Sportliche Kulisse, schwache Story
Es gibt Liebesromane, die überzeugen durch eine zauberhafte Geschichte oder durch einen wunderbaren Schreibstil. Manche haben sehr durchdacht ausgearbeitete Charaktere oder lassen auch noch ernstere Themen ...
Es gibt Liebesromane, die überzeugen durch eine zauberhafte Geschichte oder durch einen wunderbaren Schreibstil. Manche haben sehr durchdacht ausgearbeitete Charaktere oder lassen auch noch ernstere Themen in die Liebesgeschichte einfließen. Einige Autor:innen schaffen es, all diese Dinge in ihre Romane einfließen zu lassen und manche kaum etwas davon. Leider zählt „Match on Ice“ für mich zur letzteren Kategorie.
Dabei hat der Klappentext noch recht vielversprechend geklungen. Obwohl ich weder viel mit Eishockey noch mit Eiskunstlauf am Hut habe, lese ich gerne Romane zu diesen Themen oder schaue mir Filme an. Da ich auch in der Stimmung war für eine Sport-Romanze, klang dieses Buch nach dem idealen Zeitvertreib.
Die Ernüchterung kam leider relativ schnell. Den Schreibstil würde ich als eher einfach bezeichnen, daher lässt sich das Buch zwar leicht lesen, aber irgendwie plätschert auch alles einfach so an einem vorbei. Dies liegt vor allem auch daran, dass den Charakteren jegliche Tiefe fehlt. Obwohl die Autorin immer wieder versucht, gerade Romys Zwiespalt in Bezug auf ihr Leben, ihren Sport und vor allem ihren Partner Dan darzustellen, kratzt sie damit doch immer nur an der Oberfläche. Über Jacks Seelenleben erfährt man leider auf Grund der einseitigen Erzählsicht überhaupt nichts und kann nur Vermutung anstellen.
Die Geschichte ist von Anfang an recht vorhersehbar und auch die verschiedenen Dramen zeichnen sich gleich zu Beginn ab. Beides sind Dinge, die einem in diesem Genre recht häufig begegnen. Darüber hätte ich auch noch problemlos weggesehen, wenn der Rest mich überzeugen hätte können. Dies war aber leider nicht der Fall. Autorin Allie Well hat sich die Mühe gemacht und einige sehr vielversprechende Nebencharaktere eingeführt. Leider bleiben auch diese blass und ohne Tiefgang. Wenig verwunderlich eigentlich, wenn bereits die beiden Protagonisten eher farblos sind.
Dieses Buch ist der Auftakt zur dreiteiligen Reihe „Scoring Love“. Für mich wird es aber auf jeden Fall bei diesem einen Buch bleiben, da es mich entgegen meinen Erwartungen, überhaupt nicht überzeugen konnte.