Cover-Bild Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104
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28,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Hörbuch Hamburg
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: keine Angabe / keine Angabe
  • Ersterscheinung: 28.08.2025
  • ISBN: 9783957133359
Susanne Abel

Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104

2 CDs | Der hochemotionale neue Roman von Susanne Abel – Autorin des Nr. 1-Bestsellers »Stay away from Gretchen«
Vera Teltz (Sprecher)

Es gibt keinen Weg, der nicht irgendwann nach Hause führt

Am Ende des Zweiten Weltkriegs wird mitten in Deutschland ein kleiner Junge gefunden, der nichts über sich selbst und seine Herkunft weiß. Sein Alter wird geschätzt, er bekommt den Namen Hartmut und wächst in einem katholischen Kinderheim auf, in dem viel Ordnung und noch mehr Zucht herrscht. Dort lernt er die etwas ältere Kriegswaise Margret kennen, die ihn schon im Heim zu beschützen versucht. Die beiden werden zu einer unverzichtbaren Stütze füreinander und beschließen, sich nie wieder loszulassen. Doch während sie mit aller Kraft versuchen, gemeinsam das Geschehene zu vergessen und ein normales Leben zu führen, werden die Folgen ihrer Vergangenheit auch für die nachkommenden Generationen bestimmend ...

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.09.2025

Folgen von in der Kindheit erlittenen Traumata

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Meine Bewertung bezieht sich auf das Hörbuch "Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104", hervorragend gesprochen von Vera Telz
Als nach dem Krieg im katholisch geführten Kinderheim ein kleiner Junge ...

Meine Bewertung bezieht sich auf das Hörbuch "Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104", hervorragend gesprochen von Vera Telz
Als nach dem Krieg im katholisch geführten Kinderheim ein kleiner Junge mit einem unleserlichen Schild um den Hals ankommt, gibt man ihm den Namen Hartmut Willeiski und die Nummer 104.
Weil er aufgrund des erlittenen Traumas während der Flucht aus Ostdeutschland nicht spricht, wird er als schwachsinnig eingestuft.
Nur die sechs Jahre ältere Margret, im Kinderheim die Nr. 87, findet Zugang zu ihm. Entdeckt, dass er doch sprechen kann, nennt ihn Hardy und kümmert sich liebevoll um ihn.
Als überlebende Verwandte Margret finden und zu sich holen, trennen sich die Wege der beiden und Hardy ist fortan den Erniedrigungen und Misshandlungen der Nonnen hilflos ausgeliefert
Aber auch Margret muss erleben, dass Familie nicht gleich Geborgenheit und Liebe bedeutet.
Erst als junge Frau findet Margret den mittlerweile 16 jährigen Hardy, der inzwischen eine Art Versuchskaninchen für die Ärzte ist, wieder und nimmt sich erneut seiner an.
Die beiden bleiben zusammen, heiraten und bekommen ihre Tochter Sabine.
Aber erst ihrer Urenkelin Emily gelingt es, die Schale der beiden Stück für Stück aufzubrechen und ihrem Schicksal nachzugehen.
Susanne Abel hat für ihr neues Buch hervorragend recherchiert, immer wieder Zeitgeschichte eingeflochten, an die ich mich sehr gut erinnern kann, weil ich in den 60er Jahren aufgewachsen bin.
Sie zeigt auf, daß Erbgut sich nicht nur im Aussehen und dem Charakter widerspiegelt, auch die erlittenen Trauma können in Teilen auf weitere Generationen übergehen.
Wer die Augen nicht vor den Verbrechen, die in der damaligen Zeit im Namen der Barmherzigkeit begangen wurden, verschließt, den erwartet ein unbedingt hörenswertes Hörbuch

Veröffentlicht am 07.09.2025

Bewegend

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"Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104" von Susanne Abel ist in der Hörbuchfassung von Vera Teltz gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe ...

"Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104" von Susanne Abel ist in der Hörbuchfassung von Vera Teltz gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe in doppelter Geschwindigkeit. Mir sind Hörbücher meist zu langsam eingesprochen. Die Stimme der Sprecherin kann ich daher nur bedingt einschätzen, aber auch bei höherer Geschwindigkeit war diese noch sehr angenehm zu hören. Betonungen kamen gut heraus und haben den Inhalt unterstützt. Aber auch in erhöhter Geschwindigkeit hat mir Telz' Stimme gut gefallen.
Die Grundidee des Buches - eine Geschichte über Heimkinder - fand ich schon sehr spannend. Die grandiose Umsetzung durch Autorin Susanne Abel hat mich dann jedoch vollends begeistern können. Die Erzählung springt immer wieder zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit hin und her, dabei helfen die Jahresangaben immens. So entsteht nach und nach ein Bild, das die Schrecken der Vergangenheit mit aktuellen Problemlagen verwebt und somit generationale Traumata authentisch schildert.
Dabei sind auch die Schrecken der Kinderheime gut recherchiert und ohne Polemik dargestellt, im Nachwort durch die Autorin auch noch einmal gut eingeordnet. Abel schafft es eine berührende und mitreißende Emotionalität herzustellen, die mich noch lange an das Buch denken lassen wird. Nicht nur die Schwere der Thematik, auch die gut gewählte 'Erzählweise hallen nach.
Sprache und Schreibstil waren harmonisch, vor allem auch der eingestreute Dialekt durch die fabelhafte Arbeit der Sprecherin authentisch.
Insgesamt ist "Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104" ein Buch, das mich positiv überraschen und emotional stark und langfristig berühren konnte.

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Veröffentlicht am 05.09.2025

Das laute Schweigen der Vergangenheit

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Sollte jemand keine Geduld für längere Rezensionen haben, dann beginne ich hier mit dem Fazit: Dieses Buch muss man lesen, dieses Hörbuch muss man hören, es ist einfach sensationell und trotzdem so hart ...

