Kein Strom, kein Netz, jede Menge Knochen
Wieder habe ich mit Vorfreude auf Simon Beckett und Dr. David Hunter gewartet, es ist jedes Mal wieder sehr ungewiss, was der forensische Anthropologe erleben und erforschen wird. Wie immer liest der Sprechen ...
Wieder habe ich mit Vorfreude auf Simon Beckett und Dr. David Hunter gewartet, es ist jedes Mal wieder sehr ungewiss, was der forensische Anthropologe erleben und erforschen wird. Wie immer liest der Sprechen Johannes Steck mit unnachahmlichem Timbre, düster, düsterer geht es nicht. Kein Wunder, dass es von den ersten sechs Hörbüchern eine Platinbox zum Dauergruseln gibt. In Knochenkälte ist es wahrlich kalt und Knochen werden so viele gefunden in dem abgelegenen Edendale in den Cumbrian Mountains, das würde direkt für drei weitere Bücher reichen. Trotzdem begann die Story recht langatmig, bis Hunter sich auf dem Weg zu einem Auftrag dann endgültig verfahren hatte und in einem regelrechten Sackgassendorf gelandet ist. Hunter kommt für die Nacht in einem ehemaligen Hotel unter, Dummerweise wird ihm von einem der mehr als unfreundlichen Bewohner der Rückweg abgeschnitten und ihm und allen anderen in dieser Sackgasse gleich der Strom und das Netz mit. Dass er sich mitten in einem regelrechten Verbrechensnest befindet, das bemerkt er erst später. Skelettfunde und Tote machen ihm das Leben schwer, manch unausstehlicher Edendale-Bewohner noch mehr. Da erfreut er sich zwischendurch an einem Baby und einem jungen Labrador. Und landet irgendwann in einer Grube. Ob er da lebend wieder heraus kommt aus diesem Elend? Der Titel lässt auf Ungemütliches schließen, die Kälte und das Unwetter in den Bergen kommen obendrauf.
Die Story ist sehr verworren und aus jetziger Sicht wäre es wohl besser gewesen, angesichts dieser Ausgangslage besser das Buch zu lesen, da kann man einfacher zurückblättern, wenn einem ein Zusammenhang entfallen ist. Das ist beim Hörbuch schwieriger. Dafür hat man aber einen regelrechten Film für den Kopf gehört. Steck macht das perfekt.
Fazit: Nach anfänglichem Zögern geht Beckett in die Vollen und facht die Spannung immer wieder an. Mir hat es gefallen und wer auf Beckett und Hunter steht, kommt wieder voll auf seine Kosten.