Allerdings hat auch sie schwer an ihrem Rucksack zu tragen, der mit unliebsamen Erinnerungen aus ihrer Vergangenheit gefüllt ist.
Im Verlauf der Erzählung gibt es immer wieder einmal Stellen, wo ich beiden den berühmten Tritt in den Hintern verpassen möchte, damit sie endlich miteinander reden, anstatt sich auszuschweigen. Kein Wunder, dass hier Missverständnisse vorprogrammiert sind.
Mit dem Abschiedsbrief von Rory hat die Autorin jedoch genau mitten ins Herz getroffen - die Worte berühren mich ganz tief in meinem Innern und zeigen die Figur von ihrer verletzlichen Seite. So viel Schmerz, so viele Wunden, die nie geheilt sind....
Zum Schluss holt die Schreibende noch einmal alles aus der Schublade "Herzkino" heraus und lässt rosarote Herzchen regnen. Ich stehe zwar voll auf Romantik und Happy End, aber hier ist es mir dann doch ein wenig zu süßlich geraten.