toller dritter Teil
„Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand ohne Titel“ ist der dritte Band einer Familiengeschichte, die Alena Schröder mit diesem Buch zum Abschluss bringt.
Wie auch in den Vorgängerbänden schreibt die Autorin ...
„Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand ohne Titel“ ist der dritte Band einer Familiengeschichte, die Alena Schröder mit diesem Buch zum Abschluss bringt.
Wie auch in den Vorgängerbänden schreibt die Autorin auf zwei Zeitebenen, der Vergangenheit und der Gegenwart.
Kurz nach dem Krieg entkommt die 15 jährige Marlen dem Todesstrudel von Demmin. In einem alten Forsthaus bei Güstrow lernt sie Wilma kennen, die sie unter ihre Fittiche nimmt, denn Marlen‘s Mutter hat sich aus Angst vor den Russen das Leben genommen und ihren Bruder und Marlen mit in den Tod reißen wollen. Marlen überlebte, ihr Bruder nicht.
Zusammen mit der Haushälterin Bergel leben die drei abgeschieden in einem Haus bei Güstrow. Wilmas Mann, ein bekannter Maler, ist im 2. Weltkrieg verschollen. Wilma glaubt ihn tot,worüber sie nicht traurig ist, denn ihre Ehe war geprägt von Gewalt und Unterdrückung. Wilma ist selbst Malerin, hatte neben ihrem Mann aber nie eine Chance. Nun steigt sie zur bekannten Malerin des sozialistischen Realismus auf und Marlen wird ihre Assistentin, auf die sie im Laufe der Zeit immer mehr angewiesen ist, da sie nach und nach ihr Sehvermögen verliert.Marlen malt die Bilder nach Wilmas Anleitung.Doch auch Marlen ist künstlerisch ambitioniert, was sie aber verschweigt und im Geheimen auslebt an einem kleinen Gemälde das sie bei ihrer Flucht gefunden hat und auf das sie Schicht für Schicht ihr Leben und ihre Fantasie überträgt.
In der Gegenwart lernen wir Hannah kennen, die wir schon aus den ersten Bücher der Autorin kennen.
Nach Jahrzehnten der Abwesenheit meldet sich Hannah‘s Vater bei ihr und Hannah fragt sich was er von ihr will und warum er sich die ganzen Jahrzehnte nicht um sie gekümmert hat.
Ich habe beide Geschichten gerne gelesen. Hannah war mir als Protagonistin sehr sympathisch und ich konnte ihre Gedanken,Gefühle und ihr Handeln sehr gut nachvollziehen.
Sehr berührt hat mich aber auch die Geschichte um Marlen, die von ihrem Leben nach dem Krieg handelt und wie sich ihr Zukunft weiter gestaltet hat. Auch hier konnte ich sowohl Wilma’s ,als auch Marlen‘s Verhalten in gewisser Weise nachvollziehen,
fand das Verhalten von Wilma aber schon übergriffig und grenzwertig, da sie dadurch Marlen‘s Leben nachhaltig beeinflusst hat.
Die Autorin hat es wieder gut verstanden ihre Figuren so zu gestalten, dass man als Leser einen emotionalen Bezug zu ihnen bekommt, was für mich das Lesen sehr intensiv und nachhaltig gemacht hat.
Der Schreibstil der Autorin ist eingängig, ruhig und sehr einprägsam.
Wie die einzelnen Bücher der Autorin, die man aber auch alle unabhängig voneinander lesen kann, zusammenhängen,erfährt man im Epilog.ich fand es sehr gekonnt.