Tod & Tierarzt! Ein morbid-witziger Krimi mit jeder Menge tierischer Nebenfiguren – vom Riesenpferd mit Angststörung bis hin zum verräterischen Zwergohreulenküken.
Oh nein. Wie kann man bitte aus Versehen zum Mörder werden? Aber genau das passiert dem schüchternen Tierarzt Severin Herr. Dabei wollte er seinen Chef nicht umbringen. Nicht
wirklich
, jedenfalls. Es war ein Unfall. Nur wird ihm das kein Mensch glauben. Denn sein Chef, allseits beliebter Medienstar und «Tierfreund der Nation», hat Spendengelder veruntreut und es Severin in die Schuhe geschoben. Jetzt muss Severin nicht nur den Mord vertuschen, sondern auch schnellstens an Geld kommen, um den zur Praxis gehörenden Gnadenhof zu retten. Von unerwarteter Seite kommt der Vorschlag, ins Auftragskillergeschäft einzusteigen. Ein sanfter Tierarzt als Mörder? Allein die Idee erscheint Severin absurd. Aber was tut man nicht alles für seine Tiere?
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René Anour schreibt hervorragende Krimis - egal, ob historisch wie in seiner Totenärztin Reihe oder zeitgenössisch wie seine Provence-Krimis rund um Inspector Campanard. Was erwartet den Lesenden denn ...
René Anour schreibt hervorragende Krimis - egal, ob historisch wie in seiner Totenärztin Reihe oder zeitgenössisch wie seine Provence-Krimis rund um Inspector Campanard. Was erwartet den Lesenden denn in seinem aktuellen Werk? Als Cosycrime meets -'Der Doktor und das liebe Vieh' würde ich es nicht bezeichnen. Dafür gibt es fundierte Anekdoten rund aus dem Tierarztleben (der Autor ist selbst Veterinärmediziner), ein sanfter Protagonist und jede Menge liebenswerte und schräge Charaktere. Viel Humor und eine interessante Geschäftsidee runden das Ganze ab. Ich hatte viel Spaß beim Lesen, nicht nur einmal musste ich lachen, trotzdem kommt auch die Spannung nicht zu kurz. Ein ganz anderer Krimi mit Herz, Humor und Tieren!
Wenn man sich das Cover dieses Tierarzt-Krimis genau anschaut, erkennt man, dass es deutlich in Richtung Humor geht. Auch der Klappentext verrät selbiges. Doch dass es in Richtung schwarzer Humor geht, ...
Wenn man sich das Cover dieses Tierarzt-Krimis genau anschaut, erkennt man, dass es deutlich in Richtung Humor geht. Auch der Klappentext verrät selbiges. Doch dass es in Richtung schwarzer Humor geht, merkt man erst beim Lesen der ersten Kapitel. Mich erinnerte dieser Tierarzt-Krimi an die "Monsieur Comte"-Reihe von Pierre Martin. Auch dort geht es um Auftragsmorde und der "Killer" will hier wie da eigentlich gar nicht morden. Doch von Anfang an:
Der scheue Tierarzt Severin Herr arbeitet in einer Praxis auf einem Gutshof, der altersschwache Tiere aufnimmt. Sein Chef, Professor Thalheim, ist arrogant, intrigant und ein Besserwisser. Das wird ihm - endlich! - zum Verhängnis, als er sich wieder einmal in eine Behandlung einmischt. Der Professor ist tot, glücklicherweise. Aber Severin denkt, er wäre schuld an Thalheims Tod. Damit dessen ungewöhnlicher Tod nicht auffällt, lässt sich Severin einiges einfallen.
Um den Hof zu halten, braucht Severin aber Geld, viel Geld. Wie er zu diesem kommen soll, für das hat eine Mitarbeiterin, Putzfrau Jedna, eine ihrer Meinung nach super Idee: er soll inoffiziell als Auftragskiller arbeiten, was ihm gar nicht gefällt. Der erste Auftrag lässt auch nicht lange auf sich warten. Doch Severin will erst die Unschuld dieser Person beweisen, bevor er sich auf den Deal einlässt. Derweil hat er dazu noch Kommissarin Helene Sommerfelt-Stur an der Backe, die skeptisch ist, was die Unschuld der Gutshof-Mitarbeitenden betrifft. Viel lieber hätte Severin mit dem umgänglichen Kommissar Albin zu tun, doch der kommt nur selten allein vorbei.
