Cover-Bild Die Tochter des Fechtmeisters
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11,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Lübbe
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: historischer Roman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Historische Romane
  • Seitenzahl: 704
  • Ersterscheinung: 09.12.2016
  • ISBN: 9783404174812
Sabine Weiß

Die Tochter des Fechtmeisters

Historischer Roman

Rostock 1608. Von Kindesbeinen an ist Clarissa von der Kunst des Fechtens fasziniert. Für sie geht ein Traum in Erfüllung, als sie ihren Vater, einen angesehenen Fechtmeister, nach Frankfurt begleiten darf, wo sich alljährlich die besten Schwertkämpfer des Reiches messen. Doch zwischen den verfeindeten Fechtbruderschaften schwelt ein Krieg, und bei einem heimtückischen Überfall wird Clarissas Vater ermordet - und sie selbst als seine Mörderin verleumdet. Als sie von einer Verschwörung hört, die das ganze Reich ins Chaos zu stürzen droht, muss sie sich fragen: Hatte ihr Vater etwas damit zu tun? Wer sind seine wahren Mörder?

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.01.2017

Eine Frau behauptet sich

1

Wir schreiben das Jahr 1606 - Clarissa wächst als Tochter des Fechtmeisters Fritjoff auf. Die folgenden Wochen und Monate werden ihr Schicksal bestimmen, denn die Ereignisse erschlagen sich in ihrem Leben. ...

Wir schreiben das Jahr 1606 - Clarissa wächst als Tochter des Fechtmeisters Fritjoff auf. Die folgenden Wochen und Monate werden ihr Schicksal bestimmen, denn die Ereignisse erschlagen sich in ihrem Leben. Ihr Vater verschwindet und sie steht plötzlich unter Mordverdacht. Von Fahrenden wird sie aufgenommen und landet auf Umwegen in Prag, wo es später zu Aufständen und Unruhen kommt, denn der Kaiser soll gestürzt werden. Hinzu kommt, dass sie sich in Leander, der sie nach Prag geleitet hat, verliebt... Soweit die wichtigsten Ereignisse, die die Geschichte im Buch voranbringen.

Zu Beginn war es sehr schwer für mich, den roten Faden zu finden, denn es wird zwischen unterschiedlichsten Zeiten und Orten gewechselt, so dass man sich erst einmal zurechtfinden muss. Nach und nach kann man die einzelnen Erzählstränge aber entwirren und verstehen, in welcher Verbindungen alles zueinander steht.

Der Schreibstil an sich hat mir sehr gut gefallen, da er einen in eine andere Zeit und Welt entführt, auch die einzelnen Charaktere werden sehr gut herausgearbeitet - allen voran Clarissa, die sich als starke Frau zu behaupten weiß, auch mit der Waffe, was für diese Zeit eher untypisch ist.

Das Buch hält jede Menge Überraschungen bereit, was mir auch sehr gut gefallen hat, da es so nie langweilig wurde. Was mir nicht so gut gefallen hat, waren zu Beginn die ellenlangen Beschreibungen von Fechttechniken und zum Ende hin der für meinen Geschmack zu ausufernde Teil über die politischen Unruhen und Kämpfe in Prag - beides hat mich etwas zu sehr von der eigentlichen Geschichte abgelenkt.

Insgesamt war es aber ein tolles Buch, welches ich mit Freude gelesen habe.

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Veröffentlicht am 23.01.2017

Die Geschichte einer Frau inmitten der Meister des Schwertes

1

"Die Tochter des Fechtmeisters" ist ein neuer Roman aus der Feder von Sabine Weiß. Diesmal entführt sie den Leser in die Zeit Anfang des 17. Jahrhunderts. Clarissa, die Tochter des Rostocker Fechtmeister ...