Sollte jemand keine Geduld für längere Rezensionen haben, dann beginne ich hier mit dem Fazit: Dieses Buch muss man lesen, dieses Hörbuch muss man hören, es ist einfach sensationell und trotzdem so hart zu akzeptieren, dass es dem Leser oder Hörer unwillkürlich Tränen der Wut und des Mitgefühls in die Augen treibt.
Aber jetzt der Reihe nach. Schon die Gretchen-Reihe von Susanne Abel habe ich als Hörbücher geliebt, Vera Teltz ist die passendste Sprecherin für Susanne Abels Werke. Auch im neuesten Hörbuch bringt sie diese Geschichte mit ihren unterschiedlichen Protagonisten so zum Leben, wie es sonst nur Verfilmungen mit vielen Schauspielern gelingt. Grandioses Kino für den Kopf!
Zuerst hatte ich Zweifel, ob ich mich den Themen Kriegskinder, Kinderheime, Kriegstrauma, zerstörte Kindheit, zerstörte Familien schon wieder über 13 Stunden auseinandersetzen wollte, aber nach der Hörprobe konnte ich eigentlich gar nicht mehr aufhören zuzuhören.
Ich wurde Ohrenzeuge unsagbaren Leids von Kindern, die den Krieg knapp überlebt hatten und in die Hände verantwortungs- und herzloser Menschen fielen, seien sie von Gott geleitet oder vom Geldverdienen. Es gibt seit Jahren Veröffentlichungen in den Medien über die Qualen, denen gerade Kinder in kirchlichen, aber auch in staatlichen Einrichtungen ausgesetzt waren. Susanne Abel geht in ihrem Nachwort sehr fundiert darauf ein.
Die Protagonisten sind zuerst Hardy und Margret Willeiski, die sich 1945 als Kinder im Heim kennenlernen, Margret wird die Beschützerin des jüngeren Hardy, der nur als Nr. 104 bezeichnet wird, bis sie das Heim verlassen muss. Viele Jahre später finden sich beide wieder und gründen eine Familie. Hardy baut für sie ein eigenes Haus, das für beide Zufluchtsort wird. Besonders Margret leidet unter psychischen Störungen wegen der erlittenen Gewalt, fällt nach Geburt der Tochter Sabine in eine tiefe Depression. Trotzdem wird bis zu ihrem Tod Hardy der einzige sein, der um ihre seelischen Qualen weiß. Und sie nimmt auch alle Geheimnisse von Hardy mit ins Grab. Weder ihre Tochter, noch Enkeltochter Julia wissen etwas über ihre Vergangenheit. Als Julia mit der Erziehung ihrer kleinen Tochter Emily überfordert ist, bewahren sie sie vor der Heimeinweisung und das Mädchen wächst bei ihnen, die da bereits 70 Jahre alt sind, auf. Besonders das liebevolle Verhältnis zwischen Uropa Hardy und Emily ist wunderbar beschrieben.
Das insgesamt von dauernden Problemen gezeichnete Familienleben und das schwierige Aufwachsen von Emily zwischen der unzuverlässigen Mutter, der selbstsüchtigen Großmutter und der wahnsinnig besorgten Urgroßmutter machen ihr das Leben nicht leicht. Interessante Nebenfiguren lockern die Geschichte auf, so z. B. der Vater ihrer Schulkameradin Semin. Erfreut hat mich auch das Auftreten von Tom Monderath, den Leser der Gretchen-Reihe bereits gut kennen.
Der Roman wechselt gekonnt zwischen den Zeiten und Ereignissen, wobei die zurückliegenden 1950er und 1960er Jahre ebenso fesseln, wie die Kindheits- und Jugendjahre von Emily. Dass ich das Buch zum Ende hin ob der sich immer mehr steigernden Dramatik nicht mehr weglegen konnte, sei hier nur als Hinweis verstanden. Welchen Ausgang die Geschichte nimmt, möchte ich nicht vorwegnehmen.
Die zurückliegenden Verbrechen an den Kindern können nicht wieder gutgemacht werden, auch nicht gerächt oder gesühnt. Was aber möglich wird, ist das Aufbrechen des Schweigens, das sich über Jahrzehnte durch die Lebensgeschichten der Betroffenen zieht. Und betroffen sind eben nicht nur die einst vergewaltigten, misshandelten und missbrauchten Kinder, es sind auch ihre eigenen Kinder und Kindeskinder, die unter diesem Schweigen leiden. Wie viel leichter wäre es für ein Kind wie Emily gewesen, um das Unglück ihrer Urgroßeltern wenigstens teilweise Bescheid zu wissen. Aber dieses Schweigen aufzubrechen, ist eine Jahrhundertaufgabe. Im Großen wie im Kleinen.
Susanne Abel gelingt es in ihrem Roman, ihre Protagonisten nicht nur zu beschreiben, sondern ihnen Charakter zu verleihen. Es fällt dadurch nicht schwer, sich in diese hineinzuversetzen. Besonders gut ist das bei Harry und Emily gelungen. Wenn mir als Leser beide regelrecht ans Herz gewachsen sind, ist das bisweilen ob ihrer Erlebnisse auch schmerzhaft, aber es fühlt sich auch wahrhaftig an. Besonders Emilys wiederkehrende Enttäuschungen durch ihre Mutter taten auch mir in der Seele weh. Einige Protagonisten sind jedoch aus meiner Sicht, auch wenn das Buch schon recht umfangreich war, zu kurz gekommen, Sabine und ihre Probleme werden nur sehr skizzenhaft gezeichnet. Das Verhältnis zu ihren Eltern, wie auch zur Tochter Julia ist nicht so einfach, aber es wäre interessant zu wissen, ob Margrets „Helicopter“-Angewohnheiten auch bei den beiden schon so ausgeprägt waren, wie bei Emily.
Für mich sehr interessant ist die Beschreibung des Rheinlands, inklusive der Mundart und anderer Eigenheiten. Mein Vater stammt aus Duisburg, ich bin in Ostberlin aufgewachsen. Die Unterschiede sind groß, aber einiges hätte genauso im Osten ablaufen können wie im Westen. Die Vergangenheit verfolgt hier wie dort unerbittlich.
Das Cover für Buch/Hörbuch zeigt einen kleinen traurigen Jungen, es ist das Ebenbild von Hardy, wie man es sich bei Hören oder Lesen vorstellt. Ca. 300.000 solcher verlorenen Kinder hat der DRK-Suchdienst im Laufe der Jahre mit Verwandten wiedervereint. Das vergangene Leid blieb aber allgegenwärtig.
Mir hat das Hörbuch (Buch) sehr gefallen, ich bin froh, dass ich mich selbst und meine Angst vor der schwierigen Thematik überwunden habe. Danke, Susanne Abel. Ich bin gespannt, welches Ihr nächstes großes Thema sein wird.

