Cover-Bild Lügen, die wir uns erzählen
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Kampa Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 384
  • Ersterscheinung: 20.03.2024
  • ISBN: 9783311101178
Anne Freytag

Lügen, die wir uns erzählen

Helene hätte ihren Mann verlassen sollen. Für Alex. Aber sie hat es nicht getan. Und jetzt hat ihr Mann sie verlassen – weil er sich in eine andere verliebt hat. »Es ist einfach passiert.« Mit diesem Satz zerreißt Georg das Gefüge, das Helene immer versucht hat zusammenzuhalten. Aber vielleicht ist das Ende gar kein Ende? Vielleicht ist es ein Anfang. Etwas, das Helene gebraucht hat, um sich aus dem gesellschaftlichen Korsett zu befreien, aus ihren ewigen Versuchen, den Bildern einer Frau zu entsprechen: als Ehe- und Karrierefrau, als Mutter und Tochter …

Was bedeutet es eigentlich, eine Frau zu sein? Diese Frage begleitet Helene, während sie beginnt, ihren eigenen Weg zu gehen.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.04.2025

Hörbuch gehört

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Mich hat das Buch wirklich positiv überrascht. Es hat mich an manchen Stellen so mitfühlen lassen können. Mit der ganzen Situation, mit den Gefühlen der Charaktere und diese ganzen zwischenmenschlichen ...

Mich hat das Buch wirklich positiv überrascht. Es hat mich an manchen Stellen so mitfühlen lassen können. Mit der ganzen Situation, mit den Gefühlen der Charaktere und diese ganzen zwischenmenschlichen Beziehungen.

Generell lesen bzw hören wir aus zwei Perspektiven. Von Helene. Mutter, Ehe- und Karrierefrau. Die andere Perspektive aus der Sicht von Anna. Die Tochter von Helene. Natürlich auch ganz viel über die Beziehungen zueinander.

Wir haben sehr viele Rückblicke, die mit der Gegenwart verschmilzen und es manchmal wirklich genauerem zuhören gebraucht hat, um zu wissen wo ich gerade bin.

Es geht, wie der Titel schon sagt, über die Lügen die wir uns erzählen. Sind wir auch wirklich glücklich und warum machen wir das, was wir tun?

Toller und ein sehr nachhallendes Buch. Kann ich wirklich empfehlen.

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Veröffentlicht am 07.02.2025

Beziehungen, Erwartungen, Liebe

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Dieser Roman hat mir mal wieder auf eine ganz andere Weise gefallen, da er einerseits auf relativ sachliche Art realistisch ist, andererseits aber auch wirklich emotionale Szenen zu bieten hat. Dabei hat ...

Dieser Roman hat mir mal wieder auf eine ganz andere Weise gefallen, da er einerseits auf relativ sachliche Art realistisch ist, andererseits aber auch wirklich emotionale Szenen zu bieten hat. Dabei hat er mehr zu bieten als einfach nur Unterhaltung.

So geht es hier nicht nur um die zerbrochene Ehe von Helene und Georg und wie Helene langsam aber sicher immer selbstständiger wird, sich sozusagen befreit, sondern auch um viele andere Dinge. Zum Beispiel um eine vergangene Liebe, die vielleicht gar nicht so vergangen ist und somit weiterhin Helens Leben beeinflusst. Es geht um die Beziehung zu den eigenen Eltern, aber auch den eigenen Kindern. Außerdem geht es um ganz persönliche Schicksalsschläge, um Fehlgeburten, Trennung und Erwachsenwerden, mit allem, was dazu gehört. Dabei entwickelt sich die Protagonistin immer weiter und geht ihre Probleme an, trifft aber auch Entscheidungen, die ich teilweise nicht so ganz nachvollziehen konnte. Ebenfalls hat sich mir im Laufe der Geschichte immer mehr der Gedanke aufgedrängt, dass Georg aus einer Midlifecrisis hinaus die Entscheidung getroffen hat, sich zu trennen. Ob er seine neue Freundin wirklich so sehr liebt, wird irgendwie nie so richtig klar. Auch, wenn man bedenkt, dass am Ende des Buches etwas geschieht, womit ich nicht gerechnet hätte. Dennoch hat mich dieses letzten Endes zufrieden zurückgelassen.

Ebenfalls mochte ich ganz gern, wie die Charaktere geschrieben waren, nämlich sehr lebendig und menschlich. Dennoch waren sie mir nicht wahnsinnig sympathisch, was aber auch okay war. Trotzdem konnte ich sie größtenteils durchaus verstehen, mit ihnen fühlen und ihren Weg mit ihnen gehen.

Auch, wie die Geschichte erzählt wird, fand ich hier durchaus gut gemacht. Man verfolgt nämlich nicht nur Helen in der Gegenwart, sowie in der Vergangenheit, sondern auch ihre Tochter Anna. Damit bekommt man ebenfalls einen guten Einblick in deren Gefühls- und Gedankenwelt, was auch die Beziehung zwischen ihr und Helen nachvollziehbarer macht.

Alles in allem fand ich diesen Roman wirklich gut, weil er tiefer schaut und einen guten Einblick in eine Familie gibt, die sich durch verschiedene Schicksalsschläge kämpfen musste und dennoch an falschen Erwartungen zerbricht. Aber auch, weil er zeigt, wie schwer es für Frauen teilweise noch sein kann, allen Aufgaben gerecht zu werden.

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Veröffentlicht am 07.05.2024

Trennung und Selbsthilfe

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Ein tolles Hörbuch, gelesen von Lara Hoffmann und Steffanie Wittgenstein.
Der Schreibstil und auch die Gefühle der Protagonisten wurden hier sehr gut rübergebracht und es waren angenehme Stimmen. Die Geschichte ...

Ein tolles Hörbuch, gelesen von Lara Hoffmann und Steffanie Wittgenstein.
Der Schreibstil und auch die Gefühle der Protagonisten wurden hier sehr gut rübergebracht und es waren angenehme Stimmen. Die Geschichte ist spannend, aber auch sehr emotional. Zum anderen kommt die Geschichte über das Ende einer Ehe sehr authentisch rüber und man kann sich hier und da mit der Protagonistin identifizieren.

Die Hauptprotagonistin ist Helene, sie ist Mutter von zwei Kindern, Mitte-Ende vierzig, noch verheiratet mit Georg. Auch mit ihrer großen Liebe Alex steht sie noch in Kontakt und ihre Gefühle wanken. Sie versucht sich selbst zu finden. Tag ein, Tag aus, gibt es zwischen dem Ehepaar immer nur Lügen. Georg lässt sie wegen einer anderen Frau sitzen und es schmerzt sie unendlich. Helene zieht Bilanz. War die Ehe von Anfang an zum scheitern verurteilt? Wie ist es überhaupt soweit gekommen? Gibt es am Ende doch noch eine Chance für die Familie?

Große Hör- und Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 14.04.2024

Szenen einer Trennung (Hörbuch-Rezension)

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Format: Hörbuch
Verlag: Saga Egmont (1. April 2024)
Lauflänge: 10 h 45 min, ungekürzt
Sprecherinnen: Stefanie Wittgenstein und Lara Hoffmann
auch als Hardcover und als E-Book erhältlich

Szenen einer Trennung

Inhalt:
Helene ...

Format: Hörbuch
Verlag: Saga Egmont (1. April 2024)
Lauflänge: 10 h 45 min, ungekürzt
Sprecherinnen: Stefanie Wittgenstein und Lara Hoffmann
auch als Hardcover und als E-Book erhältlich

Szenen einer Trennung

Inhalt:
Helene ist 47 Jahre alt und Mutter zweier pubertierender Kinder, als ihr Mann Georg sie wegen einer anderen verlässt. Die ganze Familie droht auseinander zu fallen. Helene muss sich und ihr Leben komplett neu sortieren und Altlasten aufarbeiten, um eine Zukunft zu haben.

Meine Meinung:
Ich liebe die Bücher von Anne Freytag und bin jedes Mal begeistert, wie treffend die Autorin die Gefühle ihrer Protagonist*innen einfangen kann. Es fällt mir dadurch immer sehr leicht, mich in die verschiedenen Personen hineinzuversetzen und ihre Handlungsweisen zu verstehen. Genau so ging es mir auch bei diesem Roman.

Gelungen fand ich die zwei Perspektiven, aus denen erzählt wird. Man würde vielleicht vermuten, die Geschichte aus Helenes Sicht und aus der ihres Mannes Georg zu hören. Tatsächlich kommt hier aber nicht Georg zu Wort, sondern Helenes Tochter Anna, die ihrer Mutter die komplette Schuld an der Trennung gibt. Sie ist ein typisches pubertierendes Mädchen, das gerade selbst nicht so recht weiß, wo sie im Leben hingehört.

In Rückblenden kommt vieles zum Vorschein, das für die gegenwärtige Situation ursächlich ist und nie richtig aufgearbeitet wurde. Die verschiedenen Perspektiven und Zeiten ergeben nach und nach ein komplettes Bild dieses „Familiendramas“.

Die beiden Sprecherinnen haben gut gelesen. Allerdings war mir ihre Stimmlage nicht wirklich angenehm, sodass meine Ohren öfter mal eine Pause brauchten.

★★★★☆

Veröffentlicht am 29.06.2025

Ein solides, stellenweise berührendes Familien und Selbstfindungsdrama!

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"Lügen, die wir uns erzählen" habe ich begonnen, direkt nachdem "Blaues Wunder" mir wieder einmal bestätigt hat, dass ich dringend mehr Bücher von Anne Freytag lesen muss. Leider konnte mich dieser Roman ...

"Lügen, die wir uns erzählen" habe ich begonnen, direkt nachdem "Blaues Wunder" mir wieder einmal bestätigt hat, dass ich dringend mehr Bücher von Anne Freytag lesen muss. Leider konnte mich dieser Roman aber alles in allem nicht ganz so sehr überzeugen, wie ich mir das erhofft hatte.

Das hängt vor allem mit der Erzählstruktur zusammen. Die Autorin erzählt aus der Perspektive der 47jährigen Helene, die nach der Trennung von ihrem Ehemann ihr Leben reflektiert und dafür wild durch die Zeit springt. Dabei wechseln sich die Gegenwart mit verschiedenen Stufen der Vergangenheit ab, die allerdings so wild vermischt werden, sodass es vor allem beim Hören des Hörbuches schwierig ist, am Ball zu bleiben und manches logisch nicht ganz zusammenpasst. Außerdem gibt es durch die vielen Sprünge leider viele Wiederholungen. Da man gefühlt alles dreimal erzählt bekommt, die wirklich wichtigen Informationen aber bis zum Ende ausgespart werden, zog sich das Buch trotz seiner knapp 400 Seiten gefühlt ewig in die Länge. Anders als bei ihren anderen Büchern, in denen zwar auch nicht gerade ein Handlungsfeuerwerk gezündet wurde, die Spannung aber trotzdem zwischen den Zeilen brodelt, ist hier der Funke nie richtig übergesprungen.

Besonders im letzten Drittel hatte ich dann auf ein fulminantes Ende gehofft, das das Buch noch aus der gefühlten Mittelmäßigkeit reißt, doch leider empfand ich dieses als total weichgespült und unrund (Spoiler: Nicht nur dass handwerkliche Laien plötzlich eine Bauruine renoviert haben, Tochter einen plötzlichen Sinneswandel durchlebt, der Vater doch nicht homophob war, Helene gibt auch ihre hart erkämpfte Unabhängigkeit einfach so wieder auf und kehrt zu ihrem Mann zurück?!?!).