"Die Tochter des Fechtmeisters" ist ein neuer Roman aus der Feder von Sabine Weiß. Diesmal entführt sie den Leser in die Zeit Anfang des 17. Jahrhunderts. Clarissa, die Tochter des Rostocker Fechtmeister Fritjoff, begleitet ihren Vater nach Frankfurt, wo die "Meister des Schwertes" gekürt werden. Dabei wird der Leser in verschiedene Handlungsstränge entführt, die sich erst nach und nach zusammenfügen. Auch vermittelt die Autorin viel Fachwissen und Zeitgenössisches, das sie in die Geschichte einfließen lässt. Aber teilweise entstehen auch Längen, die es zu überwinden galt. Letztendlich war ich mir auch nicht sicher, ob nicht ein paar weniger Handlungsstränge oder Nebenschauplätze gut gewesen wären, um mehr bei der Kernstory rund um Clarissa zu bleiben. Im Die Spannung in der Geschichte baut sich langsam auf, erreicht aber im letzten Drittel seinen Höhepunkt. Überrascht war ich aber, dass das Hauptgeschehen eigentlich knapp 100 Seiten vor der letzten Seite beendet war und das Geschehen danach irgendwie für mich nicht mehr nötig war. Hier hatte ich den Eindruck dass der Leser nur noch über die weiteren geschichtlichen Hintergründe informiert wird. In Summe ist "Die Tochter des Fechtmeisters" ein sehr gut recherchierter Roman, der für mich nicht ganz an die Geschichte der "Hansetochter" von Sabine Weiß heranreicht. Wer aber über die Fechtkunst und die Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg lesen möchte, bekommt hier einen guten historischen Roman geboten.

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Veröffentlicht am 23.01.2017

Sehr gut

1

Das Buch von Sabine Weiß hat 704 Seiten und ist aufgeteilt in 48 Kapitel.

Der Einstieg war etwas schwierig, weil es in nur kurzen Absätzen unterschiedliche Handlungen mit verschiedenen Personen zu unterschiedlichen ...

Das Buch von Sabine Weiß hat 704 Seiten und ist aufgeteilt in 48 Kapitel.

Der Einstieg war etwas schwierig, weil es in nur kurzen Absätzen unterschiedliche Handlungen mit verschiedenen Personen zu unterschiedlichen Zeiten gibt, die ich alle noch nicht richtig einordnen konnte. Aber im weiteren Verlauf ergeben sich die Zusammenhänge.

Es beginnt im Sommer 1566 bei Mecklenburg. Dort müssen ein fünfjähriger Junge und sein Bruder zuschauen, wie ihre Mutter gegen den Großbauern des Dorfes kämpfen muss und den Kampf verliert.

Weiter geht es 1606 in Wien. Dorle, die Geliebte des Erzherzogs Matthias, belauscht ein geheimes Treffen, wobei es um den Sturz des Kaisers geht.
Zwei Jahre Später ist Matthias König von Ungarn und Dorle immer noch seine Geliebte.

Rostock 1608: Fritjoff ist Meister der Fechtbruderschaft von Sankt Marx und bildet junge Männer im Kampf mit unterschiedlichen Waffen aus. Unter ihnen auch Marius, der ein Auge auf des Meisters Tochter Clarissa geworfen hat, und Alexander, der nichts anbrennen lässt. Fritjoff fürchtet um seine Existenz, als er erfährt, dass sich ein weiterer Fechtmeister in Rostock niederlassen will und gerät auf einer Feierlichkeit mit ihm in Streit. Ebenfalls gibt es Rangeleien zwischen Marius, Alexander und einigen adeligen Studenten. Immer wieder gab es Rivalitäten zwischen den adeligen Studenten und den Bürgern und Handwerkern. Aber Kämpfe oder Duelle sind verboten und gefährden den Abschluss als Fechtmeister.

Die Geschehnisse wechseln zwischen den aktuellen Handlungen und, wie dann klar wird, zwischen Fritjoffs Kindheit, als er sich mit seinem Bruder Carl nach dem Tod der Mutter durchschlagen musste.
Auch gibt es Abschnitte, wo man Carl’s weiteren Weg nach der Trennung von Fritjoff verfolgen kann. Da er ein jähzorniger Bursche war, hatte er es nicht leicht. Er zog in verschiedene Kriege. Dabei werden die Kriegshandlungen recht klar beschrieben. Allerdings interessiert mich weniger, wer warum gegen wen kämpft. Die politische Situation in diesen Zeiten ändert sich ständig, es gibt immer wieder Machtkämpfe, Stürze der Regenten und neue Leute an der Macht. Das ist ziemlich kompliziert.