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Veröffentlicht am 20.09.2025

Familienroman mit Wucht

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Ein kleiner Junge ohne Herkunft, eine Freundschaft fürs Leben und das Schweigen über traumatische Erfahrungen, das Generationen prägt – darum geht es in "Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104". Susanne ...

Ein kleiner Junge ohne Herkunft, eine Freundschaft fürs Leben und das Schweigen über traumatische Erfahrungen, das Generationen prägt – darum geht es in "Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104". Susanne Abel, die vielen durch ihre „Gretchen“-Reihe bekannt ist, erzählt hier erneut mit Feingefühl und Präzision von Menschen, die durch ihre Vergangenheit gezeichnet sind. Die Autorin, selbst erfahrene Dokumentarfilmerin, nutzt ihre Gabe, Geschichten lebendig und zugleich gesellschaftlich relevant zu machen.

Worum geht’s genau?

Der Junge Hardy wächst nach dem Krieg als „Nr. 104“ in einem Kinderheim auf. Dort lernt er Margret kennen, die ihn beschützt und sein Leben lang begleiten wird. Beide versuchen, sich trotz Missbrauch, Hunger und Züchtigung eine Zukunft aufzubauen. Doch das Schweigen über das Erlebte lastet nicht nur auf ihnen, sondern prägt auch Tochter Sabine, Enkelin Julia und Urenkelin Emily. Erst diese beginnt, die Geheimnisse der Familie aufzubrechen.

Meine Meinung

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört – gesprochen von Vera Teltz, deren Stimme ich vorher noch nicht kannte. Bei der Recherche habe ich festgestellt, dass sie auch als Synchronsprecherin arbeitet, u.a. für Naomie Harris („Fluch der Karibik“). Ihre warme, einfühlsame Interpretation hat mich unglaublich berührt und passte perfekt zum Ton dieses Romans. Jede Figur bekam durch ihre Stimme eine eigene Tiefe, ohne dass es jemals zu viel wurde.

Das Buch selbst hat mich von der ersten Seite an gefesselt trotz (oder gerade wegen) der Schwere des Themas. Abels Schreibstil ist klug, einfühlsam und zugleich erschütternd ehrlich. Besonders stark fand ich, dass gleich zu Beginn eine Triggerwarnung steht – ein wichtiges Signal bei dieser Thematik.

Hardy ist eine Figur, die ich sehr ins Herz geschlossen habe. Seine Sensibilität wird eindringlich gezeichnet: etwa als er sich weigert, Türen im Haus zu haben (S. 31) oder als er behutsam einen verletzten Vogel pflegt: „Hardy war bekannt für seine Feinfühligkeit“ (S. 31). Ein wohltuendes Bild von Männlichkeit, das Stärke und Verletzlichkeit vereint.

Highlights waren für mich die Szenen mit Emily, Hardys Urenkelin, die früh Verantwortung übernehmen muss. Ihr Gespür für andere spiegelt das von Hardy wider. Gleichzeitig wird ihre Zerrissenheit deutlich: Sie fühlt sich oft als Erwachsene im Kinderkörper, nicht zuletzt, weil ihre Mutter Julia sie im Stich lässt. „Kein Kind sollte sich Gedanken machen müssen, ob es der Mutter seinetwegen schlecht geht“ (S. 130).