Es ist ein wirklich schräger Krimi mit vielen originellen Figuren. Severin Herr ist ein einfühlsamer Arzt, der sich um die Tiere und auch die Besitzer kümmert, das Herz hat er am rechten Fleck. Jedna ist undurchschaubar. Tierarzt-Gehilfe Tristan kommt daher wie ein hartherziger Rocker, ist aber äusserst sensibel und tierlieb. Von Tierpfleger Leopold hätte ich gerne ein bisschen mehr erfahren.
Der Schauplatz "Gnadenhof" ist gut gewählt, inhaltlich alles gewollt eine Spur zu überdreht. Der unterhaltende Krimi spielt in der kalten Jahreszeit, von daher wäre jetzt die perfekte Lesezeit für "Der Doktor und der liebe Mord". Und ihr habt keine Ahnung, wie oft ich mir den Titel falsch notierte: an den "lieben Mord" konnte ich mich einfach nicht gewöhnen, bei mir wurde immer "das liebe Vieh" daraus
Fazit: Ideenreicher, schwarzhumoriger und unterhaltender Krimi. Wer in der Adventszeit eine nicht ganz so besinnliche, aber trotzdem zur Saison passende Lektüre lesen möchte, liegt hier goldrichtig.
4 Sterne.
Ein äußerst humorvolles Buch, dessen Geschichte zum Lachen und Schmunzeln einlädt. Der junge Tierarzt Severin Herr steht dabei im Mittelpunkt des Geschehens. Er ist ein zurückhaltender Charakter, der eigentlich ...
Ein äußerst humorvolles Buch, dessen Geschichte zum Lachen und Schmunzeln einlädt. Der junge Tierarzt Severin Herr steht dabei im Mittelpunkt des Geschehens. Er ist ein zurückhaltender Charakter, der eigentlich nur das Wohl der Tiere im Blick hat. Dabei ist er jedoch leicht beeinflussbar und glaubt an das Gute im Menschen. Dieses Vertrauen steht ihm allerdings bei seiner eigentlichen Arbeit oft im Weg.
Sehr skurril sind die einzelnen Protagonisten der Handlung: Tristan, der etwas „sonderbare“ Tierarzthelfer, pendelt charakterlich ständig zwischen seiner harten Schale und einem äußerst weichen Kern. Oder die Reinigungshilfe Jedna, die ihre Gefühle irgendwo in ihrem alten Leben abgestellt zu haben scheint. Die Handlung lebt von ihrer Skurrilität und Morbidität. Beim Lesen spürt man deutlich die Liebe des Autors zu den Tieren. Er beschreibt sehr detailliert die verschiedenen Krankheitsbilder und Verhaltensweisen der Tiere, sodass man einiges über unterschiedliche Tierarten lernt.
Es handelt sich weniger um einen klassischen Krimi, sondern eher um eine Art Cozy Mystery, bei dem das Morbide und Skurrile im Vordergrund steht. Der Autor erzählt die Geschichte unterhaltsam und flüssig, der Schreibstil ist angenehm zu lesen. Viel Humor und die liebevolle Beschreibung der Tiere und ihrer Eigenheiten sorgen für ein besonderes Lesevergnügen.
Einzig die etwas fahrig agierende Polizei war mir persönlich etwas zu unstrukturiert dargestellt. Insgesamt jedoch habe ich beim Lesen oft gelacht, und mir hat vor allem die einfühlsame Darstellung eines Arztes gefallen, der Tiere eindeutig mehr mag als Menschen
René Anours "Der Doktor und der liebe Mord" ist ein unterhaltsamer Tierarzt-Krimi, der mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht hat.
Im Mittelpunkt des Geschehens steht Severin, seines Zeichens friedliebender ...
René Anours "Der Doktor und der liebe Mord" ist ein unterhaltsamer Tierarzt-Krimi, der mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht hat.
Im Mittelpunkt des Geschehens steht Severin, seines Zeichens friedliebender Tierarzt. Dessen Chef hat Geld veruntreut und will dies Severin in die Schuhe schieben. Durch die Verkettung unglücklicher Umstände tötet Severin seinen Chef versehentlich. Die Tötung zu vertuschen, ist eine Sache, den Gnadenhof und somit die geliebten Tiere zu retten, eine andere. So gewinnt der zunächst absurd erscheinende Vorschlag, ausgerechnet er möge sich als Auftragsmörder verdingen, eine reizvolle Dimension. Aber es ist natürlich alles einfacher gesagt als getan...