Als Fritjoff und seine Lehrlinge zu der jährlich stattfindenden Fechtmesse nach Frankfurt reisen und bei einem alten Kindheitsfreund Rast macht, kommen die Erinnerungen an die früheren Zeiten und seinen Bruder wieder hoch. Auf dieser Reise lernt Clarissa Personen aus der Vergangenheit ihres Vaters kennen und erfährt auch, dass sie einen Onkel hatte. In Frankfurt treffen sie noch weitere Fechtmeister und ihre Lehrlinge, unter ihnen auch Juden, was von den anderen Fechtbruderschaften nicht gern gesehen wird. In dieser Zeit benimmt sich Alexander komisch und Marius gesteht Clarissa seine Liebe. Aber diese kann ihre Gefühle nicht richtig einordnen, was sich später auch als durchaus richtig erweist.
Nach der bestandenen Fechtprüfung verlassen Marius und Alexander die Truppe, um beim Heer des Kaisers anzuheuern.
Auf der Heimreise kommt es zu dramatischen Geschehnissen, bei der auch eine Gauklergruppe und Pater Seraphim eine wichtige Rolle spielen. Durch diese Ereignisse verändert sich Clarissas Leben drastisch. Sie muss neue Entscheidungen treffen und selbst handeln. Also reist sie nach Prag, wo sie auch Alexander und Marius wieder trifft. Die weiteren Handlungen sind rasant und spannend geschrieben. Es ist ein immer währender Kampf zwischen Liebe und Leid, Krieg und Frieden.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Die hauptsächlichen Handlungen spielen um Clarissa und ihre Familie und Freunde. Die geschichtlichen Ereignisse habe ich zwar nicht gegoogelt, denke aber schon, dass sie gut recherchiert sind.

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Veröffentlicht am 15.01.2017

historisches Abenteuer einer starken Frau die das Fechten liebt.

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Mit einem wunderschönen historischen Cover begrüsst uns Sabine Weiß mit ihrer Tochter des Fechtmeisters.
Das Buch hat ungewöhnlicherweise einen runden Buchrücken das hat Leserillen vom Lesen vermieden. ...

Mit einem wunderschönen historischen Cover begrüsst uns Sabine Weiß mit ihrer Tochter des Fechtmeisters.
Das Buch hat ungewöhnlicherweise einen runden Buchrücken das hat Leserillen vom Lesen vermieden. Auf der anderen Seite aber war innen die Klebefalz zu sehen und das finde ich nicht so schön.
Natürlich ist das aber Geschmackssache.

Auf 706 Seiten erleben wir ein historisches Abenteuer um eine starke Frau die das Fechten in die Wiege gelegt bekommt und es liebt, aber in dieser Zeit nicht ausleben darf.
Durch blöde Umstände läuft dann alles aus dem Ruder und die Protagonistin schlägt sich mit verschiedenen Weggefährten durch.
Zur Zeit in der die Handlung spielt, hat das Fechten eine grosse Rolle was im Buch auch sehr bildlich und beschrieben wird.
Der Schreibstil ist angenehm und nicht leicht zu lesen.
Der Erzählstil ist spannend mit ein paar Längen die aber immer wieder zurückfinden, in die richtige Bahn.
Es gibt verschiedene Erzählstränge zu verschiedenen Zeiten und auch Standorten die ein bisschen verwirren.
Am Anfang hatte ich leichte Probleme in das Buch zu finden das legte sich aber dann.

Die Charaktere sind sehr verschieden und auch farbig beschrieben.
Mein Lieblingscharakter war hier Alexander der mich am Schluss noch überraschen konnte.

Es gibt einen Spannungsbogen der Auf und Ab geht durch die verschiedenen Stränge, zum Ende hin führen sie zusammen und erklären sich auch.
Der Inhalt ist interessant und kann am Schluß noch überraschen.
Die Tochter des Fechtmeisters ist somit eine historische Geschichte die gut unterhält, nicht leicht zu lesen ist und trotzdem irgendwie fesselt.
Klar ist das Konzept starker Frauen im Mittelalter nicht neu erfunden aber hier erlebt man Clarissa nicht nur stark und generelle Hilfe nimmt sie auch an.

Von mir gibt es 4 Sterne da ich nicht restlos überzeugt bin, aber es mich gut unterhalten hat, interessante Lektüre ist und mit dem Fechtthema sich ein bisschen von den üblichen Mittelalterromanen abhebt.