Das Buch verbindet viele Zeitebenen: von Hardys Kindheit im Heim mit Prügeln, Hunger und Experimenten („verschimmeltes Brot im Keller“, S. 31) bis zu Emilys Jugend, in der sie sich mit den Narben ihrer Familie auseinandersetzen muss. Besonders bedrückend fand ich die Passagen über sexuellen Missbrauch und über Medikamententests. Diese Kapitel waren schwer auszuhalten und gleichzeitig so wichtig, weil sie verdrängte Teile unserer Geschichte sichtbar machen.

Abel verwebt aber auch Alltagsbeobachtungen – von Germany’s Next Topmodel über Eurovision bis hin zu Tierquälerei im Karneval – und macht so deutlich, wie politisch und gesellschaftlich unser Alltag ist. Diese Vielschichtigkeit empfand ich als große Stärke. Das Nachwort der Autorin, das die historischen Bezüge einordnet und die Recherchen von Sylvia Wagner würdigt, war für mich ein wichtiger Abschluss. Es zeigt, wie viel Realität in der Fiktion steckt.

Fazit

Ein zutiefst berührender Familienroman über Trauma, Schweigen und die Kraft von Liebe und Freundschaft. Als Hörbuch mit Vera Teltz ein besonderes Erlebnis – einfühlsam gelesen, stimmig interpretiert. Für alle, die literarisch anspruchsvolle, historische und zugleich hochaktuelle Stoffe lesen möchten – keine leichte Kost, aber unbedingt empfehlenswert.

Herzlichen Dank an @netgalleyde und @hoerbuchhamburg für das kostenlose Rezensionsexemplar!

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Veröffentlicht am 23.10.2025

Tragische Familiengeschichte, die erschüttert

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Dieses Buch ist sehr ergreifend und behandelt wichtige Themen der deutschen Geschichte, die es verdient haben, in den Fokus gerückt und vollumfänglich aufgearbeitet zu werden. Dabei tauchen wir tief ein ...

Dieses Buch ist sehr ergreifend und behandelt wichtige Themen der deutschen Geschichte, die es verdient haben, in den Fokus gerückt und vollumfänglich aufgearbeitet zu werden. Dabei tauchen wir tief ein in die tragische Familiengeschichte von Hardy und Margret. Im Fokus stehen die auf wahren Begebenheiten beruhenden Schicksale von Kindern nach dem 2. Weltkrieg. Es geht um Verschickungskinder und Heimaufenthalte sowie um den Einfluss, den Traumata auf die nachfolgenden Generationen haben.

Das Buch nimmt sich sehr viel Zeit und erzählt ruhig und sehr eindringlich in verschiedenen Zeitebenen. Dabei erhalten wir als Leser einen sehr tiefen Einblick in die Charaktere und werden sehr nahe herangelassen an deren Leid und Gefühlswelt. Im Fokus stehen dabei Hardy und Margret, die sich als Kinder in einem Waisenhaus kennenlernen, in dem Gewalt, Demütigung und Erniedrigung an der Tagesordnung sind. Außerdem lernen wir Emily kennen, die Urenkelin der beiden, anhand derer Geschichte sehr anschaulich aufgezeigt wird, wie sich schlechte Erfahrungen und Traumata auf nachfolgende Generationen und deren Leben auswirken können.

Das Buch steckt voller schlimmer Themen und sich bewusst zu machen, dass all diese Beispiele der Realität entsprechen und die Aufarbeitung der - ja, man muss Taten sagen - hinterherhinkt, ist sehr schmerzhaft.

Die Hörbuchfassung wurde ganz wunderbar ruhig und dennoch sehr bewegend von Vera Teltz eingelesen. Sie hat es geschafft, einen mitzunehmen in das Leben der sehr unterschiedlichen Charaktere und die Ernsthaftigkeit und Schwere der Themen zu vermitteln ohne einen zu “erschlagen”.

An manchen Stellen hat sich das Buch für mich etwas gezogen. Ich denke, man hätte - insbesondere auf der heutigen Zeitebene - hier und da etwas straffer erzählen können. Aber insgesamt kann ich das Hörbuch wärmstens empfehlen. Es ist wichtig, dass nicht vergessen wird, was vielen Kindern in den 1940er/1950er Jahren angetan wurde.

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