Es ist viel zu oft so, dass Prämissen gut klingen, dann aber schlecht oder mäßig umgesetzt werden. René Anour hat jedoch eine wirklich gute Geschichte mit einer guten Dosis Humor abgeliefert. Mit Severin hat er zudem einen Protagonisten abgeliefert, den man irgendwie mögen muss. Mein Liebling war allerdings Tristan - seines Zeichens neuer Tierarzthelfer -, der zwar nicht die hellste Kerze auf der Torte ist, eine bewegte Vergangenheit vorzuweisen hat, dafür aber das Herz am rechten Fleck hat.
So sehr Severin und Co. auch allerlei Klischees bedienen, so scheinen doch immer wieder Facetten durch, die man so nicht erwartet hätte. Mir hat das sehr gefallen.
Natürlich ist ziemlich schnell klar, wer der Bösewicht ist, aber wie der Bösewicht überführt wird, was ihn zum Bösewicht macht, das wird auf so unterhaltsame und humorvolle Weise (und sehr viel Liebe) erzählt, dass ich mich ehrlich gefreut habe, dieses Buch zu lesen. Ich habe sogar die Naivität Severins ertragen können und mich nicht geärgert, dass er blind für das Offensichtliche ist. Das gehörte für mich in diesem Fall zum Roman dazu und war vollkommen okay.
Das Erzähltempo ist durchweg gut gewählt, die Pointen sitzen und auch wenn "Der Doktor und der liebe Mord" nicht unbedingt spannend ist, macht es einfach Spaß, den Charakteren, Verwicklungen und "Ermittlungen" beizuwohnen. Ich hoffe sehr auf einen zweiten Teil, denn im Verlauf sind mir Severin, Tristan und Co. ans Herz gewachsen und ich bin gespannt, ob und wie sich deren Zweit-Profession entwickeln wird.
Ein (cosy) Krimi, der aus Sicht des Täters spielt - sehr ungewöhnlich... Ich war sehr gespannt, wie sich so ein Roman liest!
Ich muss sagen, mir hat der Roman insgesamt sehr gut gefallen.
Der Schreibstil ...
Ein (cosy) Krimi, der aus Sicht des Täters spielt - sehr ungewöhnlich... Ich war sehr gespannt, wie sich so ein Roman liest!
Ich muss sagen, mir hat der Roman insgesamt sehr gut gefallen.
Der Schreibstil von Rene Anour ist sehr angenehm. Man fliegt teilweise nur so durch die Seiten. Immer wieder war ich erstaunt, wie viele Seiten ich in relativ kurzer Zeit gelesen habe. Alles ist sehr flüssig erzählt, die Umgebung (vor allem die Tierarztpraxis und das Außengelände des Gnadenhofs) konnte ich mir sehr gut bildlich vorstellen.
Die Personen werden alle herrlich normal beschrieben. Mein persönlicher Liebling ist Tristan. Er ist einfach irgendwie knuffig, aber an manchen Stellen möchte man ob seiner Dösigkeit auch kurz schreien ;) Jedna kann ich leider auch nach Beendigung des Buches immer noch nicht so richtig einschätzen. Severin als Protagonist ist gut gemacht. Man kann vieles logisch nachvollziehen, wenn auch nicht alles, was er tut. Auch die anderen Personen sind sehr liebevoll ausgearbeitet worden.
Den Aufbau der Geschichte finde ich ebenfalls gut. Es ist schon alles etwas abgedreht, aber nicht zu abstrakt oder kontruiert. Den Twist habe ich allerdings kurz nach der Hälfte des Buches kommen sehen. Es war aber alles so gut geschrieben, dass ich trotzdem nicht gelangweilt war und die Auflösung an sich war gut gemacht. Ich persönlich fand nur die Geschehnisse während "Advent auf Gut Thalheim" (vor dem Gespräch mit Isabell) überzogen, die Lösung dazu fand ich ebenfalls etwas übertrieben.
Wer sich einen richtigen Krimi erhofft, wird mit diesem Buch glaube ich nicht glücklich.
Wer - wie ich - gerne cosy crime mit viel Humor liest, dem kann ich dieses Buch empfehlen. Einfach, weil es von der Handlung mal was komplett anderes ist. Hier wird nicht von einem Neu-Hobbie-Detektiv ermittelt und die komplett andere Sichtweise macht es wirklich interessant.
Durch die Tatsache, dass mir einzelne Passagen wirklich etwas zu Haarsträubend waren und ich mir mehr Fokus und Interaktion auf ein einzelnes Tier gewünscht hätte (ich hatte mir vorgestellt, dass ein Tier mehr mit Severin "zusammenarbeitet") gebe ich nur 4 Sterne.