Veröffentlicht am 13.01.2017

Mein Leseeindruck

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Als ich dann endlich, pünktlich zum Erscheinungstag, das Buch in Händen halten durfte, war ich angenehm überrascht. Fühlte es sich doch so griffig an. Möglicherweise lag es daran, dass es eckig sondern ...

Als ich dann endlich, pünktlich zum Erscheinungstag, das Buch in Händen halten durfte, war ich angenehm überrascht. Fühlte es sich doch so griffig an. Möglicherweise lag es daran, dass es eckig sondern eher rund verleimt ist. Aber auch das Cover hat mich begeistert. Die alte Hansestadt Rostock mit seinen Schiffen, eine Frau im rotbraunen Kleid und natürlich das Schwert. Somit ist das Bild stimmig mit dem Titel.

Bevor es mit der eigentlichen Story losgeht, erhält der Leser mittels einer Karte in der Klappe, einen Überblick über Rostock um 1608. Auch die umliegenden Länder und Besitztümer sind sehr schön dargestellt und bestimmt wird auch jeder Leser seine Stadt bzw. seine Landeszugehörigkeit suchen. Ich denke, dass so etwas den Leser schon mal etwas an die Geschichte bindet und gleich mit einbezieht.

Im Anschluss geht es direkt weiter mit dem Personenverzeichnis, das auf jeden Fall jede Menge unterschiedlicher Charakteren verspricht.

" Ihr jungen Kerle schnarcht und furzt sicher wie die Stiere." (Seite 88)

Der Handlungsort ist Rostock um 1608. Dort lernt der Leser die Hauptprotagonistin Clarissa kennen. Mit ihren 18 Jahren erscheint sie sehr mutig und tough, aber gelegentlich auch etwas blauäugig. Ganz wie ihr Vater, so liebt auch sie das Kämpfen mit dem Degen. Allerdings nur als Sport für Körper und Geist, und nicht als Waffe, um zu töten. Bei diesen Fechtkämpfen macht ihr kein Mann so leicht etwas vor. Sie erscheint hierbei sogar etwas burschikos, was sie aber nicht unsympathisch wirken lässt.

Aber auch Fritjoff, ihr Vater, spielt eine wesentliche Rolle. Sehr eindrucksvoll beschreibt die Autorin, den Werdegang des Fechtmeisters. Mehrfach hatte ich beim Lesen der Rückblenden einen Kloß im Hals, da es teilweise an Dramatik kaum zu überbieten war.

Auch Carls Zorn beschreibt die Autorin großartig. Er agiert zwar für meine Begriffe immer sehr emotional und auch gedankenlos, aber gerade diese Charakterzüge sind es, die seine Geschichte so speziell macht.
Gerade auch, als Carl seinen Freund Hans verliert, spürt man, dass hinter der rauen Schale doch ein weiches Herz klopft.

Allerdings waren mir diese ganzen Marsch- und Kriegsszenen etwas zu langatmig und ich muss zugeben, dass ich dann und wann ein paar Seiten überblättert habe.

Sehr gut haben mir die dialektischen Einlage der Rostocker Sprache gefallen. So fühlte ich mich den Land und Leuten während des Lesens etwas näher.

Leider muss ich nun aber auch sagen, dass es sehr viele Handlungs- bzw. Nebenstränge gibt. Sie sind nicht uninteressant, lenken aber von der Hauptgeschichte (wir erinnern uns an den Titel des Buches!?) sehr ab.

Fazit:

Trotz der kleinen oben beschriebenen Mängel hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es ist nicht nur unterhaltsam, sondern auch lehrreich. Gerade im Bereich des Fechtens hatte ich doch sehr viele Wissenslücken, die ich nun schließen konnte.

Die Protagonisten haben mir sehr gut gefallen, stellenweise hatte ich sogar das Gefühl, ich müsste in die Geschichte eingreifen und meinen Unmut gewissen Personen ins Gesicht schmettern. Aber .... es ist ja nur ein Roman.

Ich würde mich sehr freuen, wenn es eine Fortsetzung mit Clarissa geben würde, da ich ihren Lebensweg gerne weiter mitverfolgen würde.
Für Liebhaber historischer Romane und/oder der Fechtkunst ist dieses Buch ein wahres Schätzchen.