"Es ist beeindruckend, wie gut man sich in Kleidung und hinter Make-Up verstecken kann. Wie glücklich zwei unglückliche Menschen aussehen können. Wir hätten mich auch überzeugt - eine perfekte Lüge mit lächelnden Gesichtern."


Trotz der für mich wenig packenden Handlung und des für mich nicht nachvollziehbaren Endes, hat "Lügen, die wir uns erzählen" zweifelsohne sehr starke Passagen und alles in allem auch etwas in mir ausgelöst. Wie soll es auch nicht, immerhin ist es ein Roman von Anne Freytag und dementsprechend voller kluger Beobachtungen, komplexer Emotionen und wichtiger Themen! Aber alles in allem hatte ich mir hier definitiv mehr erwartet, besonders nachdem bisher für mich alles, was sie geschrieben hat, direkt ins Schwarze getroffen hat. Denn mit Themen wie Ehe, Fehlgeburt, Kinderwunsch, Karriere, Lebensziele, Liebe, Rollenkonflikte, Beziehungen und Frausein in einer patriarchalen Gesellschaft werden ähnliche Themen und ein vergleichbarer Lebensabschnitt angesprochen wie in "Blaues Wunder", allerdings fehlte mir im Vergleich dazu der packende erzählerische Rahmen.

"Und in dem Moment denke ich an mich auf diesem Sessel, und mir wird schlagartig klar, dass ich nicht mehr dieselbe Frau bin. Als wäre ich mir mit den Jahren unerkannt näher gekommen, als hätte ich Schicht für Schicht abgetragen. Damals jung und schön und sportlich, ein Gesicht ohne Falten, vom Leben nicht gezeichnet, aber auch nicht davon durchdrungen."


So ist die Emotions- und Lebenswelt von Helene zwar großartig dargestellt, zu vielem fehlte mir allerdings der Zugang. Ob es nun daran liegt, dass ich in einer ganz anderen Lebensphase bin als Helene oder daran, dass sie immer wieder um sich selbst rotiert, nur um am Ende beinahe wieder am Ausgangspunkt anzukommen, kann ich gar nicht richtig sagen. Fest steht allerdings, dass ich trotz der 400 intensiven Seiten immer noch nicht ganz verstanden habe, was sie antreibt, was sie wirklich fühlt und wer sie sein möchte. Zwischendurch werden zusätzlich Passagen aus der Sicht ihrer 16jährigen Tochter Anna eingefügt, die zwar eine interessante Einsicht bieten, insgesamt aber eher von Helenes Geschichte ablenken. Wieso sich die Autorin dafür entschieden hat, Annas Perspektive mit einzubeziehen und nicht auch die ihres Sohnes Jonas, kann ich also nicht ganz nachvollziehen.

Auch die Nebenfiguren blieben mir im Vergleich zu anderen Bücher der Autorin etwas zu blass und sind stark von der internalisierten Misogynie der Figur geprägt. Außer ihrer Tochter, der "anderen Frau" Mariam und ihrer toxischen Mutter spielt keine andere Frauenfigur eine wichtige Rolle, stattdessen dreht sich ihre ganze Welt um zwei mittelmäßig interessante Männerfiguren, Georg und Alex sowie ihren Bruder Henry. So verschenkt der Roman die Chance, eine kraftvolle feministische Erzählung über weibliche Selbstermächtigung und das Ringen um Identität in einem patriarchal geprägten System zu sein.

"Ich hätte diejenige sein sollen, die geht. Mich gegen ihn entscheiden und für mich. Wieso habe ich es nicht getan? Es gab so viele Tage mit so vielen Stunden, in denen ich ihn hätte verlassen können. Und jetzt ist er weg – so wie er eigentlich immer weg war. Nur dass es diesmal wehtut.”



Fazit

"Lügen, die wir uns erzählen" ist ein solides, stellenweise berührendes Familien und Selbstfindungsdrama, bei dem ich aber das unterschwellige Knistern und die Sogwirkung von Anne Freytags früheren Romane vermisst habe